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Berichte aus Berlin von Friedhelm Denkeler zu Photographie und Kunst
Von Friedhelm Denkeler,

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Von Friedhelm Denkeler,
Der Berliner Fotograf Horst Hinder zeigt in einer Einzelausstellung im Katharinenhof am Preußenpark, Sächsische Straße 46, 10707 Berlin noch bis Ende Oktober 2018 seine Fotografischen Collagen. Während der Vernissage am 12. August 2018 hielt Beate Spitzmüller die folgende Eröffnungsrede (Auszüge):
Horst Hinder beschäftigt sich in seinen Fotocollagen ausschließlich mit der Stadt Berlin und ihren Facetten. Er setzt seine Fotos aus vielen kleinen quadratischen Einzelbildern zusammen. Mit dem Fotoapparat durchstreift er die Stadt und nimmt alles auf, was ihm gefällt. Im Atelier dann sucht er sich Ausschnitte aus seinen Fotografien, mischt diese, ordnet sie nach bestimmten ästhetischen Gesichtspunkten neu und setzt diese Einzelstücke dann wieder zu einem neuen Bild, einer Fotografischen Collage zusammen. Horst Hinder hat als Form für seine Bildausschnitte das Quadrat gewählt. Es ist die bestimmende Größe seiner Einzelbilder. Hunderte quadratische Bildausschnitte verbindet er mit spielerischer Geste zu wiederum quadratischen oder rechteckigen Collagen.

Das Quadrat zeichnet sich durch seine vier gleichen Seiten aus. Es ist ein Symbol für Harmonie und Kennzeichen für Ruhe und Ordnung. In der Bildenden Kunst gilt es seit jeher als ausgewogen und ausgeglichen, obwohl es nicht dem menschlichen Sehen entspricht. Das Rechteck hingegen beinhaltet mehr künstlerische Dynamik und Spannung. Quadrat und Rechteck und deren Aspekte werden seit jeher in Malerei und Fotografie diskutiert. Die vollendetste Form, gleichmäßig ohne Anfang und ohne Ende, ist der dynamische Kreis, der allerdings wenig mit Stabilität zu tun hat. Ganz im Gegensatz dazu das Quadrat. Durch die Symmetrie, die Gleichseitigkeit, entsteht eine vollendete statische Form, die sich durch die Quadrattierung sogar noch verstärkt.
Während seiner „Safaris“ durch Berlin sammelt Hinder meist anonyme Details von Fassaden, Mauern, Böden und Landschaften. Immer wieder mischen sich darunter auch einzelne Wahrzeichen der Stadt, wie der Berliner Fernsehturm oder der Berliner Bär. So entstehen persönliche Stadtlandschaften, die neue Blicke auf Berlin und die Geschichte der Stadt ermöglichen, geschaffen von einem aufmerksamen und feinnervigen Beobachter. Unzählige Facetten Berlins stehen eng und schnell nebeneinander.
Auf meine Frage, zu seinen Beweggründen und zur Initialzündung seiner Foto-Collagen antwortete Hinder: »Damals, vor Jahren, habe ich Fassaden fotografiert. Viele Fassaden, Häuser aus der Gründerzeit und die Fenster dazu. Danach habe ich das Thema Fenster weiterverfolgt. Irgendwann begann ich mich zu fragen, was mache ich nun mit all meinen Fotografien? Etliche andere Fotografen sind auf dem gleichen Weg, haben ähnliche Themen. Irgendwann habe ich dann begonnen, meine Fotografien nicht mehr als Ganzes zu sehen sondern als Einzelbilder quasi als einen Ausschnitt für ein Gesamtbild. Zuerst waren die Collagen noch sehr gegenständlich, danach wurden die Arbeiten immer abstrakter.«
Das ermöglichte ihm mit Schnappschüssen zu arbeiten. Das Einzelbild musste nichts Besonderes mehr sein. Denn die Collage lebt von der Neuanordnung. Es entstanden Arbeiten mit Titel »3 mal 3«, »5 mal 5«, »10 x 10«, usw. »Man kann sich anhand der Titel sozusagen ausrechnen, wie viele Bildfelder eine Arbeit hat, und das sind dann manchmal auch beachtlich viele, in einem Fall immerhin über 2880 Aufnahmen. Die Einzelbilder, die Ausschnitte haben alle das gleiche quadratische Format. Die Ergebnisse dieser arrangierenden Arbeitsweise unterscheiden sich. Manche der kreierten Tafeln erinnern an den analytischen Kubismus und könnten geradezu Feininger zum Vorbild haben. In einigen anderen werden augenscheinlich die grafische Dimension der Architektur dieser Stadt besonders verstärkt und ins Licht gehoben, dann wieder werden Quadrate gezeigt, die eher nostalgische Straßenszenen darstellen wie durch regnerische Scheiben eingerahmt von vielen Mauerdetails. Das Ganze Bild ist ein Zusammenschluss einzelner Bilder, die miteinander ein einer bestimmten Form verbunden sind.«
Die Fotocollage ist eine spezielle Form der Fotomontage und der Malerei-Collage. Sie besteht aus Fotografien oder Teilen von Fotografien. Dabei stehen die Einzelbilder im Gegensatz zur Fotomontage in einem lockeren Zusammenhang, die Ausgangsbilder sind deutlich zu erkennen und die Schnittlinien sind nicht wegretuschiert. Bei Fotomontagen/ Collagen werden mindestens zwei Fotos oder Teile von ihnen zu einem neuen Bild zusammengefügt. Heute passiert das meist digital.
Die Vorläufer der Collage finden sich bereits in der Malerei. In der Veduten-Malerei beispielsweise skizzierte man mithilfe der Camera obscura Teile verschiedener Landschaften, um sie später zu einer einzigen auf der Leinwand zusammenzufügen. Einen weiteren Vorgänger der Collage findet man im Manierismus bei Guiseppe Arcimboldo, der Elemente aus der Natur, wie Blumen und Gemüse, auf seinen Gemälden so zusammensetzte, dass der Betrachter einen Menschenkopf erkennen konnte. Auch die Surrealisten näherten sich durch ihre Malerei der Collage an, da sie unzusammenhängende Objekte in Zusammenhang brachten.
Ein weiterer Schritt in diese Richtung wurde im Kubismus gemacht, als von Picasso und Braque 1912 zum ersten Mal fremdes Material in ein Werk eingearbeitet wird. Der Begriff sowie die Technik der Fotomontage/Collage wurde 1916 im Dadaismus entwickelt. Mehrere Künstler nehmen für sich in Anspruch, die Technik der Fotomontage entwickelt zu haben. Zu ihnen gehören Raoul Hausmann und Hannah Höch. Auch George Grosz probierte sich an dieser Technik. Der bekannteste Fotomontage-Künstler aber ist wohl John Heartfield. In jedem Fall experimentierten alle vier mit dieser Technik und können als ihre Pioniere gelten. Vorerst erinnerten die Werke an ein wildes Durcheinander von Bildelementen, ähnlich der futuristischen Malerei. Später wurde die Arbeitsweise strukturierter und vor allem klarer, was sich positiv auf die Bildsprache auswirkte. Dies führte Kurt Schwitters in seinen Merzbildern weiter bis hin zur Assemblage, was eine Befreiung vom „Malen-Müssen“ war. Auch im Futurismus wird die Collage als Gestaltungsmittel geschätzt, beispielsweise in Marinettis „Parola in libertà“.
Horst Hinder ist 1961 in einer Kleinstadt in Nordhessen, in der Nähe von Marburg geboren. Nach seinem Abitur macht er eine Ausbildung zum Korbmachergesellen, und arbeitet in seinem Beruf, bis er 1985 nach Berlin zieht und hier an der HdK ein Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation absolviert. Berlin ist damals ummauert, ist eine Insel. Die Stadt, so sagt er, erlebt er als verschlafen und Hinder pendelt zwischen Kreuzberg und Schöneberg hin und her. Nach dem Studium macht er sich als Grafiker und im Ausstellungsbau selbstständig. Die Fotografie ist sein Steckenpferd. Das Handwerk macht ihm Spaß, schon immer, deshalb auch die Ausbildung. Zusätzlich kommt das Komponieren mit dazu, das auseinanderstückeln und neuordnen. Und dabei auch etwas Neues entstehen zu lassen, fasziniert den Fotografen enorm. Nicht selten vergleicht er sein Komponieren und seine Arbeit mit der Musik. Er sagt, dass in der Musik mehrere unterschiedliche und gleichzeitig klingende Töne einen Akkord ergeben, wobei jeder Einzelton heraus hörbar ist und als Einzelton erhalten bleibt. Er sieht seien Aufgabe im übertragenen Sinn darin, ein Bild als fotografischen Akkord für das Auge zu erzeugen, das zeitlich unbegrenzt ist. Ob sein Werk als wohlklingend empfunden wird, das bleibt dem Betrachter überlassen.
Hinders Credo: Es funktioniert alles nur aus Leidenschaft. Dinge muss man gerne tun, und sich danach ausrichten. Horst Hinder ist ohne Mission mit seinen Arbeiten unterwegs, so soll es auch bleiben. Reinhard Knodt sagt in seiner Rede zur Ausstellung 2013 »… Die Arbeiten Hinders leben im Wesentlichen durch die ästhetischen Korrespondenzen, die die Fotoquadrate aufbauen. Seine Arbeiten haben keine banale Botschaft und er schützt sich auch vor einseitiger Interpretation. Sie sind vielmehr das Spiel zwischen Notwendigkeit und Möglichkeit selbst und bleiben daher auch im Auge des Betrachters vielfältig interpretierbar; eine Schwebe, die uns in den Bann zieht«. Zum Schluss möchte ich mit einem Zitat von Dr. Simone Kindler, Kunsthistorikerin, enden: »Horst Hinder hebt Raum und Zeit auf, würfelt alles durcheinander und erzeugt damit ein Panoramabild Berlins, seiner Geschichte und seiner Gegenwart.« Er gibt uns die Möglichkeit, unsere Stadt, die Stadt Berlin mit neuen Augen zu betrachten [Text © Beate Spitzmüller].
Von Friedhelm Denkeler,

»Amor und Psyche, ein Liebespaar aus dem antiken Roman »Der goldene Esel« des Lucius Apuleius, sind in Kindergestalt, geflügelt und sich umarmend dargestellt. Die Gruppe entstand nach einem hellenistischen Vorbild aus dem späten 1. Jh. v. Chr. oder aus der frühen Kaiserzeit.« [Altes Museum Berlin]
»Apuleius (* um 123 Algerien, † wohl nach 170) war ein antiker Schriftsteller, Redner und Philosoph. Seinen andauernden Ruhm verdankt er seinem Hauptwerk, dem lateinischen Roman Metamorphosen, auch bekannt als Der goldene Esel, der zur Weltliteratur gezählt wird. Die Interpretation des Romans, der wegen seiner Vielschichtigkeit zahlreiche Rätsel aufgibt, gehört zu den schwierigsten Aufgaben der Klassischen Philologie. Die raffinierte Erzähltechnik und die geschickte Verhüllung der Absichten des Autors haben in der Forschung zu einer Fülle von konkurrierenden Deutungsansätzen geführt. Die in den Roman eingefügte Erzählung von Amor und Psyche hat seit der Renaissance das Lesepublikum fasziniert und eine außerordentliche Breitenwirkung entfaltet. Ihr mythologischer Stoff, die Liebesbeziehung zwischen dem Gott Amor und der Königstochter Psyche, hat Hunderten von Dichtern, Schriftstellern, Malern, Bildhauern, Komponisten und Choreografen Motive geliefert.« [Quelle: Wikipedia]
Von Friedhelm Denkeler,

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.
Am 26. Februar 2012 erschien in meinem Blog das erste Sonntagsbild. Und jeden Sonntag gab es ein neues – Ausnahmen bestätigten die Regel. Die Sonntagsbilder stammen aus dem Portfolio »Sonntagsbilder«, das ich 2005 abgeschlossen habe. Aber der Titel Sonntagsbild ist einfach ein zu schöner Titel. Unter dieser Prämisse führe ich die Kategorie »Sonntagsbilder« in meinem Blog bis auf weiteres mit Fotos aus meinem Archiv und mit neuen Aufnahmen weiter.
Von Friedhelm Denkeler,

Im Mittelalter besaßen Orden, Kardinäle und Fürsten Siegelstempel und Siegelringe, die zum Besiegeln verwendet wurden. Man kann sie als Vorläufer des Stempels ansehen; seit damals sind sie unverzichtbarer Bestandteil im Warenverkehr und bei Beurkundungen. Mit dem Einsetzen des Postverkehrs kam der Poststempel dann ab dem 17. Jahrhundert zum Einsatz. Durch das Stempeln der Briefmarken sollte verhindert werden, dass sie mehrfach verwendet wurden. Seit 1885 gehört das Foto zum Ausweis, damals war er aber eher urkundenartig. Diese erkennungsdienstlichen Fotografien waren sachlich und nüchtern. Sie sollten vor allem der Polizei zur Kontrolle zu dienen.

In den 1950er Jahren besaß mein Onkel Heinrich, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins der Kaninchenzüchter, einen Stempel (siehe Bild), der mich als Kind faszinierte. Leider sind der Stempel und das dazugehörige Stempelkissen für immer verloren gegangen. Aber glücklicherweise befindet sich ein Stempelabdruck auf einer Ansichtskarte vom 22. Mai 1956 (siehe Foto). Den Stempelabdruck Aug. Meinert (mit Kaninchen) neben dem Stempel der Deutschen Bundespost dürfte ich damals aufgebracht haben. Das war sicherlich der Auslöser für meine ›Stempelleidenschaft‹.
Im Verlaufe meines Lebens haben sich diverse Passbilder, die für Personalausweise, Reisepässe, BVG-Monatskarten, Führerscheine, Wehrpässe, Jugendherbergsausweise (Bleibenausweis), etc. Verwendung fanden, angesammelt. Wie im wirklichen Leben wurde in solchen Dokumenten, als Nachweis für die amtliche Bestätigung, viel gestempelt. (insbesondere auf den Fahrten durch die DDR!).
Das habe ich ebenfalls mit meinen Passbildern symbolhaft gemacht, so dass durch das ›rauschhafte‹ Überstempeln mit jedem Stempel »die Identität Stück für Stück hinter den Dienststempeln, die für die Bürokratie, für das administrierte Leben im Sozialverbund stehen, verloren geht. Das Leben verlischt mehr und mehr hinter dem bildhaften Ikon … Dient das Passbild primär zur Identifikation und damit als Existenzbeweis (der Pass steht für den Menschen), wirken Denkelers Bilder nun entgegengesetzt“… Der Bürokratismus, als typisch deutscher Wesenszug verschrien (ob zu Recht oder Unrecht spielt dabei schon keine Rolle mehr), kommt dem Betrachter dabei in den Sinn. Denkelers Eulenspiegelei macht ihn zur Karikatur. [Zitat Enno Kaufhold, Photographie hat Sonntag, NGBK und PHOTONEWS, Oktober 1991]
Meine Arbeit Eingepasst aus dem Jahr 1987 (mit einem Nachtrag 2009) steht so langsam für das baldige Ende der ›schönen‹ Stempelei, denn mit dem Einzug des Digitalen in unser Leben ist sie aus der Mode gekommen. Und deshalb habe ich die Serie mit dem Bild »01. April 2009« endgültig abgeschlossen.
Als Eulenspiegelei bezeichnet wird ein Schelmenstreich nach Art des Till Eulenspiegel, den jemand einem anderen spielt, indem er dessen Anweisungen wörtlich nimmt und ausführt. Darüber hinaus wird dieser Begriff auch zur Bezeichnung einer künstlerischen Darstellungsform verwendet, die von der historischen bzw. literarischen Figur des Eulenspiegels abgeleitet ist [Wikipedia]

Von Friedhelm Denkeler,

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Von Friedhelm Denkeler,

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Mit ihrer Kraft protzend sich dem Betrachter entgegenstellend, sollte diese mangaaka-Kraftfigur helfen, Gerechtigkeit und Ordnung in der der Yombe-Region nördlich des unteren Flusses Kongo aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig war es Ihre Aufgabe, Unheil abzuwehren und, in einer Zeit traumatischer Umwälzungen als Folge des »Wettlaufs um Afrika« der europäischen Großmächte, die gesellschaftliche Ordnung zu stärken. [Bode Museum Berlin]
Von Friedhelm Denkeler,

Das Italienische Kulturinstitut ehrt jedes Jahr einen Künstler mit einer Veranstaltungsreihe und einer Ausstellung. »Michelangelo Pistoletto und Cittadellarte – Spiegelungen und Widerspiegelungen« (bis zum 29. September 2018) heißt die diesjährige Hommage an Pistoletto, den Wegbereiter der Arte Povera. Im Zuge der Veranstaltungen fand im Theater O-TonArt, Berlin-Schöneberg eine Präsentation des Dokumentarfilms in Anwesenheit des Künstlers statt.
Kurz nach dem Film und dem anschließenden Künstlergespräch wurde es privater und so konnte ich Michelangelo Pistoletto vor einem Teil meiner fotografischen Arbeiten der Serie »Second Hand Model« ablichten. Ausführliches finden Sie im Artikel Second-Hand-Model – Eine One-Woman-Performance in 52 Rollen über vier Jahre. Die Ausstellung im Theater ist noch bis zum 31. Juli 2018 zu sehen.
Von Friedhelm Denkeler,

Die Gruppe ist ein raffiniertes Beispiel eines Memento Mori (»Bedenke, dass du sterben musst!«), einer Darstellung der Unausweichlichkeit des Todes, und zugleich der Aufforderung, sein Leben sinnvoll und sündenfrei zu gestalten.
Offensichtlich tut die dargestellte Frau dies nicht: Mit dem rechten Mittelfinger weist sie auf ihre Scham. Die gegensätzliche Darstellung der Frau und des Todes ist eine deutliche Mahnung, dass ein sorgenloses, unkeusches Leben mit Verdammnis bestraft wird. [Bode-Museum].
Allerdings, ob keusch oder unkeusch: an der Unausweichlichkeit des Todes ändert das nichts. [FD]
Von Friedhelm Denkeler,

Von Friedhelm Denkeler,

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»Serge hat sich für eine beachtliche Summe ein Gemälde gekauft: weiße Streifen auf weißem Untergrund. An diesem Bild entzündet sich der Streit zwischen drei Freunden, in dessen Verlauf sich ihr Leben und ihre Beziehungen grundlegend ändern. Serge begeistert sich für das Gemälde, Marc bekämpft es auf das Heftigste und Yvan bezieht, da er es sich mit keinem der anderen verderben will, keine Stellung. Das Kunstwerk dient als Katalysator, mit dessen Hilfe Yasmina Reza auf psychologisch fein gezeichnete Weise die drei Männer, ihre Gefühle, ihre Befindlichkeit, ihre Freundschaft, ja ihr gesamtes bisheriges Dasein auf den Prüfstand stellt – eine wortgewandte Komödie über die Halbwertszeit von Freundschaften für ein furioses Schauspieler-Trio.« [Berliner Ensemble]
»Lachen schützt, entschärft, erleichtert, rettet. Sinn für Humor zu haben, in der erhabenen Bedeutung des Wortes, also nicht nur über Witze zu lachen, sondern über sich selbst lachen zu können, ohne Tabu, und jederzeit von Lachen geschüttelt zu werden – das ist eine beneidenswerte Gabe. Wer sie hat, ist vom Schicksal oder von den Göttern gesegnet. Das Lachen stellt das Vertrauen in uns selbst wieder her, es erhebt uns über die Situation. Das Drama von ›Kunst‹ ist ja nicht, dass sich Serge das weiße Bild kauft, sondern dass man mit ihm nicht mehr lachen kann. Wenn Sie mit einem Freund lachen können, dann können Sie alle möglichen Differenzen mit ihm haben. Sie können sogar schwarzweiß denken, bis zu einem gewissen Grad, wenn Sie über diese Differenzen lachen können, denn eine Freundschaft ist jenseits von Meinungen begründet. Wenn man nicht mehr lachen kann, gewinnt die Meinung die Oberhand, und es gibt nichts mehr jenseits von ihr.« [Yasmina Reza]
Von Friedhelm Denkeler,

Wenn zwei Partner je einen Apfel haben, und diese Äpfel austauschen, haben beide am Ende immer noch je einen Apfel. Wenn sie aber je eine Idee haben und diese Ideen austauschen, wird am Ende jeder zwei Ideen haben. [Georg Bernard Shaw, 1856-1950, irischer Dramatiker und Schriftsteller]
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»Zwillinge galten im Kameruner Grasland als eine Verkörperung von gefährlichen Kräften, die weder gut noch böse waren. Sie betonen hier die hohe Stellung der mittleren Figur, denn der Mann sitzt, während die Zwillinge stehen.
Die Skulptur ist kein Porträt im Sinne einer naturgetreuen Wiedergabe. Sie vermittelt Werte und Charakterzüge, die als die notwendigen Eigenschaften eines Herrschers gelten.“ [Bode-Museum Berlin].
Sie auch Haupt-Artikel Unvergleichliches – Kunst aus Afrika aus dem Ethnologischen Museum trifft auf Pendants aus der Skulpturensammlung des Bode-Museum.
Von Friedhelm Denkeler,

»Der Putto und die Plastik einer jungen Frau aus dem Königreich Benin gehören heute zu den Hauptwerken der Berliner Museen. Der Putto, die Darstellung eines Knaben mit Flügeln, dreht sich im Tanz und erhebt die Hand, um sein Tamburin zu schlagen; der Künstler hat diesen flüchtigen Moment in Metall gegossen. Die Skulptur gehörte zu einer Gruppe, die das Taufbecken der Kathedrale von Siena krönte. Die Figur der Frau war wahrscheinlich ursprünglich Teil eines Erinnerungsaltars. Ihr Künstler hebt ihre Jugend und Schönheit sowie feinste Details wie Haare, Gesichtszüge und Schmuck meisterhaft hervor.
Trotz der Bedeutung in ihrem jeweiligen Originalzusammenhang wurden beide Objekte um 1900 in Berlin sehr unterschiedlich rezipiert. Als Werk des Renaissancekünstlers Donatello erhielt der Putto einen Ehrenplatz im 1904 eingeweihten Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum). Die Einordnung der Benin-Figur war hingegen schwerer, denn solche Werke wurden oft als primitiv erachtet. Obwohl 1897 britische Truppen viele Meisterwerke aus Benin entwendeten, war ihr künstlerischer Wert umstritten. Einige Kritiker beurteilten sie als eigenständige künstlerische Errungenschaften und bezeichneten ihre Schöpfer als eingeborene Künstler. Andere meinten, dass die Werke einen barbarischen Eindruck machten.« [Bode-Museum Berlin]
Was haben ein Putto mit Tamburin aus der Toskana und eine Statuette der Göttin Irhevbu aus Benin gemeinsam? Auffällig ist trotz unterschiedlicher Formensprache die Übereinstimmung der Funktion der Werke. Kraftfiguren dienten dem Schutz von Dörfern, ähnlich wie gotische Darstellungen der Schutzmantelmadonna; es geht um die großen Menschheitsthemen wie Schutz, Tod, Geschlecht, Macht.
Im 19. Jahrhundert landeten viele Objekte aus Afrika im Völkerkundemuseum, die aus Europa verblieben in einem Kunstmuseum. Ab 2019 soll diese Trennung in ethnologische Gegenstände und in Kunstwerke im neuen Humboldt-Forum aufgehoben werden. Das Bode-Museum liefert mit 22 „Paarungen“ zurzeit einen kleinen Vorgeschmack auf das Humboldt-Forum.
Von Friedhelm Denkeler,

»Die Statuette entspricht dem Typus eines griechischen Kuros. Abweichend davon sind die Arme vorgestreckt. Sie kennzeichnen den Mann möglicherweise als Adoranten.« [Altes Museum Berlin]
Kuros = moderne Bezeichnung für die Statue eines jungen Mannes in der griechischen Kunst der Archaik. Das weibliche Pendant bezeichnet man als Kore.“ [Wikipedia]
Adorant = stehende oder kniende Gestalt, die mit erhobenen Händen Gott anbetet oder einen Heiligen verehrt in der christlichen Kunst. [Duden]
Von Friedhelm Denkeler,

Aus der Antike ist ein Wettbewerb der berühmtesten Bildhauer klassischer Zeit um die Darstellung einer verwunderten Amazone überliefert.
Polyklets Werk wurde als bestes erkannt und zu einem der berühmtesten Meisterwerke der Klassik. In römischer Zeit vielfach wiederholt, gehört die Berliner Statue zu den besten Kopien.
Die Amazone ist mit doppelt gegürtetem, kurzem Chiton bekleidet und trägt eine tiefe blutende Wunde neben der rechten Brust.
[Altes Museum Berlin].
Von Friedhelm Denkeler,

Dieses auffällige Gefäß ist mit zahlreichen figürlichen Aufsätzen (Protomen) und rundplastischen Figuren verziert, darunter dem Ungeheuer Skylla. Zudem ist es grell bunt bemalt. Es entstammt der einheimischen Produktion in Nordapulien. Vergleichbare Stücke fanden sich dort häufig in Gräbern. [Altes Museum Berlin]
Skylla (auch Scylla oder Szylla; griech. Σκύλλα) ist ein Meeresungeheuer aus der griechischen Mythologie mit dem Oberkörper einer jungen Frau und einem Unterleib, der aus sechs Hunden besteht. Eine berühmte hellenistische Statuengruppe aus Sperlonga, die sog. Skylla-Gruppe, zeigt das Ungeheuer beim Angriff auf Odysseus und seine Männer. [Wikipedia]
Von Friedhelm Denkeler,

Die Wandmalereien des Vierten ‚Pompejanischen‘ Stils sind durch große freie Flächen mit kleinteiligen und zierlichen Dekorationselementen gekennzeichnet. Für die Seitenfelder wählte man oft Tondi mit Figurenbüsten von Gottheiten, mythischen Helden, Musikerinnen oder Dichterinnen. [Altes Museum Berlin]
Von Friedhelm Denkeler,

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Von Friedhelm Denkeler,

Im April 2018 hat das KLICK Kino ein vorrübergehendes Zuhause im Theater O-TonArt in der Kulmer Straße 20a in Schöneberg gefunden. Durch die Zusammenarbeit von Bernd Boßmann, Theater O-TonArt und Christos Acrivulis, KLICK ergeben sich völlig neue Perspektiven in Sachen Theater und Filmkunst. Und was würde da besser passen als die gestrige Berlin-Premiere des Operndoppels »The Bear/ La voix humaine« vom Berliner Regisseur Axel Ranisch. Ranisch hat die Doppeloper »The Bear/ La voix humaine« für die Bayerische Staatsoper entwickelt.
In den beiden Einaktern geht es um zwei Frauen, die sich in die falschen Männer verliebt haben oder so ähnlich. Wie das in Opern eben ist, versteht man ohne Kenntnis des Inhalts nicht unbedingt alles. Wenn dann die Protogonisten aus dem Film auch noch live im Zuschauerraum singen und agieren, wird die Verwirrung noch größer. Weil aber alles irgendwie zusammen gehört, wunderschön klingt und ein wahres Kunststück ist, werde ich mir die Oper morgen ein zweites Mal ansehen.