Der neue Berliner Hauptbahnhof wurde nach der Wende auf dem Gelände des ehemaligen Lehrter Stadtbahnhofs von 1995 bis 2006 gebaut. Er ist der größte Turmbahnhof Europas mit fünf Verteilerebenen; betrieblich handelt es sich um einen Kreuzungsbahnhof. Streit gab es um das gekürzte Glasdach – in der jetzigen Form lässt sich die Dynamik des schwungvollen Entwurfs von Meinhard von Gerkan nur erahnen.
Der Hauptbahnhof wurde als erstes Bauwerk in dem neuen Lehrter Stadtquartier errichtet. Nach und nach sollen um den Bahnhof herum weitere Gebäude, vorwiegend Hotels, entstehen. Die ersten Bauten lassen aber, wie das bereits gebaute Hotel Meininger, nichts Gutes erwarten – die Diktatur des Marktes eben.
Zum 20-jährigen Mauerfall erzählte im Oktober 2009 an drei Tagen die französische Theatergruppe Compagnie Royal De Luxe auf den Straßen von Berlin das Einheitsmärchen »Die Riesen kommen – ein Märchen für Berlin« mit der Geschichte vom Großen Riesen und seiner Nichte, der Kleinen Riesin, die sich nach langer Trennung am Brandenburger Tor wieder finden. Das Foto zeigt die Zuschauer am dritten Tag des Umzugs vor dem Hauptbahnhof.
Anmerkung zur Kategorie »In den Straßen von Berlin«
Die work in progress-Serie »In den Straßen von Berlin« besteht aus großformatigen Farb-Fotos aus dem Nach-Wende-Berlin. Die Photographien zeigen den Wandel des Stadtbildes seit dem Jahr 2000: Abriss des Palastes der Republik und neue Hotels, hauptsächlich im Ost-Teil der Stadt, Bautätigkeiten im alten Westen, das Tempelhofer Feld, das seit 2008 als Flugbahn ausgedient hat, Touristenströme am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, am Hauptbahnhof und im Lustgarten in Mitte. Das Portfolio wird laufend ergänzt. Ein Künstlerbuch ist für 2027 geplant.
Eine visuelle Übersicht der Reihe »In den Straßen von Berlin« finden Sie hier.
Bei meiner Recherche zum Portfolio »Siebzig Jahre – Siebzig Songs« stieß ich auch auf Instrumentals der Pop- und Rockgeschichte aus den späten 1950er und den frühen 1960er Jahren. Sie alle sind akustisch seit meiner Jugend fest im Gehör verankert. Beim heutigen Wiederhören, nach siebzig Jahren, lösen Stücke wie »Sail along Silv’ry Moon« von Billy Vaughn, »Red River Rock« von Johnny & The Hurricanes, »Mexico« von Bob Moore oder »Amapola« von den The Spotnicks einen wohligen Schauer aus.
Damals gehörten Instrumentals zum Hitparadenbild, blieben aber trotzdem die Ausnahme. Anfang der 1950er Jahre überwogen noch instrumentale Coverversionen von Vokalaufnahmen wie »Oh, mein Papa« von Eddie Calvert. Zu den Instrumentalstücken kann man auch Filmmusiken wie »Harry-Lime-Thema« von Anton Karas oder »Spiel mir das Lied vom Tod« von Ennio Morricone zählen. Aber auch in den 1970er Jahren gab es bekannte Instrumentals, wie »Albatross« von Fleetwood Mac oder «Egyptian Reggae« von Jonathan Rickman & Modern Lovers.
In westlichen Ländern entfällt im Pop- und Rockbereich nur etwa 1% aller veröffentlichten Titel auf Instrumentalmusik. Die Instrumentals müssen, um ein Hit zu werden, eine markante Instrumentation oder auffällige Rhythmik aufweisen. Um den Nachteil der fehlenden (nachsingbaren) Texte auszugleichen, ist es von Vorteil wenn sie sich zum »Ohrwurm« entwickeln; einige wurden zu Millionenseller. Aus dem Zeitraum 1950 bis 1977 habe ich 24 Instrumentalstücke herausgesucht (siehe unten), einige werde ich hier vorstellen.
Der britische Film »Der dritte Mann« (Original: »The Third Man«) von Carol Reed wurde nach einem Drehbuch von Graham Greene gedreht. Die Hauptfigur in dem in schwarzweiß gedrehten Film ist der amerikanische Autor Holly Martins (Joseph Cotten). Wegen eines Jobangebotes seines Freundes Harry Lime (Orson Welles) reist er in das Wien der Nachkriegszeit und wird dort in kriminelle Machenschaften hineingezogen.
Das auf der Zither gespielte »Harry-Lime-Thema« von Anton Karas, die expressionistischen Kameraperspektiven, Orson Welles’ viel zitierte »Kuckucksuhr-Rede« und die finale Verfolgungsjagd durch die Wiener Kanalisation machten den Film bekannt. Übrigens wurde der komplette Film mit Karas‘ Musik vertont. Ab Januar 1950 wurde der deutsch synchronisierte Film auch in Westdeutschland aufgeführt.
Während der Dreharbeiten sprach Orson Welles als Harry Lime improvisiert die Sätze »In den 30 Jahren unter den Borgias hat’s nur Krieg gegeben, Terror, Mord und Blut. Aber dafür gab’s Michelangelo, Leonardo da Vinci und die Renaissance. In der Schweiz herrschte brüderliche Liebe, 500 Jahre Demokratie und Frieden. Und was haben wir davon? Die Kuckucksuhr!» Diese »Kuckucksuhr-Rede« ging in die Filmgeschichte ein. Übrigens, die Schweizer haben niemals irgendwelche Kuckucksuhren hergestellt, sie kamen alle aus dem Schwarzwald.
Instrumentals der Rockgeschichte 1950 bis 1977
Anton Karas: »The Third Man Theme« (1950)
Eddie Calvert: »Oh, mein Papa« (1954)
Pérez Prado: »Cherry Pink And Apple Blossom White« (1955)
Bill Justis: »Raunchy« (1957)
Mitch Miller: »March from the River Kwai (Colonel Bogey)« (1957)
Duane Eddy: »Rebel Rouser« (1958)
Billy Vaughn: »Sail along Silv’ry Moon« (1958)
Johnny & The Hurricanes: »Red River Rock«, (1959
The Shadows: »Apache« (1960)
The Ventures: »Walk Don’t Run« (1960)
Bob Moore: »Mexico« (1961)
Billy Vaughn: »Wheels«, (1961)
Booker T. & the M.G.’s: »Green Onions« (1962)
Tornados: »Telstar« (1962)
The Spotnicks: »Amapola« (1963)
Horst Jankowski: »A Walk in the Black Forest« (1965)
Nini Rosso: »Il Silenzio« (1965)
Marcello Minerbi: »Zorba’s Dance« (1965)
Remo Four: »Peter Gun« (1966)
Fleetwood Mac: »Albatross« (1968)
Hugo Montenegro: »The Good the Bad And the Ugly« (1968)
Ennio Morricone: »Spiel mir das Lied vom Tod« (1968)
Eumir Deodato: »Also sprach Zarathustra« (1973),
Jonathan Rickman & Modern Lovers: »Egyptian Reggae« (1977)
In dieser Kategorie finden Sie Beiträge zu Songs und ihren Interpreten aus 70 Jahren Rock- und Pop-Geschichte 1946 bis 2016. In der Regel werden pro Jahr ein Song, manchmal auch mehrere, vorgestellt. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. In einer Tabelle habe ich die Songs auf die entsprechenden Videos/Audios verlinkt. Die Serie befindet sich zur Zeit im Aufbau und wird nach und nach vervollständigt. Jeder Artikel ist ein Auszug aus meinem für 2027 geplantes Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.
Kaiser Wilhelm II. ließ im Jahre 1895 die evangelische Gedächtnis-Kirche auf dem Breitscheidplatz erbauen. 1943 wurde sie durch alliierte Luftangriffe fast vollständig zerstört und von den ursprünglich fünf Türmen ist heute nur noch die Ruine des Hauptturms als Mahnmal gegen den Krieg zu sehen. Die von Egon Eiermann rund um die alte Turmruine geplante neue Kirche wurde 1961 eingeweiht. Sie besteht aus einem oktogonalen Kirchenschiff, einem rechteckigen Foyer, dem neuen Glockenturm und einer Gemeindekapelle. Das gesamte Ensemble ist mittlerweile denkmalgeschützt.
Touristen wird immer wieder erzählt, die Turmruine würde im Volksmund als „Hohler Zahn“, das neue Kirchenschiff und der Glockenturm als „Lippenstift und Puderdose“ bezeichnet. In meinen 55 Jahren in Berlin habe ich das nicht ein einziges Mal gehört. Um die Turmruine zu erhalten muss sie bautechnisch immer wieder einmal überarbeitet werden. Zurzeit ist sie vollständig eingehaust. Die Baustelle auf meinem Foto aus dem Jahr 2009 zeigt übrigens den Beginn der Bauarbeiten für das neue Zoofenster mit dem Waldorf Astoria-Hotel, das im Januar 2013 eingeweiht wurde.
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Die work in progress-Serie »In den Straßen von Berlin« besteht aus großformatigen Farb-Fotos aus dem Nach-Wende-Berlin. Die Photographien zeigen den Wandel des Stadtbildes seit dem Jahr 2000: Abriss des Palastes der Republik und neue Hotels, hauptsächlich im Ost-Teil der Stadt, Bautätigkeiten im alten Westen, das Tempelhofer Feld, das seit 2008 als Flugbahn ausgedient hat, Touristenströme am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, am Hauptbahnhof und im Lustgarten in Mitte. Das Portfolio wird laufend ergänzt. Ein Künstlerbuch ist für 2027 geplant.
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In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.
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In der Mythologie gehört die Meerjungfrau Undine zu den halbgöttlichen Elementargeistern. Sie lebt gewöhnlich in Waldseen oder Wasserfällen. Sie bekommt erst dann eine Seele, wenn sie sich mit einem Menschen vermählt. Einem untreuen Gatten bringt sie allerdings den Tod und sie selber muss ins Wasser zurückkehren, aus dem sie einst gerufen wurde. Anders als die Sagenfigur wehrt sich im Film Undine gegen den Fluch. Sie verliebt sich in Christoph, einem Industrietaucher (!), der in den Talsperren im Sauerland Unterwasserturbinen repariert. Gibt es zum Schluss einen weiteren Toten oder kehrt Undine ins Wasser zurück? Das sollte der Leser selber herausfinden und auf jeden Fall mal wieder ins Kino gehen, um die brachliegende Kinowirtschaft zu unterstützen und mit »Undine« eine zeitgenössische Verfilmung eines alten Mythos zu erleben.
Nachdem die Lichtspieltheater nach dem Lockdown Mitte März im Juli wieder öffnen durften, geht unsere Kino- Abstinenz erstmal zu Ende. Aber so einfach ist das nicht mehr, zunächst einmal braucht man eine Yorck-Kino-App, die lief auf meinem ›alten‹ Smartphone nicht; also musste nach fünf Jahren ein neues her. Die App zu installieren ging noch zügig, aber die vorhandenen Daten mit der Jahreskarte vom Yorck-Kino zu übernehmen machte schon mehr Schwierigkeiten. Dann ging alles schnell: zwei nummerierte Lieblingsplätze gebucht, QR-Code enthalten, im Kino vorgezeigt und gemeinsam mit 22 Besuchern in einem Saal mit 784 Plätzen, also in vorbildlichem Abstand verteilt, das Öffnen des roten Vorhangs erwartend.
Welchen Film haben wir nun gesehen? Es war »Undine« von Christian Petzold. Die Uraufführung fand bereits am 23.02.2020 während der Internationalen Filmfestspiele in Berlin statt, dann aber kam der Lockdown. Das Warten hat sich gelohnt. Wir sahen einen ausgezeichneten Film mit Paula Beer als Undine; die für ihre Rolle auf der Berlinale einen Silbernen Bären erhielt. Undine arbeitet als Stadtführerin in Berlin und lebt in einem kleinen, unpersönlichen Apartment. Hinter ihrem gewöhnlichen Leben verbirgt sich aber ein schwerwiegendes Geheimnis. Als sie von ihrem Freund Johannes wegen einer anderen Frau verlassen wird, holt der Fluch sie ein.
1949 – Fats Domino: »The Fat Man«. Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt …
Fats Domino wurde von einem Trompeter des Duke Ellington-Orchesters in einem Club in New Orleans entdeckt, der ihm seine erste Plattenaufnahme »The Fat Man« verschaffte. Der Song entwickelte sich mit den Jahren zu einem ersten Millionenseller im Rhythm & Blues. Der Titel war selbstironisch zu verstehen, denn der Dicke brachte schon damals ein erhebliches Übergewicht auf die Bühne. Es war der Beginn einer mehr als zehnjährigen Plattenkarriere und eine der Gründungssingles des Rock’n’Roll. Weitere Songs von ihm sind zu benennen: Blueberry Hill, I’m Walkin’, Aint That A Shame, Walking to New Orleans, My Girl Josephine und Jambalaya (on the Bayou).
Domino, der sein Klavier im Boogie-Stil spielte, gehörte mit Little Richard und Chuck Berry zu den einflussreichsten Musikern der Frühphase des Rock’n’Roll. Er hat eine lange Liste von Musikern geprägt. Der Song »Lady Madonna« von den Beatles war eine Hommage an das Klavierspiel Dominos. Der fühlte sich so geehrt, dass er es gleich in sein Repertoire aufnahm.
Antoine ›Fats‹ Domino Jr. wurde 1928 als eines von acht Geschwistern geboren. Die Domino-Familie hatte einen französisch-kreolischen Hintergrund; das erklärt auch die Zeile »Watchin‘ all these creole gals« in »The Fat Man«.
1986 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen; 2003 in die Blues Hall of Fame. Der Rolling Stone nahm ihn in seine Liste der 100 größten Künstler aller Zeiten auf. Außerdem verlieh ihm US-Präsident Bill Clinton 1998 die National Medal of Arts, die bedeutendste Künstlerauszeichnung, die der amerikanische Kongress verleiht. Für sein Lebenswerk wurde er mit einem Grammy ausgezeichnet. Domino starb im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in seiner Heimatstadt New Orleans.
Als Kontrastprogramm zu Fats Domino erinnere ich mich für das Jahr 1949 an den Song »Capri Fischer« von Rudi Schuricke. Der deutsche Komponist Gerhard Winkler schrieb das Lied bereits 1943; der Text stammt von Ralph Maria Siegel, dem Vater des Komponisten Ralph Siegel. Rudi Schuricke sang das Lied 1943 bei Polydor auf Schallplatte ein. Kurz danach wurde die Wiedergabe des Stücks im Rundfunk verboten, da die US-Armee 1943 bereits auf Capri gelandet war. So richtig bekannt wurde das Lied erst mit den Wirtschaftswunder-Jahren.
Das Lied steht exemplarisch für die deutsche Italiensehnsucht. Viele Westdeutsche konnten nach dem Krieg erstmals Urlaub am Mittelmeer machen. Das Lied beginnt mit dem Bild der bei Capri im Meer versinkenden Sonne; auf einer Insel, die als das exotische Paradies auf Erden erscheint. Schlager wie dieser, während des Krieges geschrieben, versuchten dem entbehrungsreichen Leben, Ausblick auf eine angenehme Zukunft entgegen zu setzen. Spätere deutsche Schlager griffen das Sehnsuchtsmotiv gerne wieder auf und ein eigenes Genre entstand. Das ursprüngliche Lied aber wurde ein Evergreen und gehört bis heute zum festen Repertoire vieler Künstler.
Songtext – Fats Domino: »The Fat Man«
They call, they call me the fat man
'Cause I weight two hundred pounds
All the girls they love me
'Cause I know my way around
I was standin', I was standin' on the corner
Of Rampart and Canal
I was watchin', watchin'
Watchin' all these creole gals
Wah wah wah, wah wah
Wah wah waah, wah wah wah
Wah wah waah, wah wah wah
Wah wah wah
Wah waah wah
I'm goin', I'm goin' goin' away
And I'm goin', goin' to stay
'Cause women and a bad life
They're carrying this soul away
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Während einer Schiffsfahrt über die Spree ist es unübersehbar und irritiert das Auge: Das spektakuläre Gebäude des deutsch-russischen Architekten Sergei Tchoban, der in Berlin unter anderem das Domaquaree und das Kino »Cubix« (beide in Mitte) entworfen hat. Der 36 Meter über die Spree hinausragende, dreigeschossige Ausleger scheint zu schweben. Der Blick von der Spree lässt zunächst nicht erkennen, was sich im Inneren des Hauses abspielt – aber mit dem Wort ›spielen‹ ist man auf dem richtigen Weg. Am Berliner Osthafen ›spielt‹ zwischen Universal, MTV, Modelabels und angesagten Clubs, die Musik.
Das Haus beherbergt seit 2010 das »nhow« – das sich als Musik- und Design-Hotel versteht und entsprechend ausgestattet ist. NH steht für die spanische Kette »Navarra Hoteles«. Im Inneren befinden sich zwei Tonstudios; Freizeitmusiker können eine Fender-Gitarre mit Verstärker (und Kopfhörer!) beim Roomservice bestellen und auch in den Badezimmern sollen Anschlüsse für eine Verbindung mit dem Tonstudio vorhanden sein. David Hasselhoff, der vor kurzem Berlin heimsuchte, hätte demnach unter der Dusche seinen neuesten Song aufnehmen können. Das Leitmotiv »Musik« zeigt sich auch in der hauseigenen Gallery: Anlässlich des 70. Geburtstags von Jimi Hendrix wurden Fotos von Frauke Bergemann über Hendrix´ letztes Konzert auf Fehmarn ausgestellt. nhow-Hotel
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Alles kommt aus dem Schwarz und verliert sich im Weiß [Louis-Bertrand Castel, Mathematiker]
2001 ging bei mir das ›analoge Zeitalter‹ in der Photographie mit einer letzten Serie »Sechsundreißig Tower« (die auf Malta entstanden ist) auf einem KODAK Tri-X-Film zu Ende. Heute kann ich jederzeit wählen, ob eine Serie in Farbe oder Schwarzweiß dem gewählten Thema am nächsten kommt. Übrigens: Mittlerweile hat Leica eine reine schwarzweiße-Digital-Kleinbildkamera im Programm.
Die herkömmliche Schwarzweiß-Fotografie hat allerdings heute als Massenmedium ihre Bedeutung verloren, aber ein hohes Maß an Ansehen erhält sie nach wie vor in der künstlerischen Fotografie und im Film. Seit dem Oscar-Erfolg 2012 des Films ›The Artist‹ wird das Schwarz-Verfahren wieder sehr geschätzt. Schon vorher haben Regisseure wie Jim Jarmusch, Woody Allen (›Manhattan‹), Michael Haneke (›Das weiße Band‹) oder die Coen-Brüder in Schwarzweiß gedreht und besonders in sogenannte Arthouse-Filme werden immer wieder einzelne Sequenzen eingebaut.
Die bewusste Wahl von Schwarzweiß-Bildern zwingen zu konzentriertem Sehen. Dabei werden Licht und Schatten, sowie Flächen, Linien und Strukturen präsenter. Durch die betont grafische Wahrnehmung wirken die Bilder authentischer und glaubwürdiger, die Farbe lenkt oft von der eigentlichen Bildaussage ab. Und sie heben sich wohltuend von den Reklame- und Modebildern und von Amateur- und Hobby-Bildern ab. Ihre stärkere künstlerische Wirkung wird geschätzt.
Dabei geht es nicht um das Nachahmen aus nostalgischen Gründen oder um das extreme Übertreiben der heutigen Hobbyfotografen mit ihren schwarzweißen Aufnahmen, die unnatürlich scharf und zu kontrastreich sind, sondern um den Inhalt – die Bildaussage.
Beim Betrachten von Schwarzweiß-Bildern spürt der Betrachter eher als bei Farbe, dass dies nicht die Realität ist, sondern ein Bild und dass es bei der Bildaussage weniger um Dokumentation geht, sondern um die Stimmungen im Foto. Siehe auch der Artikel »Schwarzweiß hat viele Farben«.
Die ganze Vielfalt, der ganze Reiz, die ganze Schönheit des Lebens besteht aus Schatten und Licht [Lew Nikolajewitsch Tolstoi]
Übersicht der Artikel der Kategorie »Texte zur Photographie«
Die Geschichte des Fliegens auf dem Tempelhofer Feld begann um 1900 mit der Stationierung der militärischen Luftschifferabteilung. Im August 1909 startete hier während einer mehrwöchigen Flugschau der erste Zeppelin und landete anschließend in der Jungfernheide. Der Luftfahrtpionier Orville Wright führte Demonstrationsflüge durch und stellte dabei den Höhenweltrekord von 172 Metern auf. Der Ruf nach einem richtigen Flugplatz wurde immer lauter und es entstand ein erster in Johannisthal. Zu weit von der Stadtmitte entfernt, stellte man bald darauf fest und so begann 1922 der Bau eines Flughafens in Tempelhof.
1923 wurde der Flughafen Tempelhof offiziell in Betrieb genommen. Im ersten Jahr starteten 150 Flüge mit insgesamt 100 Passagieren. Tempelhof entwickelte sich zum wichtigsten Flughafen Europas und wurde auf Dauer zu klein. Planungen für den Zentralflughafen Tempelhof mit der heutigen Bebauung begannen. 1942 wurde der Weiterbau eingestellt. Die Gebäude wurden Teil der von den Nazis geplanten Nord-Süd-Achse für die “Welthauptstadt Germania”. Ingesamt war Tempelhof zu dieser Zeit der größte zusammenhängende Gebäudekomplex der Welt.
1945 übernahm die US-Air-Force den Flughafen Tempelhof von den sowjetischen Besatzern. Vom Juni 1948 bis zum Mai 1949 wurden alle Zufahrtswege nach Berlin (West) durch die Sowjets blockiert. Der Flughafen bekam während dieser Zeit eine völlig neue Bedeutung – die Berliner Luftbrücke entstand. Teilweise im 90-Sekunden-Takt starteten und landeten die Flugzeuge (“Rosinenbomber”), um die Versorgung von Berlin sicherzustellen. Ab 1950 wurde der Flughafen auch für die zivile Nutzung freigegeben. Die drei westalliierten Fluggesellschaften Pan Am, BEA und Air France flogen nun regelmäßig Tempelhof an. Mit dem Ende der Teilung Deutschlands und dem Baubeginn des neuen Flughafens Schönefeld endete am 30. Oktober 2008 der Flugbetrieb in Tempelhof.
Seit Mai 2010 ist das ehemalige Flughafen-Gebiet öffentlich zugänglich. Der Volksmund sagt “Wer am höchsten fliegt, sieht am weitesten”, das stimmt sicherlich. Für uns Städter allerdings ist auch der Besuch des Tempelhofer Feldes schon ein Ereignis an sich. Endlich können wir einmal den Horizont wahrnehmen und an die 2.500 Meter weit sehen. Kein Baum, Strauch und oder Gebäude, nichts stört die Sicht. 386 Hektar freies Feld bieten mitten in der Stadt eine grandiose Fernsicht.
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Die »Sommerfrische« macht ihrem Namen hier alle Ehre: Es ist Sommer und gleichzeitig frisch. Aber die Natur scheint sich dabei wohl zu fühlen, sie hat das aufgegebene Gewächshaus am Rande des Hestenbergs, dem ›Hausberg‹ von Plettenberg, inzwischen zurückerobert. Die klassische Sommerfrische wird übrigens im Wörterbuch der Brüder Grimm definiert als »Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit«. Leider ist das wohlklingende Wort mit dem Aufkommen des modernen Tourismus dem banalen Begriff »Urlaub« geopfert worden.
Heute beginne ich mit der neuen Serie »In den Straßen von Berlin«, der Titel ist selbsterklärend. Den Anfang macht der Savignyplatz mit dem 2007 neu erstellten Eingangshäuschen am Südrand des Gartendenkmals. In Anlehnung an historische Pläne baute die Gasag hier eine Gasdruckregelanlage ein und verzierte das Häuschen mit ›Kunst am Bau‹. Die Arbeit »Through the Looking Glass« stammt von der Berliner Künstlerin Ute Lindner. Anstelle des ehemaligen Durchgangs zum Park befindet sich hier nun eine Personengruppe als Hintergrundmalerei auf Glas, die in einen imaginären Raum Richtung Park sieht. Abends sind die Menschen als Schatten vor der blau beleuchteten Wand zu sehen. Auf der Rückseite des Gebäudes erblickt man dieselbe Gruppe von vorne. Zentrales Thema der Arbeiten von Ute Lindner ist die ›Spiegelung‹.
Der Spiegel ist nämlich eine Utopie, sofern er ein Ort ohne Ort ist. Im Spiegel sehe ich mich da, wo ich nicht bin: in einem unwirklichen Raum, der sich virtuell hinter der Oberfläche auftut; ich bin dort, wo ich nicht bin, eine Art Schatten, der mir meine eigene Sichtbarkeit gibt, der mich mich erblicken lässt, wo ich abwesend bin: Utopie des Spiegels. [Michel Foucault, »Andere Räume«]
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