Vor 46 Jahren … Eine verfallene Hütte auf Kreta

Von Friedhelm Denkeler,

»Verfallene Vorratshütte«, Agia Galini, Kreta, Foto © Friedhelm Denkeler 1976
»Verfallene Vorratshütte«, Agia Galini, Kreta, Foto © Friedhelm Denkeler 1976

Agia Galini liegt im Süden auf der griechischen Insel Kreta. Dank seiner malerischen Lage hat es sich in den 1980er-Jahren von einem kleinen Fischerdorf zu einem Tourismus-Ort entwickelt. Während meines Aufenthalts 1976 war es, wie man auf meinem Selbstporträt sieht, noch sehr ursprünglich.

In der Sommerresidenz des Sächsischen Königshauses

Von Friedhelm Denkeler,

»Schlosspark Pillnitz«, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 2022
»Schlosspark Pillnitz«, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 2022

Das Schloss Pillnitz aus dem 18. Jahrhundert liegt an der Elbe in dem ehemaligen Dorf Pillnitz, das heute als Stadtteil zu Dresden gehört. Es besteht im Wesentlichen aus drei Gebäudeteilen: Dem an der Elbe liegenden Wasserpalais, dem zum Hang hin gegenüberliegenden Bergpalais und dem diese an der Ostseite verbindenden Neuen Palais. Der von den Gebäuden eingeschlossene barocke Lustgarten wird durch einen umliegenden Schlosspark ergänzt.

Schloss Pillnitz ist ein hervorragendes Beispiel für die Chinamode des 18. Jahrhunderts. Kurz nach Fertigstellung fand 1791 hier eine Fürstenzusammenkunft statt, deren Ergebnis als Pillnitzer Deklaration in die Weltgeschichte einging.
Heute befindet sich im Neuen Palais das Schlossmuseum Pillnitz, während im Berg- und Wasserpalais das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden untergebracht ist. [Quelle: Wikipedia]

Komm, gib mir deine Hand …

Von Friedhelm Denkeler,

1963 – The Beatles: »She Loves You«. Wini-Wini, Wana-Wana, die Trommeln der Südsee rufen zum Tanz.

Das Jahr 1963 war das Jahr, in dem die »Beat-Musik«, wie wir damals sagten, ihren Anfang nahm – mit den aus Liverpool stammenden »The Beatles« (John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr). Georg Martin produzierte bereits im Oktober 1962 mit »Love Me Do» ihre erste Single. Zu Hause in England schafften es die Beatles damit gerade mal in die Top 20. Ein Jahr später lösten sie die Beatlemania aus – mit »She Loves You«.

Plattencover The Beatles: »She Loves You«, 1963
The Beatles: »She Loves You«, 1963

Es folgte ihr erster Auftritt in der »Ed Sullivan Show« in Amerika. 73 Millionen Zuschauer sahen diese Schau, mit der die zweijährige ›British Invasion‹ in den USA begann. Im selben Jahr nahmen John Lennon, Paul McCartney, Georg Harrison und Ringo Starr dann noch das berühmte »I Want to Hold Your Hand« auf. Ein Kuriosum: Die beiden letztgenannten Titel sangen die Pilzköpfe auch in Deutsch (sic!): »Komm, gib mir deine Hand« und »Sie liebt dich«.

Die Beatles feierten in kurzen Abständen ihre weltberühmten Hits mit: Love Me Do (die erste Single, 1962), Please Please Me (Single und erstes Album), I Want to Hold Your Hand (1964), A Hard Day’s Night (1964, Single, Spielfilm), Michelle (1965), Eleanor Rigby (1966), Strawberry Fields Forever (1966), All You Need Is Love (1967), Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (Konzeptalbum, 1967), Hey Jude (1967), Back in the USSR (1968), Lady Madonna (1968) und Let It Be (1969), um nur einige zu nennen.

1963 – The Beatles: »She Loves You«, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler
1963 – The Beatles: »She Loves You«, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler

Es waren auf der einen Seite die deutschen Schlager, die mich zu dieser Zeit interessierten und zwar zwangsweise, denn nur sie wurden im Radio gespielt. 1963 waren es die Tahiti Tamourés mit »Wini-Wini«, die sogar für 24 Wochen (sic!) in den deutschen Charts waren. Und auf der anderen Seite die englischen Songs auf AFN und Radio Luxemburg. Songs aus dem Jahr 1963, an die ich mich erinnere: The Trashmen: »Surfin Bird«, The Searchers: »Sweets for My Sweet«, The Kingsmen: »Louie, Louie», The Ronettes: »Be My Baby», The Crystals: »Da Doo Ron Ron«, Tony Sheridan & The Beat Brothers: »My Bonnie« und The Rolling Stones: »Mona«. Ab 1964 finden sich in meiner Songliste dann hauptsächlich nur noch Rocksongs.

Heute kann man sagen, die Tahiti Tamourés, eine reine Studioband, war die erste Girlgroup Deutschlands. Im englischsprachigen Raum gibt es Girlgroups bereits seit den 1950er Jahren, wie The Chordettes mit »Lollipop«, The Shangri-Las mit »Leader of the Pack« und The Crystals »Da Doo Ron Ron«. Die Tahiti Tamourés bestanden aus Charlotte Marian, Monika Grimm und als Leadsängerin Doris Wegener, die später als Manuela Karriere machte (»Schuld war nur der Bossa Nova«).

DER SPIEGEL schrieb in der ihm üblichen Weise in der Ausgabe 40/1963: »In die 60 Meter lange Rille der Tamouré-Platte sind zu angeblichen Südseeklängen insgesamt 72 verständliche Worte eingeritzt, außerdem 64-mal Wini und Wana«. Wie auch immer, heute ist der Ohrwurm eine Erinnerung an (musikalische) Zeiten, die man nicht mehr zurück holen möchte.

Songtext – The Beatles: »She Loves You«

She loves you, yeah, yeah, yeah
You think you lost your love
Well, I saw her yesterday-ay
It's you she's thinking of
And she told me what to say-ay

She says she loves you
And you know that can't be bad
Yes, she loves you
And you know you should be glad

She said you hurt her so
She almost lost her mind
But now she says she knows
You're not the hurting kind

She says she loves you
And you know that can't be bad
Yes, she loves you
And you know you should be glad, ooh
She loves you, yeah, yeah, yeah
She loves you, yeah, yeah, yeah
And with a love like that
You know you should be glad

You know it's up to you
I think it's only fair
Pride can hurt you too
Apologize to her

Because she loves you
And you know that can't be bad
Yes, she loves you
And you know you should be glad, ooh

She loves you, yeah, yeah, yeah
With a love like that
You know you should be glad
With a love like that
Yeah, yeah, yeah, yeah  

Anmerkung zur Kategorie »Siebzig Jahre – Siebzig Songs»

In dieser Kategorie finden Sie Beiträge zu Songs und ihren Interpreten aus 70 Jahren Rock- und Pop-Geschichte 1946 bis 2016. In der Regel werden pro Jahr ein Song, manchmal auch mehrere, vorgestellt. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. In einer Tabelle habe ich die Songs auf die entsprechenden Videos/Audios verlinkt. Die Serie befindet sich zur Zeit im Aufbau und wird nach und nach vervollständigt. Jeder Artikel ist ein Auszug aus meinem für 2024 geplanten Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.

Die Frauenkirche in Dresden

Von Friedhelm Denkeler,

Vom Mahnmal gegen den Krieg zum prachtvollen Sakralbau

»Die Frauenkirche«, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 2022
»Die Frauenkirche«, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 2022

Nach der Wende in der DDR begann in Dresden ab 1994 der Wiederaufbau der Frauenkirche. In dem Jahr entstanden die beiden kleinen vorgestellten Photographien. Die 2005 abgeschlossenen Arbeiten wurden überwiegend von Fördervereinen und Spendern aus aller Welt finanziert. Das große Bild zeigt die Frauenkirche heute.

»Die Kirche eine evangelisch-lutherische Kirche des Barock und der prägende Monumentalbau des Dresdner Neumarkts. Sie gilt als prachtvolles Zeugnis des protestantischen Sakralbaus, besitzt eine der größten steinernen Kirchenkuppeln nördlich der Alpen und gilt als einer der größten Sandsteinbauten der Welt.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie während der Luftangriffe auf Dresden in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 durch den in Dresden wütenden Feuersturm schwer beschädigt und stürzte am Vormittag des 15. Februar ausgebrannt in sich zusammen. In der DDR blieb die Ruine erhalten und wurde als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung belassen.« Quelle: Wikipedia.

»Die Trümmer der Dresdener Frauenkirche«, Foto © Friedhelm Denkeler 1994
»Die Trümmer der Dresdener Frauenkirche«, Foto © Friedhelm Denkeler 1994
»Eine Katze bewacht die Trümmer der Frauenkirche«, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 1994
»Eine Katze bewacht die Trümmer der Frauenkirche«, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 1994

»School’s Out«, Alice Cooper

Von Friedhelm Denkeler,

Ferdinand Georg Waldmüller: »Nach der Schule« (Ausschnitt), 1841, Alte Nationalgalerie Berlin 2020,  Foto © Friedhelm Denkeler 2020
Ferdinand Georg Waldmüller: »Nach der Schule« (Ausschnitt), 1841, Alte Nationalgalerie Berlin 2020, Foto © Friedhelm Denkeler 2020

Let’s do the Time Warp again! Horror nach der Rocky Horror Show!

Von Friedhelm Denkeler,

Lasst uns den Zeitsprung noch einmal machen, vielleicht taucht mein Mantel dann wieder auf!

»Horror after The Rocky Horror Show – Wo ist mein Mantel?«, Alter Schlachthof, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 2022
»Horror nach der Rocky Horror Show – Wo ist mein Mantel?«, Garderobe Alter Schlachthof Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 2022

Diesen Sonntag lief im Alten Schlachthof der Landesbühnen Sachsen in Dresden zum zehnten und letzten Mal The Rocky Horror Show. Das gesamte Ensemble vorzustellen, würde den Rahmen sprengen. Hervorheben möchte ich Martin Mulders (»Ludique«), der die Figur des Riff Raff in einem für die Rolle eher ungewohnten, raffinierten Kostüm und mit einer außergewöhnlichen Stimme interpretierte und wie mir meine beidseitigen Sitznachbarn bestätigten, die Spannung der Show trug. Lutz van der Horst (»heute-show«) ›langweilte‹ seiner Rolle gemäß gekonnt als Erzähler.

In einer regnerischen Novembernacht (bei uns im Theater herrschten an diesem Juli-Abend 35 Grad Celsius! FD) sucht das frischverlobte Paar Brad Majors und Janet Weiss nach einer Reifenpanne Hilfe bei den Bewohnern eines nahegelegenen Schlosses. Doch statt der erhofften Gelegenheit zum Telefonieren begegnet ihnen hier reichlich Unerwartetes: Der exzentrische außerirdische Wissenschaftler Dr. Frank N. Furter vom Planeten Transsexual aus der Galaxie Transylvania präsentiert seinen Mitbewohnern in dieser Nacht seine neueste und bisher größte Schöpfung, das blonde und muskelbepackte Retortenwesen Rocky, das er in erster Linie zu seinem – auch sexuellen – Vergnügen erschaffen hat. Brad und Janet werden unfreiwillig Zeugen dieser Enthüllung.

Im Verlauf der Handlung wird Rocky geboren, verliert seine sexuelle Unschuld, erleidet durch Untreue seines Schöpfers Eifersuchtsqualen und stirbt. Währenddessen werden die rigiden Wertevorstellungen des Liebespaares durch den Transvestiten Frank N. Furter herausgefordert, der beide täuscht und verführt. Schließlich ruft Frank N. Furter durch seine Unmäßigkeit (zur Erschaffung von Rocky scheute er zum Beispiel auch nicht vor dem Mord an seinem Ex-Geliebten zurück) eine Revolte hervor, die in seiner Entmachtung und Tötung und der Rückkehr der übrigen Außerirdischen auf ihren Heimatplaneten gipfelt, während Brad und Janet gerettet werden. [Quelle: Wikipedia]

Wann wird ein Handwerk zur Kunst?

Von Friedhelm Denkeler,

Das Zitat des Monats kommt diesmal aus Dresden.

»Jede Kunst schließt ein Handwerk in sich ein; das Handwerk der Kunst nenne ich den Teil derselben, der gelehrt und gelernt werden kann; wo das Handwerk aufhört, da beginnt erst die eigentliche Kunst.«, Coiffeur Lauda, Altstadt Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 2022
»Jede Kunst schließt ein Handwerk in sich ein; das Handwerk der Kunst nenne ich den Teil derselben, der gelehrt und gelernt werden kann; wo das Handwerk aufhört, da beginnt erst die eigentliche Kunst.«, Coiffeur Lauda, Altstadt Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 2022

Die Türme des Palastes und die Garagen am Kyffhäuser Denkmal

Von Friedhelm Denkeler,

Ein neues Portfolio auf meiner Website LICHTBILDER: »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, 2021.

»Der Rest vom Palast«, Berlin, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2008
»Der Rest vom Palast«, Berlin, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2008

Wenn ein Photograph sich während seiner künstlerischen Laufbahn verpflichtet fühlt, seine eigene Vorstellung von ›guten‹ Bildern umzusetzen und aufgrund seiner Phantasie damit der Wirklichkeit in seinen Bildern seine eigene Persönlichkeit auferlegt, dann handelt er im eigenen Auftrag. Man kann ihn als ›Autorenfotograf‹ bezeichnen, der in diesem Fall ein Schwarzbuch nicht mit illegalen Vorgängen, sondern mit dunklen, fast schwarzen Bildern herausgibt.

Siehe hierzu auch der Artikel Wann handelt ein Photograph im eigenen Auftrag? Das gesamte Portfolio besteht aus 110 Photographien 30 x 45 cm. Auf meiner Website LICHTBILDER stehen 30 als Einzelbilder zur Ansicht bereit. Die Bilder sind zwischen 2008 und 2021 entstanden und 2021 als gedrucktes Künstlerbuch mit 120 Seiten im Format 30 x 21 erschienen. Weitere Informationen zu den Original-Prints und zum Künstlerbuch finden Sie auf meiner Website LICHTBILDER im Support.

»Am Kyffhäuser Denkmal«, bei Bad Frankenhausen, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2008
»Am Kyffhäuser Denkmal«, bei Bad Frankenhausen, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2008

In Dreams I Walk With You. In Dreams I Talk To You

Von Friedhelm Denkeler,

1963 – Roy Orbison: »In Dreams«. Das bewegte Leben von Roy Orbison spiegelt sich in seinen Songs wieder.

Gleich drei Mal in einer Woche hörte ich im März 2015 Songs von Roy Orbison in Darbietungen der darstellenden Künste. Einmal war Roy Orbisons Stimme im Kultfilm »Blue Velvet« von David Lynch mit Isabella Rossellini und Dennis Hopper aus dem Jahr 1986 zu hören. Ben (Dean Stockwell) performed hier den Song »In Dreams« im Playback, solange bis Frank Booth (Dennis Hopper) es vor Schmerz ob des melancholischen Liedes nicht mehr aushält und den Stecker des Kassetten-Recorders zieht.

Die unheimliche Lippensynchronisation von Ben lässt darauf schließen, dass nicht nur bei Frank Booth, sondern auch im Inneren des Zuhälters etwas im Verborgenen liegt. Nach dieser Performance klingt der Song nicht mehr wie vorher. Und im Hintergrund tritt Dorothy Vallens (Isabella Rossellini) in ihrem Morgenrock aus blauem Samt in das Zimmer …

1963 – Roy Orbison: »In Dreams«, 1963, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler
1963 – Roy Orbison: »In Dreams«, 1963, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler

Ein zweites Mal hörten wir »In Dreams« im Theater O-TonArt in der Kulmer Straße in Berlin. Hier trat der in Frankfurt geborene Sänger Bastian Korff zusammen mit dem Berliner Pianisten Florian Ludewig unter dem Titel »Rock ’n‘ Roll & Remmidemmi« auf. Neben den dargebrachten eigenen Kompositionen coverten die beiden Künstler verschiedenste Rock-Balladen von Roy Orbison (»In Dreams«), über Dion and The Belmonts (»A Teenager in Love«), Elvis Presley, David Bowie bis zu Bonnie Tyler (»Turn Around – Bright Eyes«).

Korff als Sprecher, Schauspieler, Sänger und Texter und Ludewig als Pianist und Komponist sind wahre Multitalente für sich, aber auf der Bühne waren sie als Team unschlagbar: spontan, witzig und so herrlich unperfekt wie man nur sein kann, wenn man die Perfektion beherrscht, bescherten sie dem begeisterten Publikum ein Feuerwerk an Ideen und Gefühlen. Einer der schönsten Theaterabende der letzten Zeit.

Im Berliner Ensemble gab es in der von Leander Haußmann inszenierten Soldatenstudie Woyzeck nach Georg Büchner eine Szene, die Roy Orbisons »Blue Bayou« enthielt. Und zwar in einer Szene, in der Militär und Jahrmarkt zusammenfließen. Die Soldaten lassen sich von der Marktschreierin wie dressierte Pferde im Kreis herumführen. Unter den Klängen von »Blue Bayou« besteigen sie bunte Ballontiere zu einer Karussellfahrt in perfekt inszenierter Slow Motion. So schön haben wir das im Theater noch nie gesehen.

Die ›schwarze‹ Bühne ist vollkommen leer, das Bühnenbild stellen allein die dreißig Soldaten dar, die im stampfenden Rhythmus über die Bretter ziehen. Laufend werden exzessiv Songs eingespielt, wie Nancy Sinatras »These Boots Are Made For Walking« oder Melanies »Nickel Song«, denn bei Leander Haußmann gehört die Musik dazu. Wir erlebten einen großen Theatermoment.

Roy Orbison merkte zu »In Dreams« an: »Ich wachte morgens auf und der Traum war immer noch da und nach 20 Minuten hatte ich den Song fertig«. Der Song weist keine der üblichen Strophen mit einem Refrain auf, sondern ist eher als Mini-Epos in drei Minuten anzusehen. Seine unvergleichlich melancholische Stimme kommt hier besonders gut zur Geltung. Seine Songs handeln von der Seele und ihrem Schmerz und so entstehen oft komplette Dramen der Leidenschaften in Kurzform.

Roy Kelton Orbison (*1936, †1988) hatte ein bewegtes und nicht immer einfaches Leben hinter sich. Seinen ersten Hit hatte Roy 1956, passend zur damaligen Rock ’n‘ Roll-Zeit, mit »Ooby Dooby«. Den Durchbruch erreichte er 1960 mit »Only The Lonely«. Warum trug Roy immer eine Sonnenbrille? Angeblich hatte der stark kurzsichtige Roy bei einem Konzert 1963 seine Brille vergessen und musste notgedrungen mit einer Sonnenbrille auftreten; von da an wurde sie zu seinem ›Markenzeichen‹.

Seinen größten Hit hatte er 1965 mit »Pretty Woman«. Eine schwierige Phase folgte in seinem Leben. Er wurde von privaten Schicksalsschlägen betroffen: Seine erste Frau starb bei einem Motorrad-Unfall und zwei seiner drei Söhne kamen bei dem Brand seines Landhauses ums Leben. Nach Pretty Woman blieben die großen Erfolge aus; eine Ausnahme bildet das nach seinem Tod erschienene »I Drove All Night«. 1987 wurde er in die »Rock and Roll Hall of Fame« augenommen und 2010, also zwanzig Jahre nach seinem Tod, erhielt Orbison einen Stern auf dem »Hollywood Walk of Fame«.

Aus den über 50 Songs, die sich in meinem Rockarchiv befinden, habe ich meine Top-Ten von Roy Orbison zusammengestellt: I Drove All Night (1992), California Blue (1989), It’s Over (1964), In Dreams (1963), Crawling Back (1966), Blue Bayou (1963, Only The Lonely (1960), You Got It (1989), Running Scared (1962) und (Oh) Pretty Woman (1965). »I Drove All Night« steht, seit ich den Song kenne, unangefochten an der Spitze, aber auf eine einsame Insel würde ich alle zehn mitnehmen.

»Roys Songs handelten weniger von Träumen, seine Songs waren Träume« [Tom Waits]

»Ich hasse es zuzugeben, aber Sie können eine Rolle nur spielen, wenn sie irgendwo in Ihrer Psyche steckt. Die Leute realisieren nicht, wie groß das Unterbewusstsein ist. Es ist wie die Unendlichkeit« [Dean Stockwell]

Anmerkung zur Kategorie »Siebzig Jahre – Siebzig Songs»

In dieser Kategorie finden Sie Beiträge zu Songs und ihren Interpreten aus 70 Jahren Rock- und Pop-Geschichte 1946 bis 2016. In der Regel werden pro Jahr ein Song, manchmal auch mehrere, vorgestellt. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. In einer Tabelle habe ich die Songs auf die entsprechenden Videos/Audios verlinkt. Die Serie befindet sich zur Zeit im Aufbau und wird nach und nach vervollständigt. Jeder Artikel ist ein Auszug aus meinem für 2024 geplanten Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.

Waiting for a Friend an der Bibliothek

Von Friedhelm Denkeler,

Ein neues Portfolio auf meiner Website LICHTBILDER: »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, 2021.

»Bibliothek der Brandenburgischen Technischen Universität BTU Cottbus«, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019
»Bibliothek der Brandenburgischen Technischen Universität BTU Cottbus«, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2019

Wenn ein Photograph sich während seiner künstlerischen Laufbahn verpflichtet fühlt, seine eigene Vorstellung von ›guten‹ Bildern umzusetzen und aufgrund seiner Phantasie damit der Wirklichkeit in seinen Bildern seine eigene Persönlichkeit auferlegt, dann handelt er im eigenen Auftrag. Man kann ihn als ›Autorenfotograf‹ bezeichnen, der in diesem Fall ein Schwarzbuch nicht mit illegalen Vorgängen, sondern mit dunklen, fast schwarzen Bildern herausgibt.

Siehe hierzu auch der Artikel Wann handelt ein Photograph im eigenen Auftrag? Das gesamte Portfolio besteht aus 110 Photographien 30 x 45 cm. Auf meiner Website LICHTBILDER stehen 30 als Einzelbilder zur Ansicht bereit. Die Bilder sind zwischen 2008 und 2021 entstanden und 2021 als gedrucktes Künstlerbuch mit 120 Seiten im Format 30 x 21 erschienen. Weitere Informationen zu den Original-Prints und zum Künstlerbuch finden Sie auf meiner Website LICHTBILDER im Support.

»Waiting for a Friend«, Brücke am Hauptbahnhof, Berlin, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2013
»Waiting for a Friend«, Brücke am Hauptbahnhof, Berlin, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Der Mann mit dem Schlapphut

Von Friedhelm Denkeler,

Hermann Schmidt und sein Opel Kadett

»Der Mann mit dem Schlapphut«, 1952, aus dem Portfolio und Künstlerbuch
»Der Mann mit dem Schlapphut«, 1952, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern«: »Die ersten zehn Jahre«: »Bei Meinerts in Twiehausen«, © Archiv Friedhelm Denkeler 1952

Nein, dies ist kein Standfoto aus einem alten Hitchcock-Film, sondern mein vermutlich erstes Foto. 1952 entstanden, zeigt es die Hauptdarsteller Wilhelmine ›Mimi‹ Schmidt und Heinrich ›Heini‹ Meinert. Am Steuer eines Vorkriegsmodells des Opel Kadett sehen wir Hermann Schmidt. Der Mecki befindet sich als Talisman  am Rückspiegel. Wie Sie sehen, gab es bereits damals Product Placement.

Das Kraftfahrzeug stellte die Firma Opel aus Rüsselsheim als Dauerleihgabe zur Verfügung. Drei weitere Standbilder dieser Szene blieben gleichfalls erhalten. Ebenso die 6×9 cm-Negative, die ich bereits eingescannt habe. Das Kameramodell ist leider nicht überliefert. Die Außenaufnahmen entstanden in Twiehausen Nr. 37 in Ost-Westfalen.

Schwarzer Marmor im Gewitter

Von Friedhelm Denkeler,

Ein neues Portfolio auf meiner Website LICHTBILDER: »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, 2021.

»Gewitter«, Sylt, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2008
»Gewitter«, Sylt, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2008

Wenn ein Photograph sich während seiner künstlerischen Laufbahn verpflichtet fühlt, seine eigene Vorstellung von ›guten‹ Bildern umzusetzen und aufgrund seiner Phantasie damit der Wirklichkeit in seinen Bildern seine eigene Persönlichkeit auferlegt, dann handelt er im eigenen Auftrag. Man kann ihn als ›Autorenfotograf‹ bezeichnen, der in diesem Fall ein Schwarzbuch nicht mit illegalen Vorgängen, sondern mit dunklen, fast schwarzen Bildern herausgibt.

Siehe hierzu auch der Artikel Wann handelt ein Photograph im eigenen Auftrag? Das gesamte Portfolio besteht aus 110 Photographien 30 x 45 cm. Auf meiner Website LICHTBILDER stehen 30 als Einzelbilder zur Ansicht bereit. Die Bilder sind zwischen 2008 und 2021 entstanden und 2021 als gedrucktes Künstlerbuch mit 120 Seiten im Format 30 x 21 erschienen. Weitere Informationen zu den Original-Prints und zum Künstlerbuch finden Sie auf meiner Website LICHTBILDER im Support.

»Schwarzer Marmor vor blauen Himmel«, Kulturforum, Berlin, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2016
»Schwarzer Marmor vor blauen Himmel«, Kulturforum, Berlin, aus dem Portfolio »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Am Strand von Prora

Von Friedhelm Denkeler,

»Eisenskulptur am Strand von Prora (unbekannter Künstler)«, aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2007
»Eisenskulptur am Strand von Prora (unbekannter Künstler)«, Rügen, Ostsee, aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2007

Anmerkungen zum Portfolio/ zur Kategorie »Sonntagsbilder»

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.

Am 26. Februar 2012 erschien in meinem Blog das erste Sonntagsbild. Und jeden Sonntag gab es ein neues – Ausnahmen bestätigten die Regel. Die Sonntagsbilder stammen aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, das ich 2005 abgeschlossen habe. Aber der Titel Sonntagsbild ist einfach ein zu schöner Titel. Unter dieser Prämisse führe ich die Kategorie »Sonntagsbilder« in meinem Blog bis auf weiteres mit Fotos aus meinem Archiv und mit neuen Aufnahmen weiter.

Back in the United States of America

Von Friedhelm Denkeler,

1962 – Elvis Presley: »Return to Sender«. Zwei kleine Italiener im heißen Sand.

1962 – Elvis Presley: »Return to Sender«, 1962, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler
1962 – Elvis Presley: »Return to Sender«, 1962, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler

Elvis Presley leistete seinen Dienst bei der 3. US-Panzerdivision im hessischen Friedberg und wohnte in Bad Nauheim. Als G.I. gab Presley keine Konzerte, er war aber immer in den Medien präsent und hielt den Kontakt zu seinen Fans, die täglich vor seinem Haus auf Autogramme warteten. Nach seiner Rückkehr in die USA konnte er seine Karriere nahtlos fortsetzen.

»Feldjacke von G.I. Presley«, Alliierten Museum in Berlin-Dahlem, Foto © Friedhelm Denkeler
»Feldjacke von G.I. Presley«, Alliierten Museum in Berlin-Dahlem, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Aus den USA und aus England kamen mit der Musik auch die Tänze und die dazugehörige Mode nach Deutschland. Der »American Way of Life« war vielen ein Vorbild und löste eine kulturelle und modische Rebellion aus. In den Jugendzimmern kam der neue Sound nicht mehr nur aus dem Radio, sondern auch vom Plattenteller.

In den Kneipen kam die neue Musik aus den Jukeboxen und die Diskjockeys in den Diskotheken spielten sie. Elvis war 1962 mit den Songs »Return to Sender« und »Good Luck Charm« immer wieder zu hören. Die Karriere von Elvis ging in den nächsten Jahren zwar weiter, aber die Beatles ab 1963 und die Rolling Stones ab 1964 standen jetzt mehr im Mittelpunkt.

Einer meiner Lieblingssongs aus dem Jahr 1962, der Erinnerungen weckt, war »Sheila« von Tommy Roe. Roe hatte diesen Titel bereits mit 14 Jahren geschrieben und nahm ihn mit der Band »Satins« auf. Diese Aufnahme war ein Flop, als er aber ab 1962 als Solist arbeitete, nahm er die Nummer erneut auf. Diesmal erreichte sie Platz 1 der amerikanischen Charts und auch in England und Deutschland war sie unter den Top 10. 1969 hatte er noch einmal großen Erfolg mit »Dizzy«.

Ein bisschen flotter ist der Song »The Loco-Motion« von Little Eva. Der Song wurde von Carole King und Gerry Goffin geschrieben. Durch die italienische Sängerin Mina war der deutsche Schlager »Heißer Sand« neun Wochen auf Platz 1 der deutschen Hitparade. Und noch einen deutschen Schlager gab es: »Zwei kleine Italiener« von Conny Froboess. Zwei Instrumentals sind mir desweiteren in Erinnerung geblieben: Bob Moore mit dem Ohrwurm »Mexico« und die Tornados mit »Telstar«, benannt nach dem gleichnamigen Fernsehsatelliten. 

Ein nicht so Ernst zunehmender Titel machte 1962 die Runde: Pat Boone mit »Speedy Gonzales«. Im Lied fleht die Mausdame Rosita ihren Gonzales an, mit der Herumtreiberei aufzuhören und sich lieber um das desolate Heim zu kümmern. In kurzen gesprochenen Sequenzen versucht Gonzales, seine Rosita zu beruhigen. In Deutschland schaffte Rex Gildo mit dem Lied einen Nummer-eins-Erfolg, in Deutsch.

Songtext – Elvis Presley: »Return to Sender«

Return to sender, return to sender

I gave a letter to the postman, he put it his sack
Bright in early next morning, he brought my letter back

She wrote upon it
Return to sender, address unknown
No such number, no such zone

We had a quarrel, a lover's spat
I write I'm sorry but my letter keeps coming back

So then I dropped it in the mailbox and sent it special D
Bright in early next morning it came right back to me
So then I dropped it in the mailbox and sent it special D
Bright in early next morning it came right back to me

She wrote upon it
Return to sender, address unknown
No such person, no such zone

This time I'm gonna take it myself and put it right in her hand
And if it comes back the very next day then I'll understand

The writing on it
Return to sender, address unknown
No such number, no such zone

Return to sender, return to sender

Anmerkung zur Kategorie »Siebzig Jahre – Siebzig Songs»

In dieser Kategorie finden Sie Beiträge zu Songs und ihren Interpreten aus 70 Jahren Rock- und Pop-Geschichte 1946 bis 2016. In der Regel werden pro Jahr ein Song, manchmal auch mehrere, vorgestellt. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. In einer Tabelle habe ich die Songs auf die entsprechenden Videos/Audios verlinkt. Die Serie befindet sich zur Zeit im Aufbau und wird nach und nach vervollständigt. Jeder Artikel ist ein Auszug aus meinem für 2024 geplanten Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.

Das Kesselmoor ›Große Wiese‹ in der Granitz

Von Friedhelm Denkeler,

»Im Kesselmoor Große Wiese«, Rügen, Ostsee, Naturschutzgebiet Granitz, Foto © Friedhelm Denkeler 2012
»Im Kesselmoor Große Wiese«, Rügen, Ostsee, Naturschutzgebiet Granitz, Foto © Friedhelm Denkeler 2012

Wenn man vom Ostseebad Binz durch das Naturschutzgebiet Granitz bis zum Ostseebad Sellin wandert, kommt man direkt am 15 Hektar großen Kesselmoor Große Wiese mit einem jungen Moorbirkenwald vorbei. Durch die zur Vor-Frühlingszeit noch blattlosen Birken bietet sich eine uneingeschränkte Sicht auf dies reizvolle Kleinod der Natur. Das Moor selbst wird durch die typischen Buchenwälder der Granitz begrenzt. Solch lebende Moore sind im Schutzgebiet, bedingt durch frühere Entwässerungsmaßnahmen der Nutzflächen, nur noch selten vorhanden.

Alles kommt aus dem Schwarz …

Von Friedhelm Denkeler,

Ein neues Portfolio auf meiner Website LICHTBILDER: »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, 2021.

»Waschanlage«, Zeche Zollverein, Essen«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Waschanlage«, Zeche Zollverein, Essen«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Wenn ein Photograph sich während seiner künstlerischen Laufbahn verpflichtet fühlt, seine eigene Vorstellung von ›guten‹ Bildern umzusetzen und aufgrund seiner Phantasie damit der Wirklichkeit in seinen Bildern seine eigene Persönlichkeit auferlegt, dann handelt er im eigenen Auftrag. Man kann ihn als ›Autorenfotograf‹ bezeichnen, der in diesem Fall ein Schwarzbuch nicht mit illegalen Vorgängen, sondern mit dunklen, fast schwarzen Bildern herausgibt.

Siehe hierzu auch der Artikel Wann handelt ein Photograph im eigenen Auftrag? Das gesamte Portfolio besteht aus 110 Photographien 30 x 45 cm. Auf meiner Website LICHTBILDER stehen 30 als Einzelbilder zur Ansicht bereit. Die Bilder sind zwischen 2008 und 2021 entstanden und 2021 als gedrucktes Künstlerbuch mit 120 Seiten im Format 30 x 21 erschienen. Weitere Informationen zu den Original-Prints und zum Künstlerbuch finden Sie auf meiner Website LICHTBILDER im Support.

»Betreten verboten!«, Café am Neuen See, Tiergarten, Berlin, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Betreten verboten!«, Café am Neuen See, Tiergarten, Berlin, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Gegensatz oder Ergänzung?

Von Friedhelm Denkeler,

»Gegensatz oder Ergänzung?«, Zwei Figuren mit Schale, Warua-Meister, Luba, Kongo, Holz, Foto © Friedhelm Denkeler 2018
»Gegensatz oder Ergänzung?«, Zwei Figuren mit Schale, Warua-Meister, Luba, Kongo, Holz, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Das Luba-Königtum im südöstlichen Kongo war vom Gedanken der geschlechtlichen Dualität geprägt. Traditionell galten Frauen als Botinnen und Beraterinnen der Könige, was ihre Anwesenheit auf Emblemen männlicher Herrschaft – wie diesem Objekt – erklärt. Weiblich und männlich werden hier im Gleichgewicht gezeigt, als zwei Komponenten eines idealen und positiven Ganzen, als Zeichen einer einzigen Herrschaft, die göttlich legitimiert ist. [Quelle: Bode-Museum Berlin]

Der Tempel aller Götter – Das Pantheon

Von Friedhelm Denkeler,

»Auf den Spuren des Römischen Reiches«. Ein neues Portfolio und Künstlerbuch über vierzehn römische Stadtgänge.

»Das Pantheon, der Tempel aller Götter – Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Das Pantheon, der Tempel aller Götter – Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Rom Tag V: »Das Pantheon, der Tempel aller Götter – Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne«

Vom Largo Argentina kommend, gehen wir durch das Gassengewirr des alten Pigna-Viertels voll mit typischem römischen Leben und landen vor einem weiteren, dem, nach dem Kolosseum wohl imposantesten antiken Monument in Rom: Mitten im kompakten Häusermeer erhebt sich auf der Piazza della Rotonda der ‚Tempel aller Götter‘, das Pantheon. Die größte Überraschung erlebt man allerdings erst im Inneren des Gebäudes: Eine riesige, 43 Meter hohe Kuppel mit einer Öffnung von 9 Metern im Durchmesser genau in der Mitte des Gewölbes. Da der Durchmesser der Halle ebenfalls 43 Meter beträgt, würde die Kuppel als vollständige Kugel gedacht, den Boden berühren.

Durch dieses Gleichmaß ergibt sich eine nicht mehr zu verbessernde architektonische Harmonie. Das Bauwerk gilt als das am besten Erhaltene der römischen Antike. Es wurde um 100 n. Chr. erbaut und ist seit 600 n. Chr. eine römisch-katholische Kirche. Ursprünglich war das Pantheon ein allen Göttern Roms geweihtes Heiligtum. Die Kuppel symbolisiert den Himmel, während die Öffnung für die Sonne steht. Durch die Öffnung fällt das natürliche Licht und dementsprechend auch Regen hinein, der Marmorfußboden ist aber genialerweise so gestaltet, dass das Wasser stets ablaufen kann.

Anmerkungen zum Porfolio »Auf den Spuren des Römischen Reiches«

Unsere sieben Tage in Rom im Jahr 2011 sind eine Reminiszenz an die sieben Hügel, auf denen Rom erbaut worden sein soll. Aber nach den ersten Tagen wurde deutlich, dass für das geplante Buch vierzehn Kapitel notwendig sind. Es geht bei den Photographien um die Stimmungen und die visuellen Eindrücke und weniger um die historischen Begebenheiten. Das Portfolio wird auf meiner Website LICHTBILDER ausführlicher mit den vierzehn Kapiteln der römischen Stadtgänge vorgestellt.

Die vierzehn Kapitel der römischen Stadtgänge im JOURNAL

»Das Pantheon, der Tempel aller Götter – Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Das Pantheon, der Tempel aller Götter – Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Wo wohnt das Leben?

Von Friedhelm Denkeler,

»Wenn Sie das Leben kennen, geben Sie mir doch bitte seine Anschrift«, Jules Renard, 1864-1910, Foto © Friiedhelm Denkeler 2014
»Wenn Sie das Leben kennen, geben Sie mir doch bitte seine Anschrift«, Jules Renard, 1864-1910, Foto © Friiedhelm Denkeler 2014

Horizonte am Steinhuder Meer

Von Friedhelm Denkeler,

"Am Steinhuder Meer mit Blick auf die Insel Wilhelmstein", Foto © Friedhelm Denkeler 2009
»Am Steinhuder Meer mit Blick auf die Insel Wilhelmstein«, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Der große Nachteil einer Großstadt wie Berlin ist, dass man so gut wie nie den Horizont sieht. Also, ein paar Tage auf dem Land verbringen, zum Beispiel in Steinhude am Steinhuder Meer. Mit 29 Quadrat-Kilometern Fläche ist dieses ›Meer‹ der größte Binnensee Nordwest-Deutschlands. Er wird vorwiegend aus Grundwasser gespeist und ist das Zentrum des Naturparks Steinhuder Meer. Der See befindet sich in der Großlandschaft der Hannoverschen Moorgeest, östlich angrenzend liegt das Tote Moor (siehe Lage hier). Der See bildete sich in einem Becken gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 Jahren. www.naturpark-steinhuder-meer.de

Der traurige Frühling – passend zur Weltlage

Von Friedhelm Denkeler,

»Der traurige Frühling«, Ausschnitt, 1933, Wilhelm Lachnit, 1899-1962, Foto © Friedhelm Denkeler 2017
»Der traurige Frühling«, Ausschnitt, 1933, Wilhelm Lachnit, 1899-1962, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Wilhelm Lachnit malte 1933 nach einer sechswöchigen Gestapo-Haft ein Bild, das er »Der traurige Frühling« nannte. Lachnit als ›wacher‹ Künstler, sah, was kommen würde, während die Deutschen noch mehrheitlich dem Führer zujubelten. Teile seines Werkes wurden von den Nationalsozialisten als Entartete Kunst eingestuft und beschlagnahmt. Lachnit konnte nur noch eingeschränkt arbeiten und stand unter ständiger Beobachtung der Gestapo.

»Alles Lebendige ist hier gewichen, der Gesichtsausdruck wirkt wie versteinert. Lachnit bedient sich eines allegorischen Vokabulars: In Anspielung auf Botticellis berühmte Primavera verkehrt er die frohe Botschaft mit neusachlicher Nüchternheit in ihr Gegenteil – unterhalb der blutroten Rose sind zwei Äste eines Dornenkranzes zu erkennen, denen auf der anderen Seite die sonderbar makellose, fast wie eine Antenne hervorragende Kugel einer Pusteblume entspricht. Nicht Tod und Wiedergeburt, sondern Passion und Vergeblichkeit sind die traurige Botschaft.« [Quelle: »Räume, Dinge, Menschen – ein Ausstellungsrundgang«]

Wilhelm Lachnit (*1899, †1962) arbeitete hauptsächlich in Dresden. Nach dem Studium war er als freischaffender Künstler tätig und begann sich für den Sozialismus zu begeistern; 1925 trat er in die KPD ein und gründete die Dresdner ASSO (Assoziation revolutionärer bildender Künstler) mit, die 1933 verboten wurde. Ein großer Teil seines Werkes wurde während eines Bombenangriffes auf Dresden zerstört.

1945 entstand das großformatige Gemälde Der Tod von Dresden, das eine weinende Mutter inmitten eines symbolischen Trümmerinfernos zeigt. Die DDR-Kulturfunktionäre lobten das Gemälde als starke Leistung, so dass er 1947 als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden tätig sein konnte. Wegen seines als formalistisch bezeichneten Stils fiel er zunehmend in Ungnade und gab 1954 schließlich resigniert seine Professur auf.

Lachnit ist fast ein unbekannter Meister des zwanzigsten Jahrhunderts, insbesondere im Westen Deutschlands ist sein Werk kaum bekannt. Der traurige Frühling wurde zu DDR-Zeiten von der ostdeutschen Nationalgalerie angekauft und ist zurzeit in der in der nach der Sanierung wiedereröffneten Neuen Nationalgalerie in der Ausstellung »Die Kunst der Gesellschaft 1900–1945. Sammlung der Nationalgalerie« noch bis zum 02.07.2022 zu sehen.