Suchergebnisse Kategorie: Historisches Foto

In dieser Kategorie zeige ich unregelmäßig Photographien aus meinem fotografischen Archiv. In der Regel wurden sie vor über dreißig Jahren aufgenommen.

Vor 46 Jahren … Eine verfallene Hütte auf Kreta

Von Friedhelm Denkeler,

»Verfallene Vorratshütte«, Agia Galini, Kreta, Foto © Friedhelm Denkeler 1976
»Verfallene Vorratshütte«, Agia Galini, Kreta, Foto © Friedhelm Denkeler 1976

Agia Galini liegt im Süden auf der griechischen Insel Kreta. Dank seiner malerischen Lage hat es sich in den 1980er-Jahren von einem kleinen Fischerdorf zu einem Tourismus-Ort entwickelt. Während meines Aufenthalts 1976 war es, wie man auf meinem Selbstporträt sieht, noch sehr ursprünglich.

Die Frauenkirche in Dresden

Von Friedhelm Denkeler,

Vom Mahnmal gegen den Krieg zum prachtvollen Sakralbau

»Die Frauenkirche«, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 2022
»Die Frauenkirche«, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 2022

Nach der Wende in der DDR begann in Dresden ab 1994 der Wiederaufbau der Frauenkirche. In dem Jahr entstanden die beiden kleinen vorgestellten Photographien. Die 2005 abgeschlossenen Arbeiten wurden überwiegend von Fördervereinen und Spendern aus aller Welt finanziert. Das große Bild zeigt die Frauenkirche heute.

»Die Kirche eine evangelisch-lutherische Kirche des Barock und der prägende Monumentalbau des Dresdner Neumarkts. Sie gilt als prachtvolles Zeugnis des protestantischen Sakralbaus, besitzt eine der größten steinernen Kirchenkuppeln nördlich der Alpen und gilt als einer der größten Sandsteinbauten der Welt.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie während der Luftangriffe auf Dresden in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 durch den in Dresden wütenden Feuersturm schwer beschädigt und stürzte am Vormittag des 15. Februar ausgebrannt in sich zusammen. In der DDR blieb die Ruine erhalten und wurde als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung belassen.« Quelle: Wikipedia.

»Die Trümmer der Dresdener Frauenkirche«, Foto © Friedhelm Denkeler 1994
»Die Trümmer der Dresdener Frauenkirche«, Foto © Friedhelm Denkeler 1994
»Eine Katze bewacht die Trümmer der Frauenkirche«, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 1994
»Eine Katze bewacht die Trümmer der Frauenkirche«, Dresden, Foto © Friedhelm Denkeler 1994

Der Mann mit dem Schlapphut

Von Friedhelm Denkeler,

Hermann Schmidt und sein Opel Kadett

»Der Mann mit dem Schlapphut«, 1952, aus dem Portfolio und Künstlerbuch
»Der Mann mit dem Schlapphut«, 1952, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern«: »Die ersten zehn Jahre«: »Bei Meinerts in Twiehausen«, © Archiv Friedhelm Denkeler 1952

Nein, dies ist kein Standfoto aus einem alten Hitchcock-Film, sondern mein vermutlich erstes Foto. 1952 entstanden, zeigt es die Hauptdarsteller Wilhelmine ›Mimi‹ Schmidt und Heinrich ›Heini‹ Meinert. Am Steuer eines Vorkriegsmodells des Opel Kadett sehen wir Hermann Schmidt. Der Mecki befindet sich als Talisman  am Rückspiegel. Wie Sie sehen, gab es bereits damals Product Placement.

Das Kraftfahrzeug stellte die Firma Opel aus Rüsselsheim als Dauerleihgabe zur Verfügung. Drei weitere Standbilder dieser Szene blieben gleichfalls erhalten. Ebenso die 6×9 cm-Negative, die ich bereits eingescannt habe. Das Kameramodell ist leider nicht überliefert. Die Außenaufnahmen entstanden in Twiehausen Nr. 37 in Ost-Westfalen.

Zwei mitternächtliche Kanonenschläge vor 60 Jahren – Adolf Tegtmeier: »Dat is vielleicht ein Dingen!«

Von Friedhelm Denkeler,

Jürgen von Manger als Schwiegermuttermörder und eine Installation zum Jahreswechsel 1961/1962

»Silvester 1961 und zwei Kanonenschläge«, Foto © Friedhelm Denkeler 1961
»Silvester 1961 und zwei Kanonenschläge«, Rahden-Varl, Ost-Westfalen, Foto © Friedhelm Denkeler 1961

Silvester 1961, vor genau 60 Jahren also, hörten wir die erste Sendung von Jürgen von Manger (*1923, † 1994) im Radio – der Norddeutsche Rundfunk brachte den Schwiegermuttermörder im Ruhrgebiets-Dialekt. Die Sprache war mir sehr vertraut, denn meine Eltern stammten aus Dortmund, meine Verwandten wohnten in Castrop-Rauxel und Lüdenscheid. Jürgen von Manger stellte die Sprache der Ruhrgebiet-Bewohner bis ins Komische dar. In den nachfolgenden Jahren bis in die 1980er Jahre habe ich seine Auftritte im Fernsehen als Kultfigur Adolf Tegtmeier immer wieder gerne gesehen. Tegtmeiers Mimik allein war schon sehr eigentümlich und einmalig. Also ääährlich!

1961 also bereitete ich mich auf den Jahreswechsel mit einer Installation vor, bestehend aus zwei mit kleinen Knallern gefüllten Mini-Kanonen. Was genau dann um Mitternacht passierte, ist leider nicht überliefert. Ein zufriedenes und gesundes Jahr 2022 wünscht Friedhelm Denkeler. Jürgen von Manger: Der Schwiegermuttermörder.

Früher war mehr Lametta!

Von Friedhelm Denkeler,

Ein Weihnachtsbaum vor sechs Jahrzehnten – mit Lametta aus Stanniol und echten Kerzen.

»Früher war mehr Lametta! Weihnachten 1961», Foto © Friedhelm Denkeler 1961
»Früher war mehr Lametta! Weihnachten 1961», Rahden-Varl, Ost-Westfalen, Foto © Friedhelm Denkeler 1961

Meine 60 Jahre alte Photographie liefert den Beweis – früher war mehr Lametta und vor allen Dingen war der Baum mit echten Kerzen ausgestattet. Loriot’s Opa Hoppenstedt hat den Spruch zwar doppeldeutig gemeint, aber in dem Sketch Weihnachten bei Hoppenstedts kommt der Baum naturfrisch und umweltfreundlich, also ohne Lametta aus Stanniol, daher und natürlich kippt er beim Schmücken um. Opa will jetzt endlich sein Geschenk haben und Enkel ›Dicki‹ sagt ein Weihnachtsgedicht auf: Zicke Zacke Hühnerkacke. Fröhliche Weihnachten! Siehe auch mein Weihnachtsartikel 2010 David Bowie besucht Bing Crosby zu Hause.

Der große Stein von Tonnenheide

Von Friedhelm Denkeler,

Aus der Eiszeit direkt nach Ost-Westfalen

Zugegeben: Es ist nicht der Ayers Rock, der Inselberg, der sich 350 Meter über seinem flachen Umland in der zentral-australischen Wüste erhebt, sondern nur der zehn Meter lange, sieben Meter breite und über drei Meter hohe und 350 Tonnen schwere »Große Stein von Tonnenheide« in Ost-Westfalen, der auf meiner Photographie zu sehen ist.

Der Findling soll während der Eiszeit (Pleistozän/ Saalezeit) vor 200 000 Jahren seinen Weg von Skandinavien bis nach Ost-Westfalen geschafft haben. Dabei hat er ›auf dem Rücken‹ der Gletschermassen 750 Kilometer aus der schwedischen Provinz Bleckinge zurückgelegt, bis er in Tonnenheide ›liegen geblieben‹ ist. Der aus Biotit-Granit bestehende Stein entstand vor etwa einer Milliarde Jahren.

»Der große Stein von Tonnenheide«, Foto © Friedhelm Denkeler 1985
»Der große Stein von Tonnenheide«, Ost-Westfalen, Foto © Friedhelm Denkeler 1985

In meiner Jugendzeit war der Findling nur mit seiner Kuppe zu sehen, der größte Teil lag unter der Erde. Erst 1981, ich war schon lange in Berlin, wurde er freigelegt und auf dem Hofgelände Klasing Nr. 9 in Rahden-Tonnenheide 70 Meter weiter, unter 200 Jahren alten Eichen – eigentlich müsste man jetzt unter jungen Eichen sagen – mit Hilfe eines auf Ketten fahrenden Krans und eines Autokrans transportiert. Zur Bergung musste ein 300 Jahre alter Fachwerkspeicher, der zu nah am Stein stand, um 80 Meter umgesetzt werden.

Der Tonnenheider Stein weist diverse Bearbeitungsspuren, wie Bohrlöcher auf; schätzungsweise zwanzig Kubikmeter wurden bereits früher abgesprengt. Viele andere Findlinge sind auf diesen Wegen ebenfalls durch Zerstörung, Verwitterung und wirtschaftliche Nutzung (Pflastersteine, Schotter) vorzeitig verlustig gegangen. Man schätzt, dass nach der Eiszeit in Ost-Westfalen Tausend Findlinge (die Steine heißen so, wenn sie größer als vierzig Zentimeter sind) pro Quadrat-Kilometer liegen geblieben sind, davon sind heute vielleicht noch zehn je Quadrat-Kilometer übrig geblieben.

Die Sonne lacht, Blende acht

Von Friedhelm Denkeler,

Aus dem Portfolio »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern«. Künstlerbuch »Die ersten zehn Jahre«, Kapitel »Varlheide Nr. 204«

»Die Sonne lacht, Blende acht – Mein erstes Fahrrad», Foto © Archiv Friedhelm Denkeler 1954
»Die Sonne lacht, Blende acht – Mein erstes Fahrrad», Foto © Archiv Friedhelm Denkeler 1954

An einem Sonntag im Frühling 1954 machten wir einige Fotos mit der 6×9-Box-Kamera meines Vaters. Wir Kinder wurden natürlich für die Aufnahmen extra fein gemacht. Nach der alten Fotografenweisheit ›Die Sonne lacht, Blende acht‹ war an diesem Tag sehr helles Licht vorhanden, also ideale Bedingungen zum Fotografieren. Es entstand eine Serie mit sieben Fotos – für damalige Verhältnisse sensationell viel – auf einem Rollfilm, von dem die Negative erhalten sind. Ein Bild ist auch in unserer Wohnung entstanden, das war aber eher die große Ausnahme. Die Lichtverhältnisse waren dafür zu schlecht und ein Blitzgerät hatten wir damals nicht.

Auf dem Foto, das ich herausgesucht habe, präsentiere ich stolz mein erstes Fahrrad. Es handelte sich um ein umgebautes Damenfahrrad, das mein Vater aus einem mehr oder weniger schrottreifen Exemplar wieder aufgerüstet hatte. Eigentlich war das große Rad mit den 28-Zoll-Rädern viel zu groß für mich, deshalb wurde der Fahrradsattel „tiefer gelegt“. Mein größtes Problem war stets, die weißen Kniestrümpfe weit weg von der öligen Fahrradkette zu halten.

Der erste Frühlingstag 1957

Von Friedhelm Denkeler,

»Der erste Frühlingstag«, aus dem Portfolio »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern«, Kapitel »Jugend in Westfalen 1957 bis 1966«, © Archiv Friedhelm Denkeler 1957
»Der erste Frühlingstag«, aus dem Portfolio »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern«, Kapitel »Jugend in Westfalen 1957 bis 1966«, © Archiv Friedhelm Denkeler 1957