
Sonntagsspaziergang einer Dino-Familie
Von Friedhelm Denkeler,

Berichte aus Berlin von Friedhelm Denkeler zu Photographie und Kunst
Von Friedhelm Denkeler,

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Ein Spiegel, der sich abwendet? Stimmt, Nonfacial Mirror meidet Gesichter. Es hat etwas Ironisches, dass man sein Gesicht nur ansehen kann, wenn man es in ein Nicht-Gesicht verwandelt. Um sich selbst im Spiegel betrachten zu können, muss man das eigene Gesicht bedecken oder unkenntlich machen, so dass es nicht vom Gesichtserkennungsalgorithmus erfasst werden kann. Es erinnert einen daran, dass man als Mensch immer über sein eigenes Menschsein hinausdenken muss, um sich von der künstlichen Intelligenz abzuheben. Und es stellt sich die Frage: Was ist wahrer – das was wir sehen, oder das, was die Maschine für uns sieht?
[Drive Volkswagen Group Forum, Friedrichstraße 84, Text: Ausstellungsflyer »Ars Electronica«, Ausstellung noch bis zum 26. Oktober 2017]
Von Friedhelm Denkeler,

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In Brasilien wird der Künstler und Landschaftsarchitekt Roberto Burle Marx (1909-1994) als einer der Wegbereiter der heimischen Moderne verehrt. Seine Entwürfe für die Gestaltung der Hauptstadt Brasilia und vor allem für Rio de Janeiro prägen das Gesicht dieser Städte: insbesondere die weltberühmte, wellenförmige Pflasterung der Avenida Atlântica (1970) an der Copacabana. Die Ausstellung »Roberto Burle Marx: Tropische Moderne« in der KunstHalle by Deutsche Bank, Unter den Linden 13 in Berlin, ist bereits zu Ende gegangen.

Von Friedhelm Denkeler,

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Ein Mann befindet sich im Erdgeschoss der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz. Er fragt eine Verkäuferin: »Sagen Sie mal, haben sie hier keine Socken?« Die Verkäuferin erklärt ihm: »Keine Socken haben wir im dritten Stock, hier gibt es keine Schuhe!«

Von Friedhelm Denkeler,
»Wer bist Du? Bist Du Mensch oder Bot? Für uns, die Generation Smartphone, ist die Möglichkeit; immer und überall online sein zu können, ein wichtiger Bestandteil unserer Persönlichkeit. Auch wenn wir oft nicht wissen, mit wem wir da kommunizieren, wir stellen uns zumindest ein menschliches Wesen vor. Unsere Vorstellungskraft ist es auch, die uns hilft, dass wir uns in einer mehr oder weniger immateriellen Welt zurechtfinden können.

Die Arbeit »Body Paint« behandelt Körperlichkeit in einer Welt vernetzter Informationsgeräte. Durch die Aufhebung der Grenzen zwischen menschlichem Körper und Bildschirm, die beide dieselbe Farbe haben, stiftet die abgebildete Person Zweideutigkeit und Verwirrung und stellt in Frage, ob das Individuum auf dem Bildschirm Mensch oder doch nur eine Annäherung, eine möglich Abbildung ist. [Quelle: Ausstellungsflyer »Ars Electronica«]
In der Physik versteht man unter Interferenz die Überlagerung beim Zusammentreffen zweier oder mehrerer Wellenzüge. Wenn bei bilderzeugenden Rasterverfahren, Beispiel Digital-Kamera, das Objekt bereits gerastert ist (Pixelbild, Bildschirm) entsteht der Moiré-Effekt (von marmorieren). Er bezeichnet ein grobes Raster, das aufgrund der Überlagerung von regelmäßigen, feineren Rastern entsteht.
Das sich ergebende Muster ist den Mustern aus Interferenzen ähnlich ist. Dieser Effekt auf meinem Foto ist also nicht auf dem Original in der Ausstellung vorhanden, sondern schafft hier eine weitere Dimension des Werkes durch das Fotografieren.
Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Oktober 2017 im Forum Drive der Volkswagen Group, Friedrichstraße 84, zu sehen.
Von Friedhelm Denkeler,

In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.
Von Friedhelm Denkeler,

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Kang Mu-Xiang, der Künstler aus Taiwan, ist vor allem für die Nutzung von alten und ausrangierten Stoffen wie Treibholz und recycelten Aufzugskabeln bekannt. Er sieht das verborgene Leben in den vor der Verschrottung stehenden Materialien und rettet sie, indem sie eine neue Bedeutung erhalten; vielleicht ähnlich wie Bildhauer, die die Gestalt der Skulptur bereits im Stein sehen können. Für die Skulpturen auf dem Potsdamer Platz in Berlin benutzte Kang ausgetauschte Fahrstuhl-Stahlseile aus dem ehemals höchsten Gebäude der Welt »Taipei 101«. Unter tausend Grad Celsius hohen Temperaturen werden sie verformt und die starren Kabel verwandeln sich in Skulpturen, die keinen Betrachter unberührt lassen.
Von Friedhelm Denkeler,

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»Chijikikinkutsu« ist eine Neuschöpfung aus zwei japanischen Wörtern: Suikinkutzu und Chijiki. Suikinkutzu ist der Name einer Klanginstallation traditioneller japanischer Gärten seit der Edo-Zeit. Chijiki dagegen heißt Geomagnetismus: Magnetische Kräfte, die immer wirken und alles auf der Erde beeinflussen, aber von den menschlichen Sinnen nicht wahrgenommen werden können. »Chijikikinkutsu« besteht aus ca. 500 Wassergläsern und magnetisierten Nadeln, die sich nach Norden ausrichten. Wenn Strom durch die an den Gläsern befestigten Spulen fließt, wird ein vorübergehendes Magnetfeld geschaffen und die Nadeln bringen die Gläser zum Klingen. [Drive Volkswagen Group Forum, Friedrichstraße 84, Text: Ausstellungsflyer »Ars Electronica«, Ausstellung noch bis zum 26. Oktober 2017]
Von Friedhelm Denkeler,

Können Organe zu Design-Objekten werden? Wird man in der Zukunft tatsächlich Organe aus ästhetischen Gründen verändern? Die bereits angewandte Technik der Dezellularisierung markiert den Eintritt in ein neues Zeitalter der synthetischen Biologie: Organe können ihrer Zellinhalte beraubt werden, um ein steriles Gerüst zu hinterlassen, das mit Stammzellen repopularisiert werden kann.
Isaac Monté hat für den Abfall bestimmte Schweineherzen dafür zu eleganten Behältnissen für neues Leben verwandelt. Seine Herzen dienen der Veranschaulichung dessen, welche Möglichkeiten die Wissenschaft zur Veränderung des menschlichen Körpers bereits hat.
[Drive Volkswagen Group Forum, Friedrichstraße 84, Text: Ausstellungsflyer »Ars Electronica«, Ausstellung noch bis zum 26. Oktober 2017]
Von Friedhelm Denkeler,

Von Friedhelm Denkeler,
Oh, Cherry, oh Cherry, oh baby/ Doncha know I in need of thee/ You don’t believe it true/ Why don’t you love me, too/ Its so long I been waiting/ For you to come right in/ Now that we are together/ Is make my joy run over [Keith Richard & Mick Jagger: „Cherry Oh Baby“]
Der Titel »Black and Blue« des dreizehnten, 1976 erschienenen Studioalbums der Rolling Stones, ist eine Anspielung auf das deutsche ‹Grün und Blau schlagen‹. Es soll hier für den Einfluss der schwarzen Musik auf die Songs des Albums stehen: ›Black‹ für die Schwarze Musik (Reggae) und ›Blue‹ für die typischen afroamerikanischen Töne, die ›Blue Notes‹, die den Bluescharakter von Melodien prägen. Die Songs dieser LP weisen besonders viele Einflüsse von Funk-, Blues-, Rock-, Jazz- und Reggae-Musik auf. Man kann deshalb Black and Blue als ›schwärzestes‹ Album der Stones ansehen. Die meisten dieser Songs wurden 1975 in den Musicland Studios von Giorgio Moroder in München aufgenommen. The Rolling Stones: »Cherry Oh Baby«, 1976.
1969 trat Mick Taylor, der seit 1967 bei John Mayall in dessen Band The Bluesbreakers spielte, als Nachfolger für Brian Jones in die Band ein. Fünf Jahre später verließ der introvertierte Musiker die Band wieder; mit den Showmen Mick Jagger und Keith Richards kam er auf Dauer nicht klar. Deshalb waren die Stones im Rahmen der Aufnahmen zum Album Black and Blue auf der Suche nach einem neuen Gitarristen. Sie testeten für die anstehenden Aufnahmen unter vielen anderen auch Jeff Beck und Ron Wood. Die Band entschied sich letztlich für Ron Wood als neues Bandmitglied. In Black and Blue ist er in den Stücken »Cherry Oh Baby« und »Hey Negrita« bereits als Gitarrist zu hören.

Der Titel »Cherry Oh Baby« wurde 1983 auch von der 1978 gegründeten multinationalen Reggae- und Popband UB40 aus Großbritannien auf dem Album »Labour of Love« gecovert. Ursprünglich stammt der Song aber von Eric Donaldson. Mit ihm gewann er 1971 den Jamaican Festival Song-Wettbewerb. Der Song ist auf dem Album »Love of the Common People« zu finden. Reggae-Musik ist nicht unbedingt meine bevorzugte Musikrichtung, da kommt mir der Stil der Stones doch sehr entgegen. Eric Donaldson: „Cherry Oh Baby“, 1971, (das Original!)
Aus gegebenem Anlass ist Cherry Oh Baby heute mein Song des Tages geworden. Man könnte ihn als Reggae-Parodie, als Gag verstehen; bei den Aufnahmen in München hatte die Gruppe sicherlich viel Spaß. Wahrscheinlich ist es der erste Reggae-Song, den sie aufnahmen. Hey Negrita ist ähnlich aufgebaut und wurde von Ron Wood angeregt (er wird als Co-Autor erwähnt). Die anderen Albumtitel lassen sich ebenso alle gut hören. Das Album startet mit dem funkygen Hot Stuff.
Funk ist der Oberbegriff für eine Spielart ursprünglich afroamerikanischer Musik, die sich Ende der 1960er Jahre aus verschiedenen Einflüssen des Soul, Rhythm and Blues und Jazz entwickelt hat und wiederum Musikstile wie Disco, Hip-Hop und House stark geprägt und beeinflusst hat [aus: Wikipedia]
Hand Of Fate und Crazy Mama sind einfach solide Rock-Stücke im typischen Stones-Stil. Fool to Cry ist ein Klassiker (die einstige Nr.1-Hit-Single), eine Falsetto-Ballade, die wohl nicht Keith Richards Favorit war, denn als die Stones sie 1976 live spielten soll er eingeschlafen sein. Melody ist ein sehr jazziger Song und Memory Motel ist für die Stones mit sieben Minuten schon ein langes Stück. Jagger erzählt in der epischen Ballade die Geschichte von Hannah und einer Nacht im Memory Motel und am Strand (gemeint ist Montauk auf Long Island). Nach über vierzig Jahren finde ich das Werk besser denn je, es hat etwas Ungewöhnliches und Abwechslungsreiches und trotzdem klingt es wie ein Konzept. Also nicht nur der Song des Tages, sondern das Album des Monats.
Von Friedhelm Denkeler,

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Die Poesie dieser Skulptur steht im herrlichen Kontrast zu ihrem objektivierenden Titel. Sie zeigt zwei scheinbar identische Körbe nebeneinander, gefüllt mit leeren, zerbrochenen, weggeworfenen Eierschalen, die Marcel Broodthaers ob ihrer selbst genügenden Vollkommenheit bewunderte. Wie Muscheln – ein anderes vom Künstler geschätztes Material – enthält die Positivform der Schale ihre eigene Negativform. »Alles ist Ei« erklärt er in seinem Text »Evolution ou œufs« von 1965: »Die Welt ist ein Ei. Sie ist aus dem großen Dotter, der Sonne, hervorgegangen. Und der Bauch einer Welle ist weiß. Ein Haufen Eierschalen der Mond. Eierschalenstaub die Sterne. Lauter tote Eier.« [Nationalgalerie, Staatliche Museen Berlin, Text: Ausstellungsheft Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia«, Hamburger Bahnhof Berlin]
Von Friedhelm Denkeler,

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Wie klingen Daten? Wie unterschiedlich kann Strom überhaupt klingen? Das Wort Cloud bezieht sich auf den zunehmenden technologischen Prozess der Datenspeicherung. Die Klangquellen der Arbeit sind elektromagnetische Aufnahmen aus Rechenzentren, Server-Räumen und Umspannwerken. Cloud präsentiert sich uns als eine Klangskulptur, bestehend aus 1500 Meter langen Kupferkabeln. Das Publikum kann über eigens angefertigte elektromagnetische Kopfhörer in die versteckte Klangwelt eintauchen und kann durch seine Bewegung die Klänge in immer neuen Kombinationen entdecken und mixen. [Drive Volkswagen Group Forum, Friedrichstraße 84, Text: Ausstellungsflyer »Ars Electronica«]
Von Friedhelm Denkeler,

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Die sich auf die Tradition der Vanitas-Malerei beziehende Plastik verbindet zwei reale Obsthälften zu einer moribunden Einheit. Als eine Art Readymade aus Apfel und Birne baumelt sie einladend von der Decke herab, als wäre sie im Begriff, von einem imaginären, unsichtbaren Baum zu fallen. Im Prozess ihrer organischen Zersetzung nähern sich beide Fruchthälften immer mehr an. Urs Fischers zwischen Leben und Tod schwebende Skulptur führt die Kurzlebigkeit in Echtzeit vor, die im klassischen Stillleben nur angedeutet wird.
[Nationalgalerie, Staatliche Museen Berlin, Flick Collection, Text: Ausstellungsheft »Das Kapital – Schuld, Territorium, Utopia«, Hamburger Bahnhof Berlin]
Von Friedhelm Denkeler,

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