Second-Hand-Model

Von Friedhelm Denkeler,

Eine One-Woman-Performance in 52 Rollen über vier Jahre. Ausstellung im »Theater O-TonArt« in Berlin-Schöneberg. Einladung zur Besichtigung am 15. und 24. März 2018 von 18 bis 19.30 Uhr

Wir sind im »Theater O-TonArt«. Während André Fischer auf der großen Bühne in dem Solo-Stück »Maman und Ich« 32 verschiedene Rollen in zwei Stunden spielt, findet auf der kleinen Bühne, im Foyer, eine »One-Woman-Performance-Show« statt. Zwischen dem 5. Januar 2003 und dem 13. Juni 2007 habe ich mit meiner ersten Digital-Kamera an 52 Tagen die Schaufensterpuppe im Second-Hand-Geschäft ET CETERA in der Berlinickestraße am Eingang zum S-Bahnhof Rathaus Steglitz fotografiert.

Nach meinen früheren Schwarzweiß-Bildern gab es nun einen Rausch an Farben, prächtiger Mode und Accessoires. Eine wahre Performance entfaltete sich entsprechend der Jahreszeiten und Festtage: Zu Weihnachten z.B. bekam das Model Engelsflügel oder trug ein T-Shirt mit der Heiligen Madonna. Wöchentlich dekorierte die Inhaberin ihre Schaufensterpuppe neu. Kleidung, Perücken, Brillen, Hüte, Ketten, Handtaschen und Gürtel wechselte sie, je nach ihrer Lust und Laune. Die schöne Unbekannte in den Jugendstil-Einbauten des Geschäfts wurde zu einer vertrauten, aber geheimnisvollen Nachbarin, die die Neugier erweckt hatte und an der ich nicht einfach vorbei gehen konnte.

»5. Januar 2003«, aus der Serie »Second Hand Model«, Foto © Friedhelm Denkeler  2003
»5. Januar 2003«, aus der Serie »Second Hand Model«, Foto © Friedhelm Denkeler 2003

Modepüppchen, Schaufensterpuppe oder Mannequin genannte Figuren entstanden um 1850 in Paris. Schneidereien stellten in ihren Schaufenstern eigene Entwürfe an kopflosen Schneiderpuppen zur Schau, um Kunden anzulocken. Im Bereich der Bildenden Kunst sind maßstabsgetreue, bewegliche Glieder- oder Gelenkpuppen seit der Antike bekannt. Sie werden verstärkt mit Beginn der Renaissance in Italien um 1500 von Bildhauern und Malern eingesetzt.

Proportionslehre und Bewegungsstudien bestimmten den Tenor der Zeit und nicht jeder Künstler konnte sich ein lebendes Modell leisten. Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Zeit der großen Warenhäuser mit entsprechenden Fensterfronten, die je nach Jahres- oder Festzeit mit lebensgroßen Schaufensterpuppen dekoriert wurden. Der „Schaufensterbummel“ war erfunden und die Modepuppen wurden immer realistischer dargestellt. Identifikation, Präsentation, Träumerei und Verführung zum Kauf vereinen sich noch heute in ihnen.

Obwohl die Aufnahmeperspektive fast immer gleich war, spiegelte sich in der Schaufensterscheibe des Geschäfts die Umgebung des S-Bahnhofs Steglitz. Je nach Tageszeit, im vollen Sonnenlicht oder am Abend mit Blitzlicht, sieht man auf den Bildern mal die Mülltonen, die später hinter einer spanischen Wand versteckt waren, mal die Werbung eines Frisiersalons, wildes Plakatieren, zerkratzte Schaufensterscheiben, die Graffitis und das Straßenpflaster mit den beiden Gullydeckeln direkt vor dem Laden.

Die Serie »Second-Hand-Model« passt ideal in ein Theater mit seinem Kostümfundus und der Lust der Schauspieler am Verkleiden. Die Besucher werden den Aufführungen entsprechend, ihren Teil dazu beitragen. Mit dem letzten Bild, der unbekleideten Schaufensterpuppe im Juni 2007 wurde der Verkauf des Geschäftes annonciert. Es bekam neue Inhaber, aber nie wieder wurde das Model so geschmackvoll, erotisch und phantasievoll eingekleidet wie in den vier Jahren meiner Aufnahmesession.

Die Werke sind vom 9. März bis zum 4. Juni 2018 im Foyer des »Theaters O-TonArt« in der Kulmer Straße 20a, 10783 Berlin-Schöneberg, erstmalig öffentlich zu sehen. Die Ausstellungsräume sind immer an den Spieltagen eine Stunde vor Beginn der Vorstellung geöffnet. Der Künstler ist am 15. und 24. März 2018 von 18 bis 19.30 Uhr anwesend.

Beuys‘ Ende des 20. Jahrhunderts?

Von Friedhelm Denkeler,

Joseph Beuys: »Das Ende des 20. Jahrhunderts«, 1982-1983 (Ausschnitt), Foto © Friedhelm Denkeler 2017
Joseph Beuys: »Das Ende des 20. Jahrhunderts«, 1982-1983 (Ausschnitt), Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Die Basaltstelen, die Joseph Beuys aus einem erloschenen Vulkan in Nordhessen abtragen ließ, stehen für den Ursprung und die Evolution der Menschheit, deren Zukunft und Geschichte, zu der auch der bewusste Eingriff des Menschen in die Natur gehört. Beuys bohrte kegelförmige Formen aus dem Basalt und setzte sie, zu ‚Heilung‘ der Verletzung mit Filz und Ton ummantelt, zurück in die Löcher. Die Anordnung auf Paletten, Vierkanthölzern und einem Hubwagen, den er als Gerät des Weitertransports seiner Idee von Veränderung auffasste, suggeriert Bewegung.

Damit verweist Beuys auf den Menschen als handelndes Wesen, das in der Lage ist, jenen utopischen Ort zu erreichen, an dem die Erstarrung sich in lebendige Beziehungen auflöst, sich das Denken wieder mit der Natur versöhnt. Die Skulptur mag auf den ersten Blick wie ein dunkles Sinnzeichen des Fin de Siècle erscheinen. Doch sie richtet sich in ihrer aktionistischen Intention gegen jeden endzeitlich gestimmten Pessimismus.

[F. C. Flick Collection, Text: Ausstellungsheft/ Ausstellungsbeschreibung »moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume«, Hamburger Bahnhof Berlin, 2017]

Eine Liebeserklärung an die Mecklenburgische Schweiz

Von Friedhelm Denkeler,

»Bei Wendischhagen/ Glasow«, aus der Serie »Mecklenburgische-Schweiz«, Foto © Siebrand Rehberg, 2008
»Bei Wendischhagen/ Glasow«, aus der Serie »Mecklenburgische-Schweiz«, Foto © Siebrand Rehberg, 2008

Ich spürte eine Weite, fast möchte ich sagen, ein transzendenter Blick ließ mich die Kamera halten. Viele traumartige Bilder, Metaphern kamen beim Betrachten der Landschaft hoch. [Siebrand Rehberg]

Siebrand Rehberg fotografierte in den 1970er Jahren, wie sein Lehrer Michael Schmidt, zunächst überwiegend in seinem Wohnbezirk Berlin-Kreuzberg. Im Gegensatz zu Schmidts damaligen Stadtlandschaften, bewegte er sich auf der Straße zwischen den Menschen und hielt diese einfühlsam in seinen Fotografien fest. Zwischendurch zog es den in Friesland Großgewordenen auch immer wieder aufs Land, nach der Wende insbesondere in die Mecklenburgische Schweiz. Rehbergs Vater stammte aus Teterow. So haben seine fotografischen Erkundungen auch stets etwas mit der Suche nach den Familienwurzeln zu tun.

Ein Jahrzehnt lang hat Rehberg die von der Eiszeit geformte Landschaft dokumentiert. Entstanden ist bei seinen fotografischen Streifzügen über die Jahre und durch die Jahreszeiten eine Liebeserklärung an die Mecklenburgische Schweiz. »Über allem liegt eine Stille und Ruhe, die sich wie ein Kokon ausbreitet. Und das suggeriert, was sonst nicht möglich scheint, eine Sinnsuche und Einkehr der anderen Art, die Hoffnung auf ein Ankommen im Jetzt frei nach den Versen der Schriftstellerin Ricarda Huch: ›Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es Gott, Ewigkeit oder Liebe‹.« [Erik Steffen im Buch zur Ausstellung]

»Bei Waldschmidt«, aus der Serie »Mecklenburgische-Schweiz«, Foto © Siebrand Rehberg, 2003
»Bei Waldschmidt«, aus der Serie »Mecklenburgische-Schweiz«, Foto © Siebrand Rehberg, 2003

Rehberg zeigt menschenleere Landschaften, die nur von der Natur, nicht vom Menschen, geprägt sind. Fast vergisst man, dass es ja letztendlich doch ein Mensch sein musste, der hinter der Kamera auf den Auslöser drückte. Die eingefangenen poetischen Stimmungen erinnern an die romantischen Motive des englischen Malers William Turner (aber weniger abstrakt). Als Lichtquelle hat er oft das morgendliche oder abendliche Sonnen- und Gegenlicht gewählt.

Zusammen mit seinen wolkenverhangenen Bildern ergibt sich eine paradiesische Ideallandschaft, die sich bis zu einem in weiter Ferne erscheinenden Horizont erstreckt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Aufnahmen am Malchiner See im Regen und bei Nebel. Die einzigartige, fast magische Atmosphäre, die Rehberg einfühlsam eingefangen hat, ist allein der Natur mit all ihren wundersamen Erscheinungen zu verdanken. Es brauchte keine dekorativen Arrangements, nur der fotografische Blick zählt.

Noch bis zum 6. Juni 2018 ist das Portfolio »Mecklenburgische Schweiz« im Rathaus der Bergringstadt Teterow am Marktplatz 1-3 in 17166 Teterow zu sehen. Das dazugehörige Buch ist in einer signierten und limitierten Auflage von 500 Exemplaren mit einem signierten Originalabzug (21×26 cm, nummeriert von 1 bis 500) im Buchhandel für 150 Euro erhältlich (exklusiv bei der Buchhandlung Steffen in Teterow für die Dauer der Ausstellung 80 Euro).

»Bei Teterow/ Teterower Becken«, aus der Serie »Mecklenburgische Schweiz«, Foto © Siebrand Rehberg, 2006
»Bei Teterow/ Teterower Becken«, aus der Serie »Mecklenburgische Schweiz«, Foto © Siebrand Rehberg, 2006

Siebrand Rehberg, geb. 1943 in Aurich, lebt seit fast 50 Jahren als freier Fotograf in Berlin-Kreuzberg. In den 1970er Jahren hat er als Pressefotograf für die großen Magazine gearbeitet. Danach hat er sich der Angewandten Fotografie zugewendet: Architektur, Interieur- und Stadtansichtsfotografie. Bekannt wurde er in den letzten Jahren durch seine Fotobücher ‚Signale des Aufbruchs“ (Nicolai Verlag) und „West-Berlin 1972–1977“ (ConferencePoint Verlag), die ihn als einen wichtigen Chronisten der Berliner Stadtentwicklung ausweisen. Siehe auch die Artikel Kreuzberg wie es einmal war … und Auf der Suche nach den verschwundenen Cibachromes.

Warum sollte man schreiben?

Von Friedhelm Denkeler,

»Das Ziel des Schreibens ist es, andere sehen zu machen«, Joseph Conrad, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Das Ziel des Schreibens ist es, andere sehen zu machen«, Joseph Conrad, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
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In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

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Undine im Schnee

Von Friedhelm Denkeler,

»Undine im Schnee« (Binz auf Rügen), Foto © Friedhelm Denkeler2010
»Undine im Schnee«, Binz auf Rügen, Foto © Friedhelm Denkeler2010

Stacheldraht im Paradies

Von Friedhelm Denkeler,

Qin Yufen: "Making Paradise", 1996-2002 (Ausschnitt), Foto © Friedhelm Denkeler 2017
Qin Yufen: »Making Paradise«, 1996-2002 (Ausschnitt), Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Qin Yufen verbindet in ihrer poetischen Kunst Elemente der östlichen und westlichen Kultur. Materialität, Haptik und auch Spiritualität der verwendeten Gegenstände sind von zentraler Bedeutung für die raumgreifende Klanginstallation. Mit ihren transkulturellen Ansatz verwandelt Qin Yufen den Raum durch Klang und Geruch sowie durch den Antagonismus von Stacheldraht und Seide, von Baumaterialien und dem mit chinesischen Heilpflanzen eingefärbten Stoff. In der Installation „Making Paradise“, die das Alltägliche und Reale mit Bedeutung auflädt, transzendiert Qin Yufen die Vorstellung von Utopie und Dystopie. Ihre Kunst versteht sich als Kritik an den religiösen Konflikten, Kriegshandlungen und Gewaltaden unserer heutigen Welt.

[F. C. Flick Collection, Text: Ausstellungsheft »moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume«, Hamburger Bahnhof Berlin, 2017]

Vostells Décollage-Happening-Raum

Von Friedhelm Denkeler,

Wolf Vostell: "Elektronischer dé-coll/age Happening Raum E. d. H. R." (Ausschnitt), 1968-1982, Foto © Friedhelm Denkeler 2017
Wolf Vostell: »Elektronischer dé-coll/age Happening Raum E. d. H. R.« (Ausschnitt), 1968-1982, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Die auch in den Raum erweiterte »Décollage« wurde für Wolfs Vostell als Ausdruck eines »abgelösten, zerrissenen« Zeitalters zum umfassenden Schaffensprinzip. Der Künstler gehörte zu den Wegbereitern von Environment, Happening und Fluxus in Deutschland. In diesem Environment, das Vostell während des Vietnamkrieges schuf und das ursprünglich begehbar war, werden Krieg und Zerstörung, Medien, Konsum und Alltag durch Glasscherben, Fernseher, Alltags- Freizeit- und Kriegsobjekte und eine Bombe kontrastiert und verknüpft.

[F. C. Flick Collection, Text: Ausstellungsheft »moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume», Hamburger Bahnhof Berlin, 2017]

Eine Straßenbahnhaltestelle

Von Friedhelm Denkeler,

Joseph Beuys: »Straßenbahnhaltestelle. A Monument to the Future« (2. Fassung 1976), Hamburger Bahnhof, Sammlung Marx, Foto © Friedhelm Denkeler2017
Joseph Beuys: »Straßenbahnhaltestelle. A Monument to the Future« (2. Fassung 1976), Hamburger Bahnhof, Sammlung Marx, Foto © Friedhelm Denkeler2017

Es werde Licht!

Von Friedhelm Denkeler,

»Es werde Licht!«, Licht-Skulptur im Europa-Center, Berlin, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2018
»Es werde Licht!«, Licht-Skulptur im Europa-Center, Berlin, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Anmerkungen zum Portfolio/ zur Kategorie »Sonntagsbilder»

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.

Am 26. Februar 2012 erschien in meinem Blog das erste Sonntagsbild. Und jeden Sonntag gab es ein neues – Ausnahmen bestätigten die Regel. Die Sonntagsbilder stammen aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, das ich 2005 abgeschlossen habe. Aber der Titel Sonntagsbild ist einfach ein zu schöner Titel. Unter dieser Prämisse führe ich die Kategorie »Sonntagsbilder« in meinem Blog bis auf weiteres mit Fotos aus meinem Archiv und mit neuen Aufnahmen weiter.

Urs Fischers Boffer Bix Kabinett

Von Friedhelm Denkeler,

Denn hinderlich wie überall, ist hier der eigene Todesfall

Urs Fischer: »Boffer Bix Kabinett«, 1998, Hamburger Bahnhof, Foto © Friedhelm Denkeler 2017
Urs Fischer: »Boffer Bix Kabinett«, 1998, Hamburger Bahnhof, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Urs Fischers Rauminstallation »Boffer Bix Kabinet«, hier ergänzt durch mehrere gerahmte Gouachen auf Papier, evoziert ein dunkles Wohnzimmer. Die Schatten der Möbel an der Wand entstammen entgegen der ersten Erwartung nicht primär dem Licht der Scheinwerfer, sondern entpuppen sich als »blutige« Malerei aus roter Marmelade. Die dunklen Möbelskulpturen sind gänzlich beschriftet. Ironisch-humorvolle Satzfragmente wie »Denn hinderlich wie überall ist hier der eigene Todesfall« verorten dieses »Interieur« in der klassischen Gattung des (Vanitas-) Stilllebens.

[F. C. Flick Collection, Text: Ausstellungsheft »moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume«, Hamburger Bahnhof Berlin, 1917]

Kann ein Gespräch über Bäume ein Verbrechen sein?

Von Friedhelm Denkeler,

»Wenn ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist …«, Ben Wargins »Weltenbaum«', 1985, S-Bahnhof Savignyplatz), Foto © Friedhelm Denkeler 2012
»Wenn ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist …«, Ben Wargins »Weltenbaum«‘, 1985, S-Bahnhof Savignyplatz, Foto © Friedhelm Denkeler 2012
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Fernseh-Marathon

Von Friedhelm Denkeler,

Lady in Red – Drei Televisionen. Ein neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website LICHTBILDER

"Meryl Streep", Polaroid SX-70, aus der Serie "TV-Porträt", Foto © Friedhelm Denkeler 1987
»Meryl Streep«, Polaroid SX-70, aus der Serie »TV-Porträt«, Foto © Friedhelm Denkeler 1987

Zwischen 1982 und 1989 habe ich sieben, teilweise mehrteilige, Serien produziert, die alle zusammen unter dem Thema »Televisionen« stehen. Es handelt sich hierbei um Schwarz-Weiß-Fotografien, Leporellos, Klappbilder, Farbfotos und wie hier um Polaroid-Bilder.

Während eines Fernseh-Marathons vom 23. Dezember 1985 bis zum 3. Januar 1986, in der Zeit zwischen den Jahren, entstanden die zwanzig »TV-Porträts« der Filmschauspielerinnen aus diversen Spielfilmen, unter anderem die Aufnahme von Meryl Streep. Die Aufnahmen des Kapitels »Am Fenster« stammen aus einer Szene des französischen Films »Ein mörderischer Sommer« (L’été meurtrier), der Isabelle Adjani 1982 über Nacht weltberühmt machte. Die dritte Episode »Lady in Red” entstand aus der Tanzszene eines Films, der heute nicht mehr rekonstruierbar ist.

Auf meiner Website LICHTBILDER finden sie 40 ausgewählte Photographien aus der Serie »Lady in Red«. Die Bilder sind auch als gedrucktes Autorenbuch mit 52 Seiten im Format 30×30 cm erschienen (2018). Ausführliches finden Sie im Artikel »Lady in Red – Drei Televisione (1)« und in der Filmbesprechung »Ein mörderischer Sommer«.

Die Ruinen von Nimes

Von Friedhelm Denkeler,

Hubert Robert: „Die Ruinen von Nimes, Orange und Saint-Rèmi-de-Provence, um 1783/89, Gemädegalerie Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2016
Hubert Robert: »Die Ruinen von Nimes, Orange und Saint-Rèmi-de-Provence«, um 1783/89, Gemädegalerie Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Ein mörderischer Sommer

Von Friedhelm Denkeler,

Lady in Red – Drei Televisionen. Ein neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website LICHTBILDER.

In einem südfranzösischen Dorf taucht eine schöne junge Frau auf: Eliane (Isabelle Adjani). Wo sie auf ihren Stöckelschuhen im dünnen, kurzen Kleid zu sehen ist, bringt sie die Männer um den Verstand. Schließlich heiratet sie den schüchternen Automechaniker Pin-Pon (Alain Souchon), der nicht ahnt, was Eliane wirklich bewegt …

Der Film »Ein mörderischer Sommer« (L’été meutrier) von Jean Becker machte Isabelle Adjani 1983 über Nacht weltberühmt. Ich kenne sie bereits aus dem 1975 entstandenen Film »Die Geschichte der Adèle H.« von François Truffaut, in dem sie die Tochter von Victor Hugo spielt. Ähnlich wie in Roman Polanskis Thriller »Der Mieter« (1976) waren ihre Rollen immer die einer am Rande des Wahnsinns stehenden Frau. Mit dem Film »Ein mörderischer Sommer« hatte sich ihr Image von der Komödiantin zur femme fatale gewandelt.

Aus der Serie "Am Fenster", Foto © Friedhelm Denkeler 1987
Aus der Serie Lady in Red – Drei Televisionen, Foto © Friedhelm Denkeler 1987

Der Film erzählt die Geschichte von der 19-jährigen Eliane, die versucht, ihre Mutter, die Opfer einer Vergewaltigung wurde, zu rächen und daran zerbricht. Zunächst fällt sie durch ihr exaltiertes Benehmen und ihre freizügige Kleidung auf.

Die Männer begehren sie und auch Pin-Pon verdreht sie den Kopf. Eines Tages kommt Eliane überraschend in Pin-Pons Werkstatt unter dem Vorwand, ein Fahrrad reparieren zu lassen. Sie verabreden sich.

Was hat das nun mit meiner kleinen Szene »Am Fenster« zu tun? Als Pin-Pon vor ihrem Haus zur verabredeten Zeit erscheint, zeigt sich Eliane am Fenster und macht verschiedene Vorschläge, was sie anziehen soll. Dazu zieht sie im offenen Fenster ihr T-Shirt aus und ein Kleid an.

Nach der Verabredung verbringen sie eine Nacht in der Scheune von Pin-Pons Eltern. Dort entdeckt sie ein ramponiertes elektrisches Klavier mit der Aufschrift M, das sie auf die Spur der Vergewaltiger ihrer Mutter führt. Sie will sich mit einer arglistig eingefädelten Intrige rächen.

Eliane bedrängt immer wieder ihren Stiefvater bis dieser gesteht, die Vergewaltiger schon vor langer Zeit umgebracht zu haben. Die Vorstellung, dass ihr Leben nach der vollzogenen Rache wieder so sein würde, wie in ihrer glücklichen Kindheit, erfüllt sich nicht. Die Verstrickung in ein Verbrechen, dem sie ihr Leben verdankt und die angespannte Beziehung zu ihrer traumatisierten Mutter und die Sinnlosigkeit ihrer eingefädelten Rache bringen Eliane um den Verstand. Sie wird in eine Heilanstalt gebracht.

Auf meiner Website finden sie 40 ausgewählte Photographien aus der Serie »Lady in Red«. Die Bilder sind auch als gedrucktes Künstlerbuch mit 52 Seiten im Format 30×30 cm erschienen (2018). Den ersten Artikel zu »Lady in Red – Drei Televisionen« finden Sie hier.

Lady in Red – Drei Televisionen

Von Friedhelm Denkeler,

TV-Aufnahmen auf Polaroid SX-70 Filmmaterial aus den 1980er Jahren. Ein neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website LICHTBILDER

Zwischen 1982 und 1989 habe ich sieben, teilweise mehrteilige, Serien produziert, die alle zusammen unter dem Thema »Televisionen« stehen. Es handelt sich hierbei um Schwarz-Weiß-Fotografien, Leporellos, Klappbilder, Farbfotos und Polaroid-Bilder. Die vorliegende Arbeit »Lady in Red« besteht aus den drei Kapiteln »TV-Porträt«, »Am Fenster« und »Lady in Red«, die jeweils eine kleine Geschichte beinhalten. Da diese drei Televisionen auf Polaroid SX-70 hergestellt wurden, werden sie hier zusammengefasst.

aus der Serie "Lady In Red", Polaroid SX-70, Foto © Friedhelm Denkeler 1990
aus der Serie Lady In Red, Polaroid SX-70, Foto © Friedhelm Denkeler 1990

Als im Jahr 2008 das Unternehmen Polaroid das Ende der Produktion von Sofortfilmen bekannt gab, war dies scheinbar auch das Ende der analogen Sofortbild-Fotografie. Umgehend fühlten sich Ausstellungsmacher beflügelt, Sofortbilder zu präsentieren, um ihnen eine neue Aufmerksamkeit zu schenken.

Insbesondere hat die Übernahme des europäischen Teils der berühmten, zwischen 1970 und 1990 entstandenen Polaroid-Sammlung des Unternehmens Polaroid durch die Wiener Fotogalerie Westlicht mit 4400 Sofortbildern von 800 Künstlern Aufsehen erregt.

Bedingt durch die technisch perfekten und überarbeiteten Digitalbilder, gibt es ein neues Interesse an Authentizität und Wirklichkeit, nach Originalen, nach Unschärfe und ›falschen‹ Farben.

Die vorliegenden Polaroids erhielten, bedingt durch das Zeilensprungverfahren des Fernsehens und den damit verbundenen ›Störungen‹, wie z.B. Streifenstrukturen und Artefakten, einen zusätzlichen Reiz. Eine Auswahl meiner sonstigen Polaroids, die zwischen 1980 und 1990 entstanden sind, habe ich in dem Autorenbuch »Polaroids SX-70-Art 1980 – 1990« im Jahr 2012 zusammengestellt.

Während eines Fernseh-Marathons vom 23. Dezember 1985 bis zum 3. Januar 1986, in der Zeit zwischen den Jahren, entstanden die zwanzig »TV-Porträts« der Filmschauspielerinnen aus diversen Spielfilmen. Die Aufnahmen des Kapitels »Am Fenster« stammen aus einer Szene des französischen Films »Ein mörderischer Sommer« (L’été meurtrier), der Isabelle Adjani 1982 über Nacht weltberühmt machte. Die dritte Episode »Lady in Red« entstand aus der Tanzszene eines Films, der heute nicht mehr rekonstruierbar ist.

Auf meiner Website finden sie 36 ausgewählte Photographien aus der Serie »Lady in Red«. Die Bilder sind auch als gedrucktes Künstlerbuch mit 52 Seiten im Format 30×30 cm erschienen (2018).

Über das Nachdenken …

Von Friedhelm Denkeler,

»Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.», A. Huxley, Foto © Friedhelm Denkeler 2014
»Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.», A. Huxley, Foto © Friedhelm Denkeler 2014
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Why Color?

Von Friedhelm Denkeler,

Ausstellung Joel Meyerrowitz: "Why Color?" bei C/O Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2017
Ausstellung Joel Meyerrowitz: „Why Color?“ bei C/O Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Neben Stephen Shore und William Egglelston gehört Joel Meyerrowitz zu den drei großen US-Amerikanischen Farb-Fotografen. Ihm ist zur Zeit die aktuelle Ausstellung unter dem Titel »Why Color?« bei C/O Berlin im Amerika-Haus gewidmet (bis  11. März 2018). Ein Bericht folgt. www.co-berlin.org

Pictures From The New World

Von Friedhelm Denkeler,

»Message to the Future« – Photographien von Danny Lyon bei C/O Berlin. Das wirksamste Element im Kunstwerk ist nicht selten das Schweigen

"C/O-Zeitung mit Foto von Danny Lyon", Foto © Friedhelm Denkeler 2017
»C/O-Zeitung mit Foto von Danny Lyon«, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Seit den 1960er Jahren fotografiert der US-amerikanische Fotograf Danny Lyon, geboren 1942, soziale Außenseiter, Subkulturen und gesellschafts-politische Themen. Er möchte der üblichen Berichterstattung in den Massenmedien alternative Sichtweisen entgegenzustellen. Man könnte seine Arbeit als teilnehmende Dokumentation bezeichnen, indem er oft über eine längere Zeit eine Beziehung zu seinen Protagonisten aufbaut.

Und dazu gehört für Lyon selbstverständlich auch seine Familie. So wie wir es an der Werkstatt für Photographie in den 1970er Jahren gelernt haben, ist Danny Lyon als Autorenfotograf anzusehen. Noch stärker als in der Ausstellung „Message to the Future“ bei C/O Berlin ist das in dem Buch Danny Lyon: »Pictures From The New World« aus dem Jahr 1970 zu spüren. Für mich eines der wichtigsten und intensivsten Fotobücher überhaupt. Es war maßgeblich an meiner fotografischen Entwicklung beteiligt. Sehr gut trifft das folgende Zitat auf Lyons Arbeit zu, insbesondere wenn man das Buch zu Grunde legt.

»Meine größte Stärke ist meine Empathie mit Menschen, die anders sind als ich … Mir ging es um die Fotografie und um Bücher … Ich bin ausgestiegen, ohne je zurückzublicken. Ich habe diese Dinge als Themen betrachtet und mich selbst als Journalisten … Die Fotografie ist eine einsame Reise – das hat Robert Frank gesagt – man muss wirklich sich selbst sein, weil man versucht, sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen. Ich hab mir das Leben sehr schwer gemacht, um etwas zu schaffen … Manchmal frage ich mich, ob ich die Vergangenheit festhalte oder ob ich hier der Zukunft begegne. [Danny Lyon]

Im strengsten Sinne sind alle Bewusstseinsinhalte unnennbar. Selbst die einfachste Wahrnehmung ist in ihrer Totalität unbeschreibbar. Jedes Kunstwerk muss daher nicht nur als etwas Dargestelltes verstanden werden, sondern gleichzeitig als ein Versuch, das Unsagbare auszudrücken. In den größten Kunstwerken schwingt stets etwas mit, das sich nicht in Worte fassen lässt, etwas von dem Widerspruch zwischen dem Ausdruck und der Gegenwart des Unausdrückbaren. Stilmittel sind immer auch Methoden der Vermeidung. Das wirksamste Element im Kunstwerk ist nicht selten das Schweigen. [Susan Sontag, in »Against Interpretation«]

Die umfangreiche Retrospektive bei C/O ist mit rund 175 Photographien anhand seiner sozialen Projekte strukturiert. Sie beginnt mit Lyons frühsten Fotografien, die im Rahmen der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre entstanden sind. 1963 wendet sich Danny Lyon der Subkultur der Biker und ihrem gesellschaftlichen Image zwischen gefürchteter Kompromisslosigkeit und romantisiertem Freiheitsdrang zu. Vier Jahre lang begleitet er die Biker-Gang als Mitglied. 1966 zieht er zurück in seine Heimatstadt New York und hält fest, wie die Architekturgeschichte des 19. Jahrhunderts unter den Abrissbirnen verschwindet.

Danny Lyon: "Pictures From The New World" (1970, Aperture), Foto © Friedhelm Denkeler 2017
Danny Lyon: »Pictures From The New World«, 1970, Aperture, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Im nächsten Projekt geht es um das Leben der Insassen, um ihren Alltag in den Gefängnissen und um die Härte des amerikanischen Strafvollzugs. Lyon erhält 1967 Zugang zu allen Gefängnissen des Bundesstaates Texas. Seine Begegnungen mit den Häftlingen, die er auch filmisch dokumentiert, zeugen von aufrichtigem Interesse für ihre persönlichen Geschichten.

1970 findet Lyon in der Kleinstadt Bernalillo in New Mexico ein neues Zuhause. Er freundet sich mit den Arbeitern aus seiner Nachbarschaft an, mit Latinos und amerikanischen Ureinwohnern, mit kleinkriminellen Jugendlichen oder mit illegalen Arbeitern aus der Umgebung, deren Erfahrung im Überqueren der mexikanisch-amerikanischen Grenze er aufzeichnet. Sein nahes Umfeld wie auch seine Familie geraten zunehmend ins Blickfeld seiner Kamera. Weitere Arbeiten entstehen in Kolumbien, Bolivien, Haiti und China. Die Ausstellung, die bereits zu Ende gegangen ist, zeigte auch Collagen und Materialien aus Danny Lyons privatem Archiv.

Zur Ausstellung Danny Lyon: "Message to the Future", Foto © Friedhelm Denkeler 2017
Zur Ausstellung Danny Lyon: »Message to the Future«, Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Eine ost-westliche Bilderbiografie in Schwarzweiß

Von Friedhelm Denkeler,

Barbara Wolff: »In eigener Sache«, Ausstellung in der Collection Regard bis 08.12.2017

Fotografie ist mein Leben. Es sind die Bilder, die bleiben … Somit prägt die Erinnerung die Bilder – oder besser: Die Bilder prägen die Erinnerung. [Barbara Wolff]

„Fixpunkte im Werk von Barbara Wolff sind immer wieder Aufzeichnungen von biografischen Augenblicken und prägenden Stationen ihres Lebens in der DDR und in der Bundesrepublik – es entstehen mit persönlicher und subjektiver Bedeutsamkeit aufgeladene fotografische Momente, die den Betrachter einbeziehen in Barbara Wolffs individuelle Erfahrungswelt. Gleichzeitig gelingt Barbara Wolff auch die Abstraktion und Verallgemeinerung der persönlich-subjektiven Herangehensweise. Sie erschafft universell gültige, in ihrer Wahrheit über den Menschen berührende und so wiederum mit Bedeutsamkeit aufgeladene fotografische Momente, die durch ihre Allgemeingültigkeit eine gemeinsame Ebene und Kommunikationsmöglichkeit zwischen der Erfahrungswelt des Betrachters und der Fotografin herstellen.

Diese Werke gehen über die Dokumentation der realen, objektiven Wirklichkeit hinaus. Im wortwörtlichen entscheidenden Moment gelingt es Barbara Wolff, ihre Sujets feinfühlig in hoher fotografischer Qualität und in sehr ausgewogenen Kompositionen einzufangen und mit zusätzlichen Bedeutungsebenen aufzuladen. Es entsteht eine überwirkliche, magische Welt. Dabei hat die künstlerische Sprache von Barbara Wolff, die für mich im Magischen Realismus zu verorten ist, eine starke humanistische Komponente. Viele Bilder zeigen uns Menschen in ihrer unmittelbaren und kompromisslosen Würde, im Spannungsfeld zwischen Zerbrechlichkeit und Stärke.

Das Werk von Barbara Wolff und die Bandbreite der von ihr genutzten Kameras, von Kleinbild bis zur Großformatkamera, ist vielfältig in seinen Sujets und seiner Umsetzung. Dabei ist stets ihre persönliche Handschrift zu erkennen. Der Wille, Themen auf ihre eigene unverwechselbare Art und Weise zu verfolgen, bleibt immer spürbar. Und genau darum heißt diese Ausstellung ‚In eigener Sache'“. [Marc Barbey]

Katalog zur Ausstellung Barbara Wolff: »In Eigener Sache« (Leipzig, Hauptbahnhof 1985), Foto © Friedhelm Denkeler 2017
Katalog zur Ausstellung Barbara Wolff: »In Eigener Sache« (Leipzig, Hauptbahnhof 1985), Foto © Friedhelm Denkeler 2017

Anhand von Vintage Prints zeigt Marc Barbey in seiner Collection Regard einen Überblick über das fotografische Werk von Barbara Wolff, die 1951 in Kyritz geboren wurde. Hier in Brandenburg hat sie noch vor der Wende ihr Langzeitprojekt über das Dorf Sechszehneichen realisiert (1982-1985), in dem sie unter anderem die Bewohner am Rande der schnurgeraden Pflastersteinstraße in und vor ihren Häusern sachlich und klar porträtiert hat.

Aber auch Wolffs fotografische Anfänge an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, die sie „Translucents“ (1975/76) nennt, sind zu sehen: Experimentelle Arbeiten mit Negativ-Positiv Belichtungen und Mehrfachbelichtungen, abgezogen auf Reprofilm , teilweise montiert zu zwei transparenten Bildern übereinander, so dass sich eine Dreidimensionalität ergibt. Die Ausstellung ist zwar bald beendet, aber Barbara Wolffs Gesamtwerk ist vorzüglich auf ihrer Website dokumentiert. Ein Besuch lohnt sich. Inzwischen lebt und arbeitet sie in Berlin. www.collectionregard.dewww.barbarawolff.eu

Wenn der Weg schön ist …

Von Friedhelm Denkeler,

»Wenn der Weg schön ist, lass uns nicht fragen. wohin er führt«, Foto © Friedhelm Denkeler 2017
»Wenn der Weg schön ist, lass uns nicht fragen. wohin er führt«, Foto © Friedhelm Denkeler 2017
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