Anmerkungen zum Portfolio/ zur Kategorie »Sonntagsbilder»
Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.
Am 26. Februar 2012 erschien in meinem Blog das erste Sonntagsbild. Und jeden Sonntag gab es ein neues – Ausnahmen bestätigten die Regel. Die Sonntagsbilder stammen aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, das ich 2005 abgeschlossen habe. Aber der Titel Sonntagsbild ist einfach ein zu schöner Titel. Unter dieser Prämisse führe ich die Kategorie »Sonntagsbilder« in meinem Blog bis auf weiteres mit Fotos aus meinem Archiv und mit neuen Aufnahmen weiter.
In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.
Eine Übersicht über alle Artikel der Kategorie finden Sie unter »Zitat des Monats«.
Im Jahr 2016 jährt sich zum 40. Mal die Gründung der »Werkstatt für Photographie« in Berlin-Kreuzberg (1976) und gleichzeitig deren Ende vor 30 Jahren (1986). Aus diesem Anlass gibt es im Kunstquartier Bethanien die Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie« zu sehen. Die Eröffnung findet am 8. April 2016, 19 Uhr, statt (siehe mein ausführlicher Artikel Szenen aus der Werkstatt für Photographie 1976-1986).
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zwölf künstlerischen Arbeiten von Teilnehmern des Projektkurses von Peter Fischer-Piel am Photocentrum der VHS Friedrichshain-Kreuzberg. Im Katalog gibt es ein Interview mit Thomas Leuner, der damals als Dozent dort tätig war und kurzeitig auch die Werkstatt für Photographie mit geleitet hat. Im Rahmen des Projektkursus wurde das Interview geführt und ist nun auf YouTube als halbstündiger Film zu sehen: Thomas Leuner spricht über die Werkstatt für Photographie.
Einladung zur Vernissage »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie«
Im Jahr 2016 jährt sich zum 40. Mal die Gründung der »Werkstatt für Photographie« in Berlin-Kreuzberg (1976) und gleichzeitig deren Ende vor 30 Jahren (1986). Aus diesem Anlass habe ich die Photographien rund um die Werkstatt-Aktivitäten aus meinem Bildarchiv ausgewertet und zu einer Serie mit 164 Photos unter dem Titel »Szenen aus der Werkstatt für Photographie 1976-1986« zusammengestellt.
Eine Auswahl von 34 Photographien ist jetzt in der Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie« im Studio 1 im Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin-Kreuzberg, vom 9. bis 17. April 2016, täglich von 14 – 20 Uhr, zu sehen. Zur Vernissage am 8. April 2016, 19 Uhr; zur Führung durch die Ausstellung am 12.04.2016, 18 Uhr; zur Podiumsdiskussion am 14.04.2016, 18 Uhr und zur Finissage am 17.04.2016, ab 18 Uhr, sind Sie herzlich eingeladen.
Zur Ausstellung erscheint dazu ein Katalog mit zwölf künstlerischen Arbeiten von Teilnehmern des Projektkurses von Peter Fischer-Piel am Photocentrum der VHS Friedrichshain-Kreuzberg. Es nehmen teil: Wolf Abraham, Maren Baldeweg, Aline Calmet, Stefan Doß, Peter Fischer-Piel, Bernd Große, Ania Kaszot, Torsten Kröger, Heike Reichenstein, Uwe Schumacher, Frank Seeger und Kirsten Steiner. Die Textbeiträge haben Enno Kaufhold und Peter Fischer Piel verfasst; Thomas Leuner und Ursula Kelm gaben Interviews. Illustriert wird der Katalog mit meinen oben genannten Fotos, den damaligen Ausstellungsplakaten und Dokumenten der Werkstatt.
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Die diesjährigen Internationalen Filmfestspiele standen angeblich unter dem Slogan „Recht auf Glück!“ Aber was das genau bedeuten soll, wurde während der zehn Festivaltage nicht klar. Ganz klar war dagegen, dass wir wieder einmal ein politisches Festival erlebten, das zeigt sich auch darin, dass die sieben silbernen Bären und insbesondere der Goldene Bär nach politischen Gesichtspunkten vergeben wurden. Der Hauptpreis, der Goldene Bär für den besten Film, ging an das dokumentarische Flüchtlingsdrama »Fuocoammare« von Gianfranco Rosi.
Entsprechend des JOURNAL-Mottos: Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst, haben wir fünfzehn Filme herausgesucht, die eher in den künstlerischen Bereich fielen. Allerdings hielten nicht alle, was sie versprachen. Die Bewertung der Jury kann man nicht immer als Maßstab nehmen und auch die Bewertung der Kritiker fiel oft gegensätzlich aus. So soll es ja auch sein! Die folgenden fünf Filme habe ich bereits in den letzten Tagen im Journal ausführlich vorgestellt, die restlichen zehn heute mit jeweils einer Kurzkritik, die nichts anderes als meine persönliche Meinung wiedergibt.
»Hail, Caesar!« von Joel und Ethan Coen, Artikel: Wäre es bloß so einfach! Es ist sicherlich nicht der beste Film der Coen-Brüder, aber trotzdem meine Empfehlung: Sehenswert allein schon wegen Scarlett Johansson als zauberhaft kratzbürstige Meerjungfrau und George Cloony mit der kuriosesten Haarfrisur der neueren Filmgeschichte (außer Konkurrenz).
»Boris sans Bèatrice« von Denis Côté, Artikel: Einen liebenswerten Mann hassen? Mit vielen herrlichen fotografischen Bildern, Tableau vivants, die auf das Innenleben des Protagonisten hindeuten. Meine Empfehlung: Wenn er in die Kinos kommt unbedingt ansehen.
»Chi-Raq« von Spike Lee, Artikel: No Peace, No Pussy! Einen besonderen Bären hätte Spike Lees umwerfender neuer Film “Chi-Raq” alle Male verdient, allein schon wegen der Musik: eine Art West Side Story mit Hip-Hop- und Beat-Rhythmen; leider lief er nur außer Konkurrenz. Fazit: sehr empfehlenswert.
»Genius« von Michael Grandage, Artikel: „Der Lektor mit dem Rotstift und das chaotische Genie“. Hier wurde viel rote Tinte verspritzt, haufenweise Papier zerknüllt und wurden viele Worte in die Schreibmaschine gehackt. Den ganzen Film über hat der Lektor seinen Hut auf. Als er den Abschiedsbrief von seinem Autor erhält geschieht das Unfassbare: Zum ersten Mal nimmt er seinen Hut ab. Dem kann man nur beipflichten: Chapeau für einen starken Beitrag.
»Midnight Special« von Jeff Nichols, Artikel:»Achtung! Kind!« Ein Kind mit einzigartigen Fähigkeiten oder ein neuer Messias? Eine lange Zeit lässt sich der Film nicht einordnen, aber in den zwei Stunden hat er sich zu einem Familiendrama, politischen Thriller und Science-Fiction-Film entwickelt. Das hört sich erstmal ungewöhnlich an, aber wenn man sich darauf einlässt, kann die Empfehlung nur lauten: Ansehen und sich begeistern lassen.
»Mahana« (Der Patriach) von Lee Tamahori, der im ländlichen Neuseeland der 1960er Jahre spielt. Zwei Maori-Familien, die vom Schafescheren leben, sind seit Jahrzehnten verfeindet. Jetzt aber rebelliert ein Schüler gegen den patriarchalischen Großvater und bringt damit die Feindschaft ins Wanken. Hervorzuheben sind die herrlichen Ausblicke auf die wunderschöne, unberührte Landschaft aus sanften Hügeln, mit unzähligen Schafen und mit viel Regen und Nebel (außer Konkurrenz).
»A Dragon Arrives!« von Mani Haghighi. Das Ungeheuer wohnt unter einem Friedhof, in der Nähe eines Schiffswracks mitten in der iranischen Wüste. Wahrheit, Lügen und Mysterien sind die Grundlagen der verwirrenden Story, aber unvergessen bleiben die herrlichen Bilder der Wüstenlandschaft und das Innere des Schiffswracks.
»Chang Jiang Tu« (Crosscurrent) von Yang Chao, ist eine Reise durch Raum und Zeit. Mit seinem Frachtschiff fährt der junge Kapitän Gao Chun auf dem Jangtse flussaufwärts, zugleich sucht er nach der Liebe seines Lebens. Doch alle Frauen, die er in den verschiedenen Häfen trifft, sind eine einzige Person: ein zauberisches Wesen, das immer jünger wird, je näher er dem Quellgebiet des Jangtse kommt. Ein bildgewaltiger Film, den man aber nicht erklären kann, vielleicht muss man es auch nicht (Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung).
»24 Wochen« von Anne Zohra-Berrached, »erzählt von einer Kabarettistin, die ein behindertes Kind erwartet und im siebten Monat abtreibt. Dazu kann man alle möglichen Meinungen haben. Der Film ergreift keine Partei, er zeigt einfach nur. Ein guter Film ist fast immer ein Film, der sich mit Urteilen über seine Figuren zurückhält« (Harald Martenstein im Tagesspiegel)
»L’Avenir« (Things to Come) von Mia Hansen-Love. Isabelle Huppert spielt wie immer, diesmal die alternde Frau; ihr Mann liebt eine Jüngere; die depressive Mutter nervt; ein junger Mann, ihr ehemaliger Schüler, will auch nicht so richtig etwas von ihr wissen und ihr Verlag teilt ihr mit, dass ihre anspruchsvollen Bücher nicht mehr in das Marketingkonzept hineinpassen. Fazit: Das Leben geht weiter, aber den Film muss man nicht unbedingt ansehen (Silberner Bär für die Beste Regie)
»News from Planet Mars« von Dominik Moll. Der Protagonist Philippe Mars (sic!) möchte es allen recht machen: Sein Sohn ist ein Hardcore-Vegetarier; seine Tochter eine zwanghafte Streberin, seine Schwester stellt übergroße Gemälde von ihren nackten Eltern aus und der psychisch angeschlagene Kollege läuft im Büro Amok. Dadurch gerät die kleine Welt des Protagonisten aus der von ihm gewünschten Umlaufbahn (außer Konkurrenz).
»Saint Amour« von Benolt Deléphine und Gustave Kervern. Ein Bauer (Gérard Depardieu), sein Sohn und ein junger Taxifahrer unternehmen eine Rundreise zu den bekannten Weinanbaugebieten in Frankreich, dabei kosten sie nicht nur die edlen Tropfen, sondern auch die Freuden der Liebe. Übrigens: Michel Houellebecq hat einen Gastauftritt als Vermieter einer Ferienwohnung. Die Komödie lief außer Konkurrenz und wird sicherlich in die Kinos kommen, unbedingt ansehen muss man ihn aber nicht.
»United States of Love« von Tomasz Wasilewski. Der Film erzählt von vier Frauen, die aus der Enge der polnischen Provinz ausbrechen wollen und von einem sinnlicheren Leben träumen. Annehmbar, aber der Silberne Bär für das Beste Drehbuch ist für mich nicht nachvollziehbar.
»Alone in Berlin« (Jeder stirbt für sich allein) von Vincent Perez. Harald Martenstein hat den Film in seiner täglichen Kolumne im Tagesspiegel wie folgt „ausführlich“ zusammengefasst: „Na ja!“. Mehr gibt dazu auch nicht zu sagen.
»Death in Sarajevu« von Danis Tanovic. In Sarajewo treffen sich auf einem großen Empfang zum hundertjährigen Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges Europas Politiker. Der Film besteht hauptsächlich aus einem Fernseh-Interview und dem Streik des Hotelpersonals. Warum er den Silbernen Bären, den Großen Preis der Jury, erhalten hat, ist rätselhaft.
Eine lange Zeit lässt sich der neue Film von Jeff Nichols nicht einordnen: Breaking News im Fernseher; der kleine Junge Alton, gespielt von Jaeden Lieberher, ist entführt worden. Die vermeintlichen Entführer sehen sich das sorglos an und auch Alton zeigt keine Angst, obwohl seine Augen mit einer großen, blauen Schutzbrille bedeckt sind.
Alle drei machen sich mit dem Auto in der Nacht zu einem unbekannten Ziel auf. Zur selben Zeit umstellt das FBI die Kirche einer religiösen Sekte und verhört die Anwesenden mit dem Ergebnis, dass diese gleichfalls hinter Alton her sind. In ihren Augen hat er eine besondere Gabe, die ihn zur Rettung der Menschheit oder zu einer tödlichen Waffe macht.
Alton hat paranormale Fähigkeiten: er kann alles Elektrische fernsteuern und aus seinen Augen schießen manchmal mysteriöse Strahlen, die die Erde zum Wanken bringt. Auch kann er streng geheime Codes entschlüsseln. Woher Alton kommt, wo die Reise hingeht und warum er von einer ganzen Armada von FBI-Fahrzeugen verfolgt wird, wird im Laufe des Films immer ein Stück klarer, bleibt aber bis zum Ende nicht ganz vollständig. Eine größere Rolle spielen noch sein Vater Roy (Michael Shannon) und die Mutter Sarah (Kirsten Dunst).
Die Gala schreibt: »Der Film lässt Interpretationsspielraum, fordert die Fantasie des Publikums und lädt zur Diskussion lange nach dem Abspann ein. Was würde einen heute schon noch das Ende von ‚Inception‘ beschäftigen, wüsste man ganz genau, ob der vermaledeite Kreisel nun umgefallen ist, oder nicht?«
In den zwei Stunden Kino hat sich Midnight Special zu einem Familiendrama, politischen Thriller und Science-Fiction-Film entwickelt. Das hört sich erstmal ungewöhnlich an, aber wenn man sich darauf einlässt, kann die Empfehlung nur lauten: Ansehen, sich begeistern lassen und der Fantasie ihren Lauf lassen.
Der Lektor Maxwell Perkins (Colin Firth) bekommt im New York der Zwanziger Jahre einen ungeordneten Haufen von Tausend Papierseiten von einem unbekannten Autor namens Thomas Wolfe (Jude Law) auf seinen Schreibtisch geknallt. Nachdem Perkins bereits Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald erstmals unter Vertrag genommen hat, ist er sofort davon überzeugt, ein neues Genie entdeckt zu haben. Wolfe ist bereits bei allen anderen Verlagen abgeblitzt ist und hat nun bei Perkins Glück. Gemeinsam machen sie sich an die Arbeit, das Werk auf eine vernünftige Größe zu reduzieren. Ein mehrjähriger Kampf um die richtigen Formulierungen beginnt.
Der britische Theaterregisseur Michael Grandage, der hiermit seinen ersten Film realisiert, hatte es bei dem umfangreichen Stoff, Lektor und Schriftsteller bei der Arbeit zuzusehen, nicht einfach. Da musste schon viel rote Tinte verspritzt, haufenweise Papier zerknüllt und viele Worte in die Schreibmaschine gehackt werden. Es gibt auch schon mal eine Seite, auf der so viele Sätze dem Rotstift zum Opfer fallen, dass am Ende von der Seite gar nichts mehr übrigbleibt.
Gut, ob ein Lektor und sein Schützling die Seiten im Stehen und Gehen auf New Yorks Straßen und Bahnhöfen redigieren, ist sicherlich nicht realistisch, so kam aber mehr Aktion in den Film. Und dann gibt es noch die kleinen Feinheiten und liebenswerten Marotten; Perkins hat den ganzen Film über seinen Hut auf, selbstverständlich auch im Büro und natürlich benutzt er im Regen zusätzlich einen Regenschirm während sein Gegenspieler barhäuptig im Regen tanzt und in die Pfützen pascht.
Die Berliner Morgenpost schreibt: »Und wir lernen sehr viel über das Schreiben und über die Schreiber. Dass Genie eben immer auch Wahnsinn heißt. Das Genies aber auch immer jemanden brauchen, der den Wahnsinn zügelt. Der Autor kämpft um jede Zeile. Und schimpft einmal, wie gut, dass Perkins Tolstoi nicht lektoriert hat, sonst hätte man nur Krieg und Nichts. Und der Lektor ist gar nicht so sicher, ob er die Bücher wirklich besser macht. Und nicht nur anders.«
Nach dem Erfolg beginnen die Probleme: Das erste Buch hatte Wolfe seiner Geliebten gewidmet, die dann aber auch ebenso schnell abgeschoben wurde; das zweite widmete er seinem Lektor und es klingt zugleich wie eine Grabinschrift. Am Ende des Films lässt ein Gehirntumor Wolfe am Strand zusammenbrechen und auf dem Krankenbett schreibt er mit letzter Kraft einen Abschiedsbriefbrief an Perkins. Als dieser später den Brief öffnet, geschieht das Unfassbare: Zum ersten Mal nimmt er seinen Hut ab. Dem kann man nur beipflichten: Chapeau für einen starken Beitrag auf der diesjährigen Berlinale.
Einen besonderen Bären hätte Spike Lees umwerfender neuer Film „Chi-Raq“ alle Male verdient, allein schon wegen der Musik: eine Art West Side Story mit Hip-Hop- und Beat-Rhythmen; leider lief er nur außer Konkurrenz.
Kurz zum Inhalt: Lysistratas (Teyonah Parris) Geliebter Chi-Raq (Nick Cannon) liefert sich mit seiner Gang Straßenschlachten mit der ebenfalls schwarzen Gang von Cyclop (Wesley Snipes).
Immer wieder gibt es Tote, diesmal traf ein Querschläger das kleine Mädchen Patti. Um dem Treiben endlich Einhalt zu gebieten trommelt Lysistrata die Girls aus beiden Lagern unter dem Schlachtruf »No peace, no pussy!« zusammen.
Wie es weitergeht, deutet der Name der Protagonistin an. In der bekannten Komödie des griechischen Dichters Aristophanes Lysistrata verschwören sich die Frauen gegen die Krieg führenden Männer; sie verweigern sich ihren Gatten, um den Frieden zu erzwingen.
Nach über zwei Filmstunden, die einem in den sehr engen Reihen des Friedrichstadtpalasts überhaupt nicht zu lang vorkamen, hatten die Frauen ihr Ziel erreicht; die Anführer der Gangs Spartaner und Trojaner unterzeichneten einen Waffenstillstands-Vertrag. Durch den gesamten Film führt Dolmedes (Samuel L. Jackson) als fiktiver Erzähler.
Chicago heißt im Film provokant Chi-Raq, weil dort genauso viele junge Schwarze ermordet wurden wie im gleichen Zeitraum in den Kriegen in Afghanistan und Irak: Zwischen 2001 und 2015 starben 7356 US-Soldaten durch Waffengewalt (die meisten waren schwarz), eine „nationale Notlage“ hat Spike Lee mit großen, roten Lettern am Anfang des Films mitteilt.
Er attackiert die Waffen- und Finanzlobby, die US-Regierung und die Gangsterbosse gleichermaßen. Chicagos Bürgermeister (im Film D.B. Sweeney als McCloud) passte der Titel nicht, er hatte sich mit Spike Lee im Vorfeld getroffen und bat um Änderung.
DER SPIEGEL schreibt: „Denn Chi-Raq ist ein wildes Experiment … das flammend (und zuweilen ein bisschen zu didaktisch) für Liebe, Humanismus und Gerechtigkeit plädiert und gleichzeitig so fett, dynamisch und groovy wie ein Rap-Track wirkt … Durchtrainierte, leichtbekleidete Männer- und Frauenleiber winden und gerieren sich lasziv zu Beats und Soulmusik, die Dialoge werden, ihrer klassischen Vorlage gerecht, gereimt“.
Auch die deutschen Untertitel waren von hoher Qualität, auch sie waren gereimt (sic!), was auf Experten aus der Hip-Hop-Szene schließen lässt. Der Film ist kein naturalistisches Schicksalsdrama, sondern eine »pralle, mit Witz, Satire und viel Musik angereicherte Variante von Lysistrata«. Fazit: sehr empfehlenswert, ein Top-Favorit von zehn bisher auf der Berlinale gesehenen Filmen; ganz einfach, weil er gänzlich aus dem Rahmen fällt.
Ein Mann steht, mit dem Rücken zur Kamera, auf einer mit hohem Gras bewachsenen Wiese; im Hintergrund sieht man den Rand eines Waldes. Plötzlich vibriert das ganze Kino; mit ohrenbetäubendem Lärm nähert sich dem Mann ein schwerer Hubschrauber, der scheinbar zur Landung ansetzen will; das Gras wird in Wellenbewegungen auf den Boden gedrückt.
Sowas kann man nur im Kino in bester Qualität auf einer riesengroßen Leinwand beinahe körperlich selbst erleben. Man denkt unwillkürlich an »Another Brick In The Wall Part 1« von Pink Floyd. Im Hubschrauber selbst kann man keinen Menschen erkennen, auch keinen Piloten; am Ende des Films sieht man diese Szene noch einmal, aber so richtig über die Bedeutung wird der Zuschauer nicht aufgeklärt. Man muss sich seinen Teil denken.
Kurz die Geschichte: Es geht um die zerbrochene Ehe zwischen dem reichen Unternehmer Boris und einer Ministerin der kanadischen Regierung namens Beatrice, die in Depressionen verfallen ist. Eines Nacht trifft sich Boris (James Hyndman) im Wald mit einem mysteriösen Unbekannten (Denis Lavent, bekannt aus Leos Carax »Die Liebenden von Pont-Neuf«). Ob es den nun wirklich gibt oder ob es sein eigenes Gewissen, eine Stimme aus dem Jenseits oder ein Psychoanalytiker ist, sei dahingestellt. Jedenfalls sagt der Unbekannte, wenn du deine Frau noch liebst, musst du dich ändern. Boris, ein Macho par exellence, geht immer mehr in sich und ändert so langsam sein Leben. Er wirft die Geliebte hinaus, versöhnt sich mit Mutter und Tochter. Und langsam findet sich Bèatrice (Simone-Èlise Girad) wieder in die Welt zurück.
Auf der Pressekonferenz wurde neben dem Tantalus-Mythos, in dem der Held, nachdem er gegen die Götter frevelte, einen Fluch auf sich lud, wie auch Dantes Inferno von der Hölle, auf dem Läuterungsweg zum Paradies (übrigens auch mit einer Beatrice) angesprochen.
In der Eingangsszene mit dem Hubschrauber wird das bereits angedeutet: Die Ruhe im Paradies und der Lärm der Hölle. Gut, ganz so intellektuell, wie sich das jetzt anhört, ist der Film nicht, eher eine zeitgenössische Rock-Version der griechischen Mythologie.
Neben der Hubschrauber-Szene finden wir viele herrliche fotografische Bilder im Film, Tableau vivants, die auf das Innenleben des Protagonisten hindeuten. Er stellt sich den Versäumnissen seines Lebens und gewinnt langsam die Kontrolle über das Leben zurück. Meine Empfehlung: Wenn »Boris sans Bèatrice« in die Kinos kommt unbedingt ansehen, allein schon wegen der herrlichen Bilder (Kamera: Jessica Lee Gagnè).
Die Coen-Brüder haben wieder einmal zu geschlagen, mit dem Eröffnungsfilm der 66. Filmfestspiele Berlin (2011 waren sie mit True Grit am Start). Der Film »Hail, Caesar!« mit George Cloony, Ralph Fiennes, Tilda Swinton und Scarlett Johannsson ist eine Hommage an die Studiofilme Hollywoods der frühen fünfziger Jahre mit Szenen aus Musicals, Western und Krimis der Schwarzen Serie.
Als Rahmenhandlung dient die Produktion des Sandalenfilms »Hail, Caesar«, dessen Hauptdarsteller Baird Whitlock (Cloony mit herrlich dämlichem Grinsen) von einer kommunistischen (sic!) Zelle »The Future« entführt wird (McCarthy-Ära!), die nun vom Produktionsleiter Eddie Mannix (Josh Brolin) 100.000 Dollar Lösegeld fordert.
Dieter Kosslick hatte im Vorfeld betont, das Festival werde Filme zu den Krisenherden der Welt zeigen, aber auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen. Der Eröffnungsfilm gehört ›110prozentig‹ zur zweiten Kategorie. Ein Ersatzschauspieler, der bisher nur als singender Cowboy auftrat, bringt keine fünf zusammenhänge Worte heraus (»Wäre es bloß so einfach!«); ein Produktionsleiter muss sich mit zwei zickigen Klatschreporterinnen (Swinton in einer Doppelrolle) herumschlagen und wie nachts vor der kommunistischen Zelle im Ruderboot auf dem Ozean plötzlich ein russisches U-Boot auftaucht, das ist schon aberwitzig und grotesk.
Der Film »mag keinen in die Tiefe gehenden Anspruch haben, ist an manchen Stellen schlichtweg ein wenig albern und setzt sich kaum ernsthaft mit den Abgründen des Filmgeschäfts auseinander. Doch solch einen witzigen, unterhaltsamen und vergnüglichen Film muss man erst einmal zustande bringen« (Deutsche Welle).
In diesen Tagen läuft der Film, der außer Konkurrenz gezeigt wurde, bereits in den Berliner Kinos an. Es ist sicherlich nicht der beste Film der Coen-Brüder, aber trotzdem meine Empfehlung: Sehenswert allein schon wegen des Wasserballetts und einer zauberhaft kratzbürstigen Meerjungfrau (Johannsson). Trailer 1, Trailer 2
… und in viele Rollen schlüpfte: David Bowies Karriere – vorgestellt anhand von zehn Songs
Here am I sitting in a tin can/ Far above the world/ Planet earth is blue/ And there’s nothing I can do [aus: David Bowie »Space Oddity«]
Anhand meiner Top Ten stelle ich heute, zum Schluss der dreiteiligen David Bowie-Reihe, die wichtigsten musikalischen Stationen seiner Karriere vor:
David Bowie: »Space Oddity« (Album: „Space Oddity“, 1969)
David Bowie: »Ziggy Stardust« (Album: »The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders From Mars«, 1972)
David Bowie: »Rebel Rebel« (Album: «Rebel Rebel« (Album: »Station to Station«, 1976)
David Bowie: »Heroes«, 1977, (Album: „Heroes«, 1977)
David Bowie: »China Girl«, 1983 (Album: »Let’s Dance“, 1983)
David Bowie: »Let’s Dance«, 1983 (Album: »Let’s Dance«, 1983)
David Bowie: »Modern Love« (Album: »Let’s Dance«, 1983)
David Bowie: »Absolute Beginners«, 1984, aus dem Album: »Tonight«
David Bowie: »Blue Jean«, 1984, aus dem Album: »Tonight“
David Bowie: »Where Are We Now«, 2013, aus dem Album: »The Next Day«
Mit seinen kunstvollen Paradigmenwechseln schaffte David Bowie einen immer wieder überraschenden und anhaltenden vierzigjährigen Erfolg als androgyner Rockstar. Kurz vor der Mondlandung von Apollo 11 gelang Bowie mit seinem zweiten Album und der gleichnamigen Single »Space Oddity« 1969 sein erster Hit. Der Song wurde von Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey inspiriert und stellte die Figur des Major Tom in Bowies Werk vor. Viele weitere Rockstars übernahmen die Figur, so Peter Schilling in Major Tom (völlig losgelöst); in Terrence Loves You von Lana Del Ray heißt es in einer Zeile »Ground control to Major Tom. Can you hear me all night long?« und in Bowies Ashes to Ashes heißt es im Refrain »We know Major Tom’s a junkie, strung-out in heaven’s height, hitting an all-time low«.
Nach The Man Who Sold the World und Hunky Dory (beide 1971) wurde Bowie ein Jahr später mit The Rise and Fall of Ziggy Stardust und der anschließenden Welttournee 1972 endgültig bekannt. Das lag auch an seiner neuen Rolle als Ziggy Stardust, dessen Aufstieg und Fall in einer dem Untergang geweihten Welt spielt. Aber sein Alter Ego Ziggy und die theatralische Bühnenshow mit ihren provozierend homoerotischen Zügen und dem knallrotem Haar legte er bald beiseite und trat, ein weiterer Imagewechsel, dann nur noch im Maßanzug auf. Für die Schaffensphase des Albums Station to Station verwandelte sich Bowie 1976 in eine weitere Kunstfigur namens Thin White Duke; der Titelsong Station zu Station beginnt mit der Zeile »The return of the Thin White Duke«. Sein exzentrischer Kleidungstil wechselte erneut, er trug nur noch eine schwarze Hose mit weißem Hemd und sein Auftreten war distanziert und unterkühlt.
Zu Bowies Berlin-Zeit und seinem Album Heroes um 1977 siehe Artikel Wir sind dann Helden für einen Tag . 1983 änderte sich Bowies Musikstil wieder einmal; man könnte ihn als Post-Disco bezeichnen, als tanzbaren Mainstream; Let’s Dance wurde eines seiner erfolgreichsten Alben. Der Song Absolute Beginners wurde vom Regisseur Julien Temple für den Titelsong des gleichnamigen Film über das Leben im London der Fünfzigerjahren verwendet. Der Film war kommerziell wenig erfolgreich. Danach war an die zehn Jahre nichts Neues von Bowie zu hören. 2013 singt er sich in die Siebzigerjahre mit Where Are We Now zurück. David Bowie: »Where Are We Now«, 2013. Noch einmal lässt Bowie in dem Song seine Berlin-Zeit Revue passieren. So schnell wird Berlin keinen neuen Thin White Duke hervorbringen. »A Man Lost in Time«.
Had to get the train/ From Potsdamer Platz/ You never knew that/ That I could do that/ Just walking the dead/ Sitting in the Dschungel/ On Nürnberger Straße/ A man lost in time/ Near KaDeWe/ Just walking the dead [aus: David Bowie »Where Are We Now«]
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Retrospektive des Pop-Fotografen Anton Corbijn bei C/O Berlin
Eigentlich fotografiert man so nicht: Schatten auf den Gesichtern der Porträtierten, raue Körnigkeit, harte Kontraste, nichts wird extra ausgeleuchtet und unscharf sind die Fotos oft auch, dafür aber poetisch und suggestiv; Anton Corbijn enthüllt auf diese Weise das Wesen der Rockstars hinter den üblichen Glanzbildern. Einige Bilder, in denen er nach Charakter, Schönheit und kreativer Auseinandersetzung des Porträtierten sucht, wurden zu Ikonen der Rockkultur, wie das mit Nick Cave vor der Backsteinmauer (siehe Foto). Nick Cave wollte im Studio aufgenommen werden und nicht draußen im nass-kalten englischen Wetter. Aber Corbijn ist kein Freund von Studioaufnahmen. Das Foto kam dann auf das Album-Cover von The Boatman’s Call (1997). Eher Street Photography als klassische Porträts.
Bei C/O-Berlin sind jetzt zu Corbijns 60. Geburtstag noch bis zum 31.01.2016 über 600 Künstlerporträts, eng gehängt, aus seinem 40-jährigen Schaffen zu sehen. Stars über Stars; er hatte sie alle vor der Kamera: Rolling Stones, Metallica, REM, Joy Division, Johnny Cash, David Bowie, Tom Waits, Depeche Mode, U2, Herbert Grönemeyer und viele andere, doch kaum Starfotos – die Fotos selbst sind die Stars; sie haben ihn großgemacht – und er die Stars. Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: Hollands Deep gibt einen Überblick über sein gesamtes Werk im Erdgeschoss und in 1-2-3-4 sind seine Arbeiten aus der Rockwelt im 1. Stock zu sehen und ›zu hören‹.
Du/ Könntest du schwimmen/ Wie Delphine/ Delphine es tun/ Niemand gibt uns eine Chance/ Doch können wir siegen/ Für immer und immer/ Und wir sind dann Helden/ Für einen Tag [aus: David Bowie »Helden«]
Zwischen 1976 und 1978 erlebte David Bowie im damaligen West-Berlin eine seiner kreativsten Phasen. In der ersten Zeit wohnte er bei Edgar Froese von Tangerine Dream im Bayrischen Viertel, wo er einen harten Entzug von kalten Drogen machte. Anschließend zog er in die Hauptstraße 155 in Berlin-Schöneberg in eine große Altbauwohnung, in der er zeitweise mit Iggy Pop zusammen lebte. Nach Bowies Tod am 10. Januar 2016 wurde die Hauptstraße 155 zum ›Wallfahrtsort‹ seiner Fans; ein Meer von Blumen und Lichtern entstand in den folgenden Tagen auf dem Bürgersteig vor dem Haus. Die Hauptstraße wurde provisorisch in David-Bowie-Straße umbenannt.
Drei Alben, die sogenannte Berlin-Trilogie: Low, „Heroes“ und Lodger entstanden während Bowies West-Berliner Zeit. Produziert wurden sie in den direkt an der Berliner Mauer gelegenen Hansa-Studios in der Köthener Straße in Berlin-Kreuzberg. Aus dem Kontrollraum des Meistersaals hatte man einen unverbauten Blick auf die Mauer und den Todesstreifen. Internationale Künstler wie Falco, Depeche Mode, Nick Cave, U2, Iggy Pop, waren vom Studio by the wall und die gute Akustik des Meistersaals fasziniert; allen voran David Bowie, der sich zum Song »Heroes« 1977 durch die Mauer inspirieren ließ. Die Anführungszeichen bei „Heroes“ sind Teil des Songtitels und sollten eine gewisse ironische Distanz zum romantisch-pathetischen Songtext zum Ausdruck bringen. David Bowie: „Heroes“, David Bowie: Helden, David Bowie: „Heroes“/Helden(englisch/deutsch)
I, I can remember (I remember)/ Standing, by the wall (by the wall)/ And the guns, shot above our heads (over our heads)/ And we kissed, as though nothing could fall (nothing could fall)/ And the shame, was on the other side/ Oh, we can beat them, forever and every [aus: David Bowie „Heroes“]
In the villa of Ormen/ Stands a solitary candle/ In the centre of it all/ Your eyes/ Something happened on the day he died/ Spirit rose a metre and stepped aside/ Somebody else took his place, and bravely cried: „I’m a blackstar, I’m a blackstar“ [aus: David Bowie „Blackstar“]
Am 8. Januar 2016, an David Bowies 69. Geburtstag, wurde sein 28. Studioalbum »Blackstar« veröffentlicht. Zwei Tage später starb er in New York. Von seiner Krebserkrankung, die er nicht öffentlich machte, wusste er bereits seit eineinhalb Jahren.
Diese Gewissheit hat die sieben Songs des Albums entscheidend geprägt; erschöpfte Atemgeräusche, eine kraftlose, brüchige Stimme und verstörende Videos stehen für die letzten Monate seines Lebens und seine künstlerische Auseinandersetzung damit. David Bowie: »Blackstar«, David Bowie: »Lazarus«.
Fast vierzig Jahre hat David Bowie, mal mehr und mal weniger, auch meine eigene Rockgeschichte begleitet: Es begann 1969 mit Space Oddity, das wiederum von Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey inspiriert war und führte die Kunstfigur des Major Tom in sein Werk ein.
Es folgte 1972 das Konzeptalbum The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars, in dem die Geschichte von Ziggy Stardust, dem Sinnbild eines sexuell promiskuitiven, von Drogenexzessen gezeichneten Rockstars vorgestellt wurde, der letztlich an seinem ausschweifenden Lebensstil scheiterte.
1976 erschien das Album Station to Station, in dem er sich sein Alter Ego, Thin White Duke, zulegte; eine schattenhafte Figur, die von Amerika zurück nach Europa kehrt, um ihre Wurzeln zu erkunden.
Während Bowies West-Berliner Jahre nahm er 1977 in den Hansa-Studios, direkt an der Mauer in Kreuzberg, sein vielleicht bestes Album Heroes auf; die Berliner Jahre sind aber einen eigenen Post wert.
Let’s Dance und das gleichnamige Album machten 1983 dann Bowie endgültig Disco tauglich. Nach Reality von 2003 legte er eine zehnjährige Schaffenspause ein, die er vor zwei Jahren (2013) mit The Next Day und der ausgekoppelten Single Where Are We Now, die inhaltlich Bezug auf Berlin nimmt und in der Tilda Swinton die weibliche Hauptrolle spielt, beendete.
Look up here, I’m in heaven/ I’ve got scars that can’t be seen/ I’ve got drama, can’t be stolen/ Everybody knows me now/ Look up here, man, I’m in danger/ I’ve got nothing left to lose/ I’m so high it makes my brain whirl/ Dropped my cell phone down below/ Ain’t that just like me? [aus: David Bowie „Lazarus“]
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