Suchergebnisse Kategorie: Neues auf meinen Websites

Hier erfahren Sie hauptsächlich, was sich auf meiner Website LICHTBILDER verändert hat: einführende Artikel zu neu erstellten oder neu aufbereiteten Portfolios und deren Photographien. Diese Kategorie ist eine der Hauptaufgaben dieses Blocks. Neben neuen Portfolios stelle ich auch immer wieder ältere vor.

Das Geheimnis des roten Steines und der Schatten

Von Friedhelm Denkeler,

Es gibt Möglichkeiten für mich, gewiss, aber unter welchem Stein liegen sie? [Franz Kafka]

Du, dessen Schatten Schatten licht macht, sag.
Was zeigt dein Schatten für Bilderwelt [Shakespeares Sonett 43]

Die Serie Ich Binz ist noch bis zum 27. September 2013 im Kabinett des »Katharinenhof am Preußenpark« zu sehen (siehe hier). Sie besteht aus sechs Triptychen, die in Binz auf Rügen entstanden sind. Ein in Jahrhunderten durch Wind und Wetter geformter und geschliffener Stein; das in jeder Sekunde sein Aussehen verändernde Wasser und ein Schatten, der langsam mit dem Stand der Sonne weiter wandert. Das Ewige, das sich Bewegende und die Vergänglichkeit des Augenblicks.

https://www.denkeler-foto.de/portfolios/ich-binz/
Aus dem Portfolio »Ich Binz« (sechs Triptychons), Foto © Friedhelm Denkeler 2007

Die kleinste Bewegung ist für die ganze Natur von Bedeutung; das ganze Meer verändert sich, wenn ein Stein hineingeworfen wird. [Blaise Pascal, Gedanken]

Der Stein, das Wasser und der Schatten sind ständige Begleiter in der Welt der Kunst und der Philosophie. Der Stein behält über Jahrhunderte seine Form bei, nur durch Wind und Wetter wird er weiter geformt und geschliffen (oder durch den Bildhauer). Aber der Volksmund sagt auch, jeder Tropfen höhlt den Stein. Damit sind wir beim Wasser. Es verändert jede Sekunde sein Aussehen und wenn es besonders still ist, ist es auch besonders tief. Nur durch die Fotografie wird es eingefroren, wie hier als Fontäne. Und der Schatten? Er verändert langsam mit dem Stand der Sonne (wenn sie denn scheint) sein Aussehen und seine Lage. Hier ist der Schatten quasi die Unterschrift des Fotografen, er ist das einzige Immaterielle, das eine sichtbare Form hat.

»Zunächst erscheinen die Arbeiten fast identisch. Die Fotos erschließen sich erst aus der Serie, aus der Reihe. Beim aufmerksamen Betrachten erkennt man die verschiedenen Bildinszenierungen. Die Veränderungen, die kleinen und die großen werden dann sichtbar und verstehbar. Es sind unterschiedliche Facetten des Selbstporträts, inszeniert mit der Gestalt des Fotografen und ihm wichtigen Elemente: das Wasser in Form einer Fontäne und der Stein. Das Sprichwort Steter Tropfen höhlt den Stein wäre hier viel zu banal und doch sind es diese beiden Gegenspieler, die ihn u.a. faszinieren, mit denen er in seinen Fotografien spielt.« [Beate Spitzmüller während der Eröffnungsrede im Katharinenhof]. Die sechs Triptychen sind auf meiner Website LICHTBILDER zu sehen.

Suche nicht von vornherein nach einem Licht,
das ein Gegenstand unter anderen Gegenständen wäre:
Das Licht des Tempels krönt die Steine. [Antoine de Saint-Exupéry]

»9. November 1989 – Berlin, nun freue dich«

Von Friedhelm Denkeler,

Das Zitat des Jahres 1989: »Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich …«

… so Günter Schabowski, Mitglied des Politbüros des ZK der SED, am 9. November 1989 auf die Frage eines Journalisten, ab wann die neue Reiseregelung in Kraft trete. Und kurze Zeit später war ich am Grenzübergang Sonnenallee, um die endlose Trabbi-Karawane, die sich aus dem Ost-Sektor kommend die ganze Nacht Richtung Westen wälzte (und später auch wieder zurück) zu fotografieren. Am 12. November 1989 wurden die Betonelemente der Mauer am Potsdamer Platz entfernt und ein provisorischer Übergang geschaffen und zum 23. November 1989 erfolgte die Öffnung am Brandenburger Tor/ Pariser Platz. Auch diese beiden Ereignisse habe ich fotografisch festgehalten.

»9. November 1989, Berlin«, Erstes Kapitel: 23 Uhr, Grenzübergang Sonnenallee, Foto © Friedhelm Denkeler 1989
»9. November 1989, Berlin«, Erstes Kapitel: 23 Uhr, Grenzübergang Sonnenallee, Foto © Friedhelm Denkeler 1989

Das Portfolio »9. November 1989 – Berlin, nun freue dich« besteht aus 53 Photographien auf Fotopapier im Format 30×45 cm, im Passepartout 50×60. Alle Aufnahmen entstanden im November und Dezember 1989 in Berlin. Die Bilder sind auch als gedrucktes Autorenbuch mit 84 Seiten im Format 27 x 20,5 cm erschienen. Portfolio und Buch wurden anlässlich der 20. Wiederkehr der Maueröffnung im Jahr 2009 neu zusammengestellt. Eine Auswahl der Fotografien finden Sie auf meiner Website unter 9. November 1989 – Berlin, nun freue dich.

Berlin, nun freue dich! [Walter Momper, Regierender Bürgermeister von Berlin, am 23.12.1989 anlässlich der Öffnung der Mauer am Brandenburger Tor]

Die Lomo-Kamera als Revolverheld unter den Kameras: Ein Schuss – vier Bilder

Von Friedhelm Denkeler,

An die 500 Gäste besuchen inzwischen jeden Tag das JOURNAL

Das »JOURNAL – Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst« ist zwar vollständig werbefrei – und das bleibt auch so – aber etwas Werbung in eigener Sache ist heute sicherlich erlaubt: Hinweisen möchte ich gerne noch einmal auf das zuletzt auf meiner Website LICHTBILDER veröffentlichte Portfolio Quadrotura – Lomographien. Ausführlich habe ich diese Serie bereits hier vorgestellt. Die Fotos wurden alle mit dem »Lomography Action Sampler« gemacht.

Aus dem Portfolio »Quadrotura – Lomographien«, Foto © Friedhelm Denkeler 2004
Aus dem Portfolio »Quadrotura – Lomographien«, Foto © Friedhelm Denkeler 2004

In den letzten zwölf Monaten besuchten insgesamt 119.001 Gäste meinen Blog, das sind im Mittel 326 Besucher pro Tag. Die Zahlen entwickelten sich in diesem Zeitraum von ca. 250 auf jetzt aktuell an die 500 Besucher pro Tag. Das JOURNAL startete am 1. Juli 2010 mit dem Zitat des Monats Qualität ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Qualität; die steigenden Besucherzahlen deuten darauf hin, dass dies auch meine Gäste schätzen und ich möchte mich heute einmal herzlich für Ihr Interesse bedanken.

"Besucher auf www.journal.denkeler-foto.de vom 27.08.2011 bis 26.08.2012", Grafik © F. Denkeler 2012
»Besucher auf www.journal.denkeler-foto.de vom 27.08.2011 bis 26.08.2012«, Grafik © Friedhelm Denkeler 2012

www.denkeler-foto.deQuadrotura – Lomographien

Quadrotura – Lomographien

Von Friedhelm Denkeler,

Aus dem Portfolio »Quadrotura – Lomographien«, Foto © Friedhelm Denkeler 2004
Aus dem Portfolio »Quadrotura – Lomographien«, Foto © Friedhelm Denkeler 2004

Kunst oder Nicht-Kunst – das ist hier die Frage

Der Fotoapparat Lomography Action Sampler ist der Revolverheld unter den Kameras: Ein Schuss – vier Bilder. Bei einer Belichtungszeit von einer Sekunde belichtet der Apparat vier Bilder in Serie auf einem Fotoprint. Alles, was in dieser einen Sekunde passiert oder nicht passiert, wird auf einem 35 mm-Kleinbildfilm festgehalten. Und wenn nichts passiert, bewegt man während der Belichtungszeit einfach die Kamera und das möglichst aus der Hüfte heraus.

Die Lomo hat mit der herkömmlichen Fotografie wenig gemeinsam: Sie versucht zwar mittels Brom und Silber auf vier Bildern, die oft unterschiedlich belichtet sind, die Wirklichkeit festzuhalten. Eine Wirklichkeit, die vierfach existiert, die verwackelt ist, durch Bewegungsunschärfe gezeichnet, durch falsche Farben brilliert, aus unmöglichen Positionen aufgenommen wird und das eigentliche Motiv oft abschneidet. Das alles übt einen besonderen Reiz auf Künstler aus.

Bisher galt es, die schärfsten Fotografien zu machen und mit realistischen Farben wiederzugeben. Mit der Lomographie, wie sie genannt wird, erreicht man genau das Gegenteil. Und da hat die Lomographie etwas mit der Polaroid-Sofortbild-Fotografie gemeinsam. »Bedingt durch die technisch perfekten und überarbeiteten Digitalbilder, gibt es ein neues Interesse an Authentizität und Wirklichkeit, nach Unschärfe und ‚falschen‘ Farben und es geht auch um Nostalgie« (siehe Neue Aufmerksamkeit für die Polaroid-Fotografie) und das alles trifft auf die Lomographie ebenso zu.

Die Lomo-Kamera »Lomography Action Sampler Transparent«, zum dem Portfolio »Quadrotura – Lomographien«
Die Lomo-Kamera »Lomography Action Sampler Transparent«, Foto © Friedhelm Denkele 2012

Anfang der 1990er Jahre begann im Wiener Underground der Siegeszug der Lomographie. Studenten entdeckten die einfach gebaute, mit einer billigen Linse versehene und für den Massenmarkt vorgesehene, russische Kamera LOMO LC-A. Sie gründeten 1992 unter dem Motto »Die Zukunft ist analog« die Lomographische Gesellschaft, die seitdem jedes Jahr neue Lomographische Kameras auf den Markt bringt. Große Ausstellungen in allen Teilen der Welt, bei denen bis zu 100.000 Lomographien gezeigt wurden, haben die Lomographie inzwischen international bekannt gemacht.

Zwischen den Jahren 2000 und 2004 habe auch ich mit der Lomo experimentiert. Die Ergebnisse sind inzwischen anhand von 200 Lomographien in einem Künstlerbuch zusammengestellt. Eine Auswahl der Fotos ist auf der Website www.denkeler-foto.de zu sehen. Die Fotos sind in Berlin im Britzer Garten, im Botanischen Garten, im Zoologischen Garten, am Potsdamer Platz, in den Potsdamer Platz-Arcaden, im Sony-Center, am Kulturforum, auf dem Alexander Platz, Unter den Linden sowie in Babelsberg, Linum, Teltow, im Sauerland und auf Malta, entstanden.

Zum Schluss noch die zehn goldenen, aber simplen Regeln der Lomographie:

Nimm deine Kamera überall mit hin!

Verwende sie zu jeder Tages- und Nachtzeit!

Lomographie ist nicht Unterbrechung deines Alltags,
sondern ein integraler Bestandteil desselben!

Übe den Schuss aus der Hüfte!

Nähere dich den Objekten deiner lomographischen Begierde so weit wie möglich!

Don’t think!

Sei schnell!

Du musst nicht im Vorhinein wissen, was dabei herauskommt!

Im Nachhinein auch nicht!

Vergiss die Regeln!

Neue Aufmerksamkeit für die Polaroid-Fotografie

Von Friedhelm Denkeler,

Künstler lieben die Polas – sie sind absolute Unikate

"Tulips", Foto © Friedhelm Denkeler 1985
»Tulips«, aus dem Portfolio Polaroid SX-70-Art Foto © Friedhelm Denkeler 1985

Als im Jahr 2008 das Unternehmen Polaroid das Ende der Produktion von Sofortfilmen bekannt gab, war dies scheinbar auch das Ende der analogen Sofortbild-Fotografie.

Vermeintlich hatte dies die Ausstellungsmacher im Jahr 2011 beflügelt, Sofortbilder zu präsentieren um ihnen eine neue Aufmerksamkeit zu schenken. Auch ich habe mir im letzten Jahr vier Schauen angesehen:

Horst Ademeit – Das Polaroid als Wundermittel gegen die Kältestrahlung

Sibylle Bergemann – Melancholische und magische Momente des Lebens

Helmut Newton – Das Unvollkommene am Perfekten

Cy Twombly – Schenkst der Rose Schweigen ein

Insbesondere hat die Übernahme des europäischen Teils der berühmten, zwischen 1970 und 1990 entstandenen Polaroid-Sammlung des Unternehmens Polaroid durch die Wiener Fotogalerie Westlicht mit 4400 Sofortbildern von 800 Künstlern Aufsehen erregt. 2011 zeigte die Galerie eine erste Überblicksausstellung mit rund 500 Werken.

Inzwischen gibt es wieder Sofortbildfilme unter der Marke [Im]possible zu kaufen. Sie werden in Österreich in einer alten Polaroidfabrik produziert. Das Material scheint noch nicht so gut geeignet zu sein, aber Künstler experimentieren bereits damit. Bedingt durch die technisch perfekten und überarbeiteten Digitalbilder, gibt es ein neues Interesse an Authentizität und Wirklichkeit, nach Unschärfe und falschen Farben. Aber es geht auch um Nostalgie.

Insbesondere die eigene, unvergleichliche Ästhetik der Polaroids, die die Farbigkeit und die Kontraste des fotografierten Gegenstandes unvorhersehbar verändert, macht die experimentelle Technik auch für den heutigen Betrachterblick interessant. [Kurator der Newton-Ausstellung].

Natürlich muss man auch sehen, dass durch die Digitalisierung das Konservieren der Foto-Arbeiten (insbesondere der Farbbilder) aus den 1960er und 1970er Jahren so erst ermöglicht wird. Trendgemäß habe ich mich mit den eigenen Polaroid-Fotos, die in den 1980er Jahren mit einer Polaroid SX-70 entstanden sind, beschäftigt.

Eine Auswahl von 92 Fotos ist mittlerweile eingescannt und ein Künstlerbuch ist erschienen. Eine Auswahl dieser Polaroids finden Sie auf meiner Website www.denkeler-foto.de. Anhand der geplanten drei Artikel wird es eine Übersicht über meine zwischen 1980 und 1990 entstandenen Polaroid-SX-70-Fotos geben.

Berlin läuft …

Von Friedhelm Denkeler,

Portfolio »Marathon« (Collage), Berlin, Bild 1 von 3, Fotos/ Collage © Friedhelm Denkeler 2002
Portfolio »Marathon« (Collage), Berlin, Bild 1 von 3, Fotos/ Collage © Friedhelm Denkeler 2002

Anlässlich des heutigen 38. Berlin-Marathon-Laufes über die Distanz von 42,195 Kilometern mit fast 40.000 Läufern möchte ich auf meine 2002 entstandenen drei Collagen Marathon hinweisen. Dieses Jahr beginnt der Lauf auf der Straße des 17. Juni und endet an dem Sowjetischen Ehrenmal am Brandenburger Tor. 2002 führte die Marathon-Strecke noch über die Steglitzer Schloßstraße. Die Fotos sind von der Joachim-Tiburtius-Brücke mit Blick auf die Schloßstraße entstanden. Der erste Marathon-Läufer, der die Nachricht vom Sieg der Athener in der Schlacht von Marathon vor 2000 Jahren auf den 40 Kilometern langen Weg nach Athen brachte, brach der Legende nach mit den Worten »Wir haben gesiegt« zusammen. Das ist mir ein warnendes Beispiel geblieben, daher läuft Berlin heute ohne mich. Marathon, 2002

Sechsunddreißig Tower

Von Friedhelm Denkeler,

Neues Portfolio auf meiner Website

aus "Sechsunddreißig Tower", Foto © Friedhelm Denkeler 2001
aus Sechsunddreißig Tower, Foto © Friedhelm Denkeler 2001

Auf meiner Website LICHTBILDER finden Sie ab sofort in einer Auswahl von 28 Fotos das Portfolio »Sechsunddreißig Tower« aus dem Jahr 2001. Die folgenden Texte und Fotos sind dem Künstlerbuch »Sechsunddreißig Tower«, 2001/2009, entnommen.

Warum Tower?

Das erste und bisher einzige Hochhaus auf Malta steht in St. Julians´s. Mit 28 Stockwerken erstreckt sich der Portomaso Business Tower rund 100 Meter in die Höhe. Von vielen Orten der Insel aus, ist er zu sehen. Auch nicht zu übersehen, und das war der Grund für ein Portfolio und ein Fotobuch.

2001 nicht gerade zur Freude der Malteser eröffnet, stößt das Gebäude bis heute auf wenig Gegenliebe. Die Glasscheiben des Towers sind dunkel. Brennendes Licht ist in der Nacht nicht zu erkennen. Er erscheint unbeleuchtet. Dach und Antennenanlagen hingegen werden rot-blau illuminiert. Zeitgleich und in der Nähe des auch Big Blue genannten Turmes entstanden Hilton-Hotel und Yachthafen.

St. Julian’s liegt im Distrikt Northern Harbour an der Nordostküste von Malta. Von einem kleinen Fischerdorf entwickelte es sich ab den 1930er Jahren durch die Ansiedlung wohlhabender Malteser zu einem wirtschaftlichen und, seit dem Aufkommen des Tourismus, auch zu einem von Inselbesuchern geschätztem Ferienort.

aus "Sechsunddreißig Tower", Foto © Friedhelm Denkeler 2001
aus Sechsunddreißig Tower, Foto © Friedhelm Denkeler 2001

Warum 36?

Die Strandpromenade zwischen St. Julian´s und dem Nachbarort Sliema wird gesäumt von durchnummerierten Sockeln, auf denen Straßenlaternen stehen.

Die Zahl 36 soll an die 36 Bilder erinnern, die ein Kleinbildfilm in der Regel aufweist. Unter Verwendung von KODAK Tri-X-400-Filmen entstanden die Fotos des Portfolios. Es waren die letzten Tri-X-Filme, die ich vor dem „digitalen Zeitalter“ benutzte.

Der KODAK Tri-X ist der wohl meistverkaufte Schwarzweißfilm der Welt. Da er für schwaches Licht und schnelle Bewegungen ausgelegt ist, weist er die klassische, feine Kornstruktur auf. Der Kleinbildfilm hat in der Fotografie mit der Erfindung der Ur-Leica durch Oskar Barnack 1913 einen festen und marktführenden Platz errungen.

aus "Sechsunddreißig Tower", Foto © Friedhelm Denkeler 2001
aus Sechsunddreißig Tower, Foto © Friedhelm Denkeler 2001

Das Kleinbildformat von 24 × 36 mm ergab sich damals aus der Verdopplung des 35 mm-Stummfilm-Kinoformats (18 × 24 mm) durch das „Querlegen“ des Films (Typ 135). Nach 1945 verbreitete sich das von Kodak eingeführte Format 135 auch in Deutschland rasch.

Auf meiner Website www.denkeler-foto.de sind 28 Bilder aus dem Fotobuch zu sehen.

KODAK Tri-X 400-Filmstreifen aus »Sechsunddreißig Tower«, Malta, Foto © Friedhelm Denkeler 2001
KODAK Tri-X 400-Filmstreifen aus »Sechsunddreißig Tower«, Malta, Foto © Friedhelm Denkeler 2001

Mittiges zur Mitte des Monats: Ein festgefressener Stuhl

Von Friedhelm Denkeler,

Aus dem Portfolio »Mittig«, Buga-Park, Potsdam, Foto © Friedhelm Denkeler 2002
Aus dem Portfolio »Mittig«, Buga-Park, Potsdam, Foto © Friedhelm Denkeler 2002

Zur Mitte des Monats mache ich heute einmal Werbung in eigener Sache. Zwischen 2002 und 2008 ist eine Reihe von Fotos entstanden, die ich 2008 zur Serie Mittig zusammengefasst habe. Die gesamte Serie besteht aus 152 Farbprints im Format 21×29 cm auf Fotopapier im Passepartout 30×40 cm. Die Bilder sind auch als gedrucktes Künstlerbuch mit 96 Seiten im Format 16 x 21 cm erschienen. Auf meiner Website LICHTBILDER ist eine Auswahl von 25 Fotos zu sehen. Den Begriff »mittig« verwenden hauptsächlich Ingenieure für zentrisch. Ein Zitat, über das sich vor allem Geisteswissenschaftler besonders freuen werden:

Wenn der Regler nicht mittig ist, muss die Prozentzahl ganz unten korrigiert werden, da sonst der Stuhl evtl. in einen Endbereich kommt und sich dort festfressen kann. [aus »Der Force Profiler«]

Fotospaziergänge »Im Wedding« aus dem Jahr 1978

Von Friedhelm Denkeler,

Neues Künstlerbuch von Friedhelm Denkeler

Zwischen Oktober 1977 und März 1978 habe ich mehrere Fotospaziergänge im Berliner Bezirk Wedding unternommen, der seit der Gebietsreform im Jahre 2001 zum Bezirk Mitte gehört. Die 159 Fotos stammen somit ausschließlich aus dem damaligen Wedding.

"Schultheiss an der Aegirstraße", aus "Im Wedding", © Friedhelm Denkeler 1977
»Schultheiss an der Aegirstraße«, aus dem Portfolio Im Wedding, © Friedhelm Denkeler 1977

Die Auswertung und Veröffentlichung der Bilder nach 32 Jahren verdeutlichte mir, dass trotz ähnlicher Sujets meines damaligen Lehrers an der Werkstatt für Photographie, der selbst im Wedding fotografierte, meine Bilder eine eigene Sprache sprechen. Sicherlich ist das Buch auch als eine verspätete Trotzreaktion auf sein ›Verbot‹, weiter im Wedding zu fotografieren, zu sehen. Um die Fotos nicht nur nacheinander zu präsentieren, habe ich eine Aufteilung in fünf Kapitel vorgenommen, die Übergänge sind aber fließend.

Das erste Kapitel trägt den unsichtbaren Titel Stadt mit einer dichten Bebauung in den Geschäfts- und Wohnstraßen. Alte Bausubstanz wechselt sich ab mit Flachbauten, die die kriegsbedingt fehlenden Eckhäuser ersetzten und in denen nunmehr neue Geschäfte und Dienstleistungen Einzug gehalten haben. Baulücken ermöglichen den Blick in Hinterhöfe. Erste türkische Läden tauchen auf und eröffnen zum Beispiel neben einer typisch deutschen Wienerwald-Filiale. Der Kohle- und Kokshändler Rudi Arlt steht für die zahlreichen mit Kachelöfen beheizbaren Wohnungen Berlins.

Unrenovierte Brandmauern stehen im Kontrast zu ersten Versuchen, die Hinterhöfe mit Hilfe von Verbundpflastersteinen wohnlicher zu gestalten. Typische Berliner Kneipennamen wie Gropius-Quelle oder Humboldt-Eck stehen für Altberliner Traditionen. Hochherrschaftliche Verwaltungs- und Gerichtsgebäude finden sich ebenso wie gut erhaltene und schöne Eckhäuser. Die Schering-Gebäude sind eng mit dem Wedding verbunden, gleichwohl wie S-Bahnhöfe, Brücken und der neue Brunnen an der Dankeskirche auf dem Weddingplatz, beide aus Beton gebaut.

Viele einzeln stehende Häuser, teilweise nur zweistöckig, prägen den zweiten Teil, der auch Pittoresken heißen könnte, wohlwissend, dass aus heutiger Sicht weniger eine Idylle, sondern eher Skurrilitäten und Grotesken gemeint sind. Remisen, Schuppen, Garagen und historische Gewerke wie Hufbeschlag und Wagenbau, ein Hundesalon, offene und verwilderte Gewerbehöfe, Schrottplätze und Altautos prägen dieses Kapitel.

»Leitern im Hinterhof«,aus dem Portfolio Im Wedding, © Friedhelm Denkeler 1978

Meine Fotos zeigen weniger eine Dokumentation des damaligen Wedding, sondern geben Stimmungen wieder. Das zeigt sich insbesondere in den Fotos des dritten Kapitels, die ausschließlich im Winter bei Schneetreiben entstanden sind. Sie geben auch Zeugnis von den ersten Graffitis, wie „Freiheit für die Agitdrucker“ oder den mit Kreide geschriebenen Hinweis an der Haustür, wann der Schornsteinfeger kommt. Die winterliche Panke, der historisch tiefe Benzinpreis von 91,9 Pfennigen und der geschlossene Laden Spandauer Volksblatt, der die endgültige Einstellung des Blattes im Jahr 1992 bereits vorweg zu nehmen scheint, sind weitere Themen im Winterkapitel.

Die Neubauten im vierten Kapitel zeigen das Sanierungsgebiet Wedding mit seinen neuen Wohnanlagen, von denen die ersten bereits Verwitterungsspuren aufweisen. Trostlose Kinderspiel- und Bolzplätze haben keine Benutzer gefunden und immer wieder stößt der Betrachter auf der einen Seite auf die Mauer mit dem Todesstreifen und auf der anderen liegt der Blick frei auf den Volkspark Humboldthain mit dem Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg und auf die von Bernau kommende und in die Spree mündende 29 Kilometer lange Panke mit den daran angrenzenden Kleingärten.

Die Fotos des letzten Kapitels sind bereits bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr entstanden. Lichte, freigeräumte Grundstücke, entkernte Häuser und Fabrikgebäude, die von Beschäftigung und Aufschwung zeugen, versuchen zu versöhnen, werden aber gestört durch das Graffito »Sender Terror« des Sendermanns, der damals auf Einkaufsstraßen und Demonstrationen verkündete, dass die Geheimdienste in jedem zweiten Haus Sender installiert hätten, die direkt in die Gehirne strahlen würden. Und immer wieder geht der Blick auf die Gebäude von Schering und deren Logo, das nun nach der Übernahme durch Bayer im Jahr 2006, endgültig getilgt wird.

Auf meiner Website LICHTBILDER sind dreißig Bilder aus dem Fotobuch zu sehen

JOURNAL – Ein neuer Photographie-Blog aus Berlin

Von Friedhelm Denkeler,

Neues JOURNAL von Friedhelm Denkeler mit aktuellen Berichten und Besprechungen zu Photographie und Kunst

Im neuen »Journal – Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst« finden Sie ab sofort regelmäßig Berichte zum Thema Photographie, Besprechungen von Ausstellungen zur Photographie und Kunst, sowie Ankündigungen von Ausstellungen, die demnächst eröffnet werden. Die Beiträge beziehen sich bevorzugt auf die Hauptstadt-Region, aber auf auf bundesweite Veranstaltungen. Auch die Ankündigung von Fotomessen und fotografischen Veranstaltungen sind vorgesehen. Die Vorstellung von Fotografen und Künstlern, von Filmen und Videos und dem Zitat des Monats runden diese Rubrik ab.

Friedhelm Denkeler, Berlin 1. Juli 2010

»Ein Fotograf in den Potdamer Platz-Arcaden«, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2005
»Ein Fotograf in den Potdamer Platz-Arcaden«, Berlin, Foto © Friedhelm Denkeler 2005

Kategorien des JOURNALs

Ausstellung(287)

In dieser Kategorie werden entsprechend des Blog-Untertitels »Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst« in erster Linie selbst besuchte Ausstellungen, hauptsächlich in Berlin, zu Photographie und Kunst besprochen oder angekündigt.

Filmbesprechung(86)

Unter dieser Kategorie diskutiere ich die selbst gesehenen aktuellen Kino-Filme, hin und wieder auch einmal einen Klassiker. Um eventuelle Copyright-Ansprüche zu umgehen, sind in der Regel alle Beiträge mit eigenen Fotos versehen.

Fotografisches Fundstück(112)

In dieser Kategorie finden Sie aktuelle Photographien, die bisher keinem Portfolio zugeordnet sind, wie Impressionen von Stadtgängen, Landausflügen, Urlaubsreisen, Stillleben, oder auch Erlebnisse aus dem Alltag.

Historisches Foto(53)

In dieser Kategorie zeige ich unregelmäßig Photographien aus meinem fotografischen Archiv. In der Regel wurden sie vor über dreißig Jahren aufgenommen.

In den Straßen von Berlin(15)

In dieser Kategorie finden Sie Aufnahmen, die nach der Wende in Berlin entstanden sind. Sie zeigen den Wandel des Stadtbildes seit dem Jahr 2000: Abriss des Palastes und neue Hotels im Osten, Bautätigkeiten im alten Westen, das Tempelhofer Feld, das seit 2008 als Flughafen ausgedient hat, Touristenströme am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, am Hauptbahnhof und im Lustgarten in Mitte.

Neues auf meinen Websites(90)

Hier erfahren Sie hauptsächlich, was sich auf meiner Website LICHTBILDER verändert hat: einführende Artikel zu neu erstellten oder neu aufbereiteten Portfolios und deren Photographien. Diese Kategorie ist eine der Hauptaufgaben dieses Blocks. Neben neuen Portfolios stelle ich auch immer wieder ältere vor.

Rock-Archiv(63)

Im Rock-Archiv finden Sie ›ältere‹ Beiträge von Songs und ihre Interpreten zur Rock- und Pop-Geschichte. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. Diese Artikel werden nach und nach in die Kategorie »Siebzig Jahre – Siebzig Songs« einfließen.

Siebzig Jahre – Siebzig Songs(23)

Hier finden Sie Beiträge zu Songs und ihren Interpreten aus 70 Jahren Rock- und Pop-Geschichte 1946 bis 2016. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. Jeder Artikel ist ein Auszug aus meinem geplanten Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.

Sonntagsbild(169)

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.

Stadtverschönerung(38)

Alles fing 1986 mit den Spray-Bananen an, die der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel in Berlin verteilte und zwar nicht willkürlich, sondern mit System als besondere Auszeichnung für Galerien und Kultureinrichtungen. Kunstinsider kennen deren mittlerweile international gewordene Bedeutung.

Theorie der Photographie(11)

In dieser Kategorie finden Sie Betrachtungen zum photographischen Bild, zur Geschichte der Fotografie, zur analogen und digitalen Technik, zum Fotografischen Print und Künstlerbuch, aber auch Historisches, wie die »Kleine Geschichte der Werkstatt für Photographie«. Diese Kategorie findet sich noch im Aufbau.

Verschiedenes(25)

In dieser Kategorie erscheinen alle Artikel und Bilder, die nicht in die anderen Kategorien passen. Auch Artikel über Theaterstücke habe ich hier erst mal untergebracht.

Zitat des Monats(120)

In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.