Oscar Wilde und sein Tagebuch

Von Friedhelm Denkeler,

»Ich reise nie ohne mein Tagebuch. Man sollte im Zug immer etwas zum Lesen haben«, Oscar Wilde, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Ich reise nie ohne mein Tagebuch. Man sollte im Zug immer etwas zum Lesen haben«, Oscar Wilde, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
Anmerkung zur Kategorie »«

In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

Eine Übersicht über alle Artikel der Kategorie finden Sie unter »«.

Sonntagsbecher

Von Friedhelm Denkeler,

»Sonntagsbecher», Café im Forum Steglitz, Walter-Schreiber-Platz, Schloßstraße, Berlin-Steglitz, Foto © Friedhelm Denkeler, 2015
»Sonntagsbecher», Café im Forum Steglitz, Walter-Schreiber-Platz, Schloßstraße, Berlin-Steglitz, Foto © Friedhelm Denkeler, 2015

Anmerkungen zum Portfolio/ zur Kategorie »Sonntagsbilder»

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.

Am 26. Februar 2012 erschien in meinem Blog das erste Sonntagsbild. Und jeden Sonntag gab es ein neues – Ausnahmen bestätigten die Regel. Die Sonntagsbilder stammen aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, das ich 2005 abgeschlossen habe. Aber der Titel Sonntagsbild ist einfach ein zu schöner Titel. Unter dieser Prämisse führe ich die Kategorie »Sonntagsbilder« in meinem Blog bis auf weiteres mit Fotos aus meinem Archiv und mit neuen Aufnahmen weiter.

Fünfzig wilde Kongoweiber

Von Friedhelm Denkeler,

Macht zu viel Sex verrückt? Eine Abhandlung in elf Kapiteln. Ein neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website LICHTBILDER.

Im Jahr 1913 zeigte das Berliner »Passage Panopticum« eine Kolonialschau unter dem heutzutage nicht mehr zeitgemäßen Titel »Fünfzig wilde Kongoweiber – Männer und Kinder in ihrem aufgebauten Kongodorfe«. Die Zurschaustellung exotischer Menschen war damals gang und gäbe und ein großer Publikumsrenner.

In den Panoptiken der Jahrhundertwende wurden insbesondere Wachsfiguren, Röntgenapparate (sic!), mechanische Automaten ausgestellt und die ersten Filme vorgeführt. Seit 1870 gab es im Zoologischen Garten in Hamburg die »Hagenbeck´schen Völkerschauen«, die anschließend durch das ganze Land tourten. ›Echte‹ Amazonen, Aboriginals, Sioux-Indianer, Fakir-Gruppen wurden zur Schau gestellt oder mussten im damaligen Sprachgebrauch ›unsittliche Tänze‹ aufführen.

Das Plakat zur Ausstellung Fünfzig wilde Kongoweiber entdeckte ich 1999 im Historischen Museum Berlin. Zusammen mit dem Foto »Macht zu viel Sex verrückt?«, das ich zur Weihnachtszeit 1996 auf dem Kurfürstendamm aufnahm, bildeten diese beiden Fotos die Grundlage meiner Sammlung und Zusammenstellung von Fotos für das Portfolio »Macht zu viel Sex verrückt? Oder: Fünfzig wilde Kongoweiber«, das ich 2012 abgeschlossen habe. Alle Fotos sind im Zeitraum 1981 bis 2010 entstanden.

Aus dem Portfolio »Macht zuviel Sex verrückt?«, Kapitel 7: »Macht zuviel Sex verrückt?«, Foto © Friedhelm Denkeler, 1996
Aus dem Portfolio »Macht zuviel Sex verrückt?«, Kapitel 7: »Macht zuviel Sex verrückt?«, Foto © Friedhelm Denkeler, 1996

Die 186 Fotos der Serie sind in die elf Kapitel »Im Lustgarten«, »Fetisch«, »You Have Nothing», »Pippi auf Taku Tuka«, »Adam und Eva«, »Fünfzig wilde Kongoweiber«, »Macht zu viel Sex verrückt?«, »Schamkrabben«, »Weniger ist besser«, »Nicht mit den Händen greifen« und »Middlesex« eingeteilt. Ein Großteil der Fotos entstand im öffentlichen Straßenraum, hierunter fällt insbesondere die sexualisierte Werbung; weitere Fotos entstanden in Ausstellungen, im privaten Bereich und in der Natur. Die Schlagwort-Wolke zeigt einen ersten Eindruck.

Kurioses wie der ZEIT-Artikel »Die Entdeckung der Anus-Vulva-Achse« , das Filmplakat »Fickende Fische«, ein »Sklavinnen der Liebe-Express« auf dem Christopher-Street-Day, der Aufruf des Media Marktes »Sei so Sexistisch« oder die Graffiti-Dame im S-Bahnhof, die beteuert »Ich komm nur in der S-Bahn«, die Bestellung eines Super-Angebots »Striptease-Kegelschreiber« für 0,99 DM bei der Beate Uhse AG per Bildschirmtext BTX (ja, das war 1984 der neueste Schrei), der Grabstein des Marquis de Sade oder die Plakate »Ich komm‘ aus Kreuzberg, du Muschi« und die »Vagina-Monologe« runden die Auswahl ab. 35 ausgewählte Photographien sind auf der Website Lichtbilder zu sehen.

wild [mhd. wilde, ahd. wildi, eigtl.: im Wald wachsend, nicht angebaut]: 1. nicht domestiziert; nicht kultiviert, nicht durch Züchtung verändert; wild lebend; wild wachsend; Er stürzte sich auf sie wie ein – es Tier (völlig enthemmt u. nur dem Trieb folgend); 2. a) nicht zivilisiert; auf niedriger Kulturstufe stehend: -e Stämme; b) unzivilisiert, nicht gesittet: ein -er Haufen; -e Gesellen; dort herrschen -e Sitten 3. unkontrolliert, nicht reglementiert [u. oft ordnungswidrig od. gesetzwidrig]; offiziell nicht gestattet [Jan Diebold und Philmon Ghirmai auf www.schwarzweiss-hd.de]

Das verlorene Ziel

Von Friedhelm Denkeler,

»Als wir das Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen«, Mark Twain, Foto © Friedhelm Denkeler 1997.
»Als wir das Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen«, Mark Twain, Foto © Friedhelm Denkeler 1997
Anmerkung zur Kategorie »«

In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

Eine Übersicht über alle Artikel der Kategorie finden Sie unter »«.

Sympathy for the Devil

Von Friedhelm Denkeler,

Aus der Serie »Gestern Abend im Theater«: Berliner Ensemble

Am Ende werden wir nicht wissen, wer Faust und wer Mephisto ist. Sie bilden eine Einheit. Nicht zwei Stimmen, sondern ein Stimme in mehreren Farben [Robert Wilson]

Faust und Mephisto sitzen nach der langen Reise durch Himmel und Hölle, am Ende des Vier-Stunden-Stückes »Faust I und II«, seelenruhig auf einer Bank. Faust fragt: »Wohin soll nun die Reise gehen?« und Mephisto antwortet: »Wohin es dir gefällt«. Also nicht vom Himmel durch die Welt zur Hölle? Oder umgekehrt? Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor. Und die Sympathie für den Teufel ist groß, auch durch das famose Spiel von Christopher Nell, den wir schon in Hamlet und Peter Pan am BE sehen konnten.

»Pausenvorhang Faust I und II«, Goethe, Wilson, Grönemeyer, Berliner Ensemble, Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Pausenvorhang Faust I und II«, Goethe, Wilson, Grönemeyer, Berliner Ensemble, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Das dürfte Robert Wilsons vorläufiger Höhepunkt am Berliner Ensemble gewesen sein. Das grenzt schon an Größenwahn, den ganzen Faust in vier Stunden mit der Musik von Herbert Grönemeyer aufzuführen. Peter Stein brauchte für das Projekt Faust I und II im Jahr 2000 noch zwei Tage. Dafür brachte er aber auch alle 12 110 Verse des Dramas; bei Wilson wurden die einzelnen Szenen nur kurz angerissen, man versteht sie nicht immer, vielleicht ist das auch nicht nötig.

Dafür sahen wir ein mitreißendes Musiktheater mit einer achtköpfigen Liveband, mit deutscher Rockmusik und ein wilsonsches Lichtspektakel sondergleichen. Ein Theaterfest für alle Sinne, das im frenetischen Schlussapplaus mündete. Schauspieler und Publikum waren überglücklich.

Der Sumpf der Traurigkeit

Von Friedhelm Denkeler,

Der Elmgeist – Ein neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website LICHTBILDER

In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken, man jahrelang im Moos liegen könnte. [Franz Kafka]

Der Elm ist ein 25 km langer, 3 bis 8 km breiter, maximal 323 Meter über Normalnull hoher und bewaldeter Mittelgebirgszug südöstlich von Braunschweig in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel in Niedersachsen. Das weitgehend siedlungsfreie Waldgebiet mit dem größten Buchenwald Norddeutschlands und dem Reitlingstal ist Teil des Naturparks Elm-Lappwald. Geologisch ist der Elm hauptsächlich aus fossilreichem Kalkstein der mittleren Trias (Muschelkalk) aufgebaut, der als Elmkalkstein seit dem Mittelalter ein begehrter Baustoff ist.

»Der Sumpf der Traurigkeit«, Erdfall im Elm, aus der Serie »Der Elmgeist«, Foto © Friedhelm Denkeler 1980
»Der Sumpf der Traurigkeit«, Erdfall im Elm, aus der Serie »Der Elmgeist«, Foto © Friedhelm Denkeler 1980

Im Elm gibt es eine große Anzahl von Erdfällen, kreisrunde, trichterförmige Vertiefungen, die auch als Dolinen bezeichnet werden. Die Angaben schwanken zwischen 200 und 600. Der größte ist der sagenumwobene »Bornumer Erdfall«. In der »Teufelsküche« nahe dem Reitlingstal verschwindet der Bach »Mönchespring« in einem solchen Erdfall (Schluckloch). Die Ursache für die Häufigkeit dieser Gebilde im Elm liegt im Untergrund, der reich an Kalksteinen, Gips und Salzgestein ist. Diese Gesteinsarten, insbesondere das Salz, sind anfällig dafür, von Grundwasser aufgelöst zu werden, wodurch Hohlräume im Untergrund entstehen, die, wenn sie zu groß werden, einbrechen und an der Oberfläche zu bis zu 15 Meter tiefen Einsturztrichtern führen. In den Hochlagen des Elms sind die Vertiefungen trocken, in den Niederungen dagegen mit Wasser gefüllt [Quelle: Wikipedia]

Die Photographien Der Elmgeist sind vor 35 Jahren entstanden und jetzt erstmalig öffentlich auf meiner Website Lichtbilder zu sehen. Das dazugehörige Portfolio besteht aus 90 Photographien im Format 30×45 cm im Passepartout 50×60 cm. Die Bilder sind auch als gedrucktes Autorenbuch mit 104 Seiten im Format 40×30 cm erschienen. Alle Aufnahmen entstanden 1980 im Naturpark Elm-Lappwald bei Helmstedt (siehe auch Wenn ein Betrachter vor lauter Oberfläche den eigentlichen Inhalt einer Photographie nicht mehr sieht).

Der Wolf und der Mensch

Von Friedhelm Denkeler,

Denn der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, kein Mensch. Das gilt zum Mindesten so lange, als man sich nicht kennt.
[aus „Asinaria“ von Titus Maccius Plautus, 254-184 v.Chr.]

»homo homini lupus«, Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»homo homini lupus«, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Ein Pferd ohne Pferdefuß

Von Friedhelm Denkeler,

Die traurigen Pferde von Gustavo Aceves auf dem Pariser Platz in Berlin

Gustavo Aceves: "Lapidarium – Grenzen überwinden" (Pariser Platz), Foto © Friedhelm Denkeler 2015
Gustavo Aceves: »Lapidarium – Grenzen überwinden, Pariser Platz, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Der Mexikaner Gustavo Aceves hat aus archäologischen Resten zwanzig überlebensgroße ›Pferde‹ aus Bronze, Marmor und Beton geschaffen und unter dem Titel Lapidarium – Grenzen überwinden direkt vor der Quadriga auf dem Pariser Platz aufgestellt. Nur die Skulptur, die direkt vor dem Brandenburger Tor steht ist halbwegs intakt. Je weiter man vom Tor weggeht, desto unvollständiger sind die folgenden neunzehn Skulpturen, die sich alle in Richtung Brandenburger Tor bewegen bis zum Ende hin nur noch die Wirbelsäule eines Pferdes zu sehen ist. Und hier, in einer Art Boot, befinden sich auch die fehlenden Pferdebeine.

Die hoch erhobenen Pferde der Quadriga von Johann Gottfried Schadow stehen symbolisch für den Sieg der Göttin Victoria; Aceves Pferde lassen hingegen den Kopf hängen, drücken Unterwerfung und Angst aus. Ihnen fehlen nicht nur die Beine, manchmal fehlt auch ein Teil des Kopfes oder in der Oberfläche sind Risse, blanke Rippen und die Wirbelsäule zu sehen. Laut Aceves soll sein Werk an die vielen afrikanischen Flüchtlinge und die Einwanderungswelle nach Europa erinnern. Die Skulpturen sind nur noch bis zum 10. Mai 2015 vor dem Brandenburger Tor zu sehen.

Gustavo Aceves: "Lapidarium – Grenzen überwinden" (Pariser Platz), Foto © Friedhelm Denkeler 2015
Gustavo Aceves: »Lapidarium – Grenzen überwinden«, Pariser Platz, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Auf frischer Tat ertappt …

Von Friedhelm Denkeler,

… wie ein Street-Art-Künstler seinen eigenen Schatten sprüht

"Auf frischer Tat ertappt …", Bülowstraße 31, Schablonenkünstler Brüder "Icy and Sot", Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Auf frischer Tat ertappt …«, Icy and Sot, Bülowstraße 31, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Ein dreißig Meter hoher in schwarzweiß und mit Kapuzenpullover bekleideter Sprayer sprayt seinen eigenen, knallbunten Schatten auf die Häuserfront in der Bülowstraße 31. Die Arbeit stammt von den beiden Schablonenkünstlern (stencils artists) und Brüdern Icy and Sot. Die Iraner leben mittlerweile in New York. In der Bülowstraße, in der viele Häuser der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag gehören, befinden sich zurzeit viele professionelle Tags von Künstlern aus der internationalen Street-Art-Scene. Die Gewobag fördert das Netzwerk Urban Nation, das es sich zur Aufgabe macht, das an einigen Ecken recht triste Berliner Straßenbild mit Farbe zu bereichern. Website Icy And Sot

Kann man zweimal in denselben Fluss steigen?

Von Friedhelm Denkeler,

»Man kann nicht zweimal in den gleichen Fluss steigen, denn alles fließt«, Heraklit, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2006
»Man kann nicht zweimal in den gleichen Fluss steigen, denn alles fließt«, Heraklit, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2006
Anmerkung zur Kategorie »«

In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

Eine Übersicht über alle Artikel der Kategorie finden Sie unter »«.

Ein Korkmännchen an der Bülowstraße

Von Friedhelm Denkeler,

Stadtverschönerung mit Street-Yogi

Spaziert man durch Berlin und lässt den Blick an der Straßenecke noch oben schweifen, sieht man vermehrt kleine Strichmännchen auf den Straßenschildern. Mittlerweile sollen es angeblich an die 1000 sein. Sie bestehen aus zwei Flaschenkorken und einem Schaschlik-Spieß. Der Körper dieser Minis besteht dabei aus einem ganzen Korken; für die Arme, Beine und den Kopf wurde der zweite Korken dann in fünf Teile geteilt. Diese unterschiedlich bemalten Mini-Skulpturen stammen vom Yoga-Trainer Josef Foos, der sich das Little People-Projekt des Londoner Streetart-Künstlers Slinkachu zum Vorbild genommen hat. Ein angenehmer Werbegag, denn die Korkmännchen machen gute Laune, sind dezent und materialbedingt leider auch vergänglich.

»Ein Korkmännchen an der Bülowstraße», Berlin-Schöneberg, Foto © Friedhelm Denkeler2015
»Ein Korkmännchen an der Bülowstraße», Berlin-Schöneberg, Foto © Friedhelm Denkeler2015

Wird ein Künstler erst nach seinem Tode berühmt?

Von Friedhelm Denkeler,

Vivian Maier: »Street Photographer« im Willy-Brandt-Haus (nur noch bis 12. April 2015)

Künstler haben es zu Lebzeiten oft schwer, sie werden nicht wahr genommen und nicht anerkannt, denn in der Regel sind sie keine Marketing-Genies. Sie beschäftigen sich mit ihrer Kunst, aber diese muss natürlich an die Öffentlichkeit, damit sie anerkannt wird. Der Begriff brotlose Kunst kommt nicht von ungefähr; Leben und Arbeiten unter prekären Bedingungen lassen sie oft als gesellschaftliche Außenseiter erscheinen. Wenn Bescheidenheit hinzu kommt und das Werk nicht Mainstream ist, wird es ganz schwierig.

Damit ein Betrachter die Werke des Künstlers qualitätsmäßig beurteilen kann, ist oft ein gewisser Abstand nötig. Hinzu kommt, dass, insbesondere bei Photographien, durch die Zeit die Werke neben der Qualität eine Patina erhalten, bedingt durch die äußere Technik, aber speziell das Aussehen und Verhalten der damals Abgebildeten. Meist erkennt man das Besondere erst mehrere Generationen später. Dass ein Künstler erst nach seinem Tod berühmt wird, passiert immer wieder. Er sollte sich aber nicht auf postume Ehrung verlassen. Eine große Ausnahme ist ganz aktuell die Fotografin Vivian Maier.

"Ausstellung 'Vivian Maier: Street Photographer' im Willy-Brand-Haus", Foto © Friedhelm Denkeler 2015
Ausstellung »Vivian Maier: Street Photographer«, Willy-Brand-Haus, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Vivian Maier (*1926, † 2009) arbeitete Jahrzehnte lang als Kindermädchen in Chicago und New York. Scheinbar war aber ihre wirkliche Passion die Photographie, ansonsten lebte sie sehr zurückgezogen. Sie soll in ihrem Leben geschätzte 150.000 Aufnahmen, hauptsächlich vom Straßenleben gemacht haben. Ihre Photos hat sie zu Lebzeiten kaum jemandem gezeigt. Im Nachlass fanden sich zudem noch einige tausend unentwickelte Filme. Allein die Geschichte ihres Nachlasses ist eine eigene Geschichte wert.

John Maloof entdeckte die Arbeiten bei einer Zwangsversteigerung, denn Maier konnte ihre Miete nicht mehr bezahlen. Die Geschichte der Suche nach der Person hinter dem Kindermädchen, der Fotografin, hat er im Dokumentarfilm Finding Vivian Maier in Szene gesetzt. Maier fing mit einer zweiäugigen Rolleiflex das urbane Leben auf den Straßen von Chicago und New York ein. Dabei entstanden Straßenszenen und eindringliche Porträts aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Selbstporträts sind in ihrem Fundus zu finden; Maier fotografierte immer wieder ihr Spiegelbild in den Schaufenstern.

Zurzeit tobt ein großer Kampf um die Bildrechte, denn auf einmal fanden sich doch noch entfernte Verwandte. Ein ungutes Gefühl beschleicht einen nun schon, ob der Vermarktung ihres Nachlasses mit all den Fotografien, den daraufhin entstandenen Büchern, Filmen und Ausstellungen. Ein bisschen davon hätte Vivian Maier zu Lebzeiten verdient. Aber so ist das Leben, so ist der Kunstmarkt. Fotos von Vivian Maier, Website Vivian Maier.

Die Weiterentwicklung der Porträtfotografie

Von Friedhelm Denkeler,

»Inszenierte Bildnisse« von Amin El Dib in der Kommunalen Galerie. Der Betrachter muss das Geheimnis der Bilder selbst entschlüsseln.

Heutzutage verstehen wir unter einem Porträt alles Mögliche: Porträt einer Stadt, eines Landes, einer Gruppe von Menschen und dies alles als gemaltes, fotografisches, literarisches oder auch gefilmtes Porträt. Aber zuerst kommt einem das fotografische Porträt in den Sinn, das es von Anfang an in der fast 200-jährigen Geschichte der Fotografie gegeben hat – von William Henry Fox Talbot (1840), über Alfred Stieglitz (1915), August Sander (1930), Richard Avedon (1965), Diane Arbus (1965), Ralph Gibson (1975) bis Helmut Newton (1990), um willkürlich nur sieben Fotografen zu nennen.

Amin El Dibs Bilder sind in einem Zeitraum von fünfzehn Jahren (1988-2003) in Berlin entstanden und wahrscheinlich in dieser Form auch nur in Berlin möglich gewesen. Und vor allen Dingen auch nur in Berlin auszustellen, denn wie der Künstler bei der Vernissage am letzten Sonntag betonte, sind die Bilder bei anderen Institutionen in anderen Gegenden nicht so gut angekommen. In Berlin wurde die Serie mit den 43 Porträts dagegen mit Hochachtung aufgenommen.

Mehr als zehn Jahre nach ihrer Entstehung sind die Bilder in dieser Zusammenstellung nun erstmalig in Berlin zu sehen. Damit ein Künstler seine eigene Arbeit qualitätsmäßig beurteilen kann, ist oft ein gewisser Abstand nötig. Hinzu kommt, dass, insbesondere bei Photographien, durch die Zeit die Werke neben der Qualität eine Patina erhalten, bedingt durch die äußere Technik, aber speziell bei Porträts durch das Aussehen und Verhalten der damals Abgebildeten. Beides trifft auf El Dibs Arbeiten besonders zu. Meist erkennt man das Besondere erst ein oder zwei Generationen später.

»Amin El Dib in der Kommunalen Galerie in Wilmersdorf«, Serie »Inszenierte Bildnisse«, Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Amin El Dib in der Kommunalen Galerie in Wilmersdorf«, Serie »Inszenierte Bildnisse«, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Natürlich könnte man aus den »Inszenierten Bildnissen« einige mehr oder weniger klassische Porträts heraussuchen, auch Aufnahmen von halb verdeckten (und auch nackten) Menschen haben wir schon oft gesehen, aber diese Serie zeigt in ihrer Ganzheit eindeutig die Handschrift des Künstlers. Erst die Gesamtheit und die Gegenüberstellung, so wie die Porträts in der Ausstellung zu sehen sind, zeigt ein besonderes Berlin-Bild; ein Bild, das Nähe und Intimität erzeugt, auch über die ausgewählten Personen hinaus.

Die abgebildeten Personen, Frauen und Männer, Junge und Alte, Verletzte und Tätowierte, Paare, Mutter und Kind, kennt nur der Künstler allein, aber der Betrachter erkennt ihre Verletzlichkeit, ihren Stolz und ihre Trauer. Im Endeffekt muss der Betrachter das Geheimnis der Bilder selbst entschlüsseln bzw. er muss es spüren. Da die Bilder keine erklärenden Titel aufweisen, braucht es dazu mehr als flüchtiges Hinsehen. Amin El Dib hat seine eigene Bildsprache gefunden, deshalb kann die Werkreihe auch als eine Weiterentwicklung der Porträtfotografie angesehen werden.

Der 1961 in Kairo geborene, ab 1966 zuerst in Duisburg, seit 1983 in Berlin und inzwischen (seit 2003), in der Nähe von Basel lebende und arbeitende Amin El Dib ist mit seinen Werken in diversen öffentlichen Sammlungen vertreten. Seine Photographien waren in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Die Ausstellung in Berlin läuft noch bis zum 24. Mai 2015 in der Kommunalen Galerie Berlin in Wilmersdorf, Hohenzollerndamm 176. Passend zur Ausstellung ist das Buch »Amin El Dib, Autonome Bilder« bei Peperoni Books, 2011, erschienen. Die Website von Amin El Dib gibt einen sehr guten Überblick über seine bisherigen Arbeiten.

An dieser Stelle soll einmal die Arbeit der Kommunalen Galerien in Berlin hoch gelobt werden (man denke nur an die zehn Ausstellungen in sieben Bezirken von Karl-Ludwig Lange im Monat der Fotografie 2014). Dies trifft auch auf die aktuelle Fotoausstellung in der Kommunalen Galerie unter Leitung von Elke von der Lieth in Wilmersdorf zu. Die Galerie im ersten Stock ist vorzüglich für (Foto)-Ausstellungen geeignet und die Werke sind vorbildlich gehängt worden. Ein Ausstellungsbesuch ist unbedingt zu empfehlen.

Die Probleme der Null – Ein Beitrag zum BER

Von Friedhelm Denkeler,

»Eine Null kann bestehende Probleme verzehnfachen«, Volksmund, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2006
»Eine Null kann bestehende Probleme verzehnfachen«, Volksmund, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2006
Anmerkung zur Kategorie »«

In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

Eine Übersicht über alle Artikel der Kategorie finden Sie unter »«.

Jemand mußte Josef K. verleumdet haben …

Von Friedhelm Denkeler,

Aus der Serie »Gestern Abend im Theater«: Berliner Ensemble

»Jemand musste Josef K. verleumdet haben«, Kafkas Prozeß im Berliner Ensemble, Foto © Friedhelm Denkeler 2015
»Jemand musste Josef K. verleumdet haben«, Kafkas Prozeß im Berliner Ensemble, Foto © Friedhelm Denkeler 2015

Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. Die Köchin der Frau Grubach, seiner Zimmervermieterin, die ihm jeden Tag gegen acht Uhr früh das Frühstück brachte, kam diesmal nicht. Das war noch niemals geschehen …

… Aber an K.s Gurgel legten sich die Hände des einen Herrn, während der andere das Messer ihm ins Herz stieß und zweimal dort drehte. Mit brechenden Augen sah noch K., wie die Herren, nahe vor seinem Gesicht, Wange an Wange aneinander gelehnt, die Entscheidung beobachteten. »Wie ein Hund!« sagte er, es war, als sollte die Scham ihn überleben.

[Anfang und Ende des postum 1925 erschienenen Romanfragments »Der Prozess« von Franz Kafka]

Der leidende Mensch am Europa-Center

Von Friedhelm Denkeler,

"Der leidende Mensch am Europa-Center" (von Michael Ostwaldt, 20. bis 22. September 1969), Foto © Friedhelm Denkeler 1969
»Der leidende Mensch am Europa-Center« (von Michael Ostwaldt, 20. bis 22. September 1969), Foto © Friedhelm Denkeler 1969

Meine ersten Jahre in Berlin nutze ich 1968 und 1969 – vor allem, wenn man aus Ost-Westfalen kommt – natürlich zuerst dazu, eine Großstadt kennenzulernen. Das war in erster Linie die Gegend um den Kurfürstendamm mit seinen Urauffüh-rungskinos und alle Straßen rund um den Savignyplatz. Das Nachtleben spielte sich anfangs zwischen Sperlingsgasse und Loretta in der Lietzenburger Straße (beides gibt es heute nicht mehr) und später dann in Kreuzberg ab.

Die Stadterkundungen hielt ich in der Regel fotografisch fest und so entstand auch die folgende Aufnahme auf DIA-Film-Material, mit der ich 1969 eine spektakuläre Kunstaktion am Europa-Center festhielt.

Das Europa-Center war gerade erst vier Jahre alt, als die Fassade des Büro-Hochhauses mit einem 72 Meter hohen, 12 Meter breiten und 500 Kilo schweren Gemälde teilweise verdeckt wurde. In einer fünfstündigen Aktion wurde mit Hilfe des Technischen Hilfswerks (THW) in der Nacht vom 19. auf den 20. September das größte Gemälde der Welt angebracht. Es wurde in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen; allerdings dürften es nur wenige Berliner gesehen haben, denn nur zwei (!) Tage blieb es hängen.

Das Bild wurde vom Berliner Maler Michael Ostwald (*1925, †1995) geschaffen. Er arbeitete mit Atemschutzmaske ein ganzes Jahr daran und verbrauchte 80 Kilo Farbe. Das Bild sollte an das Elend in der Welt erinnern. Ostwald hoffte, dass sich das Leiden z.B. in Biafra und Vietnam dadurch verändern würde. Eingefädelt hatte die Kunstaktion Konrad Jule Hammer, der auf dem Dach des Europa-Centers einen Skulpturengarten betrieb und mit dem Hausherrn des Centers, Karl H. Pepper auch bei anderen Aktionen eng zusammenarbeitete.

Heute hatte die Sonne einen Schatten

Von Friedhelm Denkeler,

"Partielle Sonnenfinsternis", Schloßpark Babelsberg, 11. August 1999, Foto © Friedhelm Denkeler 1999
»Partielle Sonnenfinsternis«, Schloßpark Babelsberg, 11. August 1999, Foto © Friedhelm Denkeler 1999

Die Sonnenfinsternis-Brillen aus dem Jahr 1999 waren leider in unserem Archiv nicht mehr zu finden und in den Geschäften waren sie ausverkauft. Also blieb ich sicherheitshalber vormittags am Schreibtisch sitzen und suchte ein 16 Jahre altes Foto heraus. Es entstand am 11. August 1999 im Schloßpark Babelsberg in Potsdam. Glücklicherweise war der Himmel leicht bewölkt und die Gefahr nicht ganz so groß; die analoge Kamera hat die Aufnahmen ebenfalls schadlos überstanden.

Die Sonne wurde zu 89 Prozent in der Hauptstadtregion verfinstert (in Süddeutschland bis zu 100%). Ein merkwürdiges Gefühl, als es mitten im Sommer um die Mittagszeit dieses „komische“ Licht gab. Die heutige Verschattung wird in Berlin maximal 74 Prozent betragen. Die nächsten Sonnenfinsternisse gib es am 3. September 2081 (80 bis 100% in Deutschland) und am 7. Oktober 2135 (100% in Mitteldeutschland).

Wann wird’s mal wieder richtig Winter?

Von Friedhelm Denkeler,

… dieses Jahr in Berlin sicherlich nicht mehr – heute soll es 15 Grad warm werden! Aber ein  letztes Winterbild muss noch einmal sein: Dazu habe ich ein vierzig Jahre altes Foto herausgesucht, das während eines Urlaubs im Februar 1975 im Harz entstanden ist. Das im Herbst letzten Jahres gesammelte Holz werden wir dann wohl nicht mehr brauchen, die Indianer haben es vorausgesagt (siehe Warum sammeln die Indianer so viel Holz?)

»Schneesturm bei Langelsheim«, Harz, Foto © Friedhelm Denkeler 1975
»Schneesturm bei Langelsheim«, Harz, Foto © Friedhelm Denkeler 1975

Die Macht der Bilder

Von Friedhelm Denkeler,

»Eisenstein in Guanajuato« von Peter Greenaway mit Elmer Bäck

Sergej Eisenstein – er machte aus dem Kinofilm eine Kunst (Panzerkreuzer Potemkin, 1925, Iwan, der Schreckliche, 1944) und dazu Peter Greenaway – Kultregisseur der 1980er Jahre (Der Kontrakt des Zeichners, 1982, Der Bauch des Architekten, 1986) und beide gemeinsam in Guanajuato, einer Stadt in Mexiko mit dem berühmten Mumienmuseum (Geburtsort von Diego Rivera).

Aus diesen Zutaten zaubert Peter Greenaway in seinem neuen Film »Eisenstein in Guanajuato« ein lebenspralles, farbenfrohes und verspieltes Kino, das sich mit Lust und Neugier an den Möglichkeiten der digitalen Post-Produktion berauscht. Das dürfte auch Eisenstein schon gespürt haben, als er die Möglichkeit entdeckte, zwei Bilder an- und übereinander zu montieren und dabei ein drittes Bild entstehen zu lassen.

"Fetisch", aus "Macht zu viel Sex verrückt?", Foto © Friedhelm Denkeler 2003
»Fetisch«, aus »Macht zu viel Sex verrückt?«, Foto © Friedhelm Denkeler 2003

1931 reist Eisenstein nach Guanajuato, um seinen Film »Que viva México« zu drehen, den er nie beenden wird, auch weil er Probleme mit seinem amerikanischen Finanzier, dem Schriftsteller Upton Sinclair, bekommt.

Auf der neobarocken Treppe in Guanajuato wird er vom Künstlerpaar Diego Rivera und Frida Kahlo empfangen (und von drei ›Bodyguards‹ mit vollen Patronengürteln und Gewehren ebenfalls).

Er entdeckt eine fremde, sinnenfrohe Kultur, einen völlig anderen Umgang mit dem Tod und beginnt über seine Heimat und das Stalin-Regime nachzudenken.

Greenaway zeigt, dass Künstlerleben nicht langatmig und historisch korrekt nacherzählt werden müssen, sondern selbst Kunstwerke sein können. Sein Eisenstein ist ein kindisches, aufbrausendes Genie mit wirrem Haar, das sich selbst als traurigen Clown bezeichnet.

Unter seinem neugierigen Blick setzen sich die religiösen und heidnischen Symbole der mexikanischen Kultur neu zusammen. Dazu gehört auch, dass er seine sexuelle Bestimmung finden und ausleben kann.

Bereits beim Einzug ins Hotel findet ein Zimmermädchen Bild-Postkarten, unter anderem mit dem nackten, lasziven Amor von Caravaggio (aus der Berliner Gemäldegalerie).

Wie es der Zufall will, lief am gleichen Tag »Fifty Shades Of Grey« an, sowohl die US-Amerikanischen als auch die russischen Zensoren dürften mit dem keuschen »Sado-Maso«-Film keine Probleme haben. Die russische Filmförderung hingegen verweigerte die Finanzierung von »Eisenstein in Guanajuato«. Das sagt alles!!

Also: den neuen Greenaway unbedingt ansehen und die Lust am Kino wieder entdecken, die war in den ersten Filme auf der Berlinale 2015 schon beinahe verloren gegangen. Ich hoffe, wir haben einen Bärenkandidaten gesehen, allein Elmer Bäck als Eisenstein ist eine Wucht.

Peter Greenaway bringt Leben in die Berlinale |Montagemeister von hinten | Sex, Tod und Triptychon | Rote Fahne im Hintern | Peter Greenaway begeistert Berlinale mit Eisenstein-Hommage | Ein intensives, impulsives Gesamtkunstwerk | Jungfrau, 33, männlich, sucht … [Headlines zum Film]