Angesichts der Ereignisse in diesem Jahr ist selbst der Weihnachtsmann ratlos: Der Welt geht es nicht so gut – Erdogan, Putin, Trump, Brexit, Aleppo, Nizza und jetzt Berlin. So kann ich nur allen Besuchern meiner Website persönlich alles Gute wünschen.
Leander Haußmanns »Der gute Mensch von Sezuan« am Berliner Ensemble
Erst hieß es, das Stück »Der gute Mensch von Sezuan« von Bertolt Brecht dauert an die vier Stunden, aber ganz so hart war es dann doch nicht: nur dreieinhalb Stunden (mit Pause). Die nie langweilig werdenden Bühneninstallationen des bildenden Künstlers Via Levandowski wurden zu einer wahren Performance: Das gesamte Bühnengeschehen wurde stets von den drei Erleuchteten Göttern und den sich bewegenden (!) drei Peitschenlampen beobachtet. Waren diese Straßenlampen nicht schon im Film »Sonnenallee« zu sehen?
Worum geht es in dem Stück? Die drei höchsten Götter erscheinen auf der Erde und greifen, entgegen ihrer Bestimmung, in das Erdengeschehen ein. Sie suchen einen Menschen, der trotz der unmenschlichen, wirtschaftlichen Verhältnisse, moralisch einwandfrei ist. Wang, der Wasserverkäufer, erkennt die Götter und sucht für sie verzweifelt eine Unterkunft.
Nur die junge Prostituierte Shen Te gewährt ihnen Obdach. Für das Nachtquartier zahlen die Götter ihr ein fürstliches Honorar von Tausend Silberdollar. Shen Te kauft sich für das Geld einen Tabakladen. Sie bietet immer mehr Leuten Unterschlupf, die sie aber nur ausnutzen; zum Schluss hat sie nur noch Schulden. In ihrem »Zweiten Ich« schlüpft sie in die Rolle ihres bösen Vetters Shui Ta und vertreibt die Schmarotzer (Antonia Bill grandios in der Rolle der Shen Te und Shui Ta). Und es geht um vieles mehr.
Im letzten Bild wird deutlich, dass die Götter ebenso wie die naive, ignorante Gesellschaft, eher wegschauen. Die Götter schweben auf einer rosa Wolke fort. Das Publikum muss sich selbst ein Bild machen. Aber durch die Aufspaltung der Hauptfigur deutet Brecht an, dass es unter dem Kapitalismus einen guten Menschen alleine nicht geben kann; er muss gleichzeitig eine schlechte Seite aufweisen, weil er sonst nicht lebensfähig ist.
Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen. Den Vorhang zu und alle Fragen offen [Brecht]
Wir können es uns leider nicht verhehlen: Wir sind bankrott, wenn Sie uns nicht empfehlen! [Brecht, Epilog an das Publikum]
Mitten im Biosphärenreservat Spreewald kann man in Lübben vor dem Reha-Zentrum in der Postbautenstraße die Kunst der Münchnerin Nina Hoffmann bewundern. Ihre zwanzig lebensgroßen, gelben Windhunde lesen in dicken Folianten. Im Kunstverein München war das Werk 1990 unter dem Titel »Ideale Kreaturen in idealer Landschaft« ausgestellt, allerdings im Innenraum.
Hoffmanns Arbeiten – Malerei, Skulptur und Performance – drehen sich immer wieder um die Themen Natur- und Kulturzerstörung. Die zwanzigfache Wiederholung soll auf die von Menschen ›erzeugte‹ Natur – hier die Züchtung von Windhunden – hinweisen. Die unnatürliche Farbe Cadmium-Gelb) erinnert an eine Giftwolke.
Bei den geklonten Hunden denkt man unwillkürlich an eine industrielle Serienfertigung; in Wirklichkeit ist aber jeder in Handarbeit hergestellt. Eine spezielle Kaschiertechnik aus kleinen Papierstückchen wurde bei jedem einzelnen Tier angewandt. Für Nina Hoffmann ist diese Herstellung eintönig und gleichzeitig meditativ. Einen Polyesterguss würde sie nicht anfertigen lassen.
Das große Thema in Hoffmanns Arbeiten ist die Natur; sie gehört aber nicht zu den Ökokünstlern. Ihre Vorbilder sind eher Amseln Kiefer (mit seinen Bleibüchern) oder Bruce Naumann (bei dem auch das Hundemotiv auftaucht). Die Tiere lesen in Büchern, die leer sind und der Mensch speichert sein Wissen heute auf externen Trägern.
In letzter Konsequenz – die Kontrolle des Menschen über sich selbst erweist sich als Illusion – hat er sein Wissen delegiert, konserviert und – verloren. [Nina Hoffmann]
Der menschliche Geist kann sich viel leichter an die Vorstellung gewöhnen ein Informationssystem herzustellen, als darin einen HUND herzustellen. Noch leichter wird das ganze Unternehmen, wenn man endlich die Überzeugung gewonnen hat, dass es in Wahrheit einen HUND in der herkömmlichen Bedeutung des Wortes gar nicht gibt. Für das kommende Zeitalter wird es sehr viel zutreffender sein, einen HUND als ein spezifisches Informationsmuster zu beschreiben, das sich über einen bestimmten Zeitraum entfaltet. Das Leben als Informationsfluss ist die endgültige und restlose Entheiligung der Natur! [aus: Jeremy Rifkin „Genesis zwei. Biotechnik – Schöpfung nach Maß“, zitiert in Katalog „Nina Hoffmann, Kunstverein München]
1976 bis 1986 – 10 Jahre, die die Photographie veränderten
1976 wurde die Werkstatt für Photographie in Berlin-Kreuzberg gegründet und deren Ende erfolgte zehn Jahre später (1986). Aus diesem Anlass habe ich die Photographien rund um die Werkstatt-Aktivitäten aus meinem Bildarchiv ausgewertet und zu einer Serie mit 164 Photographien unter dem Titel »Szenen aus der Werkstatt für Photographie 1976–1986« zusammengestellt. Eine Auswahl von 35 Bildern und alle bisher erschienenen Artikel finden Sie zusammengefasst auf meiner Website LICHTBILDER.
Regelmäßige Höhepunkte der Werkstatt-Aktivitäten waren die Wochenend-Workshops mit bekannten Photographen aus dem In- und Ausland. Den Auftakt machte im Oktober 1977 Andre Gelpke mit einem ersten Workshop, den er in den nächsten Jahren noch zweimal durchführte. Als weitere Referenten seien Wilhelm Schürmann, Klaus Honnef, Michael Schmidt, Manfred Willmann, Heinz Cibulka und Suzanne Pastor genannt.
Es folgten Seminare mit Lewis Baltz, John Gossage, Robert Cumming, Larry Fink, Robert Heinicken, Larry Clark, Joe Deal, Todd Papageorge, Robert Frank und William Eggleston. In den Wochenend-Seminaren stellten zunächst die Referenten ihre eigenen Arbeiten vor, dann legten und hängten die Teilnehmer ihre Arbeiten aus, die ebenfalls mit allen besprochen wurden. Zu diesen Veranstaltungen wurden weitere interessante Berliner und Westdeutsche Photographen eingeladen, insbesondere aus den Fotoschulen in Essen, Köln, Düsseldorf und Hannover.
Neben den eigentlichen Fotokursen und Workshops fand ein reger Austausch der Werkstättler an dem einmal im Monat stattfindenden sonntäglichen Frühshoppen und natürlich auf den Vernissagen der Werkstatt-Ausstellungen statt. Nach den Kursabenden und Workshops gingen die Diskussionen vielfach beim in der Nähe der Friedrichstraße befindlichen ›Griechen‹, ›Italiener‹ (»La Rita«) oder ›Jugoslawen‹ weiter.
Viele Mitglieder der Werkstatt trafen sich auch unregelmäßig im privaten Rahmen, an dem dann auch Nicht-Werkstättler, aber Photographie-Interessierte teilnahmen. Hier wurden über die neuesten Fotobücher, die die Werkstättler im Bookshop der Galerie Nagel entdeckt oder sich antiquarisch erworben hatten, diskutiert.
Im Grunde genommen waren die Werkstättler, sowohl Schüler als auch Dozenten, während der zehn Jahre auch alle Autodidakten, alle lernten von einander; der Zusatz »Autodidakt« in verschiedenen Biografien aus der damaligen Zeit ist hier als Qualitätsmerkmal anzusehen. Während der Werkstatt-Zeit gab es in Berlin keine Möglichkeit, künstlerische Fotografie zu studieren.
Ein Merkmal für die anspruchsvollen und qualitativen Arbeiten der Photographen waren die zahlreichen Ankäufe der Berlinischen Galerie unter der Leitung von Janos Frecot und natürlich auch jene von Westeuropäischen und US-amerikanischen Museen, Galerien und Einrichtungen.
Übersicht der Artikel der Kategorie »Texte zur Photographie«
Im Jahr 2016 jährt sich zum 40. Mal die Gründung der »Werkstatt für Photographie« in Berlin-Kreuzberg (1976) und gleichzeitig deren Ende vor 30 Jahren (1986).
Aus diesem Anlass präsentieren das C/O Berlin, das Museum Folkwang Essen und das Sprengel Museum Hannover im Dezember 2016 ihr gemeinsames Ausstellungsprojekt »Werkstatt für Photographie 1976 – 1986«.
C/O Berlin arbeitet in der Ausstellung »Kreuzberg – Amerika« die Geschichte der Werkstatt für Photographie auf. In der von Thomas Weski und Felix Hoffmann kuratierten Ausstellung werden ca. 250 Exponate gezeigt.
Zu sehen sind die Arbeiten von international renommierten Fotografen, die in der Werkstatt ausgestellt haben: Robert Adams, Diane Arbus, Lewis Baltz, Larry Clark, William Eggleston, Larry Fink, John Gossage und Stephen Shore.
Diese Auswahl wird in einen Dialog gesetzt mit Bildern von Fotografen, Dozenten und Gästen der Werkstatt wie Gosbert Adler, Friedhelm Denkeler, Wolfgang Eilmes, Thomas Florschuetz, Ulrich Görlich, Ursula Kelm, Wilmar Koenig, Thomas Leuner, Christa Mayer, Eva Maria Ocherbauer, Hildegard Ochse, Gundula Schulze Eldowy, Michael Schmidt, Hermann Stamm, Klaus-Peter Voutta, Manfred Willmann und Ulrich Wüst.
In meinem Beitrag wird eine Auswahl aus dem Portfolio Die Harmonie eines Augenblicks mit Vintage-Prints aus der damaligen Werkstatt-Zeit zu sehen sein. Die Ausstellung wird am 9. Dezember 2016 bei C/O Berlin im Amerika-Haus in der Hardenbergstraße 22 ab 19 Uhr eröffnet.
In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.
Eine Übersicht über alle Artikel der Kategorie finden Sie unter »Zitat des Monats«.
1976 bis 1986 – 10 Jahre, die die Photographie veränderten
1976 wurde die Werkstatt für Photographie in Berlin-Kreuzberg gegründet und deren Ende erfolgte zehn Jahre später (1986). Aus diesem Anlass habe ich die Photographien rund um die Werkstatt-Aktivitäten aus meinem Bildarchiv ausgewertet und zu einer Serie mit 164 Photographien unter dem Titel »Szenen aus der Werkstatt für Photographie 1976–1986« zusammengestellt. Eine Auswahl von 35 Bildern und alle bisher erschienenen Artikel finden Sie zusammengefasst auf meiner Website LICHTBILDER.
Das Arbeiten und Leben an der Werkstatt für Photographie wurde bestimmt durch die verschiedensten Aktivitäten. Am wertvollsten waren die Bildbesprechungen an den Kursabenden. Es lagen immer mehr Arbeiten der Teilnehmer vor, als in den drei Kursstunden des Abends besprochen werden konnten. In älteren Artikeln über die Werkstatt wird vereinzelt der »außerordentliche raue Ton« (Enno Kaufhold in »Photographie hat Sonntag«) oder der »strenge, autoritäre, intolerante Unterricht« (Marlies Mertens in »Fotografie und Erwachsenenbildung«) bei den Bildbesprechungen bemängelt.
So habe ich es in den Kursen nie empfunden. Und wenn, dann war er aber auch oft gerechtfertigt, denn die Werkstatt hatte sich einen hohen künstlerischen Anspruch auferlegt. Wie man in den vorliegenden Katalogen der Werkstatt und anderen Einrichtungen und auch an den heutigen Arbeiten der noch aktiven, ehemaligen Werkstättler sehen kann, war dieser Anspruch auch berechtigt. Klar wies Schmidt einmal auf Otto Steinert hin, der einen Stempel besessen haben soll, mit dem er vereinzelt Photos mit »Sch…« zeichnete, aber vielleicht ist das auch nur eine Anekdote.
Vernissage »Sammlung Tillmann und Vollmer – Meisterwerke der Fotokunst«, Werkstatt für Photographie, 20.09.1985 (Gosbert Adler, Hermann Stamm, Joachim Schmid)
4 Ausstellungen
In den zehn Jahren der Werkstatt für Photographie gab es an die fünfzig Ausstellungen. Während der Vernissagen, die gleichzeitig auch kleine Feste waren, wurden natürlich die Werke der Ausstellenden diskutiert, ebenso an den einzelnen Kursabenden. Zum Start der Werkstatt gab es eine erste Ausstelllung, in der journalistische Arbeiten der »Stern«-Photographen zu sehen waren und gleich danach folgten »Dokumente des 19. und 20. Jahrhunderts«. Weitere Einzelausstellungen zeigten Arbeiten von Heinrich Riebesehl und Georg A. Tice. Mit Tice begann denn auch, fast bis zum Ende der Werkstatt, eine Serie zeitgenössischer amerikanischer Photographen. Fast jedes Jahr gab es drüber hinaus eine Überblicksausstellung der »Photographien der Hörer und Dozenten«, sowie insgesamt fünf Einzelausstellungen von Werkstättlern in den 10 Jahren.
Nach der Ausstellung von Georg A. Tice folgten weitere US-amerikanische Fotografen. Der Januar 1978 begann mit den fünf amerikanischen »New Topographics« Lewis Baltz, Joe Deal, Stephen Shore und Carl Toth in einer Gruppenausstellung. Es folgten: Ralph Gibson, John R. Gossage, Robert Adams, Stephen Shore, Paul Caponigro, Larry Clark, Larry Fink und William Eggleston. Zu allen Ausstellungen gab es ein Plakat oder einen Katalog, die alle qualitätsvoll und professionell von Gabriele A. Götz graphisch gestaltet wurden. 35 Plakate und neun Kataloge befinden sich in meinem Archiv. Die erfolgreichste Ausstellung mit über 1000 Besuchern war sicherlich jene mit den Photographien von Diane Arbus im Mai 1981.
1976 bis 1986 – 10 Jahre, die die Photographie veränderten
1976 wurde die Werkstatt für Photographie in Berlin-Kreuzberg gegründet und deren Ende erfolgte zehn Jahre später (1986). Aus diesem Anlass habe ich die Photographien rund um die Werkstatt-Aktivitäten aus meinem Bildarchiv ausgewertet und zu einer Serie mit 164 Photographien unter dem Titel »Szenen aus der Werkstatt für Photographie 1976–1986« zusammengestellt. Eine Auswahl von 35 Bildern und alle bisher erschienenen Artikel finden Sie zusammengefasst auf meiner Website LICHTBILDER.
Michael Schmidt war der Initiator und Gründer der Werkstatt für Photographie. Am 13. September 1976, also vor vierzig Jahren, nahm die Werkstatt in der Friedrichstraße 210, Ecke Kochstraße, im III. Stock, ihre Arbeit auf. Die Volkshochschule (VHS) Kreuzberg, unter der damaligen Verantwortung des Direktors Dietrich Masteit, hatte die Räumlichkeiten, zwei Galerieräume, die auch für den Unterricht genutzt wurden, ein Labor und ein Büro, zur Verfügung gestellt.
Ein gewisses Interesse der Medien lag vor, so dass der Andrang auf die Anfängerkurse sehr groß war; es mussten lange Wartelisten angelegt werden. Die Kurse mit Michael Schmidt und Ulrich Görlich, ein Schüler von Schmidt aus der Vor-Werkstatt-Zeit, begannen mit ungefähr 200 Teilnehmern, die in fünfzehn Grund-, Aufbau- und Hauptkurse aufgeteilt waren. Michael Schmidt wurde die Leitung der Werkstatt informell übertragen.
Glücklicherweise konnte man, wenn man entsprechende Arbeiten beim Dozenten vorlegte, auch in die fortgeschrittenen Kurse direkt einsteigen. So ›landete‹ ich dann am 21. September 1977 im Kurs von Michael Schmidt. Bereits ein Jahr später zog sich Schmidt aus dem Kurssystem der Werkstatt für Photographie zurück, um sich ausführlicher seiner eigenen Arbeit widmen zu können.
Einige Jahre profitierte ich, neben weiteren Werkstättlern, noch als Privatschüler von Michael Schmidt in einer kleinen Gruppe. Ulrich Görlich übernahm die Leitung der Werkstatt. Neben ihm waren als Dozenten noch die Schmidt-Schüler Klaus-Peter Voutta und Wilmar Koenig tätig. Schmidt blieb aber als ›Berater‹, Gesprächspartner und Leiter von Wochenendkursen der Werkstatt weiter verbunden.
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1976 bis 1986 – 10 Jahre, die die Photographie veränderten
1976 wurde die Werkstatt für Photographie in Berlin-Kreuzberg gegründet und deren Ende erfolgte zehn Jahre später (1986). Aus diesem Anlass habe ich die Photographien rund um die Werkstatt-Aktivitäten aus meinem Bildarchiv ausgewertet und zu einer Serie mit 164 Photographien unter dem Titel »Szenen aus der Werkstatt für Photographie 1976–1986« zusammengestellt. Eine Auswahl von 35 Bildern und alle bisher erschienenen Artikel finden Sie zusammengefasst auf meiner Website LICHTBILDER.
In den zehn Jahren der Werkstatt für Photographie hat sich die Photographie in West-Berlin und West-Deutschland, sicherlich nicht nur durch die Werkstatt, grundlegend verändert. Dabei waren zwei wichtige Vorbilder die »New Topographics«-Photographen und die »Autoren«-Photographen. Die Geschichte der Werkstatt um Michael Schmidt ist auch gleichzeitig Teil meiner eigenen photographischen Geschichte und diese möchte ich in den folgenden 18 Kapiteln wiedergeben.
Mein Interesse an der Photographie begann in der Jugendzeit mit den ersten 6×9 cm-Aufnahmen aus der Rollfilm-Box meines Vaters, mit der ersten eigenen Kleinbildkamera und mit ersten Erfahrungen in einem Schwarzweiß-Fotolabor im Jugendfreizeitheim in Westfalen. In Berlin kamen dann die Besuche von Fotokursen an der Volkshochschule hinzu und die Einrichtung meines ersten provisorischen Fotolabors.
Eine ernsthafte, künstlerische Auseinandersetzung mit der Photographie startete dann mit der Ausbildung an der Werkstatt für Photographie in Berlin-Kreuzberg bei Michael Schmidt. Im folgenden Text geht es weniger um die Grundkurse, in denen hauptsächlich die Technik, also das Fotografie- und Labor-Handwerk gelehrt wurde, sondern um die Aufbau- und Hauptkurse, in denen die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Photographie und ihrem künstlerischen Anspruch, im Vordergrund stand.
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Das Loft war anscheinend nicht hoch genug, deshalb musste die kniende und kopflose Rihanna mit dem Hof der Kunstwerke (KW) in der Auguststraße vorlieb nehmen. Das sechs Meter hohe Werk »Ewaipanoma (Rihanna)« des Kolumbianers Sebastián Peláez zeigte im Rahmen der Berlin-Biennale 2016 eine quasi kopflose Rihanna.
Im August war die 28jährige R&B-Sängerin zu einem Konzert in Berlin; besuchte bei dieser Gelegenheit quasi sich selbst und postete auf Instagram: »Went to visit my boobs the biggest they’ll ever be«.
Die Inspiration stammt laut Peláez von Zeichnungen der Kolonisatoren, wie Walter Raleigh, die diese im 16. Jahrhundert von ihren Reisen mitbrachten und die behaupteten, kopflose Eingeborene (Ewaipanoma) mit Gesichtern auf dem Oberkörper gesehen zu haben.
Nachdem Raleigh wegen Spionage zum Tode verurteilt wurde, sollen seine letzten Worte gewesen sein: »Wenn das Herz am rechten Fleck ist, spielt es keine Rolle, wo der Kopf ist«.
Ausstellungs-Vorankündigung »Kreuzberg – Amerika« bei C/O Berlin
Plakat zur Ausstellung »John R. Gossage – Gardens«, »Werkstatt für Photographie«, Berlin-Kreuzberg, 30.10. bis 01.12.1978.
Im Jahr 2016 jährt sich zum 40. Mal die Gründung der »Werkstatt für Photographie« in Berlin-Kreuzberg (1976) und gleichzeitig deren Ende vor 30 Jahren (1986). Aus diesem Anlass präsentieren das C/O Berlin, das Museum Folkwang Essen und das Sprengel Museum Hannover im Dezember 2016 ihr gemeinsames Ausstellungsprojekt »Werkstatt für Photographie 1976 – 1986« (siehe auch hier).
C/O Berlin arbeitet in der Ausstellung »Kreuzberg – Amerika« die Geschichte der Werkstatt für Photographie auf. In der von Thomas Weski und Felix Hoffmann kuratierten Ausstellung werden ca. 250 Exponate gezeigt, darunter von international renommierten Fotografen, die in der Werkstatt ausgestellt haben: Robert Adams, Diane Arbus, Lewis Baltz, Larry Clark, William, Eggleston, Larry Fink, John Gossage und Stephen Shore.
Diese Auswahl wird in einen Dialog gesetzt mit Bildern von Fotografen, Dozenten und Gästen der Werkstatt wie Gosbert Adler, Friedhelm Denkeler, Wolfgang Eilmes, Thomas Florschuetz, Ulrich Görlich, Ursula Kelm, Wilmar Koenig, Thomas Leuner, Christa Mayer, Eva Maria Ocherbauer, Hildegard Ochse, Gundula Schulze Eldowy, Michael Schmidt, Hermann Stamm, Klaus-Peter Voutta, Manfred Willmann und Ulrich Wüst.
Die Ausstellung wird am 9. Dezember 2016 bei C/O Berlin im Amerika-Haus in der Hardenbergstraße 22 ab 19 Uhr eröffnet. Ausstellungsdauer 10. Dezember 2016 bis 12. Februar 2017. www.co-berlin.org
Seit einigen Tagen ist sie als Cut-Out in den Straßen von Berlin zu sehen: Eine blonde, schwebende Frau im blauen Kleid, mit einem um die Hüfte geknoteten Seil. Es hat schon schlechtere Stadtverschönerungen gegeben.
Der Hashtag »BleibBesonders« deutet es bereits an: Es handelt sich um Werbung für den Film »Die Insel der besonderen Kinder« (Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children) von Tim Burton.
Der Fantasyfilm erzählt von Kindern aus einem Heim, die geheime Superkräfte haben und gemeinsam gegen eine Armee des Bösen kämpfen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Werbung – hier in Form von Guerilla-Marketing – sich der Streetart und der Graffiti bemächtigte.
Ob diese Werbemethode eine einmalige Aktion ist oder ab sofort inflationär in den Städten auftaucht; eine Bereicherung oder Verschandelung ist, wird sich alsbald zeigen.
Anmerkungen zum Portfolio/ zur Kategorie »Sonntagsbilder»
Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.
Am 26. Februar 2012 erschien in meinem Blog das erste Sonntagsbild. Und jeden Sonntag gab es ein neues – Ausnahmen bestätigten die Regel. Die Sonntagsbilder stammen aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, das ich 2005 abgeschlossen habe. Aber der Titel Sonntagsbild ist einfach ein zu schöner Titel. Unter dieser Prämisse führe ich die Kategorie »Sonntagsbilder« in meinem Blog bis auf weiteres mit Fotos aus meinem Archiv und mit neuen Aufnahmen weiter.
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Im Berliner »Museum für Fotografie« kann man zurzeit einen großen, bisher unbekannten Fotografen entdecken: Bernard Larsson (geb. 1939 in Hamburg) wird mit der Ausstellung »Leaving is Entering – Fotografien 1961 bis 1968« der Öffentlichkeit vorgestellt.
Wir sehen durch ihn die 1960er Jahre wieder auferstehen mit den Berliner Themen: Alliierte, Mauer, Alltag, Intellektuelle, Kinder, Staatschefs, 1. Mai in West-Berlin und 1. Mai in Ost-Berlin. Dank seiner deutsch-schwedischen Eltern hatte er einen schwedischen Pass und konnte sich dadurch in den beiden Hälften der geteilten Stadt bewegen und die „bedrohliche“ Stimmung dokumentieren.
Auch auf seinen Reisen im Auftrag von Magazinen und Zeitungen, die ihn nach Paris, London, Spanien, Marokko, Warschau, Prag und Budapest führten, fing er das Leben der Menschen in den Straßen in seinen schwarz/weißen Aufnahmen exzellent ein.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung sind Larssons Bilder, in einer Art fotografischem Tagebuch, der West-Berliner Studentenproteste 1966 und 1967 mit der Anti-Schah-Demonstration, die mit der gezielten Erschießung von Benno Ohnesorg endete.
Im letzten Teil der Ausstellung werden Bilder von einigen Pop-Ikonen der damaligen Zeit, wie Frank Zappa, Jimi Hendrix und Andy Warhol, der mit einer der kleinsten Kleinbild-Kamera der Welt, mit einer MINOX 35 GT, zurückschoss, präsentiert.
Durch die Art der Zusammenstellung und der Präsentation – die Fotografien hängen ohne Rahmung direkt auf der Wand – merkt man, dass es nicht um das einzelne Bild geht, sondern um ein Bild der Zeit; einer Zeit, in der die Vergangenheit noch nicht bewältigt war. Eine anschauliche Zeitgeschichte anhand von rund 230 Werken, die nahezu zeitgleich im internationalen Kontext jener Jahre entstanden sind.
Die Ausstellung im »Museum für Fotografie« in der Jebenstraße 2, direkt am Bahnhof Zoologischer Garten, ist noch bis zum 8. Januar 2017 zu besichtigen.
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