Winter in der Kleingarten-Anlage

Von Friedhelm Denkeler,

Fünftes Kapitel aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Neunmal Neukölln – Berliner Stadtgänge», 1984/2020

»Eigenheim mit Maschendrahtzaun«, Foto © Friedhelm Denkeler
»Eigenheim mit Maschendrahtzaun«, Foto © Friedhelm Denkeler 1979

Im Februar 1979 wanderte ich an einem Samstag von meinem Arbeitsplatz bei Sonnenschein (im doppelten Sinne!) in Mariendorf durch Berlins Schrebergärten bis zum Ilsenhof. Damals gab es noch einen richtigen Winter; der Schnee in den Kleingärten-Parzellen lag hoch. Durch Schnee und Sonnenschein wirkten die Anlagen sehr fotogen, das oft Schrottige der Gärten wurde verdeckt.

Von den Problemen, die ein halbwegs vernünftiger Schrebergärtner, der dem Bundeskleingartengesetz unterliegt, war im Winter wenig zu spüren. Wenn im Sommer alles sprießt und wächst, schlägt bei vielen Kleingartenvereinen die Einstellung von Moritz Schreber, dem Namensgeber des Schrebergartens, durch. Er war Begründer der sogenannten Schwarzen Pädagogik. Ein Verfechter von Zucht und Ordnung, Drill und Gehorsam. Und dazu scheint auch das ›Unkraut‹ gehören, das vor dem Gartenzaun wächst; es muss unter allen Umständen ausgemerzt werden.

»Stadgang durch die Neuköllner Kleingarten-Anlage«, Foto © Friedhelm Denkeler
»Stadgang durch die Neuköllner Kleingarten-Anlage«, Foto © Friedhelm Denkeler, 1979

Anmerkung zum Portfolio und Künstlerbuch »Neunmal Neukölln«, 1984/2020

Während meiner Neuköllner Zeit unternahm ich mehrere fotografische Stadtgänge, die im vorliegenden Portfolio mit den folgenden neun Kapiteln mündeten: 1 Der Körnerpark, 2 Schienen und Bauten in wilder Natur, 3 Von Garagen, Tankstellen und Werkstätten, 4 Die High-Deck-Siedlung, 5 In der Kleingarten-Anlage, 6 Stadtgänge im Industriegebiet, 7 An der Mauer und am Teltow-Kanal, 8 Pittoreskes aus Neukölln und 9 Ein Friedhof im Schnee und Epilog. Die Aufnahmen entstanden zwischen 1977 und 1984 in Berlin-Neukölln. Siehe ausführlichen Artikel »Neunmal Neukölln – Berliner Stadtgänge« auf meiner Website LICHTBILDER.

Digitale Abzüge

Das gesamte Portfolio besteht aus 180 Photographien. In einer Übersicht auf meiner Website »Lichtbilder« stehen 45 als Indexprint (je 5 aus den 9 Kapiteln) und 9 als Einzelbilder (je 2 aus den 9 Kapiteln) zur Ansicht bereit. Die Größe der Original-Prints beträgt 30 x 45 cm (Bildmaß = Blattmaß) in einem Passepartout 50 x 60 cm. Belichtet werden sie auf »Fujicolor Crystal Archive Papier« (PE), 250 Gramm.

Analoge Abzüge

Auf Wunsch werden die Schwarzweiß-Photographien im analogen Entwicklungsprozess mit Silbergelatine-Barytpapier (Ilford) archivfest ausgearbeitet. Für eine schwarzweiße Photographie ist Barytpapier die edelste Art von Fotopapier. Die Größe der Fotoabzüge beträgt: Bildmaß: 30 x 45 cm, Blattmaß:  40 x 55 cm. Das kartonstarke Papier ist 315 g/qm schwer. Die Auflage beträgt in der Regel max. 10+2 AP.

Künstlerbuch

Die 180 Bilder sind auch als gedrucktes Künstlerbuch mit 216 Seiten im Format 29,7 x 21,0 cm in einer limitierten Auflage 30 + 4 AP im Selbstverlag erschienen (2020). 
 Gestaltung, Satz: © Friedhelm Denkeler 2020. 
Druck: WhiteWall Media GmbH, 50226 Frechen


Künstlerbücher sind ein eigenständiges Genre der bildenden Kunst. Sie bewegen sich im Schnittpunkt von Büchern und Kunst, werden in der Regel vom Künstler selbst produziert und im Eigenverlag herausgegeben. Beim Buchobjekt handelt es sich oft um Unikate, ansonsten erwartet der Sammler eine limitierte Auflage, die vom Künstler nummeriert und signiert ist (siehe auch der ausführliche Artikel »Künstlerbücher – Das Buch als Kunstobjekt«

In unregelmäigen Abständen werde ich im »Journal« Einzelbilder aus dem Portfolio veröffentlichen (Print- und Buchpreis auf Anfrage).