Suchergebnisse Kategorie: Fotografisches Fundstück

In dieser Kategorie finden Sie aktuelle Photographien, die bisher keinem Portfolio zugeordnet sind, wie Impressionen von Stadtgängen, Landausflügen, Urlaubsreisen, Stillleben, oder auch Erlebnisse aus dem Alltag.

Zum Nikolaus-Tag

Von Friedhelm Denkeler,

Lustig, lustig trallerallera, bald ist Nikolausabend da …

"Nikolaus am Balkon", © Friedhelm Denkeler 2002
»Nikolaus am Balkon«, © Friedhelm Denkeler 2002

Es war einmal ein junger Mann, der im dritten Jahrhundert in der heutigen Türkei in der Nähe von Antalya in der Stadt Myra lebte, sich um die Armen und Entrechteten kümmerte und schließlich Bischof der Stadt wurde. Als Heiliger Nikolaus wurde er im Mittelalter Schutzpatron der Kinder. Seitdem reist er in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember mit seinem Schlitten zu den Kindern, um ihnen Süßigkeiten und kleine Geschenke zu bringen.

Früher kam er durch den Kamin ins Haus, heute müssen die Kinder am Abend vorher ihre Schuhe auf den Balkon herausstellen, in die der Nikolaus seine Gaben legt. Die heutige rote Kleidung mit dem weißen Pelzbesatz trägt der Weihnachtsmann aber erst seit der großen Werbeaktion im Jahr 1932 durch Coca Cola. So kommt er auch nicht mehr auf dem Schlitten, sondern in einem großen Truck.

Wer am höchsten fliegt, sieht am weitesten

Von Friedhelm Denkeler,

Impressionen vom Tempelhofer Feld #3

»Blick vom Tempelhofer Feld auf Neukölln«, (ehemaliger Flugplatz Tempelhof), Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Blick vom Tempelhofer Feld auf Neukölln«, (ehemaliger Flugplatz Tempelhof), Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

1945 übernahm die US-Air-Force den Flughafen Tempelhof von den sowjetischen Besatzern. Vom Juni 1948 bis zum Mai 1949 wurden alle Zufahrtswege nach Berlin (West) durch die Sowjets blockiert. Der Flughafen bekam während dieser Zeit eine völlig neue Bedeutung – die Berliner Luftbrücke entstand. Teilweise im 90-Sekunden-Takt starteten und landeten die Flugzeuge (Rosinenbomber), um die Versorgung von Berlin sicherzustellen. Ab 1950 wurde der Flughafen auch für die zivile Nutzung freigegeben. Die drei westalliierten Fluggesellschaften Pan Am, BEA und Air France flogen nun regelmäßig Tempelhof an. Mit dem Ende der Teilung Deutschlands und dem Baubeginn des neuen Flughafens Schönefeld endete am 30. Oktober 2008 der Flugbetrieb in Tempelhof.

Seit Mai 2010 ist das ehemalige Flughafen-Gebiet öffentlich zugänglich. Der Volksmund sagt Wer am höchsten fliegt, sieht am weitesten, das stimmt sicherlich. Für uns Städter allerdings ist auch der Besuch des Tempelhofer Feldes schon ein Ereignis an sich. Endlich können wir einmal den Horizont wahrnehmen und an die 2.500 Meter weit sehen. Kein Baum, Strauch und oder Gebäude, nichts stört die Sicht. 386 Hektar freies Feld bieten mitten in  der Stadt eine grandiose Fernsicht. In der Mitte des Platzes herrscht praktisch absolute Ruhe und beim Blick von der südlichen Rollbahn gegen Osten auf den Bezirk Neukölln (Foto) bekommt man einen vagen Eindruck von der Größe der Stadt.

Nur Fliegen ist schöner

Von Friedhelm Denkeler,

Impressionen vom Tempelhofer Feld #2

»Tempelhofer Feld« (ehemalig Flughafen Tempelhof), Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Tempelhofer Feld« (ehemalig Flughafen Tempelhof), Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Die Geschichte des Fliegens auf dem Tempelhofer Feld begann um 1900 mit der Stationierung der militärischen Luftschifferabteilung. Im August 1909 startete hier während einer mehrwöchigen Flugschau der erste Zeppelin und landete anschließend in der Jungfernheide. Der Luftfahrtpionier Orville Wright führte Demonstrationsflüge durch und stellte dabei den Höhenweltrekord von 172 Metern auf. Der Ruf nach einem richtigen Flugplatz wurde immer lauter und es entstand ein erster in Johannisthal. Zu weit von der Stadtmitte entfernt, stellte man bald darauf fest und so begann 1922 der Bau eines Flughafens in Tempelhof.

1923 wurde der Flughafen Tempelhof offiziell in Betrieb genommen. Im ersten Jahr starteten 150 Flüge mit insgesamt 100 Passagieren. Tempelhof entwickelte sich zum wichtigsten Flughafen Europas und wurde auf Dauer zu klein. Planungen für den Zentralflughafen Tempelhof mit der heutigen Bebauung begannen. 1942 wurde der Weiterbau eingestellt. Die Gebäude wurden Teil der von den Nazis geplanten Nord-Süd-Achse für die Welthauptstadt Germania. Ingesamt war Tempelhof zu dieser Zeit der größte zusammenhängende Gebäudekomplex der Welt. Fortsetzung folgt.

Unter dem Pflaster liegt der Strand

Von Friedhelm Denkeler,

Impressionen vom Tempelhofer Feld #1

Unter dem Pflaster liegt der Strand«, Tempelhofer Feld (ehemalig Flughafen Tempelhof), Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Unter dem Pflaster liegt der Strand«, Tempelhofer Feld (ehemalig Flughafen Tempelhof), Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Zwischen den Orten Schöneberg und Tempelhof lag bis zum 18. Jahrhundert ein Landstück, Großes Feld genannt, das von den Bauern als Ackerfläche genutzt wurde. Um 1800 diente dann ein bestimmter Teil des Gebietes dem Militär als Parade- und Exerzierplatz und Manövergelände. Ein anderer Bereich war bei den Berlinern als Naherholungsgebiet beliebt. Hier gab es den kleinen See Schlangenpfuhl, in dem die Besucher baden konnten.

Später wurde das Feld durch verschiedene Luftfahrtaktivitäten bekannt. Ballonfahrten starteten hier und es entstanden die ersten fotografischen Luftbildaufnahmen. 1897 fand der weltweit erste Flug eines Starrluftschiffes statt. Heute, nachdem der Flugplatz Tempelhof nicht mehr existiert und seine historische Funktion, auf die ich später noch eingehen werde, verloren hat, sprechen wir wieder vom Tempelhofer Feld. Für diese Woche plane ich zwei weitere Posts mit Impressionen vom heutigen Tempelhofer Feld.

Kunst am Bau im U-Bahnhof entdeckt

Von Friedhelm Denkeler,

»Kunst am Bau«, U-Bahnhof Schloßstraße während der Renovierung, Foto © Friedhelm Denkeler 2017
»Kunst am Bau«, U-Bahnhof Schloßstraße während der Renovierung, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Die heutige U-Bahn-Linie U9 führt von der Osloer Straße bis zum Rathaus Steglitz. Als ich 1968 nach Berlin kam, fuhren die Bahnen lediglich vom Leopoldplatz bis zur Spichernstraße (Eröffnung 1961), 1971 wurde die Linie bis zum Walther-Schreiber-Platz in Steglitz und 1974 bis zum Rathaus Steglitz verlängert; am anderen Ende erfolgte dann die letzte Freigabe vom Leopoldplatz zur Osloer Straße. Die Bahnhöfe Walther-Schreiber-Platz, Schloßstraße und Rathaus Steglitz werden seit Mitte 2016 komplett saniert.

U-Bahnhof Schloßstraße (vor der Renovierung), Quelle: Wikipedia
U-Bahnhof Schloßstraße, Quelle: Wikipedia

Im U-Bahnhof Schloßstraße war schon immer viel Beton zu sehen, der aber teilweise mit Kunststoffverkleidungen verdeckt war, die inzwischen bereits entfernt wurden. Dabei wurde ein ›Kunstwerk‹ der Bauarbeiter aus dem Anfang der 1970er-Jahre sichtbar.

Die ›Dame‹ erblickte nach über vierzig Jahren in diesen Tagen erstmals das schummrige Licht des U-Bahnhofs. Da die historische Anmutung mit viel Sichtbeton im Stil der 1970er-Jahre erhalten bleiben soll, wäre es auch wünschenswert, wenn das Werk des unbekannten Bauarbeiters zukünftig sichtbar bliebe.

Die Gerichtslaube

Von Friedhelm Denkeler,

Auf der Lennéhöhe wird kein Gericht mehr gehalten

Eine Gerichtslaube aus dem 13. Jahrhundert mitten im Wald, auf einem Hügel? Im Schlosspark Babelsberg ist das möglich, Gericht wird hier allerdings nicht mehr gehalten. Es ist das einzige, einigermaßen original gotische Gebäude in Potsdam. Wie kommt es dorthin? Das ist ganz einfach: Berlin hatte um 1300 ein gotisches Rathaus, die Gerichtslaube gehörte dazu. Um 1860 wurde das zu klein geratene Rathaus zugunsten des heutigen Roten Rathauses am Alexanderplatz abgerissen. Die Stadt Berlin machte Kaiser Wilhelm I., der eine Vorliebe für das Mittelalter hegte, die Originalteile der Laube zum Geschenk. 1871 wurde das Gebäude aus den alten Teilen neu errichtet.

»Blick vom Flatowturm auf die Gerichtslaube« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Blick vom Flatowturm auf die Gerichtslaube« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Der zweigeschossige Bau hat ein Kreuzrippengewölbe mit einem Mittelpfeiler, der die Eiche oder Linde der mittelalterlichen Verhandlungsstätte symbolisieren soll. Rund um den Pfeiler sind auf einem Steinrelief Schweine, sie stehen für Unmäßigkeit und Unkeuschheit, Adler (Raubgier) und Affen (Raubsucht) zu sehen. Zwei Engel symbolisieren die Sirenen der Versuchung. Zu DDR-Zeiten war die Laube stark verfallen und wurde durch Spenden nach der Wende wieder sehr gut rekonstruiert. Der formvollendete rote Bausteinbau auf der Lennéhöhe ist bei einem Stadtgang durch den Park nicht zu verfehlen. Von hier oben hat man eine gute Aussicht auf die Potsdamer Kulturlandschaft. Diese lässt sich nur durch den Panorama-Blick vom 46 Meter hohen Flatowturm übertreffen.

»Blick vom Flatowturm auf die Gerichtslaube« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Blick vom Flatowturm auf die Gerichtslaube« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015