Die Gerichtslaube

Von Friedhelm Denkeler,

Auf der Lennéhöhe wird kein Gericht mehr gehalten

Eine Gerichtslaube aus dem 13. Jahrhundert mitten im Wald, auf einem Hügel? Im Schlosspark Babelsberg ist das möglich, Gericht wird hier allerdings nicht mehr gehalten. Es ist das einzige, einigermaßen original gotische Gebäude in Potsdam. Wie kommt es dorthin? Das ist ganz einfach: Berlin hatte um 1300 ein gotisches Rathaus, die Gerichtslaube gehörte dazu. Um 1860 wurde das zu klein geratene Rathaus zugunsten des heutigen Roten Rathauses am Alexanderplatz abgerissen. Die Stadt Berlin machte Kaiser Wilhelm I., der eine Vorliebe für das Mittelalter hegte, die Originalteile der Laube zum Geschenk. 1871 wurde das Gebäude aus den alten Teilen neu errichtet.

»Die Gerichtslaube im Park Babelsberg« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Die Gerichtslaube im Park Babelsberg« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Der zweigeschossige Bau hat ein Kreuzrippengewölbe mit einem Mittelpfeiler, der die Eiche oder Linde der mittelalterlichen Verhandlungsstätte symbolisieren soll. Rund um den Pfeiler sind auf einem Steinrelief Schweine, sie stehen für Unmäßigkeit und Unkeuschheit, Adler (Raubgier) und Affen (Raubsucht) zu sehen. Zwei Engel symbolisieren die Sirenen der Versuchung. Zu DDR-Zeiten war die Laube stark verfallen und wurde durch Spenden nach der Wende wieder sehr gut rekonstruiert. Der formvollendete rote Bausteinbau auf der Lennéhöhe ist bei einem Stadtgang durch den Park nicht zu verfehlen. Von hier oben hat man eine gute Aussicht auf die Potsdamer Kulturlandschaft. Diese lässt sich nur durch den Panorama-Blick vom 46 Meter hohen Flatowturm übertreffen.

»Blick vom Flatowturm auf die Gerichtslaube« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Blick vom Flatowturm auf die Gerichtslaube« (Potsdam), Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Der Impfling

Von Friedhelm Denkeler,

Ernest Board »Edward Jenner bei der ersten Impfung gegen Pocken, die er bei dem achtjährigen James Phipps am 14. Mai 1796 durchführt«, Quelle: Wikipedia
Ernest Board: »Edward Jenner bei der ersten Impfung gegen Pocken, die er bei dem achtjährigen James Phipps am 14. Mai 1796 durchführt«, Quelle: Wikipedia

Wir sehen nur das, was wir sehen wollen

Von Friedhelm Denkeler,

»Blow Up« – Antonionis Filmklassiker und die Fotografie

Antonionis Film endet, wie sonst Krimis anfangen, weil er diese Beunruhigung mitteilen möchte, weil hinter der Frage, ob auf den Photos nun ein Mord zu sehen war oder ob Thomas nur geträumt hat, die wichtigere Frage wartet, ob dies nicht vielleicht gleichgültig ist. Diese Frage wird von Antonioni beantwortet, denn nicht eine geheimnisvolle Mordgeschichte ist das Sujet seines Filmes, sondern Thomas und seine Arbeit [DIE ZEIT]

Wenn man 1968 vom Land in die Stadt kommt, gibt es erst mal einen großen Nachholbedarf an sehenswerten Filmen. Deshalb beginnt meine Auswahl der gesehenen Filme der ersten West-Berliner Jahre bereits 1966. Aus meinen Tagebuchnotizen 1968 bis 1972 habe ich 14 Filme herausgefiltert, die auch heute noch alle Bestand haben. Die Filme liefen damals nicht im »Kino im Märkischen Viertel« (das gibt es schon lange nicht mehr), sondern in den Berliner Programm-Kinos, wie Lupe 1 und 2, Filmkunst 66, Arsenal, Kant-Kino, Delphi, Kurbel, Filmbühne am Steinplatz, Schlüter-Kino, um nur einige rund um den Kurfürstendamm zu nennen. Das Schlüter-Kino von Bruno Dunst war eines der ältesten Programmkinos Deutschlands und musste 1996 leider schließen.

»Kino im Märkischen Viertel"«, »Ausbruch der Verdammten« mit Gene Hackmann und Jim Brown, Foto © Friedhelm Denkeler 1968
»Kino im Märkischen Viertel«, »Ausbruch der Verdammten« mit Gene Hackmann und Jim Brown, Foto © Friedhelm Denkeler 1968
  • »Blow Up« von Michelangelo Antonioni (1966) mit David Hemmings, Vanessa Redgrave, Jane Birkin, Veruschka Gräfin von Lehndorff und der Musik von Herbie Hancock, The Yardbirds
  • »The Wild Angels« von Roger Corman (1966) mit Peter Fonda, Nancy Sinatra, Bruce Dern und den Songs von Davie Allen and The Arrows
  • »Belle de Jour« von Luis Buñuel (1967) mit Catharine Deneuve, Michel Piccoli
  • »Bonnie und Clyde“ von Arthur Penn (1967) mit Warren Beatty, Faye Dunaway, Gene Hackman
  • »Die Reifeprüfung« von Mike Nichols (1968) mit Anne Bancroft, Dustin Hoffman, Katharine Ross mit dem von Simon & Garfunkel eingespielten Soundtrack.
  • »Rosemary’s Baby« von Roman Polański (1968) mit Mia Farrow, John Cassavetes
  • »Easy Rider« von Dennis Hopper (1969) mit Peter Fonda, Dennis Hopper, Jack Nicholson und der Musik von Steppenwolf, The Byrds, The Band, The Jimi Hendrix Experience, u.a.
  • »Spiel mir das Lied vom Tod« von Sergio Leone (1969) mit Henry Fonda, Claudia Cardinale, Charles Bronson, Jason Robards und der Musik von Ennio Morricone
  • »Zabriskie Point« von Michelangelo Antonioni (1970) mit der Musik von Pink Floyd, Patti Page, Grateful Dead, Rolling Stones, u.a.
  • »Decameron« von Pier Paolo Pasolini (1970) mit Franco Citti, Ninetto Davoli und der Musik von Ennio Morricone
  • »The Last Picture Show« von Peter Bogdanovich (1971) mit Jeff Bridges und der Musik von Hank Williams
  • »A Clockwork Orange« von Stanley Kubrick (1971) mit Malcolm McDowell, Patrick Magee
  • »Aguirre, der Zorn Gottes« von Werner Herzog (1972) mit Klaus Kinski
  • »Der diskrete Charme der Bourgeoisie« von Luis Buñuel (1972) mit Fernando Rey, Delphine Seyrig, Stéphane Audran, Jean-Pierre Cassel, Bulle Ogier.
"Filmplakat Blow Up", Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Plakat zum Film »Blow Up«, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Zum Film »Blow-Up«

Auf dem Höhepunkt der Swinging Sixties bewegt sich der Mode- und Sozialfotograf Thomas (David Hemmings) in London durch die Popkultur der 1960er Jahre. Er gerät auf seinen Streifzügen in ein Konzert der Yardbirds mit Jeff Beck und Jimmy Page, dem späteren Gründer von Led Zeppelin. Während die Band den Titel »Stroll On« spielt, zertrümmert Jeff Beck seine Gitarre und wirft die Einzelteile in das tosende Publikum. Ausgerechnet Thomas, der mit der Trophäe nichts anfangen kann, ergattert sie und wirft sie später weg.

Ursprünglich hatte Antonioni The Who für diese Szene vorgesehen; die lehnten den kurzen Auftritt aber ab. So ließ er die Yardbirds einfach The Who imitieren, einschließlich der Zerstörung von Verstärkern und Gitarren.

Eigentlich besteht Blow Up aus einzelnen Episoden. Für eine Recherche verbringt der Protagonist eine Nacht im Obdachlosenasyl. Später zeigt er die Porträts einem Verleger. Die Fotos, die wir im Film sehen, sind aber in Wirklichkeit von Don McCullin aufgenommen worden. In einer Ausstellung bei C/O-Berlin waren sie 2015 im Original zusehen.

Auch die bildende Kunst der 1960er Jahre in Großbritannien zeigt Antonioni in einer Episode. Thomas besucht seinen Nachbarn, den Maler Bill. Sie diskutieren über seine abstrakte Kunst. Das interessiert natürlich Thomas, denn seine (zu stark) vergrößerten Prints sind gleichermaßen abstrakt. Die Filmfigur Bill basiert auf dem britischen Künstler Ian Stephenson, dessen Gemälde die Ausstellung ebenfalls zeigt.

Don McCullin »Thomas' Blow-ups aus dem Park», 1966, Foto © Friedhelm Denkeler 2015
Don McCullin »Thomas‘ Blow-up aus dem Park», 1966, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

London war in den 1960er Jahren das Zentrum der Modefotografie mit drei bekannten Modefotografen, Black Trinity genannt, David Bailey (der als Vorbild für den Protagonisten dient), Terence Donovan und Brian Duffy. Diese nahmen ihre Models an ungewöhnlichen Orten außerhalb des Studios auf. Die dabei entstandene dynamische Bildsprache war hauptsächlich mit Kleinbildkameras zu realisieren und der Reportage-Fotografie entlehnt.

Natürlich sehen wir Thomas auch bei der Arbeit mit den Models, wie Veruschka von Lehndorff, Jill Kennington und Peggy Moffitt, in seinem Studio. Dabei verwandelt er die Fotosession mit Veruschka in einen quasi-sexuellen Akt. Der Standfotograf Arthur Evans hielt die in Blow Up mitwirkenden Models darüber hinaus in eigenständigen, ebenfalls in der Ausstellung zu sehenden, Modefotos fest.

Von den Studioaufnahmen und den Models ist Thomas gelangweilt, so zieht er, bewaffnet mit seiner NIKON F in der Abenddämmerung durch den Maryon Park und macht heimlich Aufnahmen von einem Liebespaar (Vanessa Reggrave). Beim Vergrößern der Fotos entdeckt er am Rand des Bildes einen Mann, der eine Pistole mit Schalldämpfer hält.

Don McCullin »Thomas' Blow-ups aus dem Park», 1966, Foto © Friedhelm Denkeler 2015
Don McCullin »Thomas‘ Blow-up aus dem Park», 1966, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Auf einem weiteren Foto, scheint er einen reglosen Mann zu sehen. Hat Thomas einen vermeintlichen Mord versehentlich aufgenommen? Also geht er mitten in der Nacht in den Park zurück und findet tatsächlich eine Leiche. Natürlich ist die Leiche am nächsten Morgen verschwunden. Er untersucht nun akribisch das entsprechende Foto und vergrößert es immer weiter bis die vermeintliche Leiche sich in der Körnung des Films auflöst. Ist das Verbrechen vielleicht pure Einbildung? Die Aufnahmen stammen in Wirklichkeit von McCullin und sind gleichfalls im Original zu sehen.

Zum Ende des Films geht Antonioni noch einen Schritt weiter in Richtung Abstraktion: Er zeigt Pantomimen bei einem imaginären Tennisspiel, wobei Schläger und Ball, die Grundlagen des Spiels, gleich ganz abwesend sind. Mit einem realen Tennispiel hat die Filmzeit 24 Stunden vorher begonnen. Man kann Blow Up heute auf mehrere Arten rezipieren, einmal als Avantgarde, als Statement über die Wirkung von Bildern und deren Betrachtung und als Zeitdokument der 1960er Jahre. Kurz gesagt, ein inzwischen klassisches Meisterwerk.

In Inszenierung, Fotografie und Darstellung hervorragender Film von Antonioni, der die Faszination des Bildes als Abbild tatsächlicher oder vermeintlicher Wirklichkeit und die Möglichkeiten der Manipulation aufzuzeigen versucht und zugleich ein Porträt der Beat Generation zeichnet [Lexikon des internationalen Films]

Der erste Frühlingstag 1957

Von Friedhelm Denkeler,

»Der erste Frühlingstag«, aus dem Portfolio »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern«, Kapitel »Jugend in Westfalen 1957 bis 1966«, © Archiv Friedhelm Denkeler 1957
»Der erste Frühlingstag«, aus dem Portfolio »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern«, Kapitel »Jugend in Westfalen 1957 bis 1966«, © Archiv Friedhelm Denkeler 1957

Opfergaben am Sonntag

Von Friedhelm Denkeler,

Das Markttor von Milet
Modell einer Gruppe von Opfergabenträgern, Mittleres Reich, Ägypten, um 1800 v. Chr., Neues Museum Berlin, aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2021

Wer geht, verwandelt sich in den Weg

Von Friedhelm Denkeler,

Neuntes und letztes Kapitel aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Neunmal Neukölln – Berliner Stadtgänge», 1984/2020

»Anflugbefeuerung«, Flughafen Tempelhof, aus dem Portfolio »Neunmal Neukölln«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Anflugbefeuerung«, Flughafen Tempelhof, aus dem Portfolio »Neunmal Neukölln«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

9 Ein Friedhof im Schnee

Im letzten Kapitel komme ich von meinen Stadtgängen wieder zurück in die Nähe zum Ilsenhof. Links und rechts der Hermannstraße sind mehrere Friedhöfe der Berliner Kirchengemeinden mit schönen Alleen ansässig. Sie liegen direkt unter der Einflugschneise vom damaligen Flughafen Tempelhof. Diese Friedhöfe gehören zur grünen Lunge von Neukölln und ein angemessenes Verhalten wird erwartet. In den 1970er Jahren dröhnten allerdings laufend die Flugzeuge über die Gräber.

Der Neuköllner Friedhof ist klassisch angelegt, das heißt durch Baumgruppen, Alleen, einzelne Standbilder und verschlungene Wege ergibt sich der Eindruck eines Arkaden-Parks. Von solch einem Ort der stillen Erholung fühlten sich die Stadtbewohner schon immer angesprochen und gerade in dem dicht besiedelten Neukölln lässt sich auch heute noch auf diesen Inseln der Ruhe ein kleines Paradies auf Erden finden.

Epilog

So kann ich davon träumen, wie ich einmal das Gehen lernte. Doch das hilft mir nichts. Nun kann ich gehen; gehen lernen nicht mehr [Walter Benjamin]

Warum wollte Benjamin das Gehen neu lernen? Wahrscheinlich hat er eher gemeint, Schritt für Schritt die Wirklichkeit neu zu entdecken, durch die Intensivierung der Wahrnehmung, Veränderung des Blickwinkels und durch die Besinnung auf das Einfache, das Gewöhnliche und das Alltägliche. Dazu braucht man nicht unbedingt in exotische Länder zu reisen. Neues zu entdecken kann man auch im Altbekannten, auf dem täglichen Stadtgang, in der Wohnung oder im eigenen photographischen Archiv – so wie mit dem Portfolio »Neunmal Neukölln«.

Das photographische Gehen und Sehen ist wie eine Reise in das innere und äußere Neuland. Bei den Photographien muss man auch wie in der Literatur ›zwischen den Zeilen‹ lesen können. Man muss auch das Sehen, was im ‹im Schatten liegt‹, das oft das Entscheidende ist. Die Geschichte, die eine Serie von Photographien erzählt, ist also lückenhaft, der Rezipient muss sie selbst ergänzen. Landläufig sag man ›Der Weg ist das Ziel‹. Schmidt aber meint, das Ziel nimmt durch das Gehen erst Gestalt an. Das Gehen steht hier ebenso für die innere Bewegung, für die Erweiterung des Horizonts. Eigentlich ist damit das Denken gemeint.

Das Gehen geht dem Weg, der Zeit, dem Raum, der Erfahrung, dem Wort, dem Wissen, der Welt voraus. … Der Weg ist das Ergebnis der Metamorphose des Gehenden: Wer geht, verwandelt sich in den Weg. Der Weg ist die Welt selbst.
[Aurel Schmidt: »Gehen. Der glücklichste Mensch auf Erden«, Wien, 2007]

»Anflugbefeuerung«, Flughafen Tempelhof, aus dem Portfolio »Neunmal Neukölln«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Anflugbefeuerung«, Flughafen Tempelhof, aus dem Portfolio »Neunmal Neukölln«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Anmerkung zum Portfolio und Künstlerbuch »Neunmal Neukölln«, 1984/2020

Während meiner Neuköllner Zeit unternahm ich mehrere fotografische Stadtgänge, die im vorliegenden Portfolio mit den folgenden neun Kapiteln mündeten: 1 Der Körnerpark, 2 Schienen und Bauten in wilder Natur, 3 Von Garagen, Tankstellen und Werkstätten, 4 Die High-Deck-Siedlung, 5 In der Kleingarten-Anlage, 6 Stadtgänge im Industriegebiet, 7 An der Mauer und am Teltow-Kanal, 8 Pittoreskes aus Neukölln und 9 Ein Friedhof im Schnee und Epilog. Die Aufnahmen entstanden zwischen 1977 und 1984 in Berlin-Neukölln. Siehe ausführlichen Artikel »Neunmal Neukölln – Berliner Stadtgänge« auf meiner Website LICHTBILDER.

Digitale Abzüge

Das gesamte Portfolio besteht aus 180 Photographien. In einer Übersicht auf meiner Website »Lichtbilder« stehen 45 als Indexprint (je 5 aus den 9 Kapiteln) und 9 als Einzelbilder (je 2 aus den 9 Kapiteln) zur Ansicht bereit. Die Größe der Original-Prints beträgt 30 x 45 cm (Bildmaß = Blattmaß) in einem Passepartout 50 x 60 cm. Belichtet werden sie auf »Fujicolor Crystal Archive Papier« (PE), 250 Gramm.

Analoge Abzüge

Auf Wunsch werden die Schwarzweiß-Photographien im analogen Entwicklungsprozess mit Silbergelatine-Barytpapier (Ilford) archivfest ausgearbeitet. Für eine schwarzweiße Photographie ist Barytpapier die edelste Art von Fotopapier. Die Größe der Fotoabzüge beträgt: Bildmaß: 30 x 45 cm, Blattmaß:  40 x 55 cm. Das kartonstarke Papier ist 315 g/qm schwer. Die Auflage beträgt in der Regel max. 10+2 AP.

Künstlerbuch

Die 180 Bilder sind auch als gedrucktes Künstlerbuch mit 216 Seiten im Format 29,7 x 21,0 cm in einer limitierten Auflage 30 + 4 AP im Selbstverlag erschienen (2020). 
 Gestaltung, Satz: © Friedhelm Denkeler 2020. 
Druck: WhiteWall Media GmbH, 50226 Frechen


Künstlerbücher sind ein eigenständiges Genre der bildenden Kunst. Sie bewegen sich im Schnittpunkt von Büchern und Kunst, werden in der Regel vom Künstler selbst produziert und im Eigenverlag herausgegeben. Beim Buchobjekt handelt es sich oft um Unikate, ansonsten erwartet der Sammler eine limitierte Auflage, die vom Künstler nummeriert und signiert ist (siehe auch der ausführliche Artikel »Künstlerbücher – Das Buch als Kunstobjekt«

In unregelmäigen Abständen werde ich im »Journal« Einzelbilder aus dem Portfolio veröffentlichen (Print- und Buchpreis auf Anfrage).

Das Markttor von Milet

Von Friedhelm Denkeler,

»Das Markttor von Milet», Mamor, römische Kaiserzeit, um 100 n. Chr., Foto © Friedhelm Denkeler 2021
»Das Markttor von Milet», Mamor, römische Kaiserzeit, um 100 n. Chr., Neues Museum Berlin, aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2021

Pittoreskes aus Neukölln

Von Friedhelm Denkeler,

Achtes Kapitel aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Neunmal Neukölln – Berliner Stadtgänge», 1984/2020

«Tri-Top vor alter Bunkeranlage«, Berlin-Neukölln, Foto © Friedhelm Denkeler 1979
«Tri-Top vor alter Bunkeranlage«, Berlin-Neukölln, Foto © Friedhelm Denkeler 1979

Aber auch in der direkten Umgebung des Ilsenhofs, in der Hermannstraße, der Karl-Marx-Straße und am Richardplatz ließen sich spannende Motive finden, so der Kaugummi-Automat oder die analogen Plakatwände, die nach und nach durch elektronische ersetzt werden. Pittoresk wirkt auch die Hertha-Brücke mit den zerfetzten Planen im Gegenlicht. Heute nicht mehr rekonstruierbar ist der Platz, auf dem ein merkwürdiges Gebäude, das wie ein Bunker aussieht, steht. Das Drumherum ist eine trotzlose Grünanlage.

Interessant sind immer wieder die Berliner Brandmauern, die es in den 1970er Jahren noch zahlreich gab. Brandwände sollen unmittelbar angrenzende Gebäude vor Feuer und Hitze, aber auch das eigene Haus, schützen. Die Wände und die dazugehörigen Trümmergrundstücke waren seit dem Ende des Krieges typisch für Berlin. Sie entwickelten oft ein malerisches Eigenleben und an ihnen lässt gut die historische Entwicklung ablesen. Später entstanden Hunderte von Wandbildern, eines der ersten ist der »Weltbaum« von Ben Wargin am S-Bahnhof Tiergarten. Durch die Neu-Bebauung der freien Flächen nach der Wende verschwinden diese Gemälde immer mehr.

»Mini-Park mit schwarzer Brandwand», Berlin-Neukölln, Foto © Friedhelm Denkeler 1979
»Mini-Park mit schwarzer Brandwand», Berlin-Neukölln, Foto © Friedhelm Denkeler 1979

Anmerkung zum Portfolio und Künstlerbuch »Neunmal Neukölln«, 1984/2020

Während meiner Neuköllner Zeit unternahm ich mehrere fotografische Stadtgänge, die im vorliegenden Portfolio mit den folgenden neun Kapiteln mündeten: 1 Der Körnerpark, 2 Schienen und Bauten in wilder Natur, 3 Von Garagen, Tankstellen und Werkstätten, 4 Die High-Deck-Siedlung, 5 In der Kleingarten-Anlage, 6 Stadtgänge im Industriegebiet, 7 An der Mauer und am Teltow-Kanal, 8 Pittoreskes aus Neukölln und 9 Ein Friedhof im Schnee und Epilog. Die Aufnahmen entstanden zwischen 1977 und 1984 in Berlin-Neukölln. Siehe ausführlichen Artikel »Neunmal Neukölln – Berliner Stadtgänge« auf meiner Website LICHTBILDER.

Digitale Abzüge

Das gesamte Portfolio besteht aus 180 Photographien. In einer Übersicht auf meiner Website »Lichtbilder« stehen 45 als Indexprint (je 5 aus den 9 Kapiteln) und 9 als Einzelbilder (je 2 aus den 9 Kapiteln) zur Ansicht bereit. Die Größe der Original-Prints beträgt 30 x 45 cm (Bildmaß = Blattmaß) in einem Passepartout 50 x 60 cm. Belichtet werden sie auf »Fujicolor Crystal Archive Papier« (PE), 250 Gramm.

Analoge Abzüge

Auf Wunsch werden die Schwarzweiß-Photographien im analogen Entwicklungsprozess mit Silbergelatine-Barytpapier (Ilford) archivfest ausgearbeitet. Für eine schwarzweiße Photographie ist Barytpapier die edelste Art von Fotopapier. Die Größe der Fotoabzüge beträgt: Bildmaß: 30 x 45 cm, Blattmaß:  40 x 55 cm. Das kartonstarke Papier ist 315 g/qm schwer. Die Auflage beträgt in der Regel max. 10+2 AP.

Künstlerbuch

Die 180 Bilder sind auch als gedrucktes Künstlerbuch mit 216 Seiten im Format 29,7 x 21,0 cm in einer limitierten Auflage 30 + 4 AP im Selbstverlag erschienen (2020). 
 Gestaltung, Satz: © Friedhelm Denkeler 2020. 
Druck: WhiteWall Media GmbH, 50226 Frechen


Künstlerbücher sind ein eigenständiges Genre der bildenden Kunst. Sie bewegen sich im Schnittpunkt von Büchern und Kunst, werden in der Regel vom Künstler selbst produziert und im Eigenverlag herausgegeben. Beim Buchobjekt handelt es sich oft um Unikate, ansonsten erwartet der Sammler eine limitierte Auflage, die vom Künstler nummeriert und signiert ist (siehe auch der ausführliche Artikel »Künstlerbücher – Das Buch als Kunstobjekt«

In unregelmäigen Abständen werde ich im »Journal« Einzelbilder aus dem Portfolio veröffentlichen (Print- und Buchpreis auf Anfrage).