Alles kommt aus dem Schwarz …

Von Friedhelm Denkeler,

Ein neues Portfolio auf meiner Website LICHTBILDER: »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, 2021.

»Waschanlage«, Zeche Zollverein, Essen«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Waschanlage«, Zeche Zollverein, Essen«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Wenn ein Photograph sich während seiner künstlerischen Laufbahn verpflichtet fühlt, seine eigene Vorstellung von ›guten‹ Bildern umzusetzen und aufgrund seiner Phantasie damit der Wirklichkeit in seinen Bildern seine eigene Persönlichkeit auferlegt, dann handelt er im eigenen Auftrag. Man kann ihn als ›Autorenfotograf‹ bezeichnen, der in diesem Fall ein Schwarzbuch nicht mit illegalen Vorgängen, sondern mit dunklen, fast schwarzen Bildern herausgibt.

Siehe hierzu auch der Artikel Wann handelt ein Photograph im eigenen Auftrag? Das gesamte Portfolio besteht aus 110 Photographien 30 x 45 cm. Auf meiner Website LICHTBILDER stehen 30 als Einzelbilder zur Ansicht bereit. Die Bilder sind zwischen 2008 und 2021 entstanden und 2021 als gedrucktes Künstlerbuch mit 120 Seiten im Format 30 x 21 erschienen. Weitere Informationen zu den Original-Prints und zum Künstlerbuch finden Sie auf meiner Website LICHTBILDER im Support.

»Betreten verboten!«, Café am Neuen See, Tiergarten, Berlin, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Betreten verboten!«, Café am Neuen See, Tiergarten, Berlin, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Schwarzbuch – Im eigenen Auftrag«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Gegensatz oder Ergänzung?

Von Friedhelm Denkeler,

»Gegensatz oder Ergänzung?«, Zwei Figuren mit Schale, Warua-Meister, Luba, Kongo, Holz, Foto © Friedhelm Denkeler 2018
»Gegensatz oder Ergänzung?«, Zwei Figuren mit Schale, Warua-Meister, Luba, Kongo, Holz, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Das Luba-Königtum im südöstlichen Kongo war vom Gedanken der geschlechtlichen Dualität geprägt. Traditionell galten Frauen als Botinnen und Beraterinnen der Könige, was ihre Anwesenheit auf Emblemen männlicher Herrschaft – wie diesem Objekt – erklärt. Weiblich und männlich werden hier im Gleichgewicht gezeigt, als zwei Komponenten eines idealen und positiven Ganzen, als Zeichen einer einzigen Herrschaft, die göttlich legitimiert ist. [Quelle: Bode-Museum Berlin]

Der Tempel aller Götter – Das Pantheon

Von Friedhelm Denkeler,

»Auf den Spuren des Römischen Reiches«. Ein neues Portfolio und Künstlerbuch über vierzehn römische Stadtgänge.

»Das Pantheon, der Tempel aller Götter – Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Das Pantheon, der Tempel aller Götter – Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Rom Tag V: »Das Pantheon, der Tempel aller Götter – Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne«

Vom Largo Argentina kommend, gehen wir durch das Gassengewirr des alten Pigna-Viertels voll mit typischem römischen Leben und landen vor einem weiteren, dem, nach dem Kolosseum wohl imposantesten antiken Monument in Rom: Mitten im kompakten Häusermeer erhebt sich auf der Piazza della Rotonda der ‚Tempel aller Götter‘, das Pantheon. Die größte Überraschung erlebt man allerdings erst im Inneren des Gebäudes: Eine riesige, 43 Meter hohe Kuppel mit einer Öffnung von 9 Metern im Durchmesser genau in der Mitte des Gewölbes. Da der Durchmesser der Halle ebenfalls 43 Meter beträgt, würde die Kuppel als vollständige Kugel gedacht, den Boden berühren.

Durch dieses Gleichmaß ergibt sich eine nicht mehr zu verbessernde architektonische Harmonie. Das Bauwerk gilt als das am besten Erhaltene der römischen Antike. Es wurde um 100 n. Chr. erbaut und ist seit 600 n. Chr. eine römisch-katholische Kirche. Ursprünglich war das Pantheon ein allen Göttern Roms geweihtes Heiligtum. Die Kuppel symbolisiert den Himmel, während die Öffnung für die Sonne steht. Durch die Öffnung fällt das natürliche Licht und dementsprechend auch Regen hinein, der Marmorfußboden ist aber genialerweise so gestaltet, dass das Wasser stets ablaufen kann.

Anmerkungen zum Porfolio »Auf den Spuren des Römischen Reiches«

Unsere sieben Tage in Rom im Jahr 2011 sind eine Reminiszenz an die sieben Hügel, auf denen Rom erbaut worden sein soll. Aber nach den ersten Tagen wurde deutlich, dass für das geplante Buch vierzehn Kapitel notwendig sind. Es geht bei den Photographien um die Stimmungen und die visuellen Eindrücke und weniger um die historischen Begebenheiten. Das Portfolio wird auf meiner Website LICHTBILDER ausführlicher mit den vierzehn Kapiteln der römischen Stadtgänge vorgestellt.

Die vierzehn Kapitel der römischen Stadtgänge im JOURNAL

»Das Pantheon, der Tempel aller Götter – Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Das Pantheon, der Tempel aller Götter – Eine architektonische Harmonie zwischen Himmel und Sonne«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Wo wohnt das Leben?

Von Friedhelm Denkeler,

»Wenn Sie das Leben kennen, geben Sie mir doch bitte seine Anschrift«, Jules Renard, 1864-1910, Foto © Friiedhelm Denkeler 2014
»Wenn Sie das Leben kennen, geben Sie mir doch bitte seine Anschrift«, Jules Renard, 1864-1910, Foto © Friiedhelm Denkeler 2014

Horizonte am Steinhuder Meer

Von Friedhelm Denkeler,

"Am Steinhuder Meer mit Blick auf die Insel Wilhelmstein", Foto © Friedhelm Denkeler 2009
»Am Steinhuder Meer mit Blick auf die Insel Wilhelmstein«, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Der große Nachteil einer Großstadt wie Berlin ist, dass man so gut wie nie den Horizont sieht. Also, ein paar Tage auf dem Land verbringen, zum Beispiel in Steinhude am Steinhuder Meer. Mit 29 Quadrat-Kilometern Fläche ist dieses ›Meer‹ der größte Binnensee Nordwest-Deutschlands. Er wird vorwiegend aus Grundwasser gespeist und ist das Zentrum des Naturparks Steinhuder Meer. Der See befindet sich in der Großlandschaft der Hannoverschen Moorgeest, östlich angrenzend liegt das Tote Moor (siehe Lage hier). Der See bildete sich in einem Becken gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 Jahren. www.naturpark-steinhuder-meer.de

Der traurige Frühling – passend zur Weltlage

Von Friedhelm Denkeler,

»Der traurige Frühling«, Ausschnitt, 1933, Wilhelm Lachnit, 1899-1962, Foto © Friedhelm Denkeler 2017
»Der traurige Frühling«, Ausschnitt, 1933, Wilhelm Lachnit, 1899-1962, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Wilhelm Lachnit malte 1933 nach einer sechswöchigen Gestapo-Haft ein Bild, das er »Der traurige Frühling« nannte. Lachnit als ›wacher‹ Künstler, sah, was kommen würde, während die Deutschen noch mehrheitlich dem Führer zujubelten. Teile seines Werkes wurden von den Nationalsozialisten als Entartete Kunst eingestuft und beschlagnahmt. Lachnit konnte nur noch eingeschränkt arbeiten und stand unter ständiger Beobachtung der Gestapo.

»Alles Lebendige ist hier gewichen, der Gesichtsausdruck wirkt wie versteinert. Lachnit bedient sich eines allegorischen Vokabulars: In Anspielung auf Botticellis berühmte Primavera verkehrt er die frohe Botschaft mit neusachlicher Nüchternheit in ihr Gegenteil – unterhalb der blutroten Rose sind zwei Äste eines Dornenkranzes zu erkennen, denen auf der anderen Seite die sonderbar makellose, fast wie eine Antenne hervorragende Kugel einer Pusteblume entspricht. Nicht Tod und Wiedergeburt, sondern Passion und Vergeblichkeit sind die traurige Botschaft.« [Quelle: »Räume, Dinge, Menschen – ein Ausstellungsrundgang«]

Wilhelm Lachnit (*1899, †1962) arbeitete hauptsächlich in Dresden. Nach dem Studium war er als freischaffender Künstler tätig und begann sich für den Sozialismus zu begeistern; 1925 trat er in die KPD ein und gründete die Dresdner ASSO (Assoziation revolutionärer bildender Künstler) mit, die 1933 verboten wurde. Ein großer Teil seines Werkes wurde während eines Bombenangriffes auf Dresden zerstört.

1945 entstand das großformatige Gemälde Der Tod von Dresden, das eine weinende Mutter inmitten eines symbolischen Trümmerinfernos zeigt. Die DDR-Kulturfunktionäre lobten das Gemälde als starke Leistung, so dass er 1947 als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden tätig sein konnte. Wegen seines als formalistisch bezeichneten Stils fiel er zunehmend in Ungnade und gab 1954 schließlich resigniert seine Professur auf.

Lachnit ist fast ein unbekannter Meister des zwanzigsten Jahrhunderts, insbesondere im Westen Deutschlands ist sein Werk kaum bekannt. Der traurige Frühling wurde zu DDR-Zeiten von der ostdeutschen Nationalgalerie angekauft und ist zurzeit in der in der nach der Sanierung wiedereröffneten Neuen Nationalgalerie in der Ausstellung »Die Kunst der Gesellschaft 1900–1945. Sammlung der Nationalgalerie« noch bis zum 02.07.2022 zu sehen.

Als Elvis noch mit Puppen spielte …

Von Friedhelm Denkeler,

1961 – Elvis Presley: »Muss i denn zum Städtele hinaus (Wooden Heart)«. Als Elvis noch mit Puppen spielte und ich auf einer Fahrradtour im Harz war.

»In der Jugendherberge Braunlage«, Foto © Friedhelm Denkeler 1962, aus dem Portfolio »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern: »Große Farhrten 1962-1964«: Fahrradtour durch den Harz«
»In der Jugendherberge Braunlage«, Foto © Friedhelm Denkeler 1962, aus dem Portfolio »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern: »Große Farhrten 1962-1964«: Fahrradtour durch den Harz«

Anfang der 1960er Jahre kam Elvis Presley mit dem Song »Muss i denn zum Städtele hinaus (Wooden Heart)« in die deutschen Hitparaden. Elvis war während seiner Armeezeit in Deutschland vom Oktober 1958 bis Februar 1960 auf das Lied »Muss i denn …« aufmerksam geworden. Nach seiner Stationierung drehte er 1960 den Film »G.I.-Blues«, in dem er «Wooden Heart« in der Kulisse eines Kasperletheaters sang. Im darauffolgenden Jahr kam der Song als Single in Deutschland und England heraus und belegte vordere Plätze in den Hitparaden beider Länder.

Im August 1962 unternahm ich mit einem Freund eine Fahrradtour durch den Harz. Die Stationen unserer Tour waren: Rahden, Minden, Hameln, Hildesheim, Goslar, Harzburg, Torfhaus, Altenau, St. Andreasberg, Braunlage, Bad Gandersheim und Rahden. Wir übernachteten in den jeweiligen Jugendherbergen und in Braunlage hörte ich zum ersten Mal bewusst »Muss i denn …« von Elvis aus dem Kofferradio. Es wurde mein persönlicher Sommerhit 1962. Vielleicht lag es auch daran, dass er einige Zeilen des deutschen Originaltextes enthielt, und er somit verständlicher für mich wurde.

Beim »Surrender« von Elvis Presley handelt sich um eine Adaption der Musik einer neapolitanischen Ballade von 1902. Der Song erreichte 1961 in den USA und Großbritannien den ersten Platz der Hitparaden. Dann gab es noch das Niederländische Duo Blue Diamonds mit »Ramona«, das dann auch ihr einziger großer Erfolg wurde. Auch Le Dorseys »Ya Ya« wurde insbesondere durch die Zeile »Sittin‘ here la la, waitin‘ for my ya ya« bekannt; es gibt sicherlich anspruchsvollere Kinderlieder.

Songtext – Elvis Presley: »Muss i denn zum Städtele hinaus (Wooden Heart)«

Can't you see
I love you
Please don't break my heart in two
That's not hard to do
'Cause I don't have a wooden heart
And if you say goodbye
Then I know that I would cry
Maybe I would die
'Cause I don't have a wooden heart

There's no strings upon
This love of mine
It was always you from the start
Treat me nice, treat me good
Treat me like you really should
'Cause I'm not made of wood
And I don't have a wooden heart
Muss I denn, muss I denn
Zum stadtele hinaus
Stadtele hinaus
Und du, mein Schatz, bleibst hier?

Muss I denn, muss I denn
Zum stadtele hinaus
Stadtele hinaus
Und du, mein Schatz, bleibst hier?

There's no strings upon this love of mine
It was always you from the start
Sei mir gut, sei mir gut
Sei mir wie du wirklich sollst
Wie du wirklich sollst
'Cause I don't have a wooden heart                                                            

Anmerkung zur Kategorie »Siebzig Jahre – Siebzig Songs»

In dieser Kategorie finden Sie Beiträge zu Songs und ihren Interpreten aus 70 Jahren Rock- und Pop-Geschichte 1946 bis 2016. In der Regel werden pro Jahr ein Song, manchmal auch mehrere, vorgestellt. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. In einer Tabelle habe ich die Songs auf die entsprechenden Videos/Audios verlinkt. Die Serie befindet sich zur Zeit im Aufbau und wird nach und nach vervollständigt. Jeder Artikel ist ein Auszug aus meinem für 2024 geplanten Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.

Magische Spiegelung in rot und schwarz

Von Friedhelm Denkeler,

Gerhard Richter bei der Arbeit in der Alten Nationalgalerie

»Gerhard Richter bei der Arbeit«, gefunden in der Ausstellung »Magische Spiegelungen«, Johann Erdmann Hummel, Alte Nationalgalerie, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2022
»Gerhard Richter bei der Arbeit«, gefunden in der Ausstellung »Magische Spiegelungen«, Johann Erdmann Hummel, Alte Nationalgalerie, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2022

Der Schatten eines Zwerges

Von Friedhelm Denkeler,

»Siehst du einen Riesen, so achte auf den Stand der Sonne, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist«, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2004
»Siehst du einen Riesen, so achte auf den Stand der Sonne, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist«, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2004

Forum Romanum, der Mittelpunkt der römischen Welt

Von Friedhelm Denkeler,

»Auf den Spuren des Römischen Reiches«. Ein neues Portfolio und Künstlerbuch über vierzehn römische Stadtgänge.

»Auf den Spuren des römischen Reiches – Forum Romanum, der Mittelpunkt der römischen Welt«, aus dem Portfolio »Auf den Spuren des römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Auf den Spuren des römischen Reiches – Forum Romanum, der Mittelpunkt der römischen Welt«, aus dem Portfolio »Auf den Spuren des römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Rom Tag IV: »Auf den Spuren des Römischen Reiches – Forum Romanum, der Mittelpunkt der römischen Welt«

Der vierte Rom-Tag begann unter fachkundiger Führung im Forum Romanum. Es war über Jahrhunderte hinweg der Mittelpunkt der römischen – und somit auch der uns bekannten – Welt. In der gewaltigen und noch heute hoch aufragenden ›Curia‹, dem Sitzungsgebäude, entschieden die Senatoren über Krieg und Frieden, die Entwicklung der Stadt und verkündeten ihre Entscheidungen anschließend auf dem Forumsplatz auf der ›Rostra‹, der Rednertribüne, dem versammelten Volk.

Zwischen den Triumphbögen an beiden Enden des Forums befanden sich die ältesten Tempel der Stadt, hier wurden Geschäfte abgewickelt und Waren verkauft und in der Basilicae tagten die Gerichte. Ursprünglich war der ganze Bereich ein Sumpfgebiet am Tiber. Um 600 v. Chr. wurde das Gebiet trockengelegt und nach und nach entstanden öffentliche Gebäude, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erweitert und umgebaut wurden. Ab dem Jahr 600 n. Chr. verfiel die einstige Pracht und geriet in Vergessenheit. Das Forum wurde als Steinbruch für andere Bauvorhaben, wie z. B. dem Petersdom, verwendet.

Anmerkungen zum Porfolio »Auf den Spuren des Römischen Reiches«

Unsere sieben Tage in Rom im Jahr 2011 sind eine Reminiszenz an die sieben Hügel, auf denen Rom erbaut worden sein soll. Aber nach den ersten Tagen wurde deutlich, dass für das geplante Buch vierzehn Kapitel notwendig sind. Es geht bei den Photographien um die Stimmungen und die visuellen Eindrücke und weniger um die historischen Begebenheiten. Das Portfolio wird auf meiner Website LICHTBILDER ausführlicher mit den vierzehn Kapiteln der römischen Stadtgänge vorgestellt.

Die vierzehn Kapitel der römischen Stadtgänge im JOURNAL

»Auf den Spuren des römischen Reiches – Forum Romanum, der Mittelpunkt der römischen Welt«, aus dem Portfolio »Auf den Spuren des römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Auf den Spuren des römischen Reiches – Forum Romanum, der Mittelpunkt der römischen Welt«, aus dem Portfolio »Auf den Spuren des römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Unter der Brücke am Landwehrkanal

Von Friedhelm Denkeler,

»Ein Brückeninspektor bei der Mittagspause«, Landwehrkanal, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler, Foto © Friedhelm Denkeler 1997
»Ein Brückeninspektor bei der Mittagspause«, Landwehrkanal, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 1997

Unter Löwen und Touristen – Das Kolosseum, ein Stadion der Grausamkeiten für 60 000 Besucher

Von Friedhelm Denkeler,

»Auf den Spuren des Römischen Reiches«. Ein neues Portfolio und Künstlerbuch über vierzehn römische Stadtgänge.

»Unter Löwen und Touristen – Das Kolosseum, ein Stadion der Grausamkeiten für 60 000 Besucher«, aus dem Portfolio »Auf den Spuren des römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Unter Löwen und Touristen – Das Kolosseum, ein Stadion der Grausamkeiten für 60 000 Besucher«, aus dem Portfolio »Auf den Spuren des römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Rom Tag III: »Unter Löwen und Touristen – Das Kolosseum, ein Stadion der Grausamkeiten für 60 000 Besucher«

Nein, 60 000 Besucher waren heute Morgen noch nicht im ‚Colosseo‘, das 2007 als einziges europäisches Bauwerk in die Liste der Neuen Weltwunder aufgenommen wurde. Auch Löwen, die durch unterirdische Gänge und Falltüren in die Arena geleitet wurden, haben wir nicht gesehen. Und dennoch entfaltet das größte der im antiken Rom erbauten Amphitheater und zugleich der größte geschlossene Bau der römischen Antike auch nach 2000 Jahren als Ruine eine beispiellose Faszination.

Die Arena steht den modernen Fußball-Arenen in nichts nach: 80 Eingänge rund um den Bau ermöglichten den Zuschauern auf direktem Wege Zugang zu ihren Plätzen, die sich auf insgesamt vier Stockwerke verteilten. Grausame Schauspiele wurden dargeboten. Gladiatoren kämpften gegen wilde Tieren und auch gegeneinander. Man schätzt, dass in vier Jahrhunderten an die 500 000 Menschen und unzählige Tiere ihr Leben verloren. Heute besichtigen über fünf Millionen Besucher jedes Jahr das Wahrzeichen Roms. Ein gewisser Schauder bleibt.

Anmerkungen zum Porfolio »Auf den Spuren des Römischen Reiches«

Unsere sieben Tage in Rom im Jahr 2011 sind eine Reminiszenz an die sieben Hügel, auf denen Rom erbaut worden sein soll. Aber nach den ersten Tagen wurde deutlich, dass für das geplante Buch vierzehn Kapitel notwendig sind. Es geht bei den Photographien um die Stimmungen und die visuellen Eindrücke und weniger um die historischen Begebenheiten. Das Portfolio wird auf meiner Website LICHTBILDER ausführlicher mit den vierzehn Kapiteln der römischen Stadtgänge vorgestellt.

Die vierzehn Kapitel der römischen Stadtgänge im JOURNAL

»Unter Löwen und Touristen – Das Kolosseum, ein Stadion der Grausamkeiten für 60 000 Besucher«, aus dem Portfolio »Auf den Spuren des römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Unter Löwen und Touristen – Das Kolosseum, ein Stadion der Grausamkeiten für 60 000 Besucher«, aus dem Portfolio »Auf den Spuren des römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

My Bonnie Lies Over the Ocean

Von Friedhelm Denkeler,

1961 – Tony Sheridan & the Beat Brothers: »My Bonnie«. Tony Sheridan & The Beatles – Wie aus einem schottischen Volkslied ein Beatstück wurde.

»Dortmunder Union-Pils«, Jugendclub Vlotho, Foto © Friedhelm Denkeler 1964
»Dortmunder Union-Pils«, Jugendclub Vlotho, Foto © Friedhelm Denkeler 1964

Kennen und lieben gelernt habe ich den Song »My Bonnie« von Tony Sheridan 1964 im Jugendclub in Vlotho. Mit den ersten Songs der Beatles wurde auch »My Bonnie«, den Sheridan 1961 mit den Beatles in Hamburg aufnahm, bekannter. Die Single nennt als Interpreten noch Tony Sheridan & The Beat Brothers. Mit den Beat Brothers waren die Beatles gemeint, die damals noch zu fünft mit Stuart Sutcliffe am Bass und Pete Best am Schlagzeug auftraten. Für die gleichnamige LP erhielt Sheridan die Goldene Schallplatte. Mit der Eröffnung des legendären Hamburger Star Clubs spielten Tony Sheridan und die Beatles öfter zusammen.

Das ist schon ein toller Song, der zunächst wie das alte schottische Volkslied beginnt und dann in eine wilde Beat-Nummer übergeht. Kein Wunder, dass der Discjockey im Jugendclub den Song gleich mehrmals spielen musste. Wie bei den Hamburger Seeleuten: Sheridan nahm den Song damals auf, weil die Seeleute in den Clubs ihn immer wieder hören wollten. Bei YouTube gibt es einen Konzertmitschnitt aus dem Jahr 2011 mit Tony Sheridan; hier rockt er wie damals.

Tony Sheridan war 1960 einer der ersten britischen Musiker, die in Deutschland auftraten: In Hamburg spielte er mit seinen »Jets«. Paul McCartney bezeichnete ihn später als ›Lehrer‹. Durch den Erfolg von »My Bonnie« wurde auch Brian Epstein (der spätere Manager der Beatles) auf die Beatles aufmerksam. So hat Sheridan, der sich eher im Hintergrund hielt, einen Anteil an dem Weg der Beatles. Anlässlich des 50. Geburtstags des Star-Clubs stand im April 2012 Tony Sheridan das letzte Mal auf Bühne. 2013 ist er im Alter von 73 Jahren in Hamburg gestorben. »My Bonnie« hat ihn unsterblich gemacht.

Im Film »Frühstück bei Tiffany« (Breakfast at Tiffany’s) ist am Anfang nur eine Instrumental-Version von »Moon River« zu hören. Mit dem Text singt es mit Audrey Hepburn (als Holly Golightly) in der Szene, in der sie am Fenster zur Feuerleiter sitzend, von dem Schriftsteller Paul ›Fred‹ Varjak (George Peppard) ein Stockwerk höher beobachtet wird. Wie zu vermuten war, ist es der Beginn einer Liebesgeschichte mit vielen Hindernissen.

Truman Capote, der den zu Grunde liegenden Roman geschrieben hat, wollte in der Rolle eigentlich Marilyn Monroe sehen. Wenn man an Hollywood denkt, fällt einem auch die Darstellung von Holly mit ihrer Zigarettenspitze ein. Henry Mancini, einer der Autoren des Songs, sagte über Audrey Hepburn: »Moon River wurde für Audrey Hepburn geschrieben. Niemand sonst hat es je so gut verstanden. Es gibt mehr als tausend Versionen davon, aber ihre ist zweifellos die beste.

Für 1961 muss ich noch ein Instrumental erwähnen, »Wheels« von Billy Vaughn. Er erreichte, dass in Deutschland sein Stück zu einem Nummer-eins-Hit und mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde.

Songtext – Tony Sheridan & the Beat Brothers: »My Bonnie«

My Bonnie lies over the ocean
My Bonnie lies over the sea
My Bonnie lies over the ocean
Oh bring back my Bonnie to me

My Bonnie lies over the ocean
My Bonnie lies over the sea
Well, my Bonnie lies over the ocean
Yeah, bring back my Bonnie to me
Yeah bring back, ah bring back
Oh bring back my Bonnie to me
Oh bring back, ah bring back
Oh bring back my Bonnie to me

Well, my Bonnie lies over the ocean
My Bonnie lies over the sea
Yeah my Bonnie lies over the ocean
I said bring back my Bonnie to me

Songtext – Audrey Hepburn: »Moon River«

Moon river, wider than a mile
I'm crossing you in style some day
Oh, dream maker, you heart breaker
Wherever you're goin', I'm goin' your way
Two drifters, off to see the world
There's such a lot of world to see
We're after the same rainbow's end, waitin' 'round the bend
My huckleberry friend, moon river, and me 

Anmerkung zur Kategorie »Siebzig Jahre – Siebzig Songs»

In dieser Kategorie finden Sie Beiträge zu Songs und ihren Interpreten aus 70 Jahren Rock- und Pop-Geschichte 1946 bis 2016. In der Regel werden pro Jahr ein Song, manchmal auch mehrere, vorgestellt. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. In einer Tabelle habe ich die Songs auf die entsprechenden Videos/Audios verlinkt. Die Serie befindet sich zur Zeit im Aufbau und wird nach und nach vervollständigt. Jeder Artikel ist ein Auszug aus meinem für 2024 geplanten Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.

Im Banne der Trolle und Jungfrauen im Gudbrandstal

Von Friedhelm Denkeler,

Eine legendäre Inszenierung von Peter Stein vor fünfzig Jahren – Peer Gynt in der Schaubühne am Halleschen Ufer.

Ausstelung »Ruth Walz. Theaterfotografie», 1976 bis 1990,  Museum für Fotografie, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2022
Ausstellung »Ruth Walz. Theaterfotografie», 1976 bis 1990, Museum für Fotografie, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2022

Anlässlich eines Besuchs in der Ausstellung »Ruth Walz – Theaterfotografie» im Berliner »Museum für Fotografie« im Februar 2022 ist mir klar geworden, bei welchen legendären Inszenierungen ich in meinen Anfangsjahren in West-Berlin in den 1970er-Jahren dabei war und welche ich verpasst habe. Ich erinnere mich an »Die Mutter« und »Baal« von Bertolt Brecht, anPeter Handkes »Der Ritt über den Bodensee« und an die »Sommergäste« nach Maxim Gorki, alle in der »Schaubühne am Halleschen Ufer«.

Und für mich der absolute Höhepunkt, der sicherlich für immer in meiner Erinnerung bleibt, »Peer Gynt« von Henrik Ibsen unter der Regie von Peter Stein in der »Schaubühne am Halleschen Ufer«. Theater lebt von der Erinnerung – wenn man dabei war. Darin liegen seine unwiederholbare Sinnlichkeit und die Gewissheit, dass nach bestimmten Eindrücken das Leben anders verläuft. Viele Details sind in den vergangenen fünf Jahrzehnten verschwunden. Glücklicherweise liegt mir noch das 46-seitige Programmheft »Peer Gynt« der Schaubühne mit den eingeklebten Eintrittskarten vom 5. und 6. Juni 1971 vor.

Die Aufführung glich einer Revolution in der Theaterlandschaft. Peter Stein hatte das ganze Theater, einschließlich der Zuschauersitze (sic!), leerräumen lassen, so dass der gesamte Saal als Bühne diente. Als Zuschauer wurden wir an die Längswand gedrängt und sahen hinab in die Arena auf eine Berglandschaft. Die zweistöckigen Sitzreihen erinnerten an das berühmte Londoner Shakespeare’s Globe und schufen eine große Nähe zwischen Zuschauern und Schauspielern. So war auf der Bühne viel Platz für große spektakuläre Bauten wie ein lebensgroßes Pferd und eine riesengroße Sphinx.

»Peer Gynt», Schaubühne am Halleschen Ufer, Berlin, 1971, Quelle: Internet
»Peer Gynt», Schaubühne am Halleschen Ufer, Berlin, 1971, Quelle: Internet

Die über achtstündige Aufführung fand mit ›Jugend im Gudbrandstal‹ und ›In der Fremde und Heimkehr‹ an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. Die Rolle des Peer Gynt wurde auf sechs verschiedene Schauspieler verteilt: Heinrich Giskes, Michael König, Bruno Ganz, Wolf Redl, Dieter Laser und Werner Rehm. Peers Mutter wurde von Edith Clever und Solveig, Peers Liebe, von Jutta Lampe dargestellt. Zu erwähnen sind noch Angela Winkler, Jutta Lampe und Otto Sander.

Der Bauernsohn Peer Gynt versucht mit Lügengeschichten, der Realität zu entfliehen. In seiner Fantasiewelt ist die heruntergekommene Behausung ein strahlender Palast. Seine eigene Nichtsnutzigkeit verklärt er zu Heldenhaftigkeit. So schildert er seiner Mutter Aase einen halsbrecherischen Ritt auf einem ›Bock‹ über den Berg. Auf der Suche nach Liebe und Abenteuer findet er sich bald in einer Welt von Trollen und Dämonen wieder. Er verliebt sich in Solvejg, die ihn anfangs nicht erhört, aber später auf seine Rückkehr wartet.

Peer wird durch Sklavenhandel in Marokko reich, verliert alles, findet sich in der Wüste wieder, rettet sich in eine Oase. Hier leben drei Jungfrauen; die von ihm erwählte Anitra stielt ihm die letzten Habseligkeiten. Den Tiefpunkt seines Lebens erlebt Peer im Irrenhaus zu Kairo. An die berühmte Schlußszene kann ich mich noch gut erinnern. Alt und verarmt kehrt Peer Gynt (jetzt: Bruno Ganz) heim und zieht einer echten Zwiebel nach und nach die Hüllen ab und vergleicht sich mit ihr. Einen Kern kann er nicht finden, aber Solvejg beschützt ihn.

Wer die auf zwei Abende verteilte Aufführung des ›Peer Gynt‹ gesehen hat, weiß: West-Berlin hat jetzt, mit der Schaubühne am Halleschen Ufer, die zurzeit interessanteste und beste deutschsprachige Bühne. Auf die Aufführung des Peer Gynt bezogen: Mir ist aus den letzten Jahren keine Inszenierung in Erinnerung, die ähnlich reich, voll Witz, angefüllt mit schauspielerischen Spitzenleistungen das Zuschauen zu einem derartigen Vergnügen gemacht hat wie die fast acht Stunden, zu denen das Kollektiv um Peter Stein Ibsens Drama als ein ›Schauspiel aus dem neunzehnten Jahrhundert‹ ausbreitete. [Hellmuth Karasek, DIE ZEIT, Nr. 21/1971]

Ausstelung »Ruth Walz. Theaterfotografie», 1976 bis 1990,  Museum für Fotografie, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2022
Ausstellung »Ruth Walz. Theaterfotografie», 1976 bis 1990, Museum für Fotografie, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2022

Jenseits des Tiber – Von Trastevere über die Quattro Capi zur Altstadt

Von Friedhelm Denkeler,

»Auf den Spuren des Römischen Reiches«. Ein neues Portfolio und Künstlerbuch über vierzehn römische Stadtgänge.

»Jenseits des Tibers – Von Trastevere über die Quattro Capi zur Altstadt«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Jenseits des Tibers – Von Trastevere über die Quattro Capi zur Altstadt«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Rom Tag II: »Jenseits des Tiber – Von Trastevere über die Quattro Capi zur Altstadt«

Unser Stadtteil Trastevere (von lateinisch Trans Tiberim, jenseits des Tiber) liegt außerhalb der alten römischen Stadtmauern auf der westlichen Seite des Tiber. Schiffsleute und Fischer, also Menschen, die vom Fluss lebten, sowie Immigranten und Juden siedelten sich bevorzugt hier an. Später folgten zahlreiche Handwerker und noch heute herrscht in den Gassen zwischen Osterien und Trattorien eine fast mittelalterliche Atmosphäre, sieht man von wild parkenden Autos und wuchernden Satellitenschüsseln einmal ab. Über die Tiberinsel, die Isola Tiberina und die Ponte Fabricio, der Volksmund sagt Ponte dei Quattro Capi wegen der zwei antiken Stelen mit vier Köpfen  im Geländer, geht es in Richtung antikes Rom – zum Kolosseum. Empfehlenswert für den Abend in Trastevere ist das Ristorante La Cornucopia, das Füllhorn an der Piazza in Piscinula.

Anmerkungen zum Porfolio »Auf den Spuren des Römischen Reiches«

Unsere sieben Tage in Rom im Jahr 2011 sind eine Reminiszenz an die sieben Hügel, auf denen Rom erbaut worden sein soll. Aber nach den ersten Tagen wurde deutlich, dass für das geplante Buch vierzehn Kapitel notwendig sind. Es geht bei den Photographien um die Stimmungen und die visuellen Eindrücke und weniger um die historischen Begebenheiten. Das Portfolio wird auf meiner Website LICHTBILDER ausführlicher mit den vierzehn Kapiteln der römischen Stadtgänge vorgestellt.

Die vierzehn Kapitel der römischen Stadtgänge im JOURNAL

»Jenseits des Tibers – Von Trastevere über die Quattro Capi zur Altstadt«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Jenseits des Tibers – Von Trastevere über die Quattro Capi zur Altstadt«, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Auf den Spuren des Römischen Reiches«, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Im Kalkbergwerk Rüdersdorf

Von Friedhelm Denkeler,

»Alter Bagger im Kalkbergwerk Rüdersdorf«, aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2003
»Alter Bagger im Kalkbergwerk Rüdersdorf«, aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2003

Anmerkungen zum Portfolio/ zur Kategorie »Sonntagsbilder»

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.

Am 26. Februar 2012 erschien in meinem Blog das erste Sonntagsbild. Und jeden Sonntag gab es ein neues – Ausnahmen bestätigten die Regel. Die Sonntagsbilder stammen aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, das ich 2005 abgeschlossen habe. Aber der Titel Sonntagsbild ist einfach ein zu schöner Titel. Unter dieser Prämisse führe ich die Kategorie »Sonntagsbilder« in meinem Blog bis auf weiteres mit Fotos aus meinem Archiv und mit neuen Aufnahmen weiter.

Chubby Checker ist der Twist

Von Friedhelm Denkeler,

1960 – Chubby Checker: »The Twist«. Wie ein ›kleiner Drall‹ des ›Molligen‹ in den 1960-Jahren nach dem Rock ’n‘ Roll die gesamte westliche Welt eroberte.

In den 1960er-Jahren diskutierten wir auch in Deutschland, nach dem Rock ’n‘ Roll und noch vor dem Beat, einen neuen skandalösen Tanz: den Twist. Er entwickelte sich schnell zum internationalen Modetanz, auch weil er aus sehr einfachen Bewegungsabläufen bestand.

Wie er zu tanzen sei, beschrieb damals eine inzwischen berühmt gewordene Anleitung: Man tanze so, als würde man mit beiden Füßen abwechselnd Zigarettenkippen ausdrücken und sich dabei gleichzeitig mit einem Handtuch den Rücken abtrocknen. Populär wurde der Tanz insbesondere durch Chubby Checker mit seinem Song »The Twist«.

Chubby Checker: »The Twist«, 1960, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler
Chubby Checker: »The Twist«, 1960, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler

Erstmalig stellte er »The Twist« und seine Art zu tanzen, 1960 in der beliebten Fernsehshow »American Bandstand« des US-Senders ABC vor. Der Song entwickelte sich zum Symbolsong für den Tanz und erreichte mit sechzehnmonatiger Unterbrechung zweimal die Nr. 1 der US-Hitparade und wurde über drei Millionen Mal verkauft. Am 22. Oktober 1961 präsentierte die »Ed Sullivan Show« einen neuen Twist-Song von Chubby Checker, der ebenfalls ein Erfolg wurde: »Let’s twist again (like we did last Summer)«.

Inzwischen hatte der Mode-Tanz die gesamte westliche Welt erobert. The Marcels stellten eine »Merry Twist-Mas« Version vor, passend zur Spiegel-Affäre sang Peter von Eck den «Spiegel-Twist« (nicht zu verwechseln mit Trude Herrs Spiegel-Twist) und 1963 gab es den Film »Nachtexpress nach St. Tropez« in dem Teddy Parker den »St. Tropez Twist« sang und tanzte. Sehenswert ist auch ein ›verrückter‹ Kurzfilm, der den Twist 1962 vorstellte. Bekannt wurde auch Joey Dee & The Starliters mit dem »Peppermint Twist« (den Catarina Valente dann auf Deutsch sang).

»Twist im Jugendclub in Vlotho«, Foto © Friedhelm Denkeler 1964
»Twist im Jugendclub in Vlotho«, Foto © Friedhelm Denkeler 1964

Der Twist war übrigens der erste Tanz, der ohne Berührung des Tanzpartners auskam und er beendete damit die Führungsrolle des Mannes – zumindest auf der Tanzfläche. Aber wie sollten sich Jungs und Mädchen auf der Tanzfläche im Beatschuppen näher kennenlernen? Die Diskjockeys in den Discotheken in Bohmte und Diepholz in Westfalen streuten in die schnellen Twist-Rhythmen dafür regelmäßig ›Schmusesongs‹ ein. Erinnern kann ich mich an die Songs »Save The Last Dance For Me« von The Drifters, »Are You Lonesome Tonight?« von Elvis Presley und an Roy Orbisons »Only The Lonely« (alle aus dem Jahr 1960).

Chubby Checker (geb. am 3. Oktober 1941 als Ernest Evans in Spring Gulley, South Carolina, aufgewachsen in Philadelphia) bekam den Künstlernamen »Chubby Checker« (chubby=mollig) verpasst. »The Twist« ist eine Cover-Version der B-Seite einer Single der »Hank Ballard & the Midnighters«. Bis 1966 hatte Checker sich mit über 30 Titeln in den Charts platziert. Aber ab Mitte der 1960er Jahre war der Twist bereits mehr oder weniger out, eine später berühmte britische Gruppe läutete mit dem Song »Twist And Shout« die neue Ära der Beat-Musik ein.

Songtext – Chubby Checker: »The Twist«

Everybody, twist

They're twisting in Cleveland
In Kansas City too
They're wailing in Warwood
In Pittsburgh and St Lou
So, baby, get ready
I'm gonna twist with you

Round and around and
Up and down we go
(Yeah, oh, baby)
Making with the
Shaking to and fro
(Yeah, well, now from)
Boston to L A (oh, baby)
Twistin U S A

They're twisting in New York
In old Chicago town
In Hartford and Frisco
They all go round and round
They're twisting on Bandstand
So don't you put me down
Round and around and
Up and down we go
(Yeah, oh, baby)
Making with the
Shaking to and fro
(Yeah, well, now from)
Boston to L A (oh, baby)
Twistin U S A

They shimmy in Charlotte
They shake in Baltimore
In Detroit and Dallas
And down Miami shore
So, baby, oh, baby
What are we waiting for

Round and around and
Up and down we go
(Yeah, oh, baby)
Making with the
Shaking to and fro
(Yeah, well, now from)
Boston to L A (oh, baby)
Twistin U S A

Anmerkung zur Kategorie »Siebzig Jahre – Siebzig Songs»

In dieser Kategorie finden Sie Beiträge zu Songs und ihren Interpreten aus 70 Jahren Rock- und Pop-Geschichte 1946 bis 2016. In der Regel werden pro Jahr ein Song, manchmal auch mehrere, vorgestellt. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. In einer Tabelle habe ich die Songs auf die entsprechenden Videos/Audios verlinkt. Die Serie befindet sich zur Zeit im Aufbau und wird nach und nach vervollständigt. Jeder Artikel ist ein Auszug aus meinem für 2024 geplanten Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.

Der Rettungsturm am Ostseestrand in Binz

Von Friedhelm Denkeler,

Der Meister des Schalenbetons im Rettungsturm, Ahornblatt und in der Seerose.

»Der Rettungsturm am Ostseestrand«^, Binz, rügen, Ostsee, Foto © Friedhelm Denkeler 2012
»Der Rettungsturm am Ostseestrand«, Binz, Ostseeinsel Rügen, Foto © Friedhelm Denkeler 2012

Man denkt an ein unbekanntes Flugobjekt, wenn man sich dem futuristisch anmutenden ehemaligen Rettungsturm am Strand von Binz auf der Ostsee-Insel Rügen nähert. Der als Meister des Schalenbetons bekannt gewordene und in Binz geborene Architekt Ulrich Müther (* 1934, † 2007) hat ihn neben 50 weiteren Schalenbauten entworfen. Das architektonische Kleinod am Binzer Strand wurde 1968 errichtet und heute wird als Außenstandort des Standesamtes Binz genutzt.

Ulrich Müther kennen wir als Berliner sehr gut: Er entwarf die 1973 in Berlin-Mitte auf der Fischerinsel errichtete Gaststätte Ahornblatt. Leider wurde das denkmalgeschützte Gebäude trotz internationaler Proteste im Jahr 2000 abgerissen. Hingegen steht Müthers Seerose in Potsdam noch immer.

Das Krokodil im Freiburger Bächle

Von Friedhelm Denkeler,

»Das Krokodil im Freiburger Bächle1, Foto © Friedhelm Denkeler 2014
»Das Krokodil im Freiburger Bächle«, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Durch die Obere Altstadt fließt in Freiburg der Gewerbebach. Und er weist eine Besonderheit auf, die scheinbar noch nicht einmal alle Einheimischen kennen. Erst ein ehemaliger Berliner führte uns an die richtige Stelle in der Gerberau, denn im Bach treibt ein steinernes Krokodil sein Unwesen. Das Werk hat der Künstler Ole Meinecke geschaffen.

Der Gewerbebach wurde schon vor der Stadtgründung von Freiburg angelegt; der Kanal diente der Wiesenbewässerung und mit ihm wurden seit dem Mittelalter Mühlen angetrieben. Heute speist er die kleinen Bächle, die überall neben den Bürgersteigen fließen. Den Touristen erzählt man, wer in die etwa 30 cm tiefen, offenen Kanäle hineinfällt, muss jemanden aus Freiburg heiraten. Unserem freundlichen Begleiter ist dies offenbar widerfahren und es hat ihm Glück gebracht.

»Schatten am Bächle«, Freiburg, Foto © Friedhelm Denkeler 2014
»Schatten am Bächle«, Freiburg, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Die St. Matthäus-Kirche im Kulturforum Berlin

Von Friedhelm Denkeler,

»St. Matthäus-Kirche im Kulturforum Berlin«, Foto © Friedhelm Denkeler 2014
»St. Matthäus-Kirche im Kulturforum Berlin«, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Heute steht die St. Matthäus-Kirche des Schinkelschülers Friedrich August Stüler aus dem 19. Jahrhundert mitten im Kulturforum zwischen den Bauten des 20. Jahrhunderts: Neue Nationalgalerie (Mies van der Rohe), Philharmonie und Neue Staatsbibliothek (Hans Scharoun), Gemäldegalerie und Kupferstichkabinett (Hilmer und Sattler). Bei der Einweihung 1846 war die dreischiffige Backsteinkirche im neoromanischen Stil noch umgeben von Feldern, Gärten und einer Parklandschaft.

Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche und das sie umgebende Stadtquartier, Geheimratsviertel genannt, vollständig zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte Ende der 1950er Jahre, dabei wurde der Bau nur äußerlich rekonstruiert, der Innenraum wurde neu gestaltet. Das Umfeld der Kirche, an der Nahtstelle zwischen Ost- und West-Berlin gelegen, wurde mit den eingangs genannten Gebäuden ab 1960 zum Kulturforum entwickelt. Vom Kirchturm, der begehbar ist, hat man eine herrliche Aussicht auf die Umgebung. In der Kirche finden regelmäßig klassische Konzerte statt.

Anmerkung zur Kategorie »In den Straßen von Berlin«

Die work in progress-Serie »In den Straßen von Berlin« besteht aus großformatigen Farb-Fotos aus dem Nach-Wende-Berlin. Die Photographien zeigen den Wandel des Stadtbildes seit dem Jahr 2000: Abriss des Palastes der Republik und neue Hotels, hauptsächlich im Ost-Teil der Stadt, Bautätigkeiten im alten Westen, das Tempelhofer Feld, das seit 2008 als Flugbahn ausgedient hat, Touristenströme am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, am Hauptbahnhof und im Lustgarten in Mitte. Das Portfolio wird laufend ergänzt. Ein Künstlerbuch ist für 2024 geplant.

Eine visuelle Übersicht mit Teaser der Reihe »In den Straßen von Berlin« finden Sie hier.