Der Alte Fritz und die Bratkartoffeln

Von Friedhelm Denkeler,

»Pommes Fritz mit Heinz Erhardt«, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2002
»Pommes Fritz mit Heinz Erhardt«, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2002
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In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

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Künstlerbücher – Das Buch als Kunstobjekt

Von Friedhelm Denkeler,

Von einem Künstlerbuch spricht man, wenn es ein Künstler gemacht hat, oder wenn er sagt, es sei eines [Lucy Lippard, Kunsthistorikerin]

Um künstlerische Photographie auszustellen, braucht man einen Galerieraum, aber der Künstler hat auch die Möglichkeit, das Buch als Raum zu verwenden. Das heißt zunächst einmal als ›normales‹ Fotobuch, als Massenware. Dafür wird sich aber nicht unbedingt ein Sammler interessieren. Der Sammler bevorzugt bei Photographien den ›Vintage- Print‹, oft in schwarzweiß auf Barytpapier. Bei neuen Prints auf edlem Papier erwartet er eine geringe Auflagenhöhe. Originalkunst ist aber vielfach nicht für alle erschwinglich. Hier bieten sich für Sammler die Künstlerbücher an.

»42 Künstlerbücher von Friedhelm Denkeler«, Stand: Juni 2022, Foto © F. Denkeler 2022
»42 Künstlerbücher von Friedhelm Denkeler«, Stand: Juni 2022, Foto © F. Denkeler 2022

Künstlerbücher sind ein eigenständiges Genre der bildenden Kunst. Das reicht von wertvollen Luxusausgaben mit einer Originalgraphik bis zu limitierten Auflagen. Sie bewegen sich im Schnittpunkt von Büchern und Kunst, werden in der Regel vom Künstler selbst produziert und im Eigenverlag herausgegeben. Oft haben sie ein außergewöhnliches Format oder werden auf artfremdem Material gedruckt. Beim Buchobjekt handelt es sich oft um Unikate, ansonsten erwartet der Sammler eine limitierte Auflage, die vom Künstler nummeriert und signiert ist.

Künstlerbücher sind nicht unbedingt in Buchhandlungen oder Galerien zu finden. Künstler sind individuelle Zeitgenossen, die ihre Arbeiten meist nicht professionell vermarkten. Weil sie so selten sind und meist auch nur in kleinen Auflagen oder als Unikate erscheinen, werden bestimmte Künstlerbücher auch als »rare books« bezeichnet. Sie orientieren sich an gebundenen Büchern, aber auch andere Formen wie Leporellos oder Faltkarten auf Papier oder Drucke auf flachem, für den Druck geeignetem Material, sind möglich.

Natürlich könnte man ein Fotobuch als ›normales‹ Buch drucken und verlegen lassen, aber der Künstler hat hier nicht mehr die volle Freiheit bei der Gestaltung. Eine eher theoretisch hohe Auflage würde zu einem wirtschaftlichen Problem führen, da sich nur ein vergleichsweise niedriger Preis für das einzelne Exemplar erlösen ließe. Vorausgesetzt ist dabei stets, dass sich überhaupt ein Käufer findet, der Interesse an einem solchen ›Massenprodukt‹ hat; Ausnahmen sind die Bücher von prominenten Künstlern und/oder Bücher mit einem spektakulären Inhalt. Ideal ist eine Kombination von Ausstellung und Künstlerbuch, das in diesem Fall nicht als Dokumentation der Ausstellung anzusehen ist, sondern als eigenständiges Werk und als Ergänzung zu den ausgestellten Bildern.

Das Medium ›Buch‹ ist insbesondere für einen Fotografen interessant. Zum Konzept des Künstlerbuches gehört es, durch die Anordnung von zwei Photographien auf einer Doppelseite die Bilder in Beziehung setzen oder durch Umblättern eine Trennung darstellen zu können. Weiter kann der Autor die Reihenfolge der Bilder bestimmen und eine visuelle Geschichte erzählen. Damit ist klar, dass man ein Künstlerbuch nicht einfach durchblättern kann (schon gar nicht von hinten nach vorne!), sondern um das Wesentliche zu erkennen, muss man es von der ersten bis zur letzten Seite erfassen. Es ist eine neue Art von Kunst, die mit Hilfe der Buchstruktur, durch die zeitliche Abfolge des ›Lesens‹, überhaupt existent und wahrnehmbar ist.

Nun liegt nicht alles was ein Autor darstellen möchte als Bild vor, auch nicht in einer Reihe von Bildern. Hilfreich ist in diesem Fall die textliche Darstellung, das ›zwischen den Bildern‹ Liegende. In meiner Künstlerbuch-Reihe »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern« liegen nicht für alle Erinnerungen Photographien oder Memorabilien vor; ein ausführlicher Text ergänzt die Bildfolge. Oder das Buch »Photographien – Die Harmonie eines Augenblicks« aus dem Jahr 1982, das aus Einzelbildern besteht und mit weniger Text auskommt. Natürlich geht es in erster Linie um Bilder und in einem guten Bild schwingt stets etwas mit, das sich nicht in Worte fassen lässt oder wie Susan Sontag es ausdrückt »Das wirksamste Element im Kunstwerk ist nicht selten das Schweigen«. Viele Worte oder Interpretationen sind dann nicht notwendig.

Künstlerbuch »Episoden«: Größe 27×20 cm, Hardcover, 196 Seiten, 152 Photographien in schwarz-weiß
, Selbstverlag 2018, Fotos © Friedhelm Denkeler 1984
Künstlerbuch »Episoden«: Größe 27×20 cm, Hardcover, 196 Seiten, 152 Photographien in schwarz-weiß
, Selbstverlag 2018, Fotos © Friedhelm Denkeler 1984

Seit 1989 produziere ich neben meinen Portfolios auch Künstlerbücher. Die ersten entstanden als »Bucharbeiten« und seit 2006 als »Künstlerbücher«; inzwischen sind über vierzig entstanden. Neue Portfolios und neue Bücher kündige ich in meinem »Journal – Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst« an und stelle sie auf meiner Website »Lichtbilder« ausführlich vor; da Künstlerbücher ein eigenständiges Medium sind, kann das nur ein unvollständiger Ersatz sein. Ausgangspunkt meiner Künstlerbücher sind – jedenfalls bisher – meine eigenen Portfolios mit Photographien. Diese Bilder sind als Serie als eigenständiges Werk anzusehen, als Beispiel sei das Portfolio »Tempelhofer Kreuz« genannt. Die Prints sind für eine Ausstellung und/oder einen Sammler produziert. Als Künstlerbuch entsteht aber ein eigenständiges Werk, auch wenn es zu einem Großteil aus den denselben Bildern besteht.

Das Buch mit den Bildern (und Texten) ist ein fassbares Objekt, man kann es aufschlagen, vorblättern (und zurück), spürt die Beschaffenheit des Papiers und sieht die Umschlaggestaltung und das Layout. Kurzum: Das ›Lesen‹ in einem Buch erfordert Disziplin, aber es wird durch die visuelle, haptische und eine gewisse emotionale Bindung an das Buch unterstützt. Bei gehobener Literatur muss man schon mal innehalten, nachdenken, in sich gehen, reflektieren. Und das scheint mit einem gedruckten Buch sehr viel besser zu gehen, als wenn man sich die Bilder digital ansieht. Kann man sich einen Sammler vorstellen, der Künstlerbücher digital sammelt? Das Künstlerbuch ist eine neue Art von Kunst, die mit Hilfe der Buchstruktur, durch die zeitliche Abfolge des Lesens, überhaupt existent und wahrnehmbar ist.

Wo findet man nun die raren Künstlerbücher? Sicherlich stellen die Künstler ihre Werke auf ihren Websites vor. Aber man muss sie in die Hand nehmen können, fühlen und ansehen; die Möglichkeit besteht zum Beispiel auf einer Künstlerbuch-Messe (die Frankfurter Buchmesse hat einen Bereich mit Künstlerbüchern, in Berlin gibt es zwei verschiedene Messen). Auch der direkte Kontakt zu den Künstlern bietet sich an. Künstlerbücher sammeln mittlerweile weltweit unterschiedlichste Museen, Bibliotheken und Sammlungen. Das »Museum für Kunst und Gewerbe« in Hamburg besitzt eine umfangreiche Sammlung von ca. 3.500, die »Hamburger Kunsthalle« 1.700, die »Bayrische Staatsbibliothek« 20.000 Künstlerbücher und über 5.000 die »Universität für angewandte Kunst« in Wien, die seit 1994 sammelt.

Als eines der ersten Künstlerbücher wird meistens »Twentysix Gasoline Stations« (1963) von Ed Ruscha erwähnt. Die Idee zum Buch bekam er auf seinen zahlreichen Fahrten von Oklahoma nach Kalifornien. Er fotografierte die Tankstellen an der berühmten »Route 66« und hatte dabei »das Gefühl, Kunst in einer ›kunstlosen‹ Ecke der Welt zu machen … Die Tankstelle war ein Funken Kultur«. Künstlerbücher spielten auch bei Martin Kippenberger eine große Rolle. In seiner nur 20-jährigen Karriere soll er an die 150 Bücher produziert haben. Michael Schmidt ging 2012 einen etwas anderen Weg. Zur Ausstellung »Lebensmittel«, unter anderem im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen, ließ er ein Buch produzieren, das er selbst gestaltet hat. Das fotografische Künstlerbuch setzt als limitierte Edition in der heutigen Zeit ein Zeichen gegen die Bilderflut in den sozialen Medien und auch gegen die Flut der Fotobücher ›von der Stange‹. Das Künstlerbuch entwickelt sich zum Sammelobjekt, da im Gegensatz zum fotografischen Abzug der Preis deutlich niedriger liegt. Es ist ein eigenständiges Werk des Künstlers und ergänzt oder ersetzt auch manchmal ein gehängtes Portfolio in der Galerie oder im Museum. Der Künstler kann eine komplexere Geschichte erzählen und aus mehreren Büchern ergeben sich die Zusammenhänge eines umfangreichen Œuvre.

Ich nenne meine Bücher »Bücher«, aber sie sind Teil meiner Kunst. Sie sind Seite für Seite genauso wichtig wie die anerkannten Künste Malerei und Bildhauerei. Die Bücher sind echte, gewichtige Kunst [Ed Ruscha]

»Übersicht Künstlerbücher«, Grafik © Friedhelm Denkeler 2020
»Übersicht Künstlerbücher«, Grafik © Friedhelm Denkeler 2020

Übersicht der Artikel der Kategorie »Texte zur Photographie«

Wer am höchsten fliegt, sieht am weitesten

Von Friedhelm Denkeler,

Impressionen vom Tempelhofer Feld #3

»Blick vom Tempelhofer Feld auf Neukölln«, (ehemaliger Flugplatz Tempelhof), Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Blick vom Tempelhofer Feld auf Neukölln«, (ehemaliger Flugplatz Tempelhof), Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

1945 übernahm die US-Air-Force den Flughafen Tempelhof von den sowjetischen Besatzern. Vom Juni 1948 bis zum Mai 1949 wurden alle Zufahrtswege nach Berlin (West) durch die Sowjets blockiert. Der Flughafen bekam während dieser Zeit eine völlig neue Bedeutung – die Berliner Luftbrücke entstand. Teilweise im 90-Sekunden-Takt starteten und landeten die Flugzeuge (Rosinenbomber), um die Versorgung von Berlin sicherzustellen. Ab 1950 wurde der Flughafen auch für die zivile Nutzung freigegeben. Die drei westalliierten Fluggesellschaften Pan Am, BEA und Air France flogen nun regelmäßig Tempelhof an. Mit dem Ende der Teilung Deutschlands und dem Baubeginn des neuen Flughafens Schönefeld endete am 30. Oktober 2008 der Flugbetrieb in Tempelhof.

Seit Mai 2010 ist das ehemalige Flughafen-Gebiet öffentlich zugänglich. Der Volksmund sagt Wer am höchsten fliegt, sieht am weitesten, das stimmt sicherlich. Für uns Städter allerdings ist auch der Besuch des Tempelhofer Feldes schon ein Ereignis an sich. Endlich können wir einmal den Horizont wahrnehmen und an die 2.500 Meter weit sehen. Kein Baum, Strauch und oder Gebäude, nichts stört die Sicht. 386 Hektar freies Feld bieten mitten in  der Stadt eine grandiose Fernsicht. In der Mitte des Platzes herrscht praktisch absolute Ruhe und beim Blick von der südlichen Rollbahn gegen Osten auf den Bezirk Neukölln (Foto) bekommt man einen vagen Eindruck von der Größe der Stadt.

Nur Fliegen ist schöner

Von Friedhelm Denkeler,

Impressionen vom Tempelhofer Feld #2

»Tempelhofer Feld« (ehemalig Flughafen Tempelhof), Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Tempelhofer Feld« (ehemalig Flughafen Tempelhof), Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Die Geschichte des Fliegens auf dem Tempelhofer Feld begann um 1900 mit der Stationierung der militärischen Luftschifferabteilung. Im August 1909 startete hier während einer mehrwöchigen Flugschau der erste Zeppelin und landete anschließend in der Jungfernheide. Der Luftfahrtpionier Orville Wright führte Demonstrationsflüge durch und stellte dabei den Höhenweltrekord von 172 Metern auf. Der Ruf nach einem richtigen Flugplatz wurde immer lauter und es entstand ein erster in Johannisthal. Zu weit von der Stadtmitte entfernt, stellte man bald darauf fest und so begann 1922 der Bau eines Flughafens in Tempelhof.

1923 wurde der Flughafen Tempelhof offiziell in Betrieb genommen. Im ersten Jahr starteten 150 Flüge mit insgesamt 100 Passagieren. Tempelhof entwickelte sich zum wichtigsten Flughafen Europas und wurde auf Dauer zu klein. Planungen für den Zentralflughafen Tempelhof mit der heutigen Bebauung begannen. 1942 wurde der Weiterbau eingestellt. Die Gebäude wurden Teil der von den Nazis geplanten Nord-Süd-Achse für die Welthauptstadt Germania. Ingesamt war Tempelhof zu dieser Zeit der größte zusammenhängende Gebäudekomplex der Welt. Fortsetzung folgt.

Unter dem Pflaster liegt der Strand

Von Friedhelm Denkeler,

Impressionen vom Tempelhofer Feld #1

Unter dem Pflaster liegt der Strand«, Tempelhofer Feld (ehemalig Flughafen Tempelhof), Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Unter dem Pflaster liegt der Strand«, Tempelhofer Feld (ehemalig Flughafen Tempelhof), Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Zwischen den Orten Schöneberg und Tempelhof lag bis zum 18. Jahrhundert ein Landstück, Großes Feld genannt, das von den Bauern als Ackerfläche genutzt wurde. Um 1800 diente dann ein bestimmter Teil des Gebietes dem Militär als Parade- und Exerzierplatz und Manövergelände. Ein anderer Bereich war bei den Berlinern als Naherholungsgebiet beliebt. Hier gab es den kleinen See Schlangenpfuhl, in dem die Besucher baden konnten.

Später wurde das Feld durch verschiedene Luftfahrtaktivitäten bekannt. Ballonfahrten starteten hier und es entstanden die ersten fotografischen Luftbildaufnahmen. 1897 fand der weltweit erste Flug eines Starrluftschiffes statt. Heute, nachdem der Flugplatz Tempelhof nicht mehr existiert und seine historische Funktion, auf die ich später noch eingehen werde, verloren hat, sprechen wir wieder vom Tempelhofer Feld. Für diese Woche plane ich zwei weitere Posts mit Impressionen vom heutigen Tempelhofer Feld.

Selbst in der führerlosen U-Bahn in Kopenhagen

Von Friedhelm Denkeler,

Ein neues Portfolio auf meiner Website LICHTBILDER: »Schatten und Spiegel – Selbstbildnisse 1976 bis 2020«.

»In der führerlosen U-Bahn», Kopenhagen, Berlin, aus dem Portfolio »Schatten und Spiegel», Selbstbildnisse 1976 bis 2020, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»In der führerlosen U-Bahn», Kopenhagen, Berlin, aus dem Portfolio »Schatten und Spiegel», Selbstbildnisse 1976 bis 2020, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Anmerkungen zum Portfolio »Schatten und Spiegel«

Die Bilder des Portfolios habe ich während des letzten halben Jahrhunderts produziert. Sie waren ursprünglich nicht als Projekt Selbstbildnisse geplant, sondern kristallisierten sich im Laufe der Jahre 1976 bis 2020 zu einem eigenständigen Portfolio aus.

Fotografen wird empfohlen, ein nach Norden gelegenes Atelier zu wählen, um so störende Schatten zu vermeiden; in meinen Bildern spielen sie aber die Hauptrolle. Anders als ein Schlagschatten, der flach auf dem Boden liegt, ragt das Spiegelbild in den fiktiven Spiegelraum hinein. Die Bilder stellen eine Art bildliches Tagebuch dar.

Das Portfolio besteht aus 190 Photographien 30 x 45 cm. Die Bilder sind auch als Künstlerbuch mit 196 Seiten im Format 27 x 20,5 cm erschienen. (2021). Weitere Informationen zu den Original-Prints und zum Künstlerbuch finden Sie auf meiner Website LICHTBILDER. (direkter Link zum Portfolio).

Ausführliche Informationen zum Portfolio »Schatten und Spiegel« finden Sie im Artikel Ein halbes Jahrhundert in eigenen Schatten- und Spiegelbildern auf meiner Website LICHTBILDER.

Warum ist der Eber oft missgestimmt?

Von Friedhelm Denkeler,

»Der Eber ist oft missgestimmt, weil seine Kinder Ferkel sind. Nicht nur sein Weib, die Sau alleine, auch die Verwandten – alles Schweine«, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2006
»Der Eber ist oft missgestimmt, weil seine Kinder Ferkel sind. Nicht nur sein Weib, die Sau alleine, auch die Verwandten – alles Schweine«, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2006
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Selbst im Industriegebiet

Von Friedhelm Denkeler,

Ein neues Portfolio auf meiner Website LICHTBILDER: »Schatten und Spiegel – Selbstbildnisse 1976 bis 2020«.

»Industriegebiet in Schwedt/ Oder«, Berlin, aus dem Portfolio »Schatten und Spiegel», Selbstbildnisse 1976 bis 2020, Foto © Friedhelm Denkeler 2009
»Industriegebiet in Schwedt/ Oder«, Berlin, aus dem Portfolio »Schatten und Spiegel», Selbstbildnisse 1976 bis 2020, Foto © Friedhelm Denkeler 2009

Anmerkungen zum Portfolio »Schatten und Spiegel«

Die Bilder des Portfolios habe ich während des letzten halben Jahrhunderts produziert. Sie waren ursprünglich nicht als Projekt Selbstbildnisse geplant, sondern kristallisierten sich im Laufe der Jahre 1976 bis 2020 zu einem eigenständigen Portfolio aus.

Fotografen wird empfohlen, ein nach Norden gelegenes Atelier zu wählen, um so störende Schatten zu vermeiden; in meinen Bildern spielen sie aber die Hauptrolle. Anders als ein Schlagschatten, der flach auf dem Boden liegt, ragt das Spiegelbild in den fiktiven Spiegelraum hinein. Die Bilder stellen eine Art bildliches Tagebuch dar.

Das Portfolio besteht aus 190 Photographien 30 x 45 cm. Die Bilder sind auch als Künstlerbuch mit 196 Seiten im Format 27 x 20,5 cm erschienen. (2021). Weitere Informationen zu den Original-Prints und zum Künstlerbuch finden Sie auf meiner Website LICHTBILDER. (direkter Link zum Portfolio).

Ausführliche Informationen zum Portfolio »Schatten und Spiegel« finden Sie im Artikel Ein halbes Jahrhundert in eigenen Schatten- und Spiegelbildern auf meiner Website LICHTBILDER.

Der große Stein von Tonnenheide

Von Friedhelm Denkeler,

Aus der Eiszeit direkt nach Ost-Westfalen

Zugegeben: Es ist nicht der Ayers Rock, der Inselberg, der sich 350 Meter über seinem flachen Umland in der zentral-australischen Wüste erhebt, sondern nur der zehn Meter lange, sieben Meter breite und über drei Meter hohe und 350 Tonnen schwere »Große Stein von Tonnenheide« in Ost-Westfalen, der auf meiner Photographie zu sehen ist.

Der Findling soll während der Eiszeit (Pleistozän/ Saalezeit) vor 200 000 Jahren seinen Weg von Skandinavien bis nach Ost-Westfalen geschafft haben. Dabei hat er ›auf dem Rücken‹ der Gletschermassen 750 Kilometer aus der schwedischen Provinz Bleckinge zurückgelegt, bis er in Tonnenheide ›liegen geblieben‹ ist. Der aus Biotit-Granit bestehende Stein entstand vor etwa einer Milliarde Jahren.

»Der große Stein von Tonnenheide«, Foto © Friedhelm Denkeler 1985
»Der große Stein von Tonnenheide«, Ost-Westfalen, Foto © Friedhelm Denkeler 1985

In meiner Jugendzeit war der Findling nur mit seiner Kuppe zu sehen, der größte Teil lag unter der Erde. Erst 1981, ich war schon lange in Berlin, wurde er freigelegt und auf dem Hofgelände Klasing Nr. 9 in Rahden-Tonnenheide 70 Meter weiter, unter 200 Jahren alten Eichen – eigentlich müsste man jetzt unter jungen Eichen sagen – mit Hilfe eines auf Ketten fahrenden Krans und eines Autokrans transportiert. Zur Bergung musste ein 300 Jahre alter Fachwerkspeicher, der zu nah am Stein stand, um 80 Meter umgesetzt werden.

Der Tonnenheider Stein weist diverse Bearbeitungsspuren, wie Bohrlöcher auf; schätzungsweise zwanzig Kubikmeter wurden bereits früher abgesprengt. Viele andere Findlinge sind auf diesen Wegen ebenfalls durch Zerstörung, Verwitterung und wirtschaftliche Nutzung (Pflastersteine, Schotter) vorzeitig verlustig gegangen. Man schätzt, dass nach der Eiszeit in Ost-Westfalen Tausend Findlinge (die Steine heißen so, wenn sie größer als vierzig Zentimeter sind) pro Quadrat-Kilometer liegen geblieben sind, davon sind heute vielleicht noch zehn je Quadrat-Kilometer übrig geblieben.

Der Schatten des Photographen – Oder: Die Erfindung der Malerei

Von Friedhelm Denkeler,

Ein neues Portfolio auf meiner Website LICHTBILDER: »Schatten und Spiegel – Selbstbildnisse 1976 bis 2020«.

»Einbein-Schatten«, aus der Serie »Schatten und Spiegel«, Foto © F'riedhelm Denkeler 1979
»Einbein-Schatten«, aus der Serie »Schatten und Spiegel«, Foto © F’riedhelm Denkeler 1979

Der römische Gelehrte und Geschichtsschreiber Plinius der Ältere (*23 n. Chr., †79 n. Chr.) erzählt in seinem bekanntesten Werk Naturalis historia die Geschichte der Tochter des korinthischen Töpfers Dibutates. Ihr Geliebter ging auf eine lange Reise und sie suchte verzweifelt nach einer bleibenden Erinnerung. Heutzutage hätte sie schnell mit ihrem Smartphone ein Foto gemacht, das gibt es bekannterweise aber erst seit 2000 n. Chr. Da sah sie plötzlich den durch eine Lampe verursachten Schatten ihres Geliebten auf der Wand und sie hatte eine Idee.

Die Tochter zeichnete die Umrisse vom Schatten ihres Geliebten im Profil auf der Wand nach. Und wie das in Künstlerfamilien nun einmal ist, hatte ihr Vater noch eine weitere Idee: Er machte anhand des Schattenrisses ein Relief aus gebrannter Tonerde. Der Tochter blieb so die Erinnerung an ihren Geliebten gewahrt. Für Plinius war dies die Geburtsstunde aller Malerei und Plastik.

Eduard Daege: "Erfindung der Malerei" (1832), Foto © Friedhelm Denkeler 2008
Eduard Daege: „Erfindung der Malerei“, 1832 (Ausschnitt), Foto © Friedhelm Denkeler 2008

Den deutschen Maler Eduard Daege (*1805, †1883) kennt nicht unbedingt jeder; seine Malerei kann man als akademisch bezeichnen, aber die Nationalgalerie Berlin besitzt sein bekanntestes Werk: Die Erfindung der Malerei aus dem Jahr 1832. Hier hat sich Daege die Erzählung von Plinius zum Vorbild genommen. Der Jüngling scheint kurz davor zu sein, in einen Krieg zu ziehen. Darauf deutet der bereitgelegte Helm am unteren Bildrand hin und seine Scham wird von einem Schwert bedeckt, ansonsten ist der Grieche wie immer nackt und seine Geliebte zumindest halbnackt.

Die deutschen Maler des Klassizismus liebten die Plinius-Geschichte, denn auch sie waren der Meinung, dass sich die Malerei von der scharfen Linie der Zeichnung und nicht von der Farbe herleitete. Man könnte das Bild von Daege aber auch die Erfindung des Modells nennen, denn mit der linken Hand richtet die Dibutates-Tochter den Kopf ihres Modells so aus, das sie ihn im Profil zeichnen kann. Zusammengefasst lässt sich sagen: vom Schattenwurf ausgehend kam es zur Zeichnung, dann zum Gemälde und, wenn man so will, zur Photographie, die es nun auch schon seit fast 200 Jahren gibt.

Und die Moral von der Geschicht‘: Erst kommt die Malerei, dann die Photographie [FD]

Anmerkungen zum Portfolio »Schatten und Spiegel«

Die Bilder des Portfolios habe ich während des letzten halben Jahrhunderts produziert. Sie waren ursprünglich nicht als Projekt Selbstbildnisse geplant, sondern kristallisierten sich im Laufe der Jahre 1976 bis 2020 zu einem eigenständigen Portfolio aus.

Fotografen wird empfohlen, ein nach Norden gelegenes Atelier zu wählen, um so störende Schatten zu vermeiden; in meinen Bildern spielen sie aber die Hauptrolle. Anders als ein Schlagschatten, der flach auf dem Boden liegt, ragt das Spiegelbild in den fiktiven Spiegelraum hinein. Die Bilder stellen eine Art bildliches Tagebuch dar.

Das Portfolio besteht aus 190 Photographien 30 x 45 cm. Die Bilder sind auch als Künstlerbuch mit 196 Seiten im Format 27 x 20,5 cm erschienen. (2021). Weitere Informationen zu den Original-Prints und zum Künstlerbuch finden Sie auf meiner Website LICHTBILDER. (direkter Link zum Portfolio).

Ausführliche Informationen zum Portfolio »Schatten und Spiegel« finden Sie im Artikel Ein halbes Jahrhundert in eigenen Schatten- und Spiegelbildern auf meiner Website LICHTBILDER.

Liegt die Realität der Welt in ihrem Bild?

Von Friedhelm Denkeler,

Betrachtungen zum photographischen Bild

Photographieren heißt sich das photographierte Objekt aneignen [Susan Sontag]

Aufgrund der Massen von photographischen Bildern, die uns heutzutage umgeben, könnte man meinen, wir halten uns noch immer in »Platons Höhle« [Susan Sontag] auf und erfreuen uns an den Abbildern der Welt. Was hat sich durch die Erfindung der Photographie an der Betrachtung der Bilder und am Umgang mit ihnen, gegenüber Zeichnungen und Gemälden, verändert? Ein wesentlicher Unterschied ist, bedingt durch die Industrialisierung des photographischen Prozesses, die Demokratisierung der Bilderwelt.

»Szenen aus der Werkstatt für Photographie«: »Realist und Romantiker«, Workshop mit Robert Cumming in der Werkstatt für Photographie, 25. bis 26.09.1982 (Robert Cumming), Foto © Friedhelm Denkeler 1982
»Realist und Romantiker«, aus dem Portfolio »Szenen aus der Werkstatt für Photographie«, Workshop mit Robert Cumming (siehe Foto) in der Werkstatt für Photographie, 25. bis 26.09.1982, Foto © Friedhelm Denkeler 1982

Photographieren ist mit dem Aufkommen des Kleinbildfilms und der Digitalisierung (Kamera, Smartphone, Computer) ein Massenphänomen geworden; die meisten Menschen betreiben die Photographie wie alle Massenkunst nicht als Kunst, sondern als Zeitvertreib oder Hobby. Wichtige Ereignisse im Leben wurden und werden von ihnen photographisch festgehalten, das sind insbesondere Familienfeste, Geburt, Hochzeit und Urlaub. So liegt bei den meisten Leuten eine visuelle Lebensgeschichte, oft allerdings mit Lücken und oft unsortiert im ›Schuhkarton‹, vor.

Da ein Photo eine glatte Oberfläche aufweist (im Gegensatz zum Gemälde), kann es gut als Buch oder Zeitschrift vielfach verbreitet werden. Manchmal ist das Photobuch bereits selbst das Medium (Autorenbuch, Künstlerbuch). Sowohl das eigentliche Photo als auch das Photobuch lassen sich sammeln; wenn Photos im Film dargestellt werden, trifft das nur noch eingeschränkt zu.

Die Photographie hat als nachahmendes Medium einen deutlich höheren Bezug zur Realität als zum Beispiel ein Gemälde oder eine Prosaschilderung, die eher eine Interpretation der Wirklichkeit sind. Susan Sontag sieht eine Photographie hingegen »als engbezogenes Spiegelbild« der Realität an, wenn man die Kamera nur als eine Maschine betrachtet. Aber hinter der Kamera steht stets ein Mensch und damit ist auch ein Photo oder eine Serie von Photos im Grunde auch nur seine Interpretation der Wirklichkeit. Das beginnt bereits bei der Wahl des Motivs und endet bei der Auswahl einer bestimmten Anzahl von Photos oder eines Ausschnitts.

»Ein sehenswertes Ereignis«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Ein sehenswertes Ereignis«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Photographiert wird etwas Sehenswertes und etwas Sehenswertes ist ein Ereignis. Auf meinem Photo scheint auch ein Ereignis stattzufinden. Eine Gruppe von Touristen sieht diesem anscheinend zu und mindestens zwei halten es mit der Kamera fest. Das Ereignis ist längst Geschichte, aber durch das Photo wurde es bedeutend und unsterblich. [Literatur: Susan Sontag »Über Fotografie«, hier: «In Platos Höhle«]

Das Photographieren ist dem Wesen nach ein Akt der Nicht-Einmischung [Susan Sontag]

Übersicht der Artikel der Kategorie »Texte zur Photographie«

Kornfeld in Rahden

Von Friedhelm Denkeler,

»Kornfeld in Rahden«, Ost-Westfalen, aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2004
»Kornfeld in Rahden«, Ost-Westfalen, aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2004

Anmerkungen zum Portfolio/ zur Kategorie »Sonntagsbilder»

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.

Am 26. Februar 2012 erschien in meinem Blog das erste Sonntagsbild. Und jeden Sonntag gab es ein neues – Ausnahmen bestätigten die Regel. Die Sonntagsbilder stammen aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, das ich 2005 abgeschlossen habe. Aber der Titel Sonntagsbild ist einfach ein zu schöner Titel. Unter dieser Prämisse führe ich die Kategorie »Sonntagsbilder« in meinem Blog bis auf weiteres mit Fotos aus meinem Archiv und mit neuen Aufnahmen weiter.

Die Show Must Go On

Von Friedhelm Denkeler,

»The Shower Must Go On«, Foto © Friedhelm Denkeler 2012
»The Shower Must Go On«, Foto © Friedhelm Denkeler 2012
Anmerkung zur Kategorie »«

In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

Eine Übersicht über alle Artikel der Kategorie finden Sie unter »«.

Das Fenster zum Hinterhof

Von Friedhelm Denkeler,

Ein neues Portfolio auf meiner Website LICHTBILDER: »Schatten und Spiegel – Selbstbildnisse 1976 bis 2020«.

«Das Fenster zum Hinterhof«, Berlin-Steglitz, Berlin, aus dem Portfolio »Schatten und Spiegel», Selbstbildnisse 1976 bis 2020, Foto © Friedhelm Denkeler 1999
«Das Fenster zum Hinterhof«, Berlin-Steglitz, aus dem Portfolio »Schatten und Spiegel», Selbstbildnisse 1976 bis 2020, Foto © Friedhelm Denkeler 1999

Anmerkungen zum Portfolio »Schatten und Spiegel«

Die Bilder des Portfolios habe ich während des letzten halben Jahrhunderts produziert. Sie waren ursprünglich nicht als Projekt Selbstbildnisse geplant, sondern kristallisierten sich im Laufe der Jahre 1976 bis 2020 zu einem eigenständigen Portfolio aus.

Fotografen wird empfohlen, ein nach Norden gelegenes Atelier zu wählen, um so störende Schatten zu vermeiden; in meinen Bildern spielen sie aber die Hauptrolle. Anders als ein Schlagschatten, der flach auf dem Boden liegt, ragt das Spiegelbild in den fiktiven Spiegelraum hinein. Die Bilder stellen eine Art bildliches Tagebuch dar.

Das Portfolio besteht aus 190 Photographien 30 x 45 cm. Die Bilder sind auch als Künstlerbuch mit 196 Seiten im Format 27 x 20,5 cm erschienen. (2021). Weitere Informationen zu den Original-Prints und zum Künstlerbuch finden Sie auf meiner Website LICHTBILDER. (direkter Link zum Portfolio).

Ausführliche Informationen zum Portfolio »Schatten und Spiegel« finden Sie im Artikel Ein halbes Jahrhundert in eigenen Schatten- und Spiegelbildern auf meiner Website LICHTBILDER.

Das zähnefletschende Ungeheuer von Dechtow

Von Friedhelm Denkeler,

Ein halbes Jahrhundert in eigenen Schatten- und Spiegelbildern. Ein neues Portfolio auf meiner Website LICHTBILDER: »Schatten und Spiegel – Selbstbildnisse 1976 bis 2020«.

»Gefährliches Spiel» oder: »Furchtlos näherte sich der Fotograf dem zähnefletschenden Ungeheuer«, Fehrbellin-Dechtow (Gutshaus Dechtow),
»Gefährliches Spiel» oder: »Furchtlos näherte sich der Fotograf dem zähnefletschenden Ungeheuer«, Fehrbellin-Dechtow (Gutshaus Dechtow), aus dem Portfolio »Schatten und Spiegel», Selbstbildnisse 1976 bis 2020, Foto © Friedhelm Denkeler 1996

Anmerkungen zum Portfolio »Schatten und Spiegel«

Die Bilder des Portfolios habe ich während des letzten halben Jahrhunderts produziert. Sie waren ursprünglich nicht als Projekt Selbstbildnisse geplant, sondern kristallisierten sich im Laufe der Jahre 1976 bis 2020 zu einem eigenständigen Portfolio aus.

Fotografen wird empfohlen, ein nach Norden gelegenes Atelier zu wählen, um so störende Schatten zu vermeiden; in meinen Bildern spielen sie aber die Hauptrolle. Anders als ein Schlagschatten, der flach auf dem Boden liegt, ragt das Spiegelbild in den fiktiven Spiegelraum hinein. Die Bilder stellen eine Art bildliches Tagebuch dar.

Das Portfolio besteht aus 190 Photographien 30 x 45 cm. Die Bilder sind auch als Künstlerbuch mit 196 Seiten im Format 27 x 20,5 cm erschienen. (2021). Weitere Informationen zu den Original-Prints und zum Künstlerbuch finden Sie auf meiner Website LICHTBILDER. (direkter Link zum Portfolio).

Ausführliche Informationen zum Portfolio »Schatten und Spiegel« finden Sie im Artikel Ein halbes Jahrhundert in eigenen Schatten- und Spiegelbildern auf meiner Website LICHTBILDER.

Warum bewahren wir Photographien auf?

Von Friedhelm Denkeler,

»Elli Meinert mit Waldi«, Bövinghauser Wald, Bövinghausen (Stadtteil von Dortmund), © Archiv Friedhelm Denkeler 1932,
»Elli Meinert mit Waldi«, Bövinghauser Wald, Bövinghausen (Stadtteil von Dortmund), © Archiv Friedhelm Denkeler 1932, »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern«: »Die Vorgeschichte« 1920-1943: »Elli Meinert«

»Warum bewahren die Leute Fotos auf?« »Warum? Weiß Gott, warum. Warum bewahren sie alles mögliche auf – Trödel, Kitsch, dies und das? Sie tun’s eben.« »Bis zu einem gewissen Punkt stimme ich Ihnen zu. Es gibt Leute, die alles mögliche aufbewahren.

Und es gibt Leute, die alles wegwerfen, sobald sie es nicht mehr brauchen. Das ist eine Frage des Naturells. Aber jetzt spreche ich ausdrücklich von Fotografien. Warum bewahren die Leute speziell Fotografien auf?« »Wie gesagt, weil sie eben nichts wegwerfen wollen. Oder weil es sie an etwas erinnert. …«

Darauf hatte Poirot nur gewartet.

»Stimmt. Es erinnert sie an etwas. Und jetzt fragen wir wieder – warum? Warum bewahrt eine Frau eine Fotografie auf, die sie in ihrer Jugend zeigt?

Ich behaupte, der Hauptgrund dafür ist die Eitelkeit. Sie war einmal ein hübsches Mädchen und bewahrt die Fotografie auf, um sich daran zu erinnern, was für ein hübsches Mädchen sie war. Es muntert sie auf, wenn der Spiegel ihr unangenehme Dinge erzählt. Sie sagt vielleicht zu ihrer Freundin: ›So habe ich mit achtzehn ausgesehen‹ und dann seufzt sie… Stimmen Sie mir zu?«. [aus »Vier Frauen und ein Mord (Mrs. McGinty’s Dead)«, Agatha Christie, 1952]

Übersicht der Artikel der Kategorie »Texte zur Photographie«

Kunst am Bau im U-Bahnhof entdeckt

Von Friedhelm Denkeler,

»Kunst am Bau«, U-Bahnhof Schloßstraße während der Renovierung, Foto © Friedhelm Denkeler 2017
»Kunst am Bau«, U-Bahnhof Schloßstraße während der Renovierung, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Die heutige U-Bahn-Linie U9 führt von der Osloer Straße bis zum Rathaus Steglitz. Als ich 1968 nach Berlin kam, fuhren die Bahnen lediglich vom Leopoldplatz bis zur Spichernstraße (Eröffnung 1961), 1971 wurde die Linie bis zum Walther-Schreiber-Platz in Steglitz und 1974 bis zum Rathaus Steglitz verlängert; am anderen Ende erfolgte dann die letzte Freigabe vom Leopoldplatz zur Osloer Straße. Die Bahnhöfe Walther-Schreiber-Platz, Schloßstraße und Rathaus Steglitz werden seit Mitte 2016 komplett saniert.

U-Bahnhof Schloßstraße (vor der Renovierung), Quelle: Wikipedia
U-Bahnhof Schloßstraße, Quelle: Wikipedia

Im U-Bahnhof Schloßstraße war schon immer viel Beton zu sehen, der aber teilweise mit Kunststoffverkleidungen verdeckt war, die inzwischen bereits entfernt wurden. Dabei wurde ein ›Kunstwerk‹ der Bauarbeiter aus dem Anfang der 1970er-Jahre sichtbar.

Die ›Dame‹ erblickte nach über vierzig Jahren in diesen Tagen erstmals das schummrige Licht des U-Bahnhofs. Da die historische Anmutung mit viel Sichtbeton im Stil der 1970er-Jahre erhalten bleiben soll, wäre es auch wünschenswert, wenn das Werk des unbekannten Bauarbeiters zukünftig sichtbar bliebe.

Europa – das Ganze ist eine wunderbare Idee

Von Friedhelm Denkeler,

»Europa – das Ganze ist eine wunderbare Idee, aber das war der Kommunismus auch«, Vicco von Bülow (Loriot), *1923, †2001, Grafik: © Friedhelm Denkeler 2021, Foto »Die Europa-Fahne auf der Bastille in Grenoble«, © Friedhelm Denkeler 2014
Anmerkung zur Kategorie »«

In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

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Junge Zwergotter auf einem Sonntagsausflug

Von Friedhelm Denkeler,

»Junge Zwergotter auf einem Sonntagsausflug«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018
»Junge Zwergotter auf einem Sonntagsausflug«, Zoologischer Garten, Berlin, aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Zwergotter leben in Gruppen von vier bis zwölf Tieren und zeigen eine ausgesprochene Paarbindung. Die Männchen beteiligen sich auch an der Jungenaufzucht. Ihre Nahrung ›waschen‹ Zwergotter ähnlich wie Waschbären vor dem Verzehr. Die Raubtiere sind bei den Reisbauern in Südostasien sehr beliebt, da sie mit ihrem starken Gebiss gut Krebse knacken können, die den Bauern die Ernte beschädigen. Sie ertasten die Krebse im Wasser.