In loser Reihenfolge stelle ich die fünf Künstler der Ausstellung »Die Künstlergruppe momenta zu Gast im Roxy-Palast – Malerei | Fotografie – Fünf Künstler – ein Ort – vier Wochen« vor.
Zu Horst Hinders Fotografischen Collagen fällt mir als Erstes der Song von Peter Fox ein »Guten Morgen Berlin, du kannst so schön schrecklich sein«. Hinder nimmt die Stadt fotografisch auseinander und setzt sie Quadrat für Quadrat wieder zu neuen quadratischen Collagen zusammen. Bei der Interpretation der Bilder hilft uns der Bildtitel, zum Beispiel »7 x 7«, auch nicht viel weiter, außer dass man sich ausrechnen kann, aus wie vielen Quadraten ein einzelnes Bild besteht. Die Quadrate sind aber nicht nach dem Zufallsprinzip ausgeordnet, sondern fügen sind nach Strukturen, Themen und Farben zusammen. Ein Gesetz lässt sich daraus nicht erkennen, obwohl jeder zugeben muss, dass das Ergebnis exzellent ist. Der Philosoph Reinhard Knodt spricht hier von »ästhetischen Korrespondenzen«; das Spiel zwischen Notwendigkeit und Möglichkeit sind im Auge des Betrachters vielfältig interpretierbar. Eine Schwebe, die uns in den Bann zieht. www.horst-hinder.de
HORST HINDER. Geboren 1961 in Weidenhausen, Hessen – seit 1985 in Berlin. Nach dem Abitur Ausbildung zum Korbmachergesellen und Ausübung des Handwerks. Von 1989-94 Studium an der Hochschule der Künste in Berlin mit dem Abschluss als Diplom-Kommunikationswirt. Seit 1993 selbständig und freischaffend als Grafiker und Fotograf tätig.
Hinders Werke sind zur Zeit in Berlin-Friedenau in der Ausstellung »momenta« im ehemaligen Roxy-Palast in der Hauptstraße 78/79, 12159 Berlin, Donnerstag/Freitag 15–20 Uhr und Samstag/Sonntag 12–17 Uhr, noch bis zum 12. Mai 2018 zu sehen. www.momenta-berlin.de.
In loser Reihenfolge stelle ich die fünf Künstler der Ausstellung »Die Künstlergruppe »momenta« zu Gast im Roxy-Palast – Malerei | Fotografie – Fünf Künstler – ein Ort – vier Wochen« vor.
Die Stadtlandschaften von Thomas Boenisch bezeichnet er selbst als ›eigenwillig‹. Sie sind als malerisches Reisetagebuch zu den südeuropäischen Städten wie Venedig, Neapel, Lissabon oder Pamplona zu sehen. Seine Städte sieht er wie einen Stadtplan von oben; Ausgangspunkt der Gemälde sind stets maßstabsgetreue Kartographien. Wie beim Reisen üblich entdeckt er dabei Neues. Dass Venedig, wenn man auf eine Landkarte schaut, die Form eines Fisches hat, haben sicherlich schon einige entdeckt, aber auch in den anderen Städten hat Boenisch Formen, wie zum Beispiel Schmetterlinge, entdeckt und macht sie uns in seinen farbenprächtigen Bildern sichtbar.
THOMAS BOENISCH. Geboren in Berlin. Ausbildung zum Werbegestalter, Plakatmaler, Siebdrucker und Grafiker. In den 60er Jahren Gruppen- und Einzelausstellungen in Berliner Cafés und Galerien mit experimentellen Popart-Plakaten und Objekten. In den 70er Jahren stärkere Hinwendung zu politischen Sujets und realistischer Malweise. Die Werke aus dieser Schaffensphase wurden bis in die 90er Jahre regelmäßig auf der Freien Berliner Kunstausstellung (FBK) gezeigt und waren bei diversen Gruppenausstellungen in Berliner Galerien zu sehen. Seit Ende der 1990er Jahre Interesse an urbanen Strukturen und deren verborgenem, fantastischem Innenleben. Seit 2010 mehrfach Einzelausstellungen der »Stadtlandschaften« in öffentlichen Räumen. www.thomasboenisch.de.
Boenischs Werke sind zur Zeit in Friedenau in der Ausstellung »momenta« im ehemaligen Roxy-Palast in der Hauptstraße 78/79, 12159 Berlin, Donnerstag/Freitag 15–20 Uhr und Samstag/Sonntag 12–17 Uhr, noch bis zum 12. Mai 2018 zu sehen. www.momenta-berlin.de.
In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.
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In loser Reihenfolge stelle ich die fünf Künstler der Ausstellung »Die Künstlergruppe »momenta« zu Gast im Roxy-Palast – Malerei | Fotografie – Fünf Künstler – ein Ort – vier Wochen« vor.
Zu Aleksander Gudalos Werken fällt mir als erstes der Film »Melancholia« von Lars von Trier ein. Parallelen sehe ich auch zum Theaterstück über den Film »Kinder des Olymps« (aktuell im Berliner Ensemble). Wie in Gudalos Werken stehen die Menschen in beiden Stücken leblos im Halbdunkel herum und harren der Dinge die kommen. Bei Gudalo starren sie in einer virtuellen Welt auf Bildschirme; er spricht vom »Immersiven Realismus«. Das meint, anstelle der Wahrnehmung der eigenen Person in der realen Welt, das Eintauchen in eine virtuelle Welt (Immersion kommt aus der Computerspiele-Welt). So gesehen zeigen Gudalos Bilder zeitbezogen die immer währenden Fragen nach der Absurdität des menschlichen Lebens. Die mysteriöse Rätselhaftigkeit der stereotypisierten Protagonisten hinterfragen nicht nur das Sein des Handelnden, sondern auch das Wahrnehmbare und Deutbare der Handlung selbst.
ALEKSANDER GUDALO ist ein Berliner Künstler. Er studierte Malerei an der Rhein-Sieg-Kunstakademie, Philosophie und Informatik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Aus diesem breitgefächerten Kontext heraus entwickelt er seine künstlerischen Arbeiten. www.gudalo.de.
Gudalos Werke sind zur Zeit in Friedenau in der Ausstellung »momenta« im ehemaligen Roxy-Palast in der Hauptstraße 78/79, 12159 Berlin, Donnerstag/Freitag 15–20 Uhr und Samstag/Sonntag 12–17 Uhr, noch bis zum 12. Mai 2018 zu sehen. www.momenta-berlin.de.
Geht das »Gallery Weekend Berlin« an Friedenau vorbei? Wenn man sich die Karte auf der Website ansieht, müßte man die Frage mit Ja beantworten. Aber Friedenau hat bis zum 12. Mai 2018 die momenta« Fünf Künstler – ein Ort – vier Wochen – Malerei – Fotografie im Roxy-Palast in der Haupstraße 78/79, Berlin-Friedenau, zu Gast (Öffnungszeiten: Donnerstag – Freitag 15 – 20 Uhr, Samstag – Sonntag 12 – 17 Uhr).
In loser Reihenfolge stelle ich die fünf Künstler der Ausstellung »Die Künstlergruppe »momenta« zu Gast im Roxy-Palast – Malerei | Fotografie – Fünf Künstler – ein Ort – vier Wochen« vor.
Gegenstand der Malerei von Dieter Franke ist das Gegenstandslose auf Leinwand und Acrylglas. Es gibt keinen verborgenen Code und keine vorweggenommene Inhaltsdeutung. Der Betrachter kann voll in den leuchtstarken, intensiven Pigmenten, wie dem blutroten Alizarin-Karmesin, schwelgen und seiner Phantasie freien Lauf lassen. Dieter Franke bewegt sich zwischen Konzeption und Zufall, zwischen überlegter Aktion und gefühlsmäßiger Reaktion. Besonders interessant ist seine Spachteltechnik auf Acrylglas, genauer hinter Glas. Seine Bilder muss er seitenverkehrt malen. Die Malschichten werden in der Reihenfolge wie wir sie sehen, umgekehrt aufgebracht. Die Deckschicht erfolgt zum Schluss. Für Dieter Franke gehört Einbeziehung der Umgebung durch die spiegelnde Glasoberfläche mit zu seinem Konzept, das Bild überschreitet dadurch seine durch das Format gesetzten Grenzen.
DIETER FRANKE Geboren 1958 in Baden-Baden. Studium an der Freie Kunstschule Stuttgart: Studium Freie Graphik, Fotografie. Neben der künstlerischen Tätigkeit verschiedene freie Arbeiten für Museen,Veranstaltungen, Messen und Modenschauen. Lebensräume: Baden-Baden, Stuttgart, Hamburg, Berlin, Karlsruhe. Lebt und arbeitet in Karlsruhe. www.dieterfranke.net.
Frankes Werke sind zur Zeit in Friedenau in der Ausstellung »momenta« im ehemaligen Roxy-Palast in der Hauptstraße 78/79, 12159 Berlin, Donnerstag/Freitag 15–20 Uhr und Samstag/Sonntag 12–17 Uhr, noch bis zum 12. Mai 2018 zu sehen. www.momenta-berlin.de.
Einführung in die Ausstellung momenta im Roxy-Palast Berlin unter dem Motto »Fünf Künstler – ein Ort – vier Wochen« anlässlich der Eröffnung am 11. April 2018
Die Gruppe »momenta« versteht sich als loser Zusammenschluss von Künstlern aus Berlin und außerhalb, die gemeinsam temporäre Ausstellungen an außergewöhnlichen Orten veranstalten. Der Name der Gruppe weist auf die temporäre Nutzung von freien Räumlichkeiten in der Stadt hin. Auch in der Vergangenheit stellten die Künstler in wechselnder Zusammensetzung gemeinsam aus: so zum Beispiel 2013 im Bayer-Haus am Kurfürstendamm. Die Künstler nehmen die Herausforderung an, einen Raum ohne galerietypische Bedingungen zu bespielen. Die »momenta« ist eine Produzentengalerie, d.h. die Künstler schaffen nicht nur die ausgestellte Kunst, sondern realisieren gleichzeitig die gesamte Ausstellung. Durch die Zwischennutzung kann der Eigentümer einen Qualitäts- und Imageverlust der Immobilie vermeiden. Beide Parteien profitieren also von diesem Projekt.
Der Roxy-Palast wurde 1929 als Lichtspieltheater und Geschäftshaus fertiggestellt. Der von Martin Punitzer im Stil der Neuen Sachlichkeit entworfene Bau wurde in Stahlskelettbauweise errichtet und im Zweiten Weltkrieg teilzerstört, 1951 wieder aufgebaut und steht seit 1988 unter Denkmalschutz, das bezieht sich insbesondere auf die Fassade, die durch die drei langgestreckten, durchgängigen Fensterbänder geprägt ist. Sie sollen symbolisch für Filmbänder stehen. Die fünf Streifen in unserem Schriftzug »momenta« weisen dagegen auf die fünf beteiligten Künstler hin. Ich möchte sie nun in der umgekehrten Reihenfolge wie sie in der Einladung und im Katalog stehen, vorstellen (sonst müßte ich mit meiner Person zuerst anfangen).
Zu Horst Hinders Fotografischen Collagen fällt mir als Erstes der Song von Peter Fox ein „Guten Morgen Berlin, du kannst so schön schrecklich sein“. Hinder nimmt die Stadt fotografisch auseinander und setzt sie Quadrat für Quadrat wieder zu neuen quadratischen Collagen zusammen. Bei der Interpretation der Bilder hilft uns der Bildtitel, zum Beispiel „7 x 7“, auch nicht viel weiter, außer dass man sich ausrechnen kann, aus wie vielen Quadraten ein einzelnes Bild besteht. Die Quadrate sind aber nicht nach dem Zufallsprinzip ausgeordnet, sondern fügen sind nach Strukturen, Themen und Farben zusammen. Ein Gesetz lässt sich daraus nicht erkennen, obwohl jeder zugeben muss, dass das Ergebnis exzellent ist. Der Philosoph Reinhard Knodt spricht hier von „ästhetischen Korrespondenzen“; das Spiel zwischen Notwendigkeit und Möglichkeit sind im Auge des Betrachters vielfältig interpretierbar. Eine Schwebe, die uns in den Bann zieht; sehen Sie selbst.
Gegenstand der Malerei von Dieter Franke ist das Gegenstandslose auf Leinwand und Acrylglas. Es gibt keinen verborgenen Code und keine vorweggenommene Inhaltsdeutung. Der Betrachter kann voll in den leuchtstarken, intensiven Pigmenten, wie dem blutroten Alizarin-Karmesin, schwelgen und seiner Phantasie freien Lauf lassen. Dieter Franke bewegt sich zwischen Konzeption und Zufall, zwischen überlegter Aktion und gefühlsmäßiger Reaktion. Besonders interessant ist seine Spachteltechnik auf Acrylglas, genauer hinter Glas. Seine Bilder muss er seitenverkehrt malen. Die Malschichten werden in der Reihenfolge wie wir sie sehen, umgekehrt aufgebracht. Die Deckschicht erfolgt zum Schluss. Für Dieter Franke gehört Einbeziehung der Umgebung durch die spiegelnde Glasoberfläche mit zu seinem Konzept, das Bild überschreitet dadurch seine durch das Format gesetzten Grenzen.
Thomas Boenischs Stadtlandschaften bezeichnet er selbst als eigenwillig. Sie sind als malerisches Reisetagebuch zu den südeuropäischen Städten wie Venedig, Neapel, Lissabon oder Pamplona zu sehen. Seine Städte sieht er wie einen Stadtplan von oben; Ausgangspunkt der Gemälde sind stets maßstabsgetreue Kartographien. Wie beim Reisen üblich entdeckt er dabei Neues. Dass Venedig, wenn man auf eine Landkarte schaut, die Form eines Fisches hat, haben sicherlich schon einige entdeckt, aber auch in den anderen Städten hat Boenisch Formen, wie zum Beispiel Schmetterlinge, entdeckt und macht sie uns in seinen farbenprächtigen Bildern sichtbar.
Zu Aleksander Gudalos Werken fällt mir als erstes der Film Melancholia von Lars von Trier ein. Parallelen sehe ich auch zum Theaterstück über den Film Kinder des Olymps (aktuell im Berliner Ensemble). Wie in Gudalos Werken stehen die Menschen in beiden Stücken leblos im Halbdunkel herum und harren der Dinge die kommen. Bei Gudalo starren sie in einer virtuellen Welt auf Bildschirme; er spricht vom Immersiven Realismus. Das meint, anstelle der Wahrnehmung der eigenen Person in der realen Welt, das Eintauchen in eine virtuelle Welt (Immersion kommt aus der Computerspiele-Welt). So gesehen zeigen Gudalos Bilder zeitbezogen die immer währenden Fragen nach der Absurdität des menschlichen Lebens.
Und nun zu guter Letzt, ein paar Worte zu meiner eigenen Arbeit »Sommer in einer Hand». 1985 fuhr ich mit dem Fahrrad die Spuren meiner Kinderzeit und Jugendjahre auf dem Lande in Ost-Westfalen ab. Auch wenn ich seit Jahren in der Stadt lebe, spielte in dieser Serie die Natur, so wie ich sie auch heute noch in Erinnerung hat, die Hauptrolle. Meine eigene Hand in den Bildern deutet den persönlichen Bezug an, aber auch ein fremder Betrachter kann sich in den Bildern sicherlich wieder finden. Es geht nicht nur um das visuelle Erlebnis auf dem Lande und die Ursprünglichkeit, sondern auch um eine haptische Wahrnehmung der Natur. Die große Rolle der Hand, etwa durch Überstreichen der Oberfläche und Nachfahren der Konturen, bedeutet die sinnliche Erfahrung als Ergänzung zu der visuellen Wahrnehmung. Die Bilder habe ich erst 30 Jahre später entwickelt und ausgewertet. Sie sind in der »momenta« erstmalig öffentlich ausgestellt.
Zum Schluss ein Dankeschön an alle meine vier Kollegen und an weitere Unterstützer: an Horst Hinder für die Gestaltung von Einladungskarte und Plakat, an Dieter Franke für das Layout des Katalogs, an Gregor Elsner für die Ausstellungsgestaltung, an Thomas Boenisch für das Drucktechnische und an Aleksander Gudalo für die Betreuung der Website momenta-berlin.de. Ein Dank geht auch an die Unterstützer Fa. System 180 für die Zurverfügungstellung der Möbel, an Herrn Peters von der Fa. Barings und an Sabine Ohrtmann für die Betreuung während der vierwöchigen Vorbereitungszeit.
Wie geht es weiter? Vielleicht gibt es ja eine Momenta II? Vorschläge für ausgefallene Orte nehmen wir gern entgegen. Zum Schluss noch ein Zitat vom kürzlich verstorbenen Berliner Schriftsteller Michael Rutschky. Er sagte anlässlich der Herausgabe eines Fotobuches »Man sollte sich nicht allein auf Worte verlassen«. In diesem Sinne: Viel Freude beim Betrachten der Bilder und bilden Sie sich ein eigenes Urteil. Die Ausstellung ist eröffnet.
Rede von Friedhelm Denkeler, frei gehalten, während der Vernissage der »momenta« am 11.04.2018 im ehemaligen Roxy-Palast.
Nach vierwöchiger Vorbereitungszeit ist es heute endlich soweit: Pünktlich um 18 Uhr eröffnet die »momenta« mit den fünf Künstlern Friedhelm Denkeler, Aleksander Gudalo, Thomas Boenisch, Dieter Franke und Horst Hinder eine ihrer vielen Türen (siehe auch »momenta« Fünf Künstler – ein Ort – vier Wochen). Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Die Künstlergruppe »momenta« mit Malerei und Fotografie zu Gast im ehemaligen Roxy-Palast in Berlin-Friedenau
Die Gruppe »momenta« versteht sich als loser Zusammenschluss von Künstlern aus Berlin und außerhalb, die gemeinsam temporäre Ausstellungen an außergewöhnlichen Orten veranstalten. Der Autorenfotograf Friedhelm Denkeler mit der Serie Sommer in einer Hand, Aleksander Gudalo mit Immersivem Realismus, Thomas Boenisch mit seinen gemalten, eigenwilligen Stadtlandschaften, der abstrakte Maler Dieter Franke und der Grafiker und Fotograf Horst Hinder mit seinen Fotografischen Collagen sind in der Ausstellung vom 12. April bis 12. Mai 2018 (Vernissage: 11. April 2018, 18 Uhr) im ehemaligen Roxy-Palast in Berlin-Friedenau vertreten. Die einzelnen Künstler werde ich in den nächsten Tagen noch ausführlicher vorstellen.
Zu sehen sind unterschiedliche Arbeiten von Malerei bis Fotografie, von Klein- bis Großformat, von abstrakt bis gegenständlich. Sie werden von den Künstlern auf einer Ausstellungsfläche von 400 Quadratmetern in der Hauptstraße 78/79, 12159 Berlin, angeboten. Die Ausstellung ist Donnerstag/Freitag 15–20 Uhr und Samstag/Sonntag 12–17 Uhr geöffnet. www.momenta-berlin.de
Der Name der Gruppe »momenta« weist auf die temporäre Nutzung von freien Räumlichkeiten in der Stadt hin. Die Künstler nehmen die Herausforderung an, einen Raum ohne galerietypische Bedingungen zu bespielen. Die »momenta« ist eine Produzentengalerie, d.h. die Künstler schaffen nicht nur die ausgestellte Kunst, sondern realisieren gleichzeitig die gesamte Ausstellung. Durch die Zwischennutzung kann der Eigentümer einen Qualitäts- und Imageverlust der Immobilie vermeiden. Beide Parteien profitieren also von diesem Projekt.
Der Roxy-Palast wurde 1929 in der Hauptstraße 78/79 im Berliner Ortsteil Friedenau des heutigen Bezirkes Tempelhof-Schöneberg als Lichtspieltheater und Kaufhaus fertiggestellt. Der von Martin Punitzer im Stil der Neuen Sachlichkeit entworfene Bau wurde in Stahlskelettbauweise errichtet und im Zweiten Weltkrieg teilzerstört, 1951 wieder aufgebaut und steht seit 1988 unter Denkmalschutz. Das heute als Geschäftshaus genutzte Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Rathaus Friedenau.
In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.
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Die Werke sind vom 9. März bis zum 4. Juni 2018 im Foyer des »Theaters O-TonArt« in der Kulmer Straße 20a, 10783 Berlin-Schöneberg, erstmalig öffentlich zu sehen. Die Ausstellungsräume sind immer an den Spieltagen eine Stunde vor Beginn der Vorstellung geöffnet. Der Künstler ist heute von 18 bis 19.30 Uhr anwesend. Einen ausführlichen Artikel zum »Second Hand Model« finden sie hier.
Die Serie »Second-Hand-Model« passt ideal in ein Theater mit seinem Kostümfundus und der Lust der Schauspieler am Verkleiden. Die Besucher werden den Aufführungen entsprechend, ihren Teil dazu beitragen. Mit dem letzten Bild, der unbekleideten Schaufensterpuppe im Juni 2007 wurde der Verkauf des Geschäftes annonciert. Es bekam neue Inhaber, aber nie wieder wurde das Model so geschmackvoll, erotisch und phantasievoll eingekleidet wie in den vier Jahren meiner Aufnahmesession.
Die Werke sind vom 9. März bis zum 4. Juni 2018 im Foyer des “Theaters O-TonArt” in der Kulmer Straße 20a, 10783 Berlin-Schöneberg, erstmalig öffentlich zu sehen. Die Ausstellungsräume sind immer an den Spieltagen eine Stunde vor Beginn der Vorstellung geöffnet. Der Künstler ist am 24. März 2018 von 18 bis 19.30 Uhr anwesend. Einen ausführlichen Artikel zum »Second Hand Model« finden sie hier.
Eine One-Woman-Performance in 52 Rollen über vier Jahre. Ausstellung im »Theater O-TonArt« in Berlin-Schöneberg. Einladung zur Besichtigung am 15. und 24. März 2018 von 18 bis 19.30 Uhr
Wir sind im »Theater O-TonArt«. Während André Fischer auf der großen Bühne in dem Solo-Stück »Maman und Ich« 32 verschiedene Rollen in zwei Stunden spielt, findet auf der kleinen Bühne, im Foyer, eine »One-Woman-Performance-Show« statt. Zwischen dem 5. Januar 2003 und dem 13. Juni 2007 habe ich mit meiner ersten Digital-Kamera an 52 Tagen die Schaufensterpuppe im Second-Hand-Geschäft ET CETERA in der Berlinickestraße am Eingang zum S-Bahnhof Rathaus Steglitz fotografiert.
Nach meinen früheren Schwarzweiß-Bildern gab es nun einen Rausch an Farben, prächtiger Mode und Accessoires. Eine wahre Performance entfaltete sich entsprechend der Jahreszeiten und Festtage: Zu Weihnachten z.B. bekam das Model Engelsflügel oder trug ein T-Shirt mit der Heiligen Madonna. Wöchentlich dekorierte die Inhaberin ihre Schaufensterpuppe neu. Kleidung, Perücken, Brillen, Hüte, Ketten, Handtaschen und Gürtel wechselte sie, je nach ihrer Lust und Laune. Die schöne Unbekannte in den Jugendstil-Einbauten des Geschäfts wurde zu einer vertrauten, aber geheimnisvollen Nachbarin, die die Neugier erweckt hatte und an der ich nicht einfach vorbei gehen konnte.
Modepüppchen, Schaufensterpuppe oder Mannequin genannte Figuren entstanden um 1850 in Paris. Schneidereien stellten in ihren Schaufenstern eigene Entwürfe an kopflosen Schneiderpuppen zur Schau, um Kunden anzulocken. Im Bereich der Bildenden Kunst sind maßstabsgetreue, bewegliche Glieder- oder Gelenkpuppen seit der Antike bekannt. Sie werden verstärkt mit Beginn der Renaissance in Italien um 1500 von Bildhauern und Malern eingesetzt.
Proportionslehre und Bewegungsstudien bestimmten den Tenor der Zeit und nicht jeder Künstler konnte sich ein lebendes Modell leisten. Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Zeit der großen Warenhäuser mit entsprechenden Fensterfronten, die je nach Jahres- oder Festzeit mit lebensgroßen Schaufensterpuppen dekoriert wurden. Der „Schaufensterbummel“ war erfunden und die Modepuppen wurden immer realistischer dargestellt. Identifikation, Präsentation, Träumerei und Verführung zum Kauf vereinen sich noch heute in ihnen.
Obwohl die Aufnahmeperspektive fast immer gleich war, spiegelte sich in der Schaufensterscheibe des Geschäfts die Umgebung des S-Bahnhofs Steglitz. Je nach Tageszeit, im vollen Sonnenlicht oder am Abend mit Blitzlicht, sieht man auf den Bildern mal die Mülltonen, die später hinter einer spanischen Wand versteckt waren, mal die Werbung eines Frisiersalons, wildes Plakatieren, zerkratzte Schaufensterscheiben, die Graffitis und das Straßenpflaster mit den beiden Gullydeckeln direkt vor dem Laden.
Die Serie »Second-Hand-Model« passt ideal in ein Theater mit seinem Kostümfundus und der Lust der Schauspieler am Verkleiden. Die Besucher werden den Aufführungen entsprechend, ihren Teil dazu beitragen. Mit dem letzten Bild, der unbekleideten Schaufensterpuppe im Juni 2007 wurde der Verkauf des Geschäftes annonciert. Es bekam neue Inhaber, aber nie wieder wurde das Model so geschmackvoll, erotisch und phantasievoll eingekleidet wie in den vier Jahren meiner Aufnahmesession.
Die Werke sind vom 9. März bis zum 4. Juni 2018 im Foyer des »Theaters O-TonArt« in der Kulmer Straße 20a, 10783 Berlin-Schöneberg, erstmalig öffentlich zu sehen. Die Ausstellungsräume sind immer an den Spieltagen eine Stunde vor Beginn der Vorstellung geöffnet. Der Künstler ist am 15. und 24. März 2018 von 18 bis 19.30 Uhr anwesend.
Die Basaltstelen, die Joseph Beuys aus einem erloschenen Vulkan in Nordhessen abtragen ließ, stehen für den Ursprung und die Evolution der Menschheit, deren Zukunft und Geschichte, zu der auch der bewusste Eingriff des Menschen in die Natur gehört. Beuys bohrte kegelförmige Formen aus dem Basalt und setzte sie, zu ‚Heilung‘ der Verletzung mit Filz und Ton ummantelt, zurück in die Löcher. Die Anordnung auf Paletten, Vierkanthölzern und einem Hubwagen, den er als Gerät des Weitertransports seiner Idee von Veränderung auffasste, suggeriert Bewegung.
Damit verweist Beuys auf den Menschen als handelndes Wesen, das in der Lage ist, jenen utopischen Ort zu erreichen, an dem die Erstarrung sich in lebendige Beziehungen auflöst, sich das Denken wieder mit der Natur versöhnt. Die Skulptur mag auf den ersten Blick wie ein dunkles Sinnzeichen des Fin de Siècle erscheinen. Doch sie richtet sich in ihrer aktionistischen Intention gegen jeden endzeitlich gestimmten Pessimismus.
[F. C. Flick Collection, Text: Ausstellungsheft/ Ausstellungsbeschreibung »moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume«, Hamburger Bahnhof Berlin, 2017]
Ich spürte eine Weite, fast möchte ich sagen, ein transzendenter Blick ließ mich die Kamera halten. Viele traumartige Bilder, Metaphern kamen beim Betrachten der Landschaft hoch. [Siebrand Rehberg]
Siebrand Rehberg fotografierte in den 1970er Jahren, wie sein Lehrer Michael Schmidt, zunächst überwiegend in seinem Wohnbezirk Berlin-Kreuzberg. Im Gegensatz zu Schmidts damaligen Stadtlandschaften, bewegte er sich auf der Straße zwischen den Menschen und hielt diese einfühlsam in seinen Fotografien fest. Zwischendurch zog es den in Friesland Großgewordenen auch immer wieder aufs Land, nach der Wende insbesondere in die Mecklenburgische Schweiz. Rehbergs Vater stammte aus Teterow. So haben seine fotografischen Erkundungen auch stets etwas mit der Suche nach den Familienwurzeln zu tun.
Ein Jahrzehnt lang hat Rehberg die von der Eiszeit geformte Landschaft dokumentiert. Entstanden ist bei seinen fotografischen Streifzügen über die Jahre und durch die Jahreszeiten eine Liebeserklärung an die Mecklenburgische Schweiz. »Über allem liegt eine Stille und Ruhe, die sich wie ein Kokon ausbreitet. Und das suggeriert, was sonst nicht möglich scheint, eine Sinnsuche und Einkehr der anderen Art, die Hoffnung auf ein Ankommen im Jetzt frei nach den Versen der Schriftstellerin Ricarda Huch: ›Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es Gott, Ewigkeit oder Liebe‹.« [Erik Steffen im Buch zur Ausstellung]
Rehberg zeigt menschenleere Landschaften, die nur von der Natur, nicht vom Menschen, geprägt sind. Fast vergisst man, dass es ja letztendlich doch ein Mensch sein musste, der hinter der Kamera auf den Auslöser drückte. Die eingefangenen poetischen Stimmungen erinnern an die romantischen Motive des englischen Malers William Turner (aber weniger abstrakt). Als Lichtquelle hat er oft das morgendliche oder abendliche Sonnen- und Gegenlicht gewählt.
Zusammen mit seinen wolkenverhangenen Bildern ergibt sich eine paradiesische Ideallandschaft, die sich bis zu einem in weiter Ferne erscheinenden Horizont erstreckt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Aufnahmen am Malchiner See im Regen und bei Nebel. Die einzigartige, fast magische Atmosphäre, die Rehberg einfühlsam eingefangen hat, ist allein der Natur mit all ihren wundersamen Erscheinungen zu verdanken. Es brauchte keine dekorativen Arrangements, nur der fotografische Blick zählt.
Noch bis zum 6. Juni 2018 ist das Portfolio »Mecklenburgische Schweiz« im Rathaus der Bergringstadt Teterow am Marktplatz 1-3 in 17166 Teterow zu sehen. Das dazugehörige Buch ist in einer signierten und limitierten Auflage von 500 Exemplaren mit einem signierten Originalabzug (21×26 cm, nummeriert von 1 bis 500) im Buchhandel für 150 Euro erhältlich (exklusiv bei der Buchhandlung Steffen in Teterow für die Dauer der Ausstellung 80 Euro).
Siebrand Rehberg, geb. 1943 in Aurich, lebt seit fast 50 Jahren als freier Fotograf in Berlin-Kreuzberg. In den 1970er Jahren hat er als Pressefotograf für die großen Magazine gearbeitet. Danach hat er sich der Angewandten Fotografie zugewendet: Architektur, Interieur- und Stadtansichtsfotografie. Bekannt wurde er in den letzten Jahren durch seine Fotobücher ‚Signale des Aufbruchs“ (Nicolai Verlag) und „West-Berlin 1972–1977“ (ConferencePoint Verlag), die ihn als einen wichtigen Chronisten der Berliner Stadtentwicklung ausweisen. Siehe auch die Artikel Kreuzberg wie es einmal war … und Auf der Suche nach den verschwundenen Cibachromes.
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