Am Mehringdamm

Von Friedhelm Denkeler,

»Stadtverschönerung am Mehringdamm« (Ecke Gneisenaustraße), Foto © Friedhelm Denkeler 2013
»Stadtverschönerung am Mehringdamm« (Ecke Gneisenaustraße), Foto © Friedhelm Denkeler 2013

Dieter Blum: »Cowboys. The First Shooting 1992«

Von Friedhelm Denkeler,

Auch der Marlboro-Mann muss an der roten Ampel warten

Zunächst landet man, wenn man die Daimler Kunstsammlung im Haus Huth am Potsdamer Platz betritt, in der Retrospektive von Adolf Fleischmann, dem abstrakten Maler mit seinem in New York entstandenen Hauptwerk (1952 – 1965); aber wir sehen auch in Europa entstandene Arbeiten (1940er Jahre). Der Eingang zu den weiteren Ausstellungräumen ist nicht ohne Grund mit halbhohen Westernsaloon-Schwingtüren versehen. Sie beherbergen die Cowboy-Fotos des deutschen Fotografen Dieter Blum (geb. 1936).

Der Marlboro-Mann existiert bereits seit 1950, aber erst ab 1992 wurde mit echten Cowboys gefilmt. Dieter Blum fotografierte Cowboys mit Hut und Kippe beim Wäsche waschen, vor untergehender, blutroter Sonne als Silhouette, auf dem Pferd vor einer roten Ampel wartend, sowie drei Cowboys sitzend, einem hängt lässig die Zigarette zwischen den Lippen, in einem großen Waschzuber aus Holz.

"Westernsaloon Schwingtür mit Arbeiten von Dieter Blum", (Ausstellung "Dieter Blum – Cowboys. The First Shooting 1992), Daimler Kunst Sammlung, Potsdamer Platz Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler
»Westernsaloon Schwingtür mit Arbeiten von Dieter Blum«, (Ausstellung »Dieter Blum – Cowboys. The First Shooting 1992«), Daimler Kunst Sammlung, Potsdamer Platz Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Die Fotos – und mit ihnen der Marlboro-Mann – sind heutzutage schon als Zeitdokument anzusehen, denn die Zigaretten-Werbung wurde bekanntermaßen eingestellt. Den Cowboy-Mann gibt es seit 2005 nicht mehr, trotzdem ist er noch in unseren Köpfen. Die bei Daimler ausgestellten Fotos „Cowboys. The First Shooting 1992“ sind nicht mit den späteren Werbebildern identisch. Die 1992 gemachten 70 Probeaufnahmen brachten Blum aber zehn Jahre lang als einzigem deutschen Fotografen lukrative Aufträge von Marlboro ein.

Ist das nun Kunst oder Kunsthandwerk? Daimler jedenfalls hat die Bilder für seine Sammlung erworben. Vielleicht sollte man sich selbst ein Bild machen: die Ausstellung ist noch bis zum 6. November 2016 am Potsdamer Platz zu sehen.

Das Olympia-Projekt – Sommerspiele 1984 in Neukölln

Von Friedhelm Denkeler,

Ein neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website LICHTBILDER

Vor 32 Jahren, vom 28. Juli bis zum 12. August 1984, fanden die Olympischen Sommerspiele in Los Angeles statt. Die Sowjetunion boykottierte damals die Spiele und aus naheliegenden Gründen nahm auch ich nicht daran teil. Stattdessen realisierte ich in Berlin-Neukölln ein eigenes Olympia-Projekt. Wie man anhand meiner damaligen »Fotoreportage« entnehmen kann, startete das Männermagazin »Lui« eine große Werbeaktion für seine Ausgabe August 1984 und zwar flächendeckend unter dem Slogan »Die Große Olympia-Nummer«.

Das Titelbild, das auf den Plakatwänden in der Stadt zu sehen war, passte natürlich nicht in das Konzept radikal-feministischer Gruppen und nach kurzer Zeit waren die Plakate beschädigt oder mit männerfeindlichen Parolen besprüht. Jagt die Männer in die Wüste, Männer lügen, Ihr alten Säue, Ach, wir Männer sind schon arme Schweine, Lieber eine Frau im Wasser, als einen Mann am Hals sind nur einige Beispiele. Scheinbar haben sich auch die anderen Werbeplakate an damals den Männern zugeschriebene Domänen gerichtet; neben den Lui-Plakaten ist auf weiteren Plakaten nur Werbung für Autos, Zigaretten und Fotofilme zu sehen.

»Lui – Die große Olympia-Nummer«, Werbeplakat der Zeitschrift »Lui«, August 1984, Berlin-Neukölln, aus dem Portfolio »Das Olympia-Projekt – Die Sommerspiele 1984 in Neukölln«, Foto © Friedhelm Denkeler 1984
»Lui – Die große Olympia-Nummer«, Werbeplakat der Zeitschrift »Lui«, August 1984, Berlin-Neukölln, aus dem Portfolio »Das Olympia-Projekt – Die Sommerspiele 1984 in Neukölln«, Foto © Friedhelm Denkeler 1984

Die 1963 gegründete französische Zeitschrift »Lui« baute auf dem Prinzip des amerikanischen »Playboy« auf, sollte aber mehr französischen Charme ausstrahlen. Im März 1977 erschien erstmals eine deutsche Ausgabe von »Lui«, herausgegeben von Heinz van Nouhuys. Sie hielt sich nicht lange am deutschen Markt und wurde aufgrund der sinkenden Auflage 1992 wieder eingestellt. Übrigens zeigte nicht nur das Journal »Lui« im August 1984 sexy Sportlerinnen, sondern auch das seriöse ZEIT-Magazin.

»Lui« hatte regelmäßig das «Playmate des Monats« zum Ausklappen im Heft, das dann im August 1984 in der Stadt plakatiert wurde. Das erste Ausklappbild der Geschichte gab es bereits 1953 im »Playboy«. Dargestellt war Marilyn Monroe, die kurze Zeit später weltberühmt wurde. Die große Zeit der gedruckten Männermagazine scheint vorbei zu sein, sie sind entweder eingestellt worden oder sie kämpfen mit sinkenden Auflagen und geringen Werbeeinnahmen.

Das Portfolio ist nach 32 Jahren schon ein Zeit-Dokument geworden; es zeigt die Stadt wie sie heute nicht mehr zu finden ist. Wir sehen viele leere Trümmergrundstücke, Baulücken und die daraus resultierenden Brandmauern und auch diese drastische Art von Werbung hat es danach nicht mehr gegeben. Noch einmal 32 Jahre in die Zukunft gedacht, werden auch die ›analogen‹ Plakatwände nicht mehr zu finden sein; nur noch digitale Formen dürften vorhanden sein.

Anlässlich der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro zwischen dem 5. und 21. August 2016 habe ich die vor 32 Jahren entstandenen Photographien aus meinem photographischen Archiv ›ausgegraben‹, digital bearbeitet und neu zusammengestellt. Die Serie besteht aus 54 Photographien, die im August 1984 hauptsächlich in Berlin-Neukölln entstanden sind. Die 30×45 cm großen Photographien sind auf Fotopapier im Passepartout 50×60 cm erhältlich. Die Bilder sind auch als gedrucktes Autorenbuch mit 68 Seiten im Format 45×30 cm erschienen (2016). Auf meiner Website finden sie 30 ausgewählte Photographien aus der Serie Das Olympia-Projekt – Die Sommerspiele 1984 in Neukölln.

Rosa Kirschen, weiße Äpfel, grüne Zwiebeln, Zither, Mundharmonika, Schwarzwaldfahrt, Tod in Mexiko …

Von Friedhelm Denkeler,

Instrumentals der frühen Rockgeschichte – von »The Third Man Theme« zum »Egyptian Reggae« (1)

Instrumentals der frühen Rockgeschichte – vom »The Third Man Theme« zum «Egyptian Reggae«
, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler 2016
Instrumentals der frühen Rockgeschichte – vom »The Third Man Theme« zum «Egyptian Reggae«
, Foto/Collage © Friedhelm Denkeler 2016

Bis vor Kurzem dachte ich, das Instrumentalstück »Apache« sei im Original von den »Shadows«. Zu einfach gedacht! Bei der Recherche stieß ich dann auf weitere Instrumentals der Pop- und Rockgeschichte aus den späten 1950er und den frühen 1960er Jahren. Sie alle sind akustisch seit meiner Jugend fest im Gehör verankert. Beim heutigen Wiederhören, nach sechzig Jahren, lösen Stücke wie »Sail along Silv’ry Moon« von Billy Vaughn, «Red River Rock« von Johnny & The Hurricanes, »Mexico« von Bob Moore oder »Amapola« von den The Spotnicks einen wohligen Schauer aus.

Damals gehörten Instrumentals zum Hitparadenbild, blieben aber trotzdem die Ausnahme. Anfang der 1950er Jahre überwogen noch instrumentale Coverversionen von Vokalaufnahmen wie »Oh, mein Papa« von Eddie Calvert. Zu den Instrumentalstücken kann man auch Filmmusiken wie »The Third Man Theme« von Anton Karas oder «Spiel mir das Lied vom Tod« von Ennio Morricone zählen. Aber auch in den 1970er Jahren gab es bekannte Instrumentals, wie »Albatross« von Fleetwood Mac oder »Egyptian Reggae« von Jonathan Rickman & Modern Lovers.

In westlichen Ländern entfällt im Pop- und Rockbereich nur etwa 1% aller veröffentlichten Titel auf Instrumentalmusik. Die Instrumentals müssen, um ein Hit zu werden, ein markante Instrumentation oder auffällige Rhythmik aufweisen. Um den Nachteil der fehlenden (nachsingbaren) Texte auszugleichen, ist es von Vorteil wenn sie sich zum Ohrwurm entwickeln; einige wurden zu Millionenseller. Aus dem Zeitraum 1950 bis 1977 habe ich 24 Instrumentalstücke herausgesucht, die ich in der der nächsten Zeit näher vorstellen möchte:

24 Instrumentalstücke 1950 bis 1977

Anton Karas: »The Third Man Theme« (1950), Eddie Calvert: »Oh, mein Papa« (1954), Pérez Prado: »Cherry Pink And Apple Blossom White« (1955), Bill Justis: »Raunchy« (1957), Mitch Miller: »March from the River Kwai (Colonel Bogey)« (1957), Duane Eddy: »Rebel Rouser« (1958), Billy Vaughn: »Sail along Silv’ry Moon« (1958), Johnny & The Hurricanes: »Red River Rock«, (1959, The Shadows: »Apache« (1960), The Ventures: »Walk Don’t Run« (1960), Bob Moore: »Mexico« (1961), Billy Vaughn: »Wheels«, (1961), Booker T. & the M.G.’s: »Green Onions« (1962), Tornados: »Telstar« (1962), The Spotnicks: »Amapola« (1963), Horst Jankowski: »A Walk in the Black Forest« (1965), Nini Rosso: »Il Silenzio« (1965), Marcello Minerbi: »Zorba’s Dance« (1965), Remo Four: »Peter Gun« (1966), Fleetwood Mac: »Albatross« (1968), Hugo Montenegro: »The Good the Bad And the Ugly« (1968), Ennio Morricone: »Spiel mir das Lied vom Tod« (1968), Eumir Deodato: »Also sprach Zarathustra« (1973), Jonathan Rickman & Modern Lovers: »Egyptian Reggae« (1977).

Kreuzberg – Amerika

Von Friedhelm Denkeler,

Ausstellungs-Vorankündigung »Kreuzberg – Amerika« bei C/O Berlin (1). Dreiteilige Ausstellung »Werkstatt für Photographie 1976 – 1986« im Dezember 2016 zum Aufbruch der Fotografie in Westdeutschland

Im Jahr 2016 jährt sich zum 40. Mal die Gründung der »Werkstatt für Photographie« in Berlin-Kreuzberg (1976) und gleichzeitig deren Ende vor 30 Jahren (1986). Aus diesem Anlass präsentieren das C/O Berlin, das Museum Folkwang Essen und das Sprengel Museum Hannover im Dezember 2016 ihr gemeinsames Ausstellungsprojekt »Werkstatt für Photographie 1976 – 1986«.

Plakat zur Ausstellung "Heinrich Riebesehl" in der Werkstatt für Photographie, 24.01.-04.03.1977  ", Foto © Friedhelm Denkeler 2016
Plakat zur Ausstellung »Heinrich Riebesehl in der Werkstatt für Photographie«, 24.01.-04.03.1977, Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Mit dieser Ausstellung wollen alle drei Institutionen, die bekannt für ihre fotografischen Sammlungen und Ausstellungen sind, die Geschichte, Einflüsse und Auswirkungen der legendären Berliner Fotografie-Institution und ihrer Akteure aufzeigen. Ende der 1970er Jahre begann die Geschichte der Werkstatt in Kreuzberg, direkt am Alliierten-Kontrollpunkt ‚Checkpoint Charlie‘, mitten im Kalten Krieg war sie lebendiges Zentrum eines einzigartigen transatlantischen Kultur-Austausches.

Die von Michael Schmidt neu gegründete Werkstatt für Photographie startete eine »künstlerische ‚Luftbrücke‘ in Richtung USA, ein demokratisches Experimentierfeld jenseits traditioneller Ausbildung und politisch-institutioneller Vorgaben … Die Werkstatt für Photographie erlangte mit intensiver Vermittlungsarbeit durch Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Bildbesprechungen, Diskussionen und spezialisierten Kursen allerhöchstes internationales Niveau«.

Die drei beteiligten Häuser setzen unterschiedliche Schwerpunkte «eines Mediums im Aufbruch, welches – ermutigt durch das Selbstbewusstsein der amerikanischen Fotografie – auf die eigenständige, künstlerische Autorenschaft setzt. Die Ausstellungen entwerfen ein lebendiges, multiperspektivisches Bild der Fotografie der 1970er und 1980er Jahre, das die Geschichte der westdeutschen Fotografie jener Zeit um ein weiteres Kapitel neben der Düsseldorfer Schule ergänzt«.

Die Ausstellungen stehen unter dem Titel »Kreuzberg – Amerika« (C/O Berlin), »Das rebellische Bild« (Museum Folkwang, Essen) und »Und plötzlich diese Weite« (Sprengel Museum Hannover). Zur Ausstellung erscheint in der Verlagsbuchhandlung Walther König die gemeinsame Publikation »Werkstatt für Photographie 1976–1986«. Das Foto zeigt das erste von 35 Plakaten, die zu Ausstellungen der Werkstatt erschienen sind. [Zitate Presseerklärung C/O Berlin]

Das Kabel von der Hardenbergstraße

Von Friedhelm Denkeler,

»Das Kabel muss zum Licht kommen, nicht umgekehrt«, Foto © Friedhelm Denkeler 2014
»Das Kabel muss zum Licht kommen, nicht umgekehrt«, Foto © Friedhelm Denkeler 2014
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Gibt es im Himmel Eiscreme?

Von Friedhelm Denkeler,

»If there’s no Ice Cream in Heaven, I’m not going«, gefunden in der Oderberger Straße, Cafè »Kauf Dich Glücklich«, Foto © Friedhelm Denkeler 2016.
»If there’s no Ice Cream in Heaven, I’m not going«, gefunden in der Oderberger Straße, Cafè »Kauf Dich Glücklich«, Foto © Friedhelm Denkeler 2016.
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The Dance Machine

Von Friedhelm Denkeler,

»Die Dance Machine vor der Schützenhalle in Plettenberg«, Westfalen, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Die Dance Machine vor der Schützenhalle in Plettenberg«, Westfalen, Foto © Friedhelm Denkeler 2011

Weisheitslager

Von Friedhelm Denkeler,

»Das Weisheitslager«, Foto © Friedhelm Denkeler 2009
»Das Weisheitslager«, Foto © Friedhelm Denkeler 2009
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Murphys Gesetze

Von Friedhelm Denkeler,

»Murphys Gesetze«, Grafik © Friedhelm Denkeler 1998
»Murphys Gesetze«, Grafik © Friedhelm Denkeler 1998
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Bildwechsel mit den Tenzern

Von Friedhelm Denkeler,

Konzentrierter habe ich noch keine Ausstellung erlebt. Vernissage, Werkstattgespräch mit Führung, Podiumsdiskussion und Finissage und das alles innerhalb von zehn Tagen. Zu allen Terminen waren alle ausstellenden Fotografen anwesend; das Publikum war von Anfang an neugierig auf die dreizehn unterschiedlichen künstlerischen Positionen in Bezug auf das Thema »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie« und blieb es auch bis zum letzten Tag, der Finissage.

Die endete gestern Abend mit einer grandiosen Darbietung der Impro-Tanz-Gruppe »Die Tenzer«, die virtuos, kraftvoll und voller Phantasie den Hauptraum der Kapelle bespielten. Tanz, Musik und Kunst gingen eine herrliche Symbiose ein, die das anschließende Abhängen der Ausstellung leichter werden ließ. Großen Dank an den Dozenten Peter Fischer-Piel, alle Fotografen und die Tenzer. Es waren schöne Tage!

Entrée im Kunstquartier Bethanien mit dem Banner der Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie«, Kreuzberg, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2016
Entrée im Kunstquartier Bethanien mit dem Banner der Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie«, Kreuzberg, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Podiumsdiskussion zur Geschichte der »Werkstatt für Photographie« im Kunstquartier Bethanien

Von Friedhelm Denkeler,

Podiumsdiskussion zur Geschichte der Werkstatt für Photographie und zur Zukunft der fotografischen Ausbildung an der Volkshochschule
Podiumsdiskussion zur Geschichte der Werkstatt für Photographie und zur Zukunft der fotografischen Ausbildung, Kunstquartier Bethanien Berlin-Kreuzberg, Foto © Friedhelm Denkeler 2016

Gestern Abend fand im Rahmen der Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie« im Kunstquartier Bethanien in Berlin-Kreuzberg eine Podiumsdiskussion zur Geschichte der Werkstatt für Photographie und zur Zukunft der fotografischen Ausbildung an der Volkshochschule statt.

Teilnehmer waren (v.l.) Thomas Michalak (ehemals Fotogalerie im Wedding und Dozent am Photocentrum der VHS), Ursula Kelm (Fotografin und Dozentin), Edda Wilde (Moderatorin), Rüdiger Flöge (Leiter der VHS-Photogalerie in Stuttgart) und Dr. Enno Kaufhold (Fotohistoriker).

Der ewige Flaneur und die Capriccios

Von Friedhelm Denkeler,

»Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie«: Wolf Abraham mit »Capriccios« im Kunstquartier Bethanien

Auf seinen nie endenden Streifzügen durch die Stadt findet Abraham seine Bilder wie andere Pilze im Wald. So entsteht ein Bündel von rätselhaften Zusammenstellungen von Dingen, die oft durch seine spezielle Sichtweise für einen anderen Zweck bestimmt sind. »Herr Abraham hat gelernt, das Eigene als Fremdes zu begreifen und als Fremdes zu sehen. Er mag das Prinzip der Verfremdung« [Katalog].

Abrahams Fotos könnte man auch als Objets trouvés bezeichnen; er lichtet vorgefundene Gegenstände und Situationen ab und »Die Antwort auf die Frage: ‚Was ist das Ding auf dem Bild?‘ beantwortet selten die Frage, was das Foto vielleicht meinen möge« [Wolf Abraham im Katalog]. Das Auge des Betrachters wird manches Mal in die Irre geführt, aber wenn sich der Betrachter darauf einlässt, lernt er unbekannte Welten und neue Sehweisen kennen. Die Aufnahmen dieser Serie sind ausschließlich mit dem iPhone und der App »Hipstamatic« entstanden und weisen eine erstaunliche Bildqualität auf.

Wolf Abraham mit »Capriccios«, Kunstquartier Bethanien, Foto © Friedhelm Denkeler 2016.
Wolf Abraham mit »Capriccios«, Kunstquartier Bethanien, Foto © Friedhelm Denkeler 2016.

Die sehenswerte Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie« hat aus Kostengründen leider nur eine Laufzeit von zehn Tagen, aber bis zum nächsten Sonntag sind die Arbeiten aller zwölf Teilnehmer täglich von 14 bis 20 Uhr (Samstag und Sonntag 12 bis 20 Uhr) im Kunstquartier Bethanien noch zu sehen. Wolf Abrahams Arbeiten sind auf seiner  Website natürlich auch darüber hinaus zu finden. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Szenen aus der Werkstatt für Photographie 1976-1986.

In der Druckgraphik des Barock meint der Begriff Capriccio eine Folge von Blättern mit einem Deckblatt in kleinem Format, die ohne programmatische Gebundenheit improvisierte Szenen zeigen und die, ohne sich auf eine Ordnung festzulegen, von einem Bildgegenstand zum nächsten übergehen. [Wikipedia]

Grand Opening: Bildwechsel im Kunstquartier Bethanien

Von Friedhelm Denkeler,

Eröffnung der Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie«, Kunstquartier Bethanien, Berlin-Kreuzberg, Foto © Uwe Schumacher 2016
Eröffnung der Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie«, Kunstquartier Bethanien, Berlin-Kreuzberg, Foto © Uwe Schumacher 2016

Am Freitagabend gab es die große Eröffnung der Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie« im historischen Saal, der ehemaligen Kapelle des Krankenhauses, im Kunstquartier Bethanien in Kreuzberg. Die Bilderschau findet genau vierzig Jahre nach der Gründung der Werkstatt für Photographie und deren Ende vor dreißig Jahren statt. Die über 500 Besucher der Vernissage ließen das Kunsterlebnis auf den zwei Ebenen des Studio 1 zu einem Event werden. An das Staunen über die individuelle Herangehensweise der zwölf beteiligten Künstler der Klasse von Peter Fischer-Piel, schlossen sich lebhafte Diskussionen über die verschiedenen künstlerischen Positionen an. Es war ein langer und schöner Abend und in der nächsten Zeit werde ich noch einige der Beteiligten vorstellen.

Eröffnung der Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie«, Kunstquartier Bethanien, Berlin-Kreuzberg, © Fotos: Uwe Helwig,, Montage: Friedhelm Denkeler 2016
Eröffnung der Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie«, Kunstquartier Bethanien, Berlin-Kreuzberg, © Fotos: Uwe Helwig, Montage: Friedhelm Denkeler 2016

Meine historischen Aufnahmen unter dem Titel »Szenen aus der Werkstatt für Photographie 1976–1986« fanden lebhaftes Interesse bei den anwesenden, ehemaligen Schülern der Werkstatt und das jüngere Publikum hatte die Gelegenheit, einen visuellen Eindruck von den Aktivitäten der Werkstatt zu erfahren. Morgen ab 18 Uhr werden die beteiligten Künstler durch die Ausstellung führen. Auch ich werde anhand meiner Fotos etwas über die Geschichte der Werkstatt für Photographie erzählen. Weitere Informationen finden Sie in meinem Artikel Szenen aus der Werkstatt für Photographie 1976-1986.

Workshop in der Werkstatt für Photographie, 1980

Von Friedhelm Denkeler,

»Workshop mit Lewis Baltz in der Werkstatt für Photographie«, 20. bis 21.09.1980 (Winfried Mateyka, Ulla Haug, NN, Lewis Baltz, Christian Schewarde, Hannover, Wolfgang Kanzelbach), Berlin-Kruezberg, Foto © Friedhelm Denkeler 1980
»Workshop mit Lewis Baltz in der Werkstatt für Photographie«, 20. bis 21.09.1980 (Winfried Mateyka, Ulla Haug, NN, Lewis Baltz, Christian Schewarde, Hannover, Wolfgang Kanzelbach), Berlin-Kruezberg, Foto © Friedhelm Denkeler 1980

Dies ist eine von 34 Photographien, die im Kunstquartier Bethanien unter dem Titel »Szenen aus der Werkstatt für Photographie 1976-1986« ab dem 8. April 2016, zu sehen sind. Meine ›kleine‹ Ausstellung wird gemeinsam mit der ›großen‹ Ausstellung »Bildwechsel – Fotografie nach der Werkstatt für Photographie« am Freitag, um 19 Uhr, eröffnet. Ausführliche Informationen finden Sie hier.