Suchergebnisse Kategorie: Rock-Archiv

Im Rock-Archiv finden Sie ›ältere‹ Beiträge von Songs und ihre Interpreten zur Rock- und Pop-Geschichte. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. Diese Artikel werden nach und nach in die Kategorie »Siebzig Jahre – Siebzig Songs« einfließen.

In Dreams I Walk With You. In Dreams I Talk To You

Von Friedhelm Denkeler,

Das bewegte Leben von Roy Orbison spiegelt sich in seinen Songs wieder. »Roys Songs handelten weniger von Träumen, seine Songs waren Träume« [Tom Waits]

I close my eyes, Then I drift away | Into the magic night. I softly say | A silent prayer like dreamers do. | Then I fall asleep to dream My dreams of you. | In dreams I walk with you. In dreams I talk to you. | In dreams you’re mine. All of the time we’re together | In dreams, In dreams [Roy Orbison in „In Dreams]

Ich hasse es zuzugeben, aber Sie können eine Rolle nur spielen, wenn sie irgendwo in Ihrer Psyche steckt. Die Leute realisieren nicht, wie groß das Unterbewusstsein ist. Es ist wie die Unendlichkeit. [Dean Stockwell]

Gleich drei Mal hörte ich in dieser Woche Songs von Roy Orbison in Darbietungen der darstellenden Künste:

Roy Orbison: "(Oh) Pretty Woman", 1964, Foto & Grafik © Friedhelm Denkeler
Roy Orbison: „(Oh) Pretty Woman“, 1964
Foto & Grafik © Friedhelm Denkeler

Einmal war Roy Orbisons Stimme im Kultfilm Blue Velvet von David Lynch mit Isabella Rossellini und Dennis Hopper aus dem Jahr 1986 zu hören. Ben (Dean Stockwell) performed hier den Song In Dreams im Playback, solange bis Frank Booth (Dennis Hopper) es vor Schmerz ob des melancholischen Liedes nicht mehr aushält und den Stecker des Kassetten-Recorders zieht.

Die unheimliche Lippensynchronisation von Ben lässt darauf schließen, dass nicht nur bei Frank Booth, sondern auch im Inneren des Zuhälters etwas im Verborgenen liegt. Nach dieser Performance klingt der Song nicht mehr wie vorher. Und im Hintergrund tritt Dorothy Vallens (Isabella Rossellini) in ihrem Morgenrock aus blauem Samt in das Zimmer…

Ein zweites Mal hörten wir In Dreams im Theater O-TonArt in der Kulmer Straße in Berlin-Schöneberg. Hier trat der in Frankfurt geborene Sänger Bastian Korff zusammen mit dem Berliner Pianisten Florian Ludewig unter dem Titel Rock ’n‘ Roll & Remmidemmi auf. Neben den dargebrachten eigenen Kompositionen coverten die beiden Künstler verschiedenste Rock-Balladen von Roy Orbison (In Dreams), über Dion and The Belmonts (A Teenager in Love), Elvis Presley, David Bowie bis zu Bonnie Tyler (Turn Around – Bright Eyes).

Korff als Sprecher, Schauspieler, Sänger und Texter und Ludewig als Pianist und Komponist sind wahre Multitalente für sich, aber auf der Bühne waren sie als Team unschlagbar: spontan, witzig und so herrlich unperfekt wie man nur sein kann, wenn man die Perfektion beherrscht, bescherten sie dem begeisterten Publikum ein Feuerwerk an Ideen und Gefühlen. Einer der schönsten Theaterabende der letzten Zeit.

Im Berliner Ensemble gab es in der von Leander Haußmann inszenierten Soldatenstudie Woyzeck nach Georg Büchner eine Szene, die Roy Orbisons Blue Bayou enthielt. Und zwar in einer Szene in der Militär und Jahrmarkt zusammenfließen. Die Soldaten lassen sich von der Marktschreierin wie dressierte Pferde im Kreis herumführen. Unter den Klängen von Blue Bayou besteigen sie bunte Ballontiere zu einer Karussellfahrt in perfekt inszenierter Slow Motion. So schön haben wir das im Theater noch nie gesehen.

Die schwarze Bühne ist vollkommen leer, das Bühnenbild stellen allein die dreißig Soldaten dar, die im stampfenden Rhythmus über die Bretter ziehen. Laufend werden exzessiv Songs eingespielt, wie Nancy Sinatras These Boots Are Made For Walking oder Melanies Nickel Song, denn bei Leander Haußmann gehört die Musik dazu. Wir erlebten einen großen Theatermoment. Hier habe ich die beiden Originale von Roy Orbison herausgesucht: Roy Orbison: »In Dreams« (1963), Roy Orbison: »Blue Bayou«.

Roy Orbison merkte zu In Dreams an: »Ich wachte morgens auf und der Traum war immer noch da und nach 20 Minuten hatte ich den Song fertig«. Der Song weist keine der üblichen Strophen mit einem Refrain auf, sondern ist eher als Mini-Epos in drei Minuten anzusehen. Seine unvergleichliche melancholische Stimme kommt hier besonders gut zur Geltung. Seine Songs handeln von der Seele und ihrem Schmerz und so entstehen oft komplette Dramen der Leidenschaften in Kurzform.

Roy Kelton Orbison (* 23. April 1936, Texas; † 6. Dezember 1988, Tennessee) hatte ein bewegtes und nicht immer einfaches Leben hinter sich. Seinen ersten Hit hatte Roy 1956, passend zur damaligen Rock ’n‘ Roll-Zeit, mit Ooby Dooby. Den Durchbruch erreichte er 1960 mit Only The Lonely. Warum trug Roy immer eine Sonnenbrille? Angeblich hatte der stark kurzsichtige Roy bei einem Konzert 1963 seine Brille vergessen und musste notgedrungen mit einer Sonnenbrille auftreten; von da an wurde sie zu seinem Markenzeichen.

Seinen größten Hit hatte er 1965 mit Pretty Woman. Eine schwierige Phase folgte in seinem Leben. Er wurde von privaten Schicksalsschlägen betroffen: Seine erste Frau starb bei einem Motorrad-Unfall und zwei seiner drei Söhne kamen bei dem Brand seines Landhauses ums Leben. Nach Pretty Woman blieben die großen Erfolge aus; eine Ausnahme bildet das nach seinem Tod erschienene I Drove All Night. 1987 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame augenommen und 2010, also zwanzig Jahre nach seinem Tod, erhielt Orbison einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Aus den 52 Songs, die sich zurzeit in meinem Rockarchiv befinden, habe ich meine Top-Ten von Roy Orbison zusammengestellt:

  1. I Drove All Night (1992)
  2. California Blue (1989)
  3. It’s Over (1964)
  4. In Dreams (1963)
  5. Crawling Back (1966)
  6. Blue Bayou (1963)
  7. Only The Lonely (1960)
  8. You Got It (1989)
  9. Running Scared (1962)
  10. (Oh) Pretty Woman (1965)

Es wurde Zeit, dass ich im JOURNAL einen meiner Lieblingssänger vorgestellt habe. »I Drove All Night« steht, seit ich den Song kenne, unangefochten an der Spitze, aber auf eine einsame Insel würde ich alle zehn mitnehmen.

Fahr’n, Fahr’n auf der Autobahn …

Von Friedhelm Denkeler,

Jetzt schalten wir das Radio an und legen die Kassette ein

Wir fahr’n, fahr’n, fahr’n auf der Autobahn/ Vor uns liegt ein weites Tal/ Die Sonne scheint mit Glitzerstrahl/ Die Fahrbahn ist ein graues Band/ Weisse Streifen, grüner Rand/ Jetzt schalten wir ja das Radio an/ Aus dem Lautsprecher klingt es dann:/ Wir fahr’n auf der Autobahn … [aus Kraftwerk: »Autobahn«]

1984 habe ich mir für die anstehenden Autobahn-Fahrten von Berlin nach West-Deutschland eine Compact-Kassette (ich hoffe, die Leser wissen noch, was das ist) zusammengestellt. Schwerpunkt der Cassette waren meine damaligen Top Five von Kraftwerk: passenderweise als Einstiegs-Song Autobahn (1974), dann Radioaktivität (1975), Trans Europa Express (1977), Das Model (1978) und Die Roboter (1978). Herausgesucht habe ich im Netz die über vierzig Jahre alte Single-Version mit 3:27 Minuten: Kraftwerk: »Autobahn«

Das vierte Studioalbum von Kraftwerk aus Düsseldorf kam 1974 heraus. Weltbekannt wurde es durch das die gesamte A-Seite der LP füllende, hypnotische Stück Autobahn. Angeblich kam die Idee Ralf Hütters Band im VW-Bus auf der Fahrt über die Autobahn. Es beginnt mit den Startgeräuschen eines Autos, gefolgt von dichterem Verkehr und hupenden Fahrzeugen; sozusagen die musikalische Interpretation einer monotonen Autobahnfahrt. Melodie und auch der über einen Vocoder laufende Sprechgesang sind minimalistisch; das oben angeführte Zitat gibt bereits den ganzen Text des Songs wieder. Kraftwerk legte hiermit den Grundstein für das Genre Techno-Pop.

»Fahrn, Fahrn auf der Autobahn...«, aus: »On The Road: Berlin - Hamburg: Der Berliner Ring kurz vor dem Abzweig Rostock, Foto © Friedhelm Denkeler 1984
»Fahrn, Fahrn auf der Autobahn…«, aus: »On The Road: Berlin – Hamburg: Der Berliner Ring kurz vor dem Abzweig Rostock, Foto © Friedhelm Denkeler 1984

Die Neue Nationalgalerie Berlin ist seit Ende letzten Jahres geschlossen (siehe Artikel Stützen für die Neue Nationalgalerie). Für den 6. Bis 13. Januar 2015, vor dem Beginn der Bauarbeiten, war die obere Halle für acht Konzerte der Band Kraftwerk unter dem Titel Der Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8 leergeräumt. An Karten für alle acht ausverkauften Konzerte war kaum heranzukommen. Und was spielten sie am ersten Tag? Natürlich Autobahn, aus ihrem nach eigener Lesart ersten Album. In diesem legten sie Querflöte und Hammondorgel beiseite und machten Musik mit einem für ihre Zwecke umgebauten Synthesizer.

Sie entlockten den Maschinen Emotionen. Die Spannung zwischen einer laienhaft gesungenen Textzeile und einer sauber eingespielten Keyboard-Melodie provozierte ungeahnte Gefühle. Vielleicht haben sie damit der Welt ein wenig gezeigt, wozu wir Deutschen fähig sind: Präzision, Exzellenz, und ja, Robotertränen. [Der Tagesspiegel]

Übrigens gibt es noch die längere LP-Version mit über 22 Minuten – für die längeren Autobahnfahrten. Sie hätte sich für eine Fahrt durch die damalige DDR eigentlich besser geeignet. Eine Live-Version mit 8:52 Minuten finden Sie hier.

Die Kraft der Liebe

Von Friedhelm Denkeler,

»The Power of Love« von Frankie Goes to Hollywood

The power of love / A force from above / Cleaning my soul / Flame on burnt desire / Love with tongues of fire / Purge the soul / Make love your goal [aus: Power of Love]

"Tizian: Maria Himmelfahrt", Hochaltar für Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig, 1516–1518", Quelle: Wikipedia
„Tizian: Maria Himmelfahrt“, Hochaltar Santa Maria Gloriosa dei Frari, Venedig, 1516–1518″, Quelle: Wikipedia

Anstelle einer Weihnachtsgeschichte habe ich für Heiligabend den Song Power of Love von Frankie goes to Hollywood herausgesucht. Das Lied kenne ich seit dreißig Jahren. Nach dem Erscheinen des Albums Welcome to the Pleasuredome wurde es am 19. November 1984 als Single veröffentlicht.

Eigentlich ist es kein direktes Weihnachtslied, obwohl es sich auf zahlreichen Weihnachts-Samplern befindet; es handelt aber von der Macht der Liebe und die Wörter Engel und Himmel tauchen auf, also passt es auch zu Weihnachten.

Die Nähe zu Weihnachten wird durch die auf dem Cover abgebildete Maria Himmelfahrt von Tizian unterstrichen und natürlich durch das Video, das im Dezember 1984 auf allen Musikkanälen lief. Der Clip zeigt die Geburt Jesu und gibt das zeitgenössische Umfeld in künstlerischer Form wieder.

Die Band Frankie goes to Hollywood mit ihrem Leadsänger Holly Johnson spielte sonst eher härtere Musik, aber wie bei anderen Rockbands auch, machen sie oft auch die schönsten Balladen.

The Power of Love war nach Relax und Two Tribes die dritte Single der britischen Band und der dritte Nummer-eins-Hit der Gruppe in Großbritannien.

Die Band löste sich 1987 auf. Ein Magazin-Cover mit der Headline über Frank Sinatras Aufbruch ins kalifornische Hollywood inspirierte Holly Johnson zum Bandnamen. Frankie Goes to Hollywood: »The Power of Love« 

Der große Abschied von der Zeit: Merci, Udo Jürgens

Von Friedhelm Denkeler,

Ich mache Musik aus unendlicher innerer Begeisterung, das ist meine Triebfeder und sonst gar nichts [Udo Jürgens]

Udo Jürgens: "Siebzehn Jahr, blondes Haar" (1965), Foto & Grafik © Friedhelm Denkeler 2014
Udo Jürgens: „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ (1965),
Foto & Grafik © Friedhelm Denkeler 2014

Dass er niemals mehr singen wird, kann man sich kaum vorstellen; vergessen wird man ihn nicht – gestern starb der letzte große, deutsch singende Chansonnier und Komponist Udo Jürgens im Alter von achtzig Jahren in der Schweiz.

Praktisch begleitete er mich mit seinen Chansons ein Leben lang: Es begann im Oktober 1965 mit Siebzehn Jahr, blondes Haar. Udo Jürgens: »Siebzehn Jahr, blondes Haar«

Ein Jahr später erreichte er am 5. März 1966 beim Grand Prix Eurovision de la Chanson in Luxemburg im dritten Anlauf für Österreich mit Merci Cherie den ersten Platz.

So ging es Jahr für Jahr weiter: Immer wieder geht die Sonne auf (1967), Der große Abschied (1967), Mathilda (1968), Der Teufel hat den Schnaps gemacht (1973), Griechischer Wein (1974), Ein ehrenwertes Haus (1975), Aber bitte mit Sahne (1976), Mit 66 Jahren (1978), Ich war noch niemals in New York (2001), um nur einige Songs zu nennen.

Er hat mehr als 1000 Songs komponiert, mehr als 50 Alben eingespielt und mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft.

Einige seiner Hits wurden zu regelrechten Volksliedern und gruben sich in das Gedächtnis ganzer Generationen ein, wie Siebzehn Jahr, blondes Haar oder Griechischer Wein.

Legendär waren die Zugaben in seinen unzähligen Konzerten: dort trat er regelmäßig im schneeweißen Bademantel auf. Sein 51. Studioalbum kam Anfang diesen Jahres auf den Markt unter dem Titel: Mitten im Leben.

Dann kommt Der große Abschied von der Zeit. / Es gibt kein Wiedersehen, / war sie auch noch so schön. / Dann kommt Der große Abschied, sei bereit. / Denn alles wird vergehen, / die Welt, die muss sich drehen. [aus Udo Jürgens: Der große Abschied, 1967]

From The Underworld

Von Friedhelm Denkeler,

Rolling Stone – Eine kleine Geschichte der Rock-Zeitschriften

1967 wurde sie in San Francisco gegründet – die Rolling Stone, eine Zeitschrift mit dem Schwerpunkt Rockmusik und Popkultur. Die erste Ausgabe erschien vor 47 Jahren am 9. November 1967 noch im Zeitungsformat. Damals in der Kleinstadt in Ost-Westfalen hat man davon natürlich nichts mitbekommen, geschweige denn, dass man sie kaufen konnte. Außerdem wäre mein Englisch nicht ausreichend gewesen (ist das heute sehr viel besser?).

Zwar gab es die deutsche Sounds, die 1966 als Free Jazz-Magazin begann, den Musikexpress, der seit 1971 monatlich in Deutschland erschien (gegründet wurde er in Holland als Muziek Expres, der erstmalig das Programm des illegalen Senders Radio Veronica abdruckte), sowie die Spex, die seit 1980 existiert und sich eher mit subkulturellen Themen beschäftigt. Alle diese Magazine änderten oft ihre Redaktionen, Titel wurden zusammen gelegt, die inhaltliche Ausrichtung der Blätter war oft unklar und sie trafen nicht unbedingt meinen Musik-Geschmack. Dies änderte sich jedoch vor 20 Jahren mit dem Erscheinen der deutschen Ausgabe der Rolling Stone. Das wird eine andere Geschichte werden.

Zeitschrift »Rolling Stone«, 9. November 1967, Erstausgabe, Cover, Titelseite, John Lennon, Wie ich den Krieg gewann, Archiv © Friedhelm Denkeler
Zeitschrift »Rolling Stone«, 9. November 1967, Erstausgabe, Cover, Titelseite, John Lennon, Wie ich den Krieg gewann, Archiv © Friedhelm Denkeler

Der Name der Rolling Stone geht zurück auf den Titel Like a Rolling Stone von Bob Dylan. In der ersten (amerikanischen) Ausgabe war John Lennon auf dem Cover abgebildet – als Soldat. Hintergrund war der Film von Richard Lester »Wie ich den Krieg gewann« (How I Won the War) mit John Lennon in der Hauptrolle als Musketeer Gripweed, der im Jahr 1967 erschien. Heute sieht man diesen Film als einen der ersten Anti-Kriegsfilme an, denn Lester stellt auf satirisch-tragikomische Weise den Krieg als Groteske dar. Soweit ich mich erinnere, habe ich den Film damals ›nicht so richtig verstanden‹. Man müsste ihn heute noch einmal sehen.

Zeitschrift »Rolling Stone« (Erstausgabe 1967, Seite 3, Beatle wives: Patti Harrison, Cynthia Lennon, Maureen Starr (v.l.), Jenny Boyd (vorne, Patti's sister)), Foto © Friedhelm Denkeler
Zeitschrift »Rolling Stone«, Erstausgabe 1967, Seite 3, Beatle wives: Patti Harrison, Cynthia Lennon, Maureen Starr (v.l.), Jenny Boyd (vorne, Patti’s sister), Foto © Friedhelm Denkeler

Auf der dritten Seite sind die Beatle wives Patti Harrison, Cynthia Lennon, Maureen Starr und Jenny Boyd (Patti’s Schwester) in einem großen Foto abgelichtet. Es geht um eine Einkaufstour durch die Londoner Boutiquen. Also auch damals schon Klatsch und Tratsch um die It-Girls.

Aber weitere Artikel in der Erstausgabe befassen sich mit Jefferson Airplane, Country Joe and the Fish, den Byrds, den Lovin‘ Spoonfull und mit dem 1967er Monterey Pop Festival im Summer Of Love. Ein Interview mit Donovan, ein Korrespondenten-Bericht aus London und Plattenkritiken, wie Traffic mit Hole In My Shoe und The Herd mit From The Underworld runden die Erstausgabe ab.

Da dieser Artikel unter der Kategorie Rock-Archiv firmiert, soll hier auch von den genannten Songs einer aus dem Jahr 1967, der mit dem berühmten Glockenschlag von Big Ben beginnt, vorgestellt werden: The Herd: »From The Underworld«.

Die ›Herd‹ aus Großbritannien hatte 1967 und 1968 einige Erfolge vorzuweisen, wie From The Underworld und Paradise Lost. Ihr berühmtestes Bandmitglied war Peter Frampton, der später die Gruppe verließ und 1968 zusammen mit Steve Marriot die Band Humble Pie gründete.

Out of the land of shadows and/ darkness, we were returning/ Towards the morning light/ Almost in reach of places I knew/ Escaping the ghosts of Yesterday/ You were behind me following/ closely/ „Don’t turn around now“ [From The Underworld]

Wini-Wini, Wana-Wana, die Trommel ruft zum Tanz

Von Friedhelm Denkeler,

Die Tahiti Tamourés – von Blütenketten, Baströckchen,
Palmen und den Trommeln der Südsee

Tamouré, der Tanz ist mehr als nur ein Spiel / Es sagt uns beiden viel zu viel / Uns beiden ganz allein / Tamouré, wenn tausend Zaubersterne glüh’n / Dann klingen Liebesmelodien / Sie sagen ich bin dein

"Palmenweg", Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Palmenweg in Tahiti«, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Die Tahiti Tamourés waren mit diesen Zeilen vor ca. 50 Jahren für 24 Wochen in den deutschen Charts (1963). Es waren auf der einen Seite die deutschen Schlager, die mich zu dieser Zeit interessierten (zwangsweise, denn die wurden meistens im Radio gespielt), z.B. Rudi Schuricke (Capri-Fischer, Florentinische Nächte), Kilima Hawaiians (Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand), Fred Bertelmann (Der lachende Vagabund) und auf der anderen Seite die englischen Songs (AFN, Radio Luxemburg) wie Paul Anka (Diana, Lonely Boy), Chubby Checker (The Twist), Tony Sheridan & The Beat Brothers (My Bonnie) und The Rolling Stones mit Mona.

Ab 1964 finden sich in meiner Songliste dann hauptsächlich nur noch Rock- und Popsongs. Heute kann man sagen, die Tahiti Tamourés waren die erste Girlgroup Deutschlands. Im englischsprachigen Raum gibt es Girlgroups bereits seit den 1950er Jahren, wie The Chordettes (Lollipop, Mr. Sandman), The Shangri-Las (Leader of the Pack) und The Crystals (Da Doo Ron Ron, Then He Kissed Me). Die Tahiti Tamoures bestanden aus Charlotte Marian, Monika Grimm und als Leadsängerin Doris Wegener, die später als Manuela Karriere machte (Schuld war nur der Bossa Nova). Es war eine reine Studioband, die zwischen 1963 und 1964 vier Singles aufnahm.

Wini-Wini stand 1963 in Deutschland vier Wochen auf Platz 1. Leider ist der Original-Titel im gesamten Internet nicht zu finden, deshalb hier der Link auf die Cover-Version von den Waikiki-Tamoures (Pseudonym von Charlotte Marian (ja, die von den Tahiti Tamourés!), die hier im Duett mit sich selbst singt): Waikiki Tamourés: »Wini-Wini«

1964 kam von den Tahiti Tamourés noch die Single Mañana (Roter Mond vom Rio Negro) heraus. An den Erfolg von Wini Wini, der in die Schlagergeschichte einging, kam er aber nicht mehr heran. Der Name der Gruppe soll sich vom damaligen Modetanz Tamouré ableiten, von dem ich aber nie etwas gehört habe. DER SPIEGEL schrieb in der ihm üblichen Weise in der Ausgabe 40/1963: »In die 60 Meter lange Rille der Tamouré-Platte sind zu angeblichen Südseeklängen insgesamt 72 verständliche Worte eingeritzt, außerdem 64-mal Wini und Wana«. Wie auch immer, heute ist der Ohrwurm eine Erinnerung an Zeiten, die man nicht mehr zurück holen möchte.

Ein Kind der Zeit wartet auf die Querschläger

Von Friedhelm Denkeler,

Child in Time – Einer der besten Songs der Rockgeschichte

Sweet child in time, you’ll see the line/ Line that’s drawn between good and bad/ See the blind man shooting at the world/ Bullets flying, ooh taking toll/ If you’ve been bad – Oh Lord I bet you have/ And you’ve not been hit oh by flying lead/ You’d better close your eyes, aahaouho bow your head/ Wait for the ricochet

»Deep Purple in Rock«, Foto © Friedhelm Denkeler 2014
»Deep Purple in Rock«, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Einer der schönsten Songs der Rockgeschichte aus dem Jahr 1970 ist »Child in Time« von Deep Purple mit Ritchie Blackmore, Ian Gillan und Jon Lord. Die Musiker verstehen es, mit der Kraft der Musik und dem Gesang die Zuhörer zu faszinieren. Der Sinn des Liedes ist allerdings schwer nachzuvollziehen: Es geht um die Grenze zwischen Gut und Böse, um den Baum der Erkenntnis und um Mord, bei dem selbst wegducken sinnlos ist, denn es folgen noch die Querschläger. Einige Erklärungsversuche hingegen versuchen sich an der Erbsünde und das sie wohl nicht zu besiegen sei; gleichzeitig ist es aber auch ein Anti-Kriegs-Song. Wie auch immer: Musikalisch gesehen, ist es ein Meisterwerk. Deep Purple: »Child in Time«

Das Stück beginnt mit einer leisen Einleitung auf der Hammond-Orgel. Nach und nach setzt der Gesang ein, zusammen mit dem Bass wird er immer lauter und zum Schluss des Intros gibt es eine Reihe von hilferufähnlichen Schreien, die in rein ekstatischen Schreien enden. Nach einem Drittel des Songs beginnt ein dreiminütiges Solo von Gitarre und Orgel, dabei wird das Tempo laufend gesteigert, bis es abrupt abbricht. Und es beginnt wieder mit der Orgel-Einleitung des Intros. Das Ganze über zehn Minuten!

Damit gehört Child in Time zusammen mit Led Zeppelins Stairway To Heaven und Black Sabbaths Paranoid zu den bekanntesten Hardrock-Hymnen. »Die drei Bands gelten als Gründer des Genres und kommen oft im gleichen Satz vor. Von vergleichsweise härteren Tönen abgesehen, haben Deep Purple jedoch wenig mit den anderen zwei gemeinsam. Einerseits, weil ihre Musik eher in der Klassik als im Blues wurzelt, andererseits, weil die Orgel wesentlicher Bestandteil ihrer Stücke ist.« [Laut.de].

Insbesondere wurde Deep Purple durch ihre perfekten Live-Auftritte bekannt. In diesem Zusammenhang ist das 1972er Album »Deep Purple – Live in Japan« zu erwähnen: mit harten Klängen und bisher in der Rockmusik nicht üblichen Tonleitern. Die Verbindung von Rock und Klassik zeigte sich auch an ihrem Auftritt mit dem Royal Philharmonic Orchestra: Livealbum »Concerto for Group and Orchestra«, 1969 und dem Studioalbum »Deep Purple in Rock«, 1970. Alle drei LPs enthalten den zehnminütigen Song Child in Time. Einer meiner All-Time-Favoriten.

Tage wie diese …

Von Friedhelm Denkeler,

Ich wart seit Wochen, auf diesen Tag/ und tanz vor Freude, über den Asphalt/ Als wär’s ein Rhythmus, als gäb’s ein Lied/ Das mich immer weiter, durch die Straßen zieht/ Komm dir entgegen, dich abzuholen, wie ausgemacht/ Zu der selben Uhrzeit, am selben Treffpunkt, wie letztes mal/ … / An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit [Campino/ Birgit Minichmayer]

Mit dem Song »Tage wie diese« von den »Toten Hosen« feierte die Deutsche Nationalmannschaft ihren Sieg im Finale gegen Argentinien bei der Fußballmeisterschaf in Brasilien in Rio de Janeiro mit dem Siegtreffer durch Mario Götze. Er war auch der beliebteste Song der Mannschaft während der Europameisterschaft 2012. Und heute auf der Fan-Meile wurde er während der Abschlussfeier natürlich auch gespielt.

»Tage wie diese …«, Harley Davidson-Teffen am Brandenburger Tor, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2014
»Tage wie diese …«, Harley Davidson-Teffen am Brandenburger Tor, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Der Song ist eine Single-Auskopplung aus dem Album »Ballast der Republik« und wurde am 23. März 2012 veröffentlicht. Die Single enthält drei weitere Lieder und ist versehen mit einem Cover-Foto von Andreas Gursky unter dem Titel »May Day III«, das Gursky auf dem Techno-Umzug im Jahr 1998 in Berlin aufgenommen hat.

Die Single erreichte in Deutschland Platz 1 der Charts. In dem Musik-Video trifft sich eine Gruppe von Graffiti-Sprayern, unterbrochen von Szenen auf dem Studio, von Live-Auftritten der Gruppe und mit Fans von Fortuna Düsseldorf. Die Toten Hosen: »Tage wie diese«

Wir waren immer eine Band, die in der Gegenwart lebt und nach vorne blickt. Letztendlich geht es auch darum, den Moment zu zelebrieren. So wie du mit einem Freund auf ein Konzert oder eine Party gehst und weißt, das ist ein Abend, ein Moment, der so vielleicht nicht mehr wieder kommt. Eine solche Situation beschreibt das Lied. [Campino]

Thank you for the music

Von Friedhelm Denkeler,

Die Super-Gruppe, die niemals zurückkam – ABBA-Trilogie

I’m hearing images, I’m seeing songs/ No poet has ever painted/ Voices call out to me, straight to my heart/ So strange yet we’re so well acquainted/ I let the music speak, with no restraints

ABBA "I Let The Music speak", Foto & Gafik © Friedhelm Denkeler 2014
ABBA „I Let The Music speak“, Foto & Gafik © Friedhelm Denkeler 2014

Sechs Jahre nach ihrem ersten Erfolg mit Waterloo ging die Abbamania 1980/81 mit den Alben Super Trouper und The Visitors langsam zu Ende.

In einem der letzten Songs von ABBA I Let The Music speak (1981) geben Björn und Benny die Richtung vor, in der sie zukünftig arbeiten wollen: die Welt der Musicals. Agnetha und Frida dagegen nehmen Solo-Alben auf. ABBA: »I Let The Music speak«.

Björn und Benny schrieben zusammen mit Tim Rice das weniger erfolgreiche Musical Chess. Berühmt wurde nur der Star des Musicals, Murray Head, mit dem Hit On Night in Bangkok aus dem Jahr 1984. In Deutschland stand er zwei Wochen auf Platz 1 der Single-Charts.

1989 entwickelte die britische Autorin Catherine Johnson ein Musical mit 22 ABBA-Songs. Die Story hat aber nichts mit der Geschichte der Band zu tun. Premiere war 1999 in London und 2008 kam das Musical Mamma Mia als Film mit Meryl Streep in der Hauptrolle und Pierce Brosnan in die Kinos. Der Film ist es wert, in einem eigenen Artikel behandelt zu werden.

Offiziell hat sich die Gruppe ABBA nie aufgelöst; sie macht nur eine Pause, die aber bis heute anhält. Zum Schluss dieser Trilogie kann man mit einem ihrer Songs von 1977 nur sagen Thank you for the music. Siehe auch ABBA-Triologie: Waterloo, finally facing my Waterloo und Video Killed The Radio Star

Video Killed The Radio Star

Von Friedhelm Denkeler,

The Winner Takes It All – Die ABBA-Trilogie

 The gods may throw a dice/ Their minds as cold as ice/ And someone way down here/ Loses someone dear/ The winner takes it all/ The loser has to fall/ It’s simple and it’s plain/ Why should I complain

ABBA "The Winner Takes It All", Foto & Gafik © Friedhelm Denkeler 2014
ABBA »The Winner Takes It All«, Foto & Collage © Friedhelm Denkeler 2014

Nach den Anfangserfolgen mit Waterloo, SOS und Mamma Mia und ihren Tourneen setzten bei Agnetha, Frida, Björn und Benny von der schwedischen Pop-Gruppe ABBA erste Ermüdungserscheinungen ein. Björn und Benny wollten neue Songs komponieren und Agnetha und Frida sich um ihre Familien kümmern; sie verspürten wenig Lust, weltweit auf Promotiontour zu gehen und Tourneen zu organisieren.

Aus dieser Not heraus kamen sie gemeinsam mit ihrem Manager Stikkan ›Stig‹ Anderson auf die geniale Idee, Musikvideos zu drehen. Damit konnten sie in allen Ländern der Welt Werbung machen, ohne persönlich anwesend zu sein.

Der schwedische Regisseur Lasse Hallström prägte mit seinen Musikvideos (damals noch Promo-Clips genannt) das Image der Gruppe. Die ersten beiden Videos Waterloo und Ring, Ring entstanden 1974 und das letzte The Day Before You Came 1982 (von insgesamt 30 Clips). Herausgesucht habe ich aus dem Jahr 1980 das Video ABBA: »The Winner Takes It All«

Seit 1981 war der US-Musikkanal MTV mit den Videoclips auf Sendung. Der erste Song, der gespielt wurde, war übrigens Video Killed The Radio Star von den Buggles. Eine eigenständige Kunstform war somit geboren.

Der Kinofilm »Abba – The Movie« über die Tournee in Australien vervollständigte ihren Erfolg. Hallström dichtete eine Rahmenhandlung hinzu: Ein Radioreporter versucht, den ganzen Film über verzweifelt ein Interview zu führen. Erst zum Schluss begegnet er der Gruppe überraschend im Fahrstuhl – doch sein Aufnahmegerät versagt. Siehe auch ABBA-Trilogie: Waterloo, finally facing my Waterloo und Thank you for the music.

Waterloo, finally facing my Waterloo

Von Friedhelm Denkeler,

Napoleon hatte sein Waterloo, aber für ABBA war es der Beginn einer Weltkarriere – Die ABBA-Trilogie (1)

Waterloo, I was defeated, you won the war/ Waterloo, promise to love you for ever more/ Waterloo, couldn’t escape if I wanted to/ Waterloo, knowing my fate is to be with you/ Waterloo, finally facing my Waterloo

ABBA "Waterloo", Foto & Grafik © Friedhelm Denkeler
ABBA »Waterloo«, Foto & Collage © Friedhelm Denkeler

Zum 40. Jahrestag des Siegertitels Waterloo der vier Schweden Anni-Frid ›Frida‹ Lyngstad, Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus und Benny Andersson, kurz ABBA genannt, beim Grand Prix Eurovision de la Chanson (heute heißt er schnöde European Song Contest (ESC) im englischen Seebad Brighton wird es Zeit, dass in meinem Rockarchiv auch ein ABBA-Song vorgestellt wird: ABBA: Waterloo. Außerdem habe ich den Original-Beitrag des Grand Prix vom 6. April 1974 herausgesucht.

Der 6. April 1974 in Brighton war der Beginn einer 40jährigen Pop-Geschichte mit unsterblichen Songs, wie The Winner Takes It All, Dancing Queen, Knowing Me, Knowing You, SOS, Take A Chance On Me oder The Day Before You Came mit insgesamt 380 Millionen verkauften Tonträgern.

Bei ihrem Auftritt in Brighton vor 500 Millionen Fernseh-Zuschauern wirkten sie gegenüber ihren eher biederen Konkurrenten in Anzug und Abendkleid mit ihrem farbigen, hippiemäßigen Outfit wie eine Gruppe von einem anderen Stern.

Das kann man von der diesjährigen Gewinnerin des ESC Conchita Wurst auch sagen, aber ob er/sie in die Pop-Geschichte eingehen wird, ist eine andere Frage.

Nach ABBAs großartigem Sieg verkauften sich ihre Platten weltweit glänzend. In Schweden, aber auch in Deutschland, war die Skepsis groß; die Musik war vielen zu unpolitisch und kommerziell. Die berühmte Abbamania entwickelte sich erst in den nachfolgenden Jahren und begann mit den beiden Songs SOS und Mamma Mia, zu denen Lasse Hallström Videos in Farbe drehte. Gleichzeitig war dies auch der Beginn der Videoclip-Kultur. ABBAs Durchbruch begann in Australien, nachdem der Fernsehsender ABC 1975 beide Clips in Farbe ausstrahlte. Was dann folgte ist eine weitere Geschichte wert: Video Killed The Radio Star und Thank you for the music.

Eine Welt der Männer – bei Johanna Breede

Von Friedhelm Denkeler,

»It’s a Man’s World« von ›Godfather of Soul‹ James Brown

This is a man’s world/ This is a man’s world/ But it wouldn’t be nothing, nothing/ Without a woman or a girl/ You see man made the cars/ To take us over the road/ Man made the train/ To carry the heavy load [James Brown]

James Brown (1933-2006), der Meister des Soul und Funk, hat sie bereits 1966 in It’s a Man’s World besungen – die Männerwelt. Die Männer haben die Autos, die Züge und die Schiffe erfunden und gebaut. »Nicht erwähnt hatte der King of Soul damals, dass es auch Männer waren, die die Fotografie erfanden; Männer, die aus Licht und Chemie apparative Bilder kreierten« schreibt Johnanna Breede in der Einleitung zu ihrer aktuellen Ausstellung Männer.

"Geheimnisvolle Filmdose", Foto © Friedhelm Denkeler 2014
„Geheimnisvolle Filmdose“, Foto © Friedhelm Denkeler 2014

Zu sehen sind, nach der Schau Frauen im Frühjahr 2013, jetzt Männer und Mythen, Heroen und Realitäten, von neunzehn Fotografen. Die Männer sind von Sibylle Bergemann, Michael Birt, Heinz Hajek-Halke, Thomas Höpker, Hannes Kilian, Birgit Kleber, Robert Lebeck, Herbert List, Stefan Moses, Ossip, Ulrike Ottinger, Beat Presser, Sheila Rock, Michael Ruetz, Max Scheler, Gundula Schulze Eldowy, Liselotte Strelow, Karin Székessy, Herbert Tobias und Kurt Wyss porträtiert worden.

Prominente, Künstler, Politiker und Unbekannte geben sich in dieser hervorragend gehängten Ausstellung ein buntes Stelldichein und laden zum Verweilen und zur Kommunikation ein. Die Fotografien sind noch bis zum 15. März 2014 in der Galerie Johanna Breede PHOTOKUNST in der Fasanenstraße 69 in Berlin zu sehen.

James Brown war ein Symbol für die Freiheit und den Erfolg von Millionen von schwarzen Amerikanern im Kampf für die bürgerlichen Rechte. Er gab ihnen Hoffnung und sie waren Stolz auf ihn. Der Gesang von Brown war eher als ein rhythmischer Sprechgesang, der Elemente des Rap vorwegnahm, anzusehen. Seine Musik übte großen Einfluss auf spätere Rockmusiker, wie Prince, Michael Jackson, Bob Marley, Booker T. & the M.G.’s, u.a., aus.

Brown schloss seine zahlreichen Shows und Konzerte stets mit einer 20-Minuten-Version von Sex Maschine ab; herausgesucht habe ich aber, passend zur Ausstellung, ein wunderschönes, neues Video, das von Saatchi & Saatchi gestaltet wurde, mit dem Original-Song James Brown: »It’s a Man’s Man’s Man’s World«, sowie eine Live-Version aus dem US-Amerikanischen Fernsehen aus dem Jahr 1966, eine Performance der beiden Legenden James Brown & Luciano Pavarotti und ein Auftritt von Christina Aguilera (mit dem kompletten Song-Text).