Schankerlaubnissteuer und 37 weitere Abgaben

Von Friedhelm Denkeler,

»Schankerlaubnissteuer und 37 weitere Abgaben«, Foto © Friedhelm Denkeler 2002
»Schankerlaubnissteuer und 37 weitere Abgaben«, Foto © Friedhelm Denkeler 2002

Von den bisherigen 104 »Zitaten des Monats« im »Journal« dürfte dies das längste sein!

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In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

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Tagebuch einer Verlorenen

Von Friedhelm Denkeler,

Neues Portfolio »Episoden« von Friedhelm Denkeler

Zwischen 1982 und 1989 habe ich sieben, teilweise mehrteilige, Serien produziert, die alle zusammen unter dem Thema »Televisionen« stehen. Sie sind alle am Fernsehgerät entstanden. Die vorliegende Arbeit ist in elf Episoden unterteilt, die alle für sich, mehr oder weniger, eine kleine Geschichte erzählen. Diese Geschichten haben nur bedingt etwas mit der Story der zu Grunde liegenden Filme zu tun. Das gesamte Portfolio besteht aus 152 Photographien, unterteilt in elf Episoden. Heute berichte ich über die Episode 11 »Tagebuch einer Verlorenen« und zeige zwei von 24 Photographien aus dieser Episode. Das Vorwort zu den »Episoden« finden Sie hier in meinem Blog »JOURNAL. Außerdem wird das Portfolio »Episoden« auf meiner Website LICHTBILDER ausführlicher vorgestellt.

"Verbotene Filme", aus "Episoden", Foto © Friedhelm Denkeler 1984
»Verbotene Filme«, aus »Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1984

Verbotene Filme aus den 1920er Jahren

In den 1920er Jahren entstanden Stummfilme, die auch heute noch Bestand haben: Metropolis (Fritz Lang, 1927), Nosferatu, eine Symphonie des Grauens (F.W. Murnau, 1922), Panzerkreuzer Potemkin (Sergei M. Eisenstein, Russland 1925), Das Cabinet des Dr. Caligari (Robert Wiene, 1920) oder Berlin: Die Sinfonie der Großstadt (Walter Ruttmann, 1927).

Aber es war auch die Zeit der staatlichen Filmzensur. Alle, meinen Photographien zugrunde liegenden Filme hatten Probleme damit. Die Maßnahmen gingen von Schnittauflagen bis zum vollständigen Aufführungsverbot. Die Vorgaben wurden mit dem Lichtspielgesetz vom 12. Mai 1920 geschaffen; es richtete sich insbesondere gegen Nacktdarstellungen und sexuelle Handlungen. Viel zu sehen gab es aber aus heutiger Sicht in den Filmen nicht.

Anita Berber war eine berühmte Tänzerin und Schauspielerin, die in Wien die Tänze des Grauens, des Lasters und der Ekstase (1923) aufführte. Sie trat als eine der ersten Nackttänzerinnen auf und liebte Männer und Frauen. Anita Berber machte sich selbst zur Marke. Heute würde man von ihr als It-Girl sprechen, allerdings als eines mit Talent und Intelligenz.

Der Film Tagebuch einer Verlorenen (G. W. Pabst, 1929) handelt von der jungen Thymian, die ein uneheliches Kind zur Welt bringt. Sie wird von ihrer Familie verstoßen und in ein Heim gesteckt. Dort kann sie den peinigenden Qualen der Heim-Oberen entkommen. Sie landet in einem großstädtischen Bordell. Eines Abends trifft sie plötzlich auf ihren Vater … Durch die rigorose Kürzung von 3132 auf 2001 Metern war der Film lange Zeit nur als verstümmelte Verleihkopie zu sehen.

Frauennot – Frauenglück (Eduard Tissé, 1929) hat als Thema Geburt und Abtreibung. Der erste Teil besteht aus einer Spielhandlung über das Elend von Frauen, die ungewollt schwanger werden und die im dokumentarischen zweiten Teil heimlich eine illegale Abtreibung vornehmen lassen. Das war damals noch völlig verpönt; so gab es immer wieder Einwände gegen einzelne Szenen und die Gerichte mussten sich mehrfach mit dem Film beschäftigen.

Der Film Aus eines Mannes Mädchenjahre (Karl Grune, 1919) folgt den Erinnerungen der anonymisierten Biografie von N. O. Body (Berlin, 1909). Der Film wurde aber, dem Geschmack der Zeit folgend, dramatisch überzeichnet. Ein ohne eindeutiges Geschlecht geborenes Kind wird vom Vater als Junge, später vom Onkel als Mädchen erzogen.

Im Filmdrama Geschlecht in Fesseln (Wilhelm Dieterle, 1928) wird Franz Sommers Ehefrau Helene auf der Straße von einem Unbekannten bedrängt, im Handgemenge mit ihrem Mann stürzt dieser unglücklich und stirbt. Franz muss ins Gefängnis. Er lässt sich mit einem Mithäftling ein, sie mit ihrem neuen Arbeitgeber. Als sich die Eheleute nach Jahren in ihrer Wohnung wiedersehen, glauben sie nur an einen gemeinsamen Ausweg aus ihrer Schuld…

Der UFA-Film Wege zu Kraft und Schönheit (Wilhelm Prager, 1925) feierte den vollkommenen Körper als Gegenstand kultischer Verehrung. Er nimmt dabei Bilder vorweg, die sich später in der rassistischen NS-Ästhetik wiederfinden. Um einem Verbot wegen zu gewagter Nacktheit zu entgehen, diente Prager die Kunst der Antike als ästhetisches Vorbild. Trotzdem gab es bereits im Jahr der Aufführung Eingriffe der Filmzensur.

Das Portfolio finden Sie als Indexprint mit einem ausführlichen Text auf meiner Website LICHTBILDER (direkter Link zu den »Episoden«). In der nächsten Zeit werde ich zu den einzelnen Episoden und den zu Grunde liegenden Filmen noch einen weiteren Artikel veröffentlichen.

"Verbotene Filme", aus "Episoden", Foto © Friedhelm Denkeler 1984
»Verbotene Filme«, aus »Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1984

Melankia, die düstere Schattentochter

Von Friedhelm Denkeler,

Neues Portfolio »Episoden« von Friedhelm Denkeler

Zwischen 1982 und 1989 habe ich sieben, teilweise mehrteilige, Serien produziert, die alle zusammen unter dem Thema »Televisionen« stehen. Sie sind alle am Fernsehgerät entstanden. Die vorliegende Arbeit ist in elf Episoden unterteilt, die alle für sich, mehr oder weniger, eine kleine Geschichte erzählen. Diese Geschichten haben nur bedingt etwas mit der Story der zu Grunde liegenden Filme zu tun. Das gesamte Portfolio besteht aus 152 Photographien, unterteilt in elf Episoden. Heute berichte ich über die Episode 10 »Die Freundin des Teufels« und zeige zwei von 12 Photographien aus dieser Episode. Das Vorwort zu den »Episoden« finden Sie in meinem Blog »Journal«. Außerdem wird das Portfolio »Episoden« auf meiner Website LICHTBILDER ausführlicher vorgestellt.

»Eule im Mondlicht«, aus "Die Freundin des Teufels", aus "Episoden", Foto © Friedhelm Denkeler 1982
»Eule im Mondlicht«, aus »Die Freundin des Teufels«, aus »Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1982

Die Geschichte von Eugenius, Eugenia und der Freundin des Teufels

Als Melankia den Bruder Eugenius, von dem sie annahm, daß es ein Mann war, häufiger besuchte und sah, daß der Körper des Jünglings sehr elegant war und schön, entbrannte sie in heftiger Liebe zu ihm, und sie begann, eifrig darüber nachzudenken, wie sie sich vielleicht mit ihm vereinigen könnte. Sie schützte also Schwäche vor, schickte nach ihm, damit der Bruder Eugenius zu ihr kam und sich dazu herabließ, sie zu untersuchen. Als der gekommen war, eröffnete sie ihm, wie heftig sie in Liebe zu ihm entbrannt und in fleischlicher Begierde zu ihm erhitzt sei, und sie bat ihn, sein Fleisch mit dem ihren zu mischen, und ohne zu zögern griff sie nach ihm, umarmte ihn, küsste ihn und forderte ihn auf, das Verbrechen zu begehen.

Bruder Eugenius fuhr auf und erwiderte: »Zu Recht werdet Ihr Melankia, die Schwarze, genannt, denn Ihr seid voll von Schwärze und werdet daher eben auch die niederträchtige Schwärze genannt und die düstere Schattentochter, die Freundin des Teufels, diejenige, die zur Befleckung führt, die Hefe der Wollust, die Schwester ständiger Furcht und die Tochter des ewigen Todes.« Als Melankia sich ihrer bösen Absicht betrogen sah, fürchtete sie, daß das Verbrechen öffentlich gemacht würde, und sie wollte dem vorbeugen. Sie begann zu rufen, daß Eugenius sie vergewaltigen wollte.

Sie ging also zu Philippus, dem Präfekten, beklagte sich und sagte: »Jener bösartige Christenjüngling ging in mein Haus, um mich zu verarzten, stürzte sich schamlos auf mich und wollte mich vergewaltigen. Und wenn nicht die Magd, die in der Schlafkammer war, mich von der Bedrängnis befreit hätte, hätte er mich zur Gefährtin seiner Wollust gemacht.« Als der Präfekt das hörte geriet er in Zorn und schickte eine große Anzahl von Häschern aus, ließ Eugenius und seine Gefährten in eiserne Banden geschlagen, herbeiführen und legte den Tag fest, an dem sie den Tieren zum Fraß vorgeworfen werden sollten. Als sie ihm vorgeführt wurden, sagte er zu Eugenius: »Allerniederträchtigster, hat euch das euer Christus gelehrt, das Werk der Verderbnis zu vollbringen? Verheiratete Frauen in schamloser Niedertracht zu vergewaltigen?«

Mit abgewandtem Gesicht gab Eugenius zur Antwort, daß er nichts davon wüsste. »Unser Herr hat uns die Keuschheit gelehrt und hat uns dafür, daß wir in Keuschheit dienen, das ewige Leben versprochen. Wir können beweisen, daß diese Melankia ein falsches Zeugnis gegeben hat, aber es ist besser, wir leiden, als daß jene überführt bestraft wird und die Frucht unserer Geduld verdirbt. Möge aber jene noch herbeigeführt werden, die behauptet, daß sie Zeugin unseres Verbrechens ist, damit wir die Lügen, die aus ihrem Munde kommen, widerlegen können.« Als diese herbeigeführt worden waren, stellte jene, die von ihrer Herrin für die Zeugenaussage vorbereitet worden war, sich ihr standhaft entgegen, weil sie gegen ihre Herrin aufbegehren wollte.

Aber als die anderen Mitglieder des Haushalts, die auf ähnliche Weise verderbt worden waren, gegen sie zeugten, sagte Eugenius: »Die Zeit des Sehweigens ist vorbei, und die Zeit zu sprechen ist gekommen. Ich will nicht, daß eine Schamlose, eine Christin eines Verbrechens bezichtigt und darüber jubelt. Damit aber die Lüge von der Wahrheit überwunden wird und die Weisheit die Bosheit besiegt, zeige ich die Wahrheit, nicht um mich damit zu brüsten, sondern um Gott zu rühmen. Und indem sie dies sagte, zerriss sie ihre Tunika und teilte sie vom Nacken den Rücken entlang und Vorne bis zum Gürtel und gab sich als Eugenia zu erkennen.

[Quelle: »Protus und Hyacinthus«, aus: »Die Lombardische Heiligengeschichte«, ca. 1270]

"Die Freundin des Teufels", aus "Episoden", Foto © Friedhelm Denkeler 1984
»Die Freundin des Teufels«, aus »Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1984

Den Augiasstall ausmisten

Von Friedhelm Denkeler,

Neues Portfolio »Episoden« von Friedhelm Denkeler (4)

Zwischen 1982 und 1989 habe ich sieben, teilweise mehrteilige, Serien produziert, die alle zusammen unter dem Thema »Televisionen« stehen. Sie sind alle am Fernsehgerät entstanden. Die vorliegende Arbeit ist in elf Episoden unterteilt, die alle für sich, mehr oder weniger, eine kleine Geschichte erzählen. Diese Geschichten haben nur bedingt etwas mit der Story der zu Grunde liegenden Filme zu tun. Das gesamte Portfolio besteht aus 152 Photographien, unterteilt in elf Episoden. Heute berichte ich über die Episode 3 »Augiasstall« und dem zu Grunde liegenden Film »Der Saustall« und zeige zwei von 14 Photographien aus dieser Episode. Das Vorwort zu den »Episoden« finden Sie in meinem Blog »Journal«. Außerdem wird das Portfolio »Episoden« auf meiner Website LICHTBILDER ausführlicher vorgestellt.

»Augiasstall«, aus «Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1984, Film »Der Saustall« (Coup de torchon/ Clean Slate) von Bertrand Tavernier aus dem Jahr 1981, Foto © Friedhelm Denkeler 1984
»Augiasstall«, aus «Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1984, Film »Der Saustall« (Coup de torchon/ Clean Slate) von Bertrand Tavernier aus dem Jahr 1981, Foto © Friedhelm Denkeler 1984

Zu Bertrand Taverniers »Der Saustall« (Coup de torchon), 1981

Zu Augias muss ich die griechische Mythologie oder besser gesagt Wikipedia bemühen: Der Sage nach bestand eine der zwölf legendären Aufgaben des Herakles, die er im Auftrag seines Vetters König Eurystheus zu vollbringen hatte, darin, die Rinderställe des Augias auszumisten, in denen die stattliche Anzahl von über 3000 Rindern gehalten worden sein soll. Eurystheus hatte Herakles diese immense Arbeit nicht nur einfach aufgetragen, sondern auch die Bedingung gestellt, dass Herakles damit binnen eines Tages fertig sein musste.

Die Ställe waren schon seit 30 Jahren nicht mehr gereinigt worden und das Ausmisten der Ställe galt deshalb als nicht durchführbar. Augias versprach Herakles dafür den zehnten Teil seiner Rinder, in der Gewissheit, dass niemand die Aufgabe in dieser kurzen Zeit je würde bewältigen können. Herakles erledigte die Aufgabe indem er die Fundamente des Stalls an einer Seite aufbrach und mit Hilfe eines Kanals das Wasser der Flüsse Alpheios und Peneios durch den Stall leitete und somit die Augiasställe säuberte. Augiasstall ist heute hauptsächlich eine sprichwörtliche Bezeichnung für einen unhaltbaren (politischen) Zustand.

Doch jetzt zum Film »Der Saustall«, der kürzlich bei ARTE in der Filmreihe »Ein Abend mit Bertrand Tavernier« zu sehen war. ARTE fasste ihn wie folgt zusammen: Der Kolonialpolizist Lucien Cordier (Philippe Noiret) soll in dem kleinen Ort Bourkassa in Französisch-Westafrika im Jahre 1938 für Ordnung sorgen. In den Augen der anderen Weißen im Ort ist er allerdings nur eine Witzfigur ohne Autorität. Sogar seine Frau Huguette (Stéphane Audran) nennt ihn verächtlich einen Schwächling und betrügt ihn mit Nono (Eddy Mitchell), der sich bei ihr eingenistet hat.

Eines Tages glaubt Cordier, sich bei einem Vorgesetzten Rat holen zu müssen. Dieser Rat fällt recht drastisch aus und ebenso drastisch verfolgt ihn Cordier. Zwei Bordellbesitzer, die ihn lange lächerlich gemacht haben, müssen sich jetzt von ihm erniedrigen lassen. Dann erschießt er sie und wirft ihre Leichen in den Fluss. Mercaillou (Victor Garrivier), dessen Frau Rose Mercaillou (Isabelle Huppert) von Cordier im Bett getröstet wird, ist sein nächstes Opfer.

Und die Liste derer, die noch dran glauben sollen, ist damit keineswegs zu Ende. »Der Saustall« ist eine rabenschwarze Komödie, eine hintergründige Satire auf eine heillose Welt, die nicht als Plädoyer für Selbstjustiz missverstanden werden darf. Es ist vielmehr die vehemente Attacke einer Gesellschaft, in der ein Mensch, der alle Missstände um sich herum beseitigen will, selbst zum Mörder wird. Tavernier hat einen Albtraum inszeniert – schrecklich schön und furchtbar komisch.

Das Portfolio finden Sie als Indexprint mit einem ausführlichen Text auf meiner Website LICHTBILDER (direkter Link zu den »Episoden«). In der nächsten Zeit werde ich zu den einzelnen Episoden und den zu Grunde liegenden Filmen noch weitere Artikel veröffentlichen.

»Augiasstall«, aus «Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1984, Film »Der Saustall« (Coup de torchon/ Clean Slate) von Bertrand Tavernier aus dem Jahr 1981, Foto © Friedhelm Denkeler 1984
»Augiasstall«, aus «Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1984, Film »Der Saustall« (Coup de torchon/ Clean Slate) von Bertrand Tavernier aus dem Jahr 1981, Foto © Friedhelm Denkeler 1984

Hat das Museum einen Sinn?

Von Friedhelm Denkeler,

»Das Museum hat nur Sinn, wenn es höchste Qualität zeigt«, Joseph Beuys, Hinweisschild an der Berlinischen Galerie, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
»Das Museum hat nur Sinn, wenn es höchste Qualität zeigt«, Joseph Beuys, Hinweisschild an der Berlinischen Galerie, Foto © Friedhelm Denkeler 2011
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Feigen

Von Friedhelm Denkeler,

Neues Portfolio »Episoden« von Friedhelm Denkeler (3)

Zwischen 1982 und 1989 habe ich sieben, teilweise mehrteilige, Serien produziert, die alle zusammen unter dem Thema »Televisionen« stehen. Sie sind alle am Fernsehgerät entstanden. Die vorliegende Arbeit ist in elf Episoden unterteilt, die alle für sich, mehr oder weniger, eine kleine Geschichte erzählen. Diese Geschichten haben nur bedingt etwas mit der Story der zu Grunde liegenden Filme zu tun. Das gesamte Portfolio besteht aus 152 Photographien, unterteilt in elf Episoden. Heute berichte ich über die Episode 5 »Feigen« und dem zu Grunde liegenden Film »Das Schweigen« und zeige zwei von 24 Photographien aus dieser Episode. Das Vorwort zu den »Episoden« finden Sie in meinem Blog JOURNAL. Außerdem wird das Portfolio »Episoden« auf meiner Website LICHTBILDER ausführlicher vorgestellt.

»Feigen«, aus dem Portfolio »Episoden«, Film »Das Schweigen« (1963) von Ingmar Bergman, Foto © Friedhelm Denkeler 1989
»Feigen«, aus dem Portfolio »Episoden«, Film »Das Schweigen« (1963) von Ingmar Bergman, Foto © Friedhelm Denkeler 1989

Zu Ingmar Bergmans »Das Schweigen« aus dem Jahr 1963. Moral und Vernunft gegen Unmoral und Sinnlichkeit

Es war mein erster anspruchsvoller Film in meinem Dorf in Ost-Westfalen – Ingmar Bergmans »Das Schweigen«. Damals war mir das allerdings noch nicht klar und ich habe heute erhebliche Zweifel, ob ich den Film überhaupt verstanden habe. Wie ich es geschafft habe in die Vorführung zu gelangen, daran kann ich mich nicht erinnern; der Film war schließlich erst ab 18 Jahren freigegeben. Die Freigabe des Films durch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) sorgte für einen Sturm der Entrüstung und massive Proteste. Daraufhin wollte ich neben den zehneinhalb Millionen deutschen Zuschauer den Film natürlich unbedingt sehen.

Bergmanns Film war wegen der für die Entstehungszeit offenen Darstellung sexueller Handlungen einer der größten Filmskandale der 1960er Jahre und löste eine breite Zensurdebatte aus. Nur in Deutschland und Schweden konnte der Film ungekürzt aufgeführt werden. Als anstößig wurden der Liebesakt eines Paares, der Verkehr Annas mit einem Fremden und die Masturbationsszene der älteren Schwester Ester angesehen. In Frankreich wurde er zunächst ganz verboten; in anderen Ländern erhielt »Das Schweigen« Schnittauflagen. Der Skandal führte zur Gründung der »Aktion Saubere Leinwand«.

Ester (Ingrid Thulin), ihre Schwester Anna (Gunnel Lindblom) und deren etwa 10-jähriger Sohn Johan (Jörgen Lindström) müssen auf der Heimreise nach Schweden ihre Fahrt unterbrechen als Ester einen Zusammenbruch wegen ihrer Bronchitis erleidet. Sie übernachten in der ihnen fremden Stadt Timoka, deren Landessprache sie nicht verstehen, in einem bizarren, alten Hotel. In Timoka finden scheinbar Vorbereitungen für einen Krieg statt, Militärfahrzeuge beherrschen das Bild. Johan erforscht die langen Flure mit einer Spielzeugpistole in der Hand. In einem Aufbäumen gegen ihr Leiden raucht, onaniert und betrinkt sich Ester, bis sie zusammenbricht.

Anna dagegen streunt durch die Stadt und lernt einen Kellner kennen, der ihr Liebhaber wird. Sie wird Zeugin, wie ein Paar während der Vorstellung in einem Kino auf den Sitzen kopuliert. Während Anna und der Kellner sich umarmen, können sie sich sprachlich nicht verständigen, weil keiner die Sprache des anderen beherrscht. Im Grunde genommen geht es, wie so oft in Bergman-Filmen um Entfremdung, Einsamkeit und tiefe menschliche Abgründe, die sich im Verlauf des Filmes unverkennbar auftun. Viele Filme setzten sich mit der Vergeblichkeit des Glaubens auseinander. So auch hier – alle Szenen lassen keinen Zweifel daran, dass Gott diese Menschen sich selbst und ihrem Schicksal überlassen hat, ohne Hoffnung auf Erlösung. Deshalb sollte der Film auch ursprünglich »Das Schweigen Gottes« heißen.

Das Portfolio finden Sie als Indexprint mit einem ausführlichen Text auf meiner Website LICHTBILDER (direkter Link zu den »Episoden«). In der nächsten Zeit werde ich zu den einzelnen Episoden und den zu Grunde liegenden Filmen noch weitere Artikel veröffentlichen.

»Feigen«, aus dem Portfolio »Episoden«, Film »Das Schweigen« (1963) von Ingmar Bergman, Foto © Friedhelm Denkeler 1989
»Feigen«, aus dem Portfolio »Episoden«, Film »Das Schweigen« (1963) von Ingmar Bergman, Foto © Friedhelm Denkeler 1989

Pomme, die Wäscherin

Von Friedhelm Denkeler,

Neues Portfolio »Episoden« von Friedhelm Denkeler (2)

Zwischen 1982 und 1989 habe ich sieben, teilweise mehrteilige, Serien produziert, die alle zusammen unter dem Thema »Televisionen« stehen. Sie sind alle am Fernsehgerät entstanden. Die vorliegende Arbeit ist in elf Episoden unterteilt, die alle für sich, mehr oder weniger, eine kleine Geschichte erzählen. Diese Geschichten haben nur bedingt etwas mit der Story der zu Grunde liegenden Filme zu tun. Das gesamte Portfolio besteht aus 152 Photographien, unterteilt in elf Episoden. Heute berichte ich über die Episode 9 »Pomme, die Wäscherin« und dem zu Grunde liegenden Film »Die Spitzenklöpplerin« und zeige zwei von 18 Photographien aus dieser Episode. Das Vorwort zu den »Episoden« finden Sie in meinem Blog JOURNAL. Außerdem wird das Portfolio »Episoden« auf meiner Website LICHTBILDER ausführlicher vorgestellt.

»Pomme, die Wäscherin«, aus »Episoden«, Film »Die Spitzenklöpplerin« (1977), von Claude Goretta mit Isabelle Huppert, Foto © Friedhelm Denkeler 1984
»Pomme, die Wäscherin«, aus »Episoden«, Film »Die Spitzenklöpplerin« (1977), von Claude Goretta mit Isabelle Huppert, Foto © Friedhelm Denkeler 1984

Zu Claude Gorettas »Die Spitzenklöpplerin« aus dem Jahr 1977

Die Liebe der achtzehnjährigen Béatrice (Isabelle Huppert), genannt Pomme, zum Studenten François (Yves Beneyton) aus höheren Kreisen, scheitert trotz aller Anziehung, an seinem Nicht-Verstehen und ihrer Sprachlosigkeit. Eine feine Studie über die Entfremdung zwischen zwei Menschen, bedingt durch Sprach- und Bildungsbarrieren und die bewegende Geschichte eines klaglosen Verstummens. Béatrice arbeitet als Auszubildende in einem Friseursalon in Paris. Sie ist unscheinbar, schüchtern und verschlossen; ihre einzige und ältere Freundin und Kollegin Marylène (Florence Giorgetti) ist dagegen lebenslustig und extrovertiert.

Als die beiden in einem zu dieser Zeit tristen Badeort Cabourg in der Normandie Urlaub machen, findet Marylène rasch Ersatz für ihren bisherigen verheirateten Liebhaber. Sie lässt ihre Freundin im Ferienapartment allein. Da Béatrice keine Lust hat, am Strand zu liegen, isst sie stattdessen in einem Straßencafé gelangweilt ein Eis. Hier wird sie von François höflich und zurückhaltend angesprochen. Die beiden verlieben sich zaghaft ineinander. Zurück in Paris zieht Béatrice, die bisher bei ihrer Mutter lebte, zu ihm in seine Studentenwohnung. François ist Béatrices erster Freund.

François hofft, dass sich Béatrice mit seiner Hilfe weiterentwickelt. Er versucht, ihr klarzumachen, dass ihre Berufstätigkeit unbefriedigend und schlecht bezahlt sei. Sie hört stumm zu, schließt sich seiner Meinung aber nicht an, sie wäre nicht wirklich unzufrieden mit ihrer Situation, was er nicht akzeptieren kann. Schließlich erkennt er, dass sie beide zu verschieden sind, um gemeinsam glücklich bleiben zu können. Seinen Freunden erklärt er, es sei ganz einfach gewesen mit Béatrice über die Trennung zu reden, denn sie habe sich in keiner Weise verteidigt oder gewehrt.

Beatrice wohnt wieder bei ihrer Mutter. Sie zieht sich noch stärker zurück und wird magersüchtig; sie kommt mit der gescheiterten Liebe nicht mehr klar. Als sie eines Tages zusammenbricht, wird sie in ein Krankenhaus eingeliefert und von dort einige Zeit später in eine psychiatrische Klinik überwiesen. Einmal besucht François sie dort nach vielen Monaten, aber sie hört ihm nur teilnahmslos zu. Sie antwortet auf die Frage, wie es ihr geht, dass sie mit ihrem Freund auf Mykonos die weißen Windmühlen besucht hat. Dann nimmt sie ihre Handarbeit wieder auf. An den Wänden in ihrem Zimmer hängen zwei Plakate aus Griechenland, davon eins aus Mykonos.

Er ging an ihrer Seite, ganz dicht an ihrer Seite, aber er hat sie nie gesehen. Sie war eines jener Wesen, die sich nie bemerkbar machen, die man sorgsam ergründen und behüten muss. Früher hätte sich ein Künstler entschlossen, sie als Stimmungsbild zu malen und hätte sie genannt:  die Näherin, die Wasserträgerin oder die Spitzenklöpplerin. [Schlusszitat aus dem Film »Die Spitzenklöpplerin«]

»Pomme, die Wäscherin«, aus »Episoden«, Film »Die Spitzenklöpplerin« (1977), von Claude Goretta mit Isabelle Huppert, Foto © Friedhelm Denkeler 1984
»Pomme, die Wäscherin«, aus »Episoden«, Film »Die Spitzenklöpplerin« (1977), von Claude Goretta mit Isabelle Huppert, Foto © Friedhelm Denkeler 1984

Elf Episoden

Von Friedhelm Denkeler,

Vorwort zum neuen Portfolio »Episoden« aus der Reihe »Televisionen« auf der Website LICHTBILDER.

Zwischen 1982 und 1989 habe ich sieben, teilweise mehrteilige, Serien produziert, die alle zusammen unter dem Thema »Televisionen« stehen. Bei diesen handelt es sich um Schwarz-Weiß-Fotografien, Leporellos, Klappbilder, Farbfotos und Polaroid-Bilder, deren Grundlage vorgefundene Bilder sind. Sie sind alle am Fernsehgerät entstanden. Bedingt durch das Zeilensprungverfahren und die damit verbundenen ›Störungen‹, wie Streifenstrukturen oder Artefakte, erhalten die Fotografien einen zusätzlichen Reiz. Die vorliegende Arbeit ist in elf Episoden unterteilt, die alle für sich, mehr oder weniger, eine kleine Geschichte erzählen. Diese Geschichten haben nur bedingt etwas mit der Story der zu Grunde liegenden Filme zu tun.

»Das Kindermädchen«, aus dem Portfolio »Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1989
»Das Kindermädchen«, aus dem Portfolio »Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1989

Die Episode 1 »Romy« ist die erste Arbeit aus der Reihe der Televisionen, die ich 1982 produziert habe. Es war die Zeit, in der viele Filme mit Romy Schneider im Fernsehen zu sehen waren. Ich erinnere mich an die Titel Der Swimmingpool (1969), Die Dinge des Lebens (1970), Das Mädchen und der Kommissar (1971), Trio Infernal, (1974), Das wilde Schaf (1974), Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen (1975), Nachtblende (1975) und Die Spaziergängerin von Sans-Souci (1982). Mit diesen Filmen hatte Romy bereits ihr Image als Schauspielerin von Heimat- und Sissi-Filmen abgelegt und entwickelte sich zum erfolgreichen Filmstar des französischen Kinos.

1983 habe ich die Episode 2 „Isabella, Hitler und die Puppe« aufgenommen. Die Spitzenklöpplerin (1977), Violette Nozière (1978), Heaven’s Gate (1980), Der Saustall (1981) und andere Filme, jeweils mit Isabella Huppert, liefen im Fernsehen. Die Fotos aus den verschiedenen Filmen habe ich live aufgenommen. Ein Video-Recorder mit Stopp-Funktion hätte die Aufnahmen zwar erleichtert; er stand mir damals aber noch nicht zur Verfügung. Ende der 1970er/ Anfang der 1980er Jahre war Isabelle Huppert eine meiner Lieblingsschauspielerinnen.

Bei der Episode 3 »Augiasstall« war der Film „Der Saustall“ aus dem Jahr 1981 die Vorlage für meine kleine Geschichte, die ich 1984 zusammengestellt habe. Der Film: In einem Kaff in Afrika macht sich 1938 der gedemütigte Polizeichef Cordier (Philippe Noiret) daran den Saustall auszumisten. Auch seine verlotterte Frau (Stéphane Audran) und seine Geliebte (Isabelle Huppert) müssen daran glauben, aber Cordier wird nicht verdächtigt. Der Saustall ist »sowohl pessimistische Parabel als auch ätzende Satire, köstliche Komödie, wie spannender Krimi«.

In der Episode 4 »Das Kindermädchen« aus dem Jahr 1989 diente zu einem großen Teil der Film Gefahr im Verzug (1985) von Michel Deville mit Michel Piccoli als Grundlage. Im Film gibt der Musiklehrer David (Christophe Malavoy) einer höheren Tochter Gitarrenunterricht und wird von ihrer Mutter (Nicole Garcia) verführt. Mit dem Tod des alten Hausherrn gerät David in ein böses Intrigenspiel. »Absurd-witzige Dialoge verleihen der erotischen Satire die Atmosphäre eines verrückten Albtraums«.

Meine Episode 5 »Feigen« entstand 1989 als letzte Geschichte aus der Reihe »Episoden«. Sie ist mit 24 Fotografien die längste Erzählung geworden. Die Grundlage Das Schweigen von Ingmar Bergmann mit Ingrid Thulin war mein erster ›anspruchsvoller‹ Film, den ich 1963 im Kino gesehen habe. Zum Inhalt: Ester, ihre Schwester Anna und deren neunjähriger Sohn Johan müssen ihre Heimreise unterbrechen, weil Ester einen Zusammenbruch erleidet. Sie übernachten in einer fremden Stadt in einem bizarren Hotel. »Isoliert von der Außenwelt und zu keiner Kommunikation fähig, geraten sie in einen Strudel der sexuellen Begierde, der Exzesse und des Hasses.«

Zur Episode 6 »Sonny ‚Ray Ban‘ Crockett«: 1989 machte ich Aufnahmen von einer nicht mehr zu rekonstruierenden Szene aus der Fernsehserie Miami Vice, die zwischen 1984 und 1989 mit Don Johnson als Sonny Crockett lief. Wir nannten ihn wegen seiner Sonnenbrille von Ray-Ban, Modell Wayfarer, immer Sonny ›Ray Ban‹ Crockett. Zusammen mit Ricardo ›Rico‹ Tubbs jagte er Drogenhändler, Waffenschmuggler und Geldwäscher. Die pastellfarbigen und weißen Fassaden des Ocean Drive in South Miami Beach in Florida waren das Vorbild für die Männermode der 1980er Jahre. Damals konnte man mit einem weißen T-Shirt unter dem Armani-Jackett mit hochgekrempelten Ärmeln noch Aufsehen erregen. Die Filme waren eher im Stil der Videoclips gedreht, untermalt mit der Musik von Jan Hammer.

Für die Episode 7 »Tödliche Umarmung« verwendete ich 1989 Fotos aus verschiedenen Filmen, die im Einzelnen nicht mehr rekonstruierbar sind. Meine Geschichte jedenfalls endet mit einer Flucht, die von einer nackten Frau am Nachbarfenster beobachtet wird und, wie der Titel andeutet, ohne Happy-End ist. Wie man an den zusätzlichen Störungen sieht, habe ich es mir einfacher gemacht und die Aufnahmen mit Hilfe des Standbildes des inzwischen vorhandenen Videorecorders realisiert. Heute muss man dazu sagen, dass der Fernseher samt Recorder und die Kamera mit dem anschließenden Entwicklungsprozess alle auf der analogen Technik beruhten.

Anmerkungen zur Episode 8: »Dienstmägde«:  Wer um 1900 etwas auf sich hielt, beschäftigte ein Dienstmädchen. In großbürgerlichen Haushalten gab es gerne auch mehr Personal. Der Alltag eines Dienstmädchens war sehr hart: körperlich anstrengende Arbeit, wenig Lohn, kaum Freizeit oder Ausgang. Von Berliner Dienstmädchen weiß man, dass sie oft noch nicht einmal eine eigene Kammer hatten, sondern auf sogenannten Hängeböden schliefen. So lustig wie in meiner Serie scheint es allerdings in den wenigsten Fällen gewesen zu sein.

Die Episode   9 »Pomme, die Wäscherin« ist mit 18 Fotografien neben den Feigen eine der ausführlichsten geworden. Der Film Die Spitzenklöpplerin aus dem Jahr 1977 von Claude Goretta mit Isabelle Huppert bot dazu auch reichlich Stoff. Gegenüber den anderen Episoden bin ich hier nah an der Story des Films geblieben. Die Liebe einer jungen Friseuse zu einem Studenten aus höheren Kreisen scheitert trotz seiner Anziehung an seinem Nicht-Verstehen ihrer Sprachlosigkeit. Eine feine Studie über die Entfremdung zwischen zwei Menschen, bedingt durch Sprach- und Bildungsbarrieren.

Zur Episode 10 »Die Freundin des Teufels« eine kleine Geschichte: Ein Graf gerät in Schulden und in der Not versetzt er dem Teufel, der ihm in Gestalt eines Fährmanns erscheint, seine Frau. Sein Lohn: Ein Buch, aus dem Goldstücke fallen, wenn er darin blättert. Als er verabredungsgemäß seine Gattin dem Teufel ausliefern will, kommen sie zu einer Marienstatue, an dem sie ihr Gebet verrichtet. Sie fällt in tiefen Schlaf, die Jungfrau springt vom Altar, nimmt die Gestalt der Frau an und wird vom Grafen dem Teufel übergeben. Während der Teufel sich der scheinbaren Frau des Grafen an die Brust wirft, verirrt sich der Graf auf dem Rückweg und stürzt tödlich in eine Schlucht.

1984 gab es eine Fernsehreihe, die ich für die Episode 11 »Verbotene Filme« verwendete. Zu den Filmen gehörten: Tänze des Lasters, des Grauens und der Ekstase (1920) von Anita Berber, Menschen im Rausch (1920) von Julius Geisendörfer, Aus eines Mannes Mädchenjahre (1919), Geschlecht in Fesseln (1928) von Wilhelm Dieterle, Opium (1919) von Rudolf Reinert und Wege zu Kraft und Schönheit (1925) von Wilhelm Prager. 1920 wurde eine Staatszensur bei Filmen eingeführt. Zu kontrollieren war, ob der Film die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdet, das religiöse Empfinden verletzt oder verrohend und entsittlichend wirkt. Alle aufgeführten Filme hatten durch das Gesetz ihre Probleme

Das Portfolio finden Sie als Indexprint mit einem ausführlichen Text auf meiner Website LICHTBILDER (direkter Link zu den »Episoden«). In der nächsten Zeit werde ich zu den einzelnen Episoden und den zu Grunde liegenden Filmen noch weitere Artikel veröffentlichen.

»Das Kindermädchen«, aus »Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1989
»Das Kindermädchen«, aus »Episoden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1989

Impression am Potsdamer Platz

Von Friedhelm Denkeler,

»Kollhoff-Hochhaus», Potsdamer Platz, Berlin, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2007
»Kollhoff-Hochhaus», Potsdamer Platz, Berlin, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Sonntagsbilder«, Foto © Friedhelm Denkeler 2007

Anmerkungen zum Portfolio/ zur Kategorie »Sonntagsbilder»

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.

Am 26. Februar 2012 erschien in meinem Blog das erste Sonntagsbild. Und jeden Sonntag gab es ein neues – Ausnahmen bestätigten die Regel. Die Sonntagsbilder stammen aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, das ich 2005 abgeschlossen habe. Aber der Titel Sonntagsbild ist einfach ein zu schöner Titel. Unter dieser Prämisse führe ich die Kategorie »Sonntagsbilder« in meinem Blog bis auf weiteres mit Fotos aus meinem Archiv und mit neuen Aufnahmen weiter.

Das Fremde im Eigenen und das Eigene im Fremden

Von Friedhelm Denkeler,

Die Fotografin Christa Mayer im »Atelier Kirchner« mit introspektiven Selbstporträts

Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie (EMOP) zeigt das Atelier Kirchner neuere, zwischen 1990 und 2010, entstandene analoge Schwarzweiß-Photographien von Christa Mayer. Neben ihrer Tätigkeit als Diplompsychologin hat sie sich 1981 bis 1985 an der legendären Kreuzberger »Werkstatt für Photographie« zur Fotografin ausgebildet.

Ihre bisherige fotografische Arbeit war mit ihrer Tätigkeit als Klinische Psychologin eng verknüpft. Zuletzt waren ihre Bilder in der Ausstellung »Kreuzberg – Amerika: Werkstatt für Photographie 1976–1986« bei C/O Berlin (2016) zu sehen. Sie erhielt zahlreiche institutionelle Stipendien u.a. der Krupp-Stiftung in Essen, des Berliner Senats und der Akademie der Künste Berlin, sowie ein Jahresstipendium für das PS1 in New York.

Plakat zur Ausstellung »Das Fremde im Eigenen und das Eigene im Fremden« von Christa Meyer im »Atelier Kirchner«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018
Plakat zur Ausstellung »Das Fremde im Eigenen und das Eigene im Fremden« von Christa Mayer im »Atelier Kirchner«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Aus der Eröffnungsrede von Andrè Kirchner am 21. September 2018: »Mit Christa Mayer betritt eine ebenso eigensinnige wie einfühlsame Fotografin die Bühne meines Ateliers und mit ihr eine der wenigen Frauen, die sich an der Kreuzberger Werkstatt für Photographie behaupten konnten.

Christa Mayer ist eine Pendlerin zwischen den Welten, im Wortsinn hälftig in Kalifornien und Berlin mit ihrem Mann lebend, in ihrer Fotografie ebenso in Landschaft wie im Porträt zu Haus. Sie ist geradezu eine Mittlerin zwischen einander oft genug ausschließenden oder gar befeindenden Welten – wie das der programmatische Titel ihrer Ausstellung sehr gut auf den Punkt bringt.

Sie macht sich scheinbar Fremdes zu Eigen und findet das Fremde in sich selbst wieder. Ihre Fotografien sind immer auch eine Art von introspektivem Selbstporträt. Zwei explizite Selbstporträts hat sie in dieser Ausstellung auch versteckt. Christa Mayer bewegt sich in der großen Tradition der klassischen analogen Fotografie, die es ihr ermöglicht, Innen und Außen in ihren Bildern zusammenzubringen und dabei doch die Einzigartigkeit der Lebewesen und Dinge zu bewahren.«

Die Ausstellung ist noch bis zum 04.11.2018 im Atelier Kirchner, Grunewaldstraße 15, Berlin-Schöneberg, zu sehen (Mi, Fr und Sa von 16 bis 18 Uhr, Do von 18 bis 20 Uhr). Im Rahmen des Schöneberger Galerierundgang am kommenden Wochenende (3. bis 4. November) gibt es verlängerte Öffnungszeiten: Samstag 14 bis 20 Uhr, Sonntag von 12 bis 18 Uhr. www.andrekirchner.de

One Dollar in Aquarell

Von Friedhelm Denkeler,

»One Dollar Bill« (Ausschnitt), 2006, Yan Pei-Ming, Aquarell auf Papier, Ausstellung »The World on Paper – Deutsche Bank Collection«, PalaisPopulaire, Unter den Linden, Berlin
»One Dollar Bill« (Ausschnitt), 2006, Yan Pei-Ming, Aquarell auf Papier, Ausstellung »The World on Paper – Deutsche Bank Collection«, Palais Populaire, Unter den Linden, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Wärmebild

Von Friedhelm Denkeler,

»Wärmebild im Technikmuseum«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018
»Wärmebild im Technikmuseum«, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Menschen am Brandenburger Tor

Von Friedhelm Denkeler,

»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR (Aufbau)«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018
»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR (Aufbau)«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Meine Kategorie »Stadtverschönerung« ist meistens ironisch zu verstehen. Das trifft auch heute zu: Die unzähligen und unsäglichen Buden, Aufbauten, Zelte, Bühnen, Fahrzeuge, Absperrgitter und Dixi-Klos zum Fest der Deutschen Einheit verschandeln die Plätze vor, hinter und am Brandenburger Tor, ebenso wie vor dem Reichstag und behindern die Touristen, die die Berliner Sehenswürdigkeiten gerne unverbaut sehen möchten.

Da kann man die Installation auf der Westseite des Brandenburger Tores durch den Pariser Streetart-Künstler »JR« mit gutem Willen noch als interessant ansehen. Seine Installationen waren bereits weltweit zu sehen, u.a. an der Grenze Mexiko/USA und Israel/Palästina. Als Grundlage für die Installation am Brandenburger Tor nahm er ein Foto vom 10. November 1989, auf dem feiernde Berliner auf der Mauer sitzen und tanzen; vor ihnen stehen Grenzsoldaten, die das Geschehen beobachten. Ob das damalige Geschehen mit dieser Darstellung nachvollziehbar wird oder dem 10. November 1989 gerecht wird, bleibt –wie immer – jedem selbst überlassen.

»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018
»Das Brandenburger Tor mit der Installation von JR«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

St. Oberholz

Von Friedhelm Denkeler,

»Nicht jede Kuh lässt sich melken« (gefunden in der Torstraße, Café  St. Oberholz)
»Nicht jede Kuh lässt sich melken« (gefunden in der Torstraße, Café St. Oberholz), Foto © Friedhelm Denkeler 2018
Anmerkung zur Kategorie »«

In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

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Der Safetyblock

Von Friedhelm Denkeler,

»Der Safetyblock am Rande des Tiergartens«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018
»Der Safetyblock am Rande des Tiergartens«, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Der Ochsenkarren

Von Friedhelm Denkeler,

»Der Ochsenkarren« (Technikmuseum Berlin), Foto © Friedhelm Denkeler 2018
»Der Ochsenkarren« (Technikmuseum Berlin), Foto © Friedhelm Denkeler 2018

Den Ochsenkarren »Carro Mineire«, Bj. ca. 1870, kann man als Initialzündung des Verkehrs bezeichnen. Ochsenkarren wurden bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. im Zweistromland (heute Irak) entwickelt. Dieses brasilianische Exponat stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde für den Transport von Zuckerrohr verwendet. Es diente auch zu Fahrten anläßlich religiöser Feste. [Quelle: Technikmuseum Berlin]

Was für ein Sommer!

Von Friedhelm Denkeler,

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr

»Verboten – Der Sommer ist zu Ende«, Zoologischer Garten Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2018
»Verboten – Der Sommer ist zu Ende«, Zoologischer Garten Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2018.

Pünktlich zum Herbstanfang ist der Super-Sommer 2018 zu Ende gegangen – und zwar gewaltig von 30 Grad Celsius auf einstellige Temperaturen. Nach dem Jahrhundertsommer 2003 gab es dieses Jahr wieder neue Rekorde: praktisch schien von April bis September durchgehend die Sonne und von Juli bis September lagen die Temperaturen um die 30 Grad. Da konnte man sich verbotenerweise auch mit rosa Turnschuhen auf Sandstrand aufhalten.

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß/ Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren/ und auf den Fluren laß die Winde los/ Befiehl den letzten Früchten voll zu sein/ gieb ihnen noch zwei südlichere Tage/ dränge sie zur Vollendung hin und jage/ die letzte Süße in den schweren Wein/ Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr/ Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben/ wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben/ und wird in den Alleen hin und her/ unruhig wandern, wenn die Blätter treiben [»Herbsttag«, Rainer Maria Rilke, 1902]

Der Dachs vom Fuchsgrund

Von Friedhelm Denkeler,

»Der Dachs vom Fuchsgrund«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018 (gefunden an der Autobahn A2, Wandgestaltung von Stefan Lange, myourals.com)
»Der Dachs vom Fuchsgrund«, Foto © Friedhelm Denkeler 2018 (gefunden an der Autobahn A2, Wandgestaltung von Stefan Lange, myourals.com)

Der Igel vom Fuchsgrund

Von Friedhelm Denkeler,

»Der Igel vom Fuchsgrund« , Foto © Friedhelm Denkeler 2018 (gefunden an der Autobahn A2, Wandgestaltung von Stefan Lange, myourals.com)
»Der Igel vom Fuchsgrund« , Foto © Friedhelm Denkeler 2018 (gefunden an der Autobahn A2, Wandgestaltung von Stefan Lange, myourals.com)

Das haben wir immer so gemacht!

Von Friedhelm Denkeler,

»So haben wir es immer gemacht, bringt den Fortschritt nicht voran«, Sprichwort der Ewe (Ureinwohner in Ghana), Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2003
»So haben wir es immer gemacht, bringt den Fortschritt nicht voran«, Sprichwort der Ewe (Ureinwohner in Ghana), Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2003
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In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

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