Im richtigen Kino waren wir nie im falschen Film – Ein kurzer Rückblick auf 10 Filme von Januar bis März 2026

»Schauen Sie Filme auf dem Handy?« »Um Gottes willen! Da kann man ja nicht einmal Fußball drauf gucken!«
[Regisseur und Berlinale-Jurypräsident Wim Wenders im TAGESSPIEGEL-Interview am 12.02.2026]
Einzelne Artikel zu den gesehenen Filmen in diesem Winter zu schreiben waren mir zu aufwendig. Aber zum Quartalsende will ich sie in Kurzform doch einmal erwähnen (Quelle der Inhaltsangaben: Yorck-Kino). Natürlich war auch »Hamnet« dabei, die Golden Globes-Gewinner 2026: Zwei Auszeichnungen für Bester Film (Drama) und Beste Hauptdarstellerin. Alle Filme stammen aus dem Jahr 2026 und sahen wir in den Berliner Yorck-Kinos. Deren Motto »Im richtigen Kino bist du nie im falschen Film« hat sich bewahrheitet: Alle Filme waren sehenswert.
- »Hamnet« von Chloé Zhao (Drama, Liebesgeschichte, Geschichte) mit Jessie Buckley, Paul Mescal, Emily Watson. Gegen die Vorstellungen ihrer Familien verlieben sich Agnes und Will ineinander und gründen eine Familie. Agnes ist unkonventionell, intensiv mit der Natur verbunden. Will flüchtet in geheime Welten in seinem Kopf und bringt diese zu Papier. Als ein schwerer Schicksalsschlag das Paar zu zerreißen droht, stürzt sich Will in seine Arbeit und verarbeitet seine Trauer in der Tragödie Hamlet.
- »Der Fremde« von François Ozon mit Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin. Algier, 1938. Meursault, ein ruhiger und bescheidener Angestellter Anfang dreißig, besucht die Beerdigung seiner Mutter, ohne eine Träne zu vergießen. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit Marie, einer Arbeitskollegin. Schnell kehrt er in seinen gewohnten Alltag zurück. Doch bald wird sein Alltag durch seinen Nachbarn Raymond Sintès auf den Kopf gestellt, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften verwickelt. Bis sich ein tragisches Ereignis an einem Strand ereignet…
- »Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke« von Simon Verhoeven mit Bruno Alexander, Senta Berger, Michael Wittenborn, Laura Tonke, Devid Striesow. Der zwanzigjährige Joachim wird unerwartet an der Schauspielschule in München angenommen und zieht in die großbürgerliche Villa seiner Großeltern ein. Von da an versucht er, seine Identität als junger Mann zwischen der Welt des Theaters und dem Alltag seiner exzentrischen Großeltern zu finden.
- »No Other Choice« von Park Chan-wook mit Lee Byung-hun. Familienvater Man-soo verliert nach 25 Jahren seinen Job als Manager in einer Papierfabrik – und will unbedingt den Status seiner vierköpfigen Familie halten. Doch weil in Zeiten von Digitalisierung und AI der Jobmarkt kleiner wird, schmiedet er einen Plan: Er gründet eine Scheinfirma, kontaktiert jeden seiner Konkurrenten, lockt sie zu einem Treffen… und schaltet einen nach dem anderen aus.
- »Marty Supreme« von Josh Safdie mit Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow. Marty hat keine Kohle, aber endloses Selbstvertrauen und den großen Traum vom Durchbruch als Tischtennis-Weltmeister. Für Ruhm und Erfolg riskiert er alles, doch bald ist halb New York hinter ihm her – sein Chef, seine Affären, seine Kontrahenten. Und je höher Marty greift, desto länger wird die Liste derer, die ihn fallen sehen wollen.
- »Winter in Sokcho« von Koya Kamura mit Bella Kim, Roschdy Zem. In Sokcho, einer kleinen Stadt am Meer in Südkorea, führt die 23-jährige Soo-Ha ein routiniertes Leben zwischen den Besuchen bei ihrer Mutter, einer Fischhändlerin, und der Beziehung zu ihrem Freund Jun-oh. Die Ankunft des Franzosen Yan Kerrand in der Pension, in der sie arbeitet, weckt Fragen über ihre eigene Identität. Während der Winter die Stadt betäubt, beobachten sie sich gegenseitig, prüfen sich und knüpfen eine zerbrechliche Verbindung.
- »Nouvelle Vague« von Richard Linklater mit Guillaume Marbeck, Zoey Deutch. Paris, Ende der 1950er-Jahre: Der 28-jährige Jean-Luc Godard hat als Einziger in seinem Freundeskreis noch keinen eigenen Film gemacht. Mit einem verrückten Team, einem amerikanischen Filmstar und wenig Geld gelingt ihm schließlich unter abenteuerlichen Umständen mit AUSSER ATEM ein Meisterwerk, das in die Filmgeschichte eingehen und das Kino für immer verändern wird.
- »Father Mother Sister Brother« von Jim Jarmusch mit Tom Waits. Drei Geschichten kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. In seinem neuesten Film lässt Regie-Ikone Jim Jarmusch den Cast um Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Indya Moore und Luka Sabbat die Tiefen familiärer Beziehungen ausloten.
- „Wuthering Heights“ von Emerald Fennell mit Margot Robbie, Jacob Elordi. Eine leidenschaftliche und turbulente Liebesgeschichte vor der Kulisse der Yorkshire-Moore, die die intensive und zerstörerische Beziehung zwischen Heathcliff und Catherine Earnshaw beleuchtet. ›Wuthering Heights‹ (Sturmhöhe) ist der einzige, 1847 erschienene Roman von Emily Brontë, der als Klassiker der englischen Literatur gilt. Handlung: Erzählt wird das Leben von Heathcliff, einem Findelkind, das auf dem Anwesen ›Wuthering Heights‹ aufwächst und eine obsessive Bindung zu Catherine Earnshaw entwickelt. Nach ihrer Heirat mit einem anderen Mann treibt Heathcliff eine rücksichtslose Rache voran, die mehrere Generationen zerstört.
- »The Testament of Ann Lee« von Mona Fastvold mit Amanda Seyfried, Lewis Pullman. Nach der wahren Geschichte der Anführerin des Shaker-Kults verkörpert Amanda Seyfried die Figur der Ann Lee. Eine junge Frau, die im Manchester des 18. Jahrhunderts ihre Berufung in ihrer Beziehung zu Gott und einer ganz besondere Weise, zu beten, fand. In ekstatischem Gesang und Tanz finden die Shaker ihre Verbindung zum Himmlischen. Um mehr Anhänger zu finden, macht sich der Kult auf den Weg in die Staaten.























