Suchergebnisse Kategorie: Neues auf meinen Websites

Hier erfahren Sie hauptsächlich, was sich auf meiner Website LICHTBILDER verändert hat: einführende Artikel zu neu erstellten oder neu aufbereiteten Portfolios und deren Photographien. Diese Kategorie ist eine der Hauptaufgaben dieses Blocks. Neben neuen Portfolios stelle ich auch immer wieder ältere vor.

Der Sumpf der Traurigkeit

Von Friedhelm Denkeler,

Der Elmgeist – Ein neues Portfolio von Friedhelm Denkeler auf der Website LICHTBILDER

In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken, man jahrelang im Moos liegen könnte. [Franz Kafka]

Der Elm ist ein 25 km langer, 3 bis 8 km breiter, maximal 323 Meter über Normalnull hoher und bewaldeter Mittelgebirgszug südöstlich von Braunschweig in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel in Niedersachsen. Das weitgehend siedlungsfreie Waldgebiet mit dem größten Buchenwald Norddeutschlands und dem Reitlingstal ist Teil des Naturparks Elm-Lappwald. Geologisch ist der Elm hauptsächlich aus fossilreichem Kalkstein der mittleren Trias (Muschelkalk) aufgebaut, der als Elmkalkstein seit dem Mittelalter ein begehrter Baustoff ist.

»Der Sumpf der Traurigkeit«, Erdfall im Elm, aus der Serie »Der Elmgeist«, Foto © Friedhelm Denkeler 1980
»Der Sumpf der Traurigkeit«, Erdfall im Elm, aus der Serie »Der Elmgeist«, Foto © Friedhelm Denkeler 1980

Im Elm gibt es eine große Anzahl von Erdfällen, kreisrunde, trichterförmige Vertiefungen, die auch als Dolinen bezeichnet werden. Die Angaben schwanken zwischen 200 und 600. Der größte ist der sagenumwobene »Bornumer Erdfall«. In der »Teufelsküche« nahe dem Reitlingstal verschwindet der Bach »Mönchespring« in einem solchen Erdfall (Schluckloch). Die Ursache für die Häufigkeit dieser Gebilde im Elm liegt im Untergrund, der reich an Kalksteinen, Gips und Salzgestein ist. Diese Gesteinsarten, insbesondere das Salz, sind anfällig dafür, von Grundwasser aufgelöst zu werden, wodurch Hohlräume im Untergrund entstehen, die, wenn sie zu groß werden, einbrechen und an der Oberfläche zu bis zu 15 Meter tiefen Einsturztrichtern führen. In den Hochlagen des Elms sind die Vertiefungen trocken, in den Niederungen dagegen mit Wasser gefüllt [Quelle: Wikipedia]

Die Photographien Der Elmgeist sind vor 35 Jahren entstanden und jetzt erstmalig öffentlich auf meiner Website Lichtbilder zu sehen. Das dazugehörige Portfolio besteht aus 90 Photographien im Format 30×45 cm im Passepartout 50×60 cm. Die Bilder sind auch als gedrucktes Autorenbuch mit 104 Seiten im Format 40×30 cm erschienen. Alle Aufnahmen entstanden 1980 im Naturpark Elm-Lappwald bei Helmstedt (siehe auch Wenn ein Betrachter vor lauter Oberfläche den eigentlichen Inhalt einer Photographie nicht mehr sieht).

Mutationen an einem wilden Tag in Kreuzberg

Von Friedhelm Denkeler,

Die Mutoid Waste Company im Sommer 1989 in West-Berlin

Im Sommer 1989, am 19. August, verbrachten wir einen ganzen Tag auf dem ehemaligen Gelände des Görlitzer Bahnhofs (heute: Görlitzer Park) in Berlin-Kreuzberg. Dieser Tag war der Höhepunkt einer mehrtägigen Performance der aus London stammenden Mutoid Waste Company, man könnte auch sagen des Abfallwirtschaftsbetriebs. Die Company lebte und arbeitete mehrere Wochen auf dem wilden, aus lauter Sandhaufen bestehenden Gebiet in ihrer Wagenburg und verwandelte das Gelände in einen anarchischen Abenteuerspielplatz.

Von einem zukünftigen Görlitzer Park war noch nicht viel zu sehen. Heute kann man dort aufgrund der vielen Dealer wahrscheinlich nur noch unter Polizeischutz fotografieren. Die Mutoid Waste Company wurde Anfang der 1980er Jahre von den Punks Joe Rush und Robin Cooke in London gegründet und reiste später quer durch Europa. Sie schweißte aus Schrott von alten Autos und Motorrädern neue, verrückte Mutant Vehicles zusammen, die oft Feuer spuckten und viel Krach machten.

»Ein wilder Tag in Kreuzberg: 5 Der Abend«, aus dem Portfolio »Ein wilder Tag in Kreuzberg«, Foto © Friedhelm Denkeler 1989
»Ein wilder Tag in Kreuzberg: 5 Der Abend«, aus dem Portfolio »Ein wilder Tag in Kreuzberg«, Foto © Friedhelm Denkeler 1989

Der Morgen

Am Morgen ging es auf dem Gelände noch friedlich und idyllisch zu und man konnte sich die Landschaft in aller Ruhe anschauen. Ein einsamer Driver testete in den Sand-Dünen auf der „Rennstrecke“ sein Monster-Vehikel und ein total umgebauter und aufgebockter VW-Käfer war vor der Kulisse der Kreuzberger SO 36 Gründerzeit-Häuser zu bewundern. Dies waren bereits zwei auffällige Markenzeichen der Mutoids: der Umbau von Schrottautos zu ›fahrbaren‹ Untersätzen, die direkt aus einem Mad Max-Film hätten stammen können, sowie der Bau riesiger geschweißter Skulpturen aus Abfallstoffen. Der Rest der anarchischen Künstlerkommune schien noch selig zu schlafen.

Der Vormittag

Die Gruppe sammelte, wie sie auf einem Plakat seit Wochen mitteilte, alles Mögliche: Schrott, Plastik, Farben, T-Shirts, Staubsauger, Flipper, Kleider, Fahrräder, Küchenkram, Bettfedern und jegliche Art von fahrbaren Untersetzen. Am Vormittag sah ich mir die bisher produzierten Objekte an. Es waren in erster Linie kleinere Objekte, wie Käfer, Libellen und andere Geschöpfe sowie umfunktionierte Zweiradfahrzeuge; zum anderen legte die Gruppe mit viel Fantasie einen großen Schrott-Friedhof mit einzelnen Gräbern an. Durch die Kamera gab es bereits reichlich zu sehen.

Der Mittag

Gegen Mittag füllte sich das Areal mit Neugierigen und ein bis in die Nachtstunden dauerndes Kunsthappening, gemeinsam mit den Berlinern, begann. Kreuz und quer kreuzten in halsbrecherischer Weise die Fahrzeuge über das Gelände; dabei kippte auch schon mal ein Fahrzeug an den Hängen um. Ein alter, weißer Opel Rekord mit einem riesigen Auspuff-Rohr war über und über mit Bettfedern bestückt und eine Zugmaschine zog einen feuerspeienden Anhänger hinter sich her. Der TÜV gab zu diesen Gefährten ganz sicher nicht seinen Segen, wurde aber auch nicht gefragt.

Der Nachmittag

Am Nachmittag wurde es musikalisch. Die Mutoids brachten damals eine uns noch unbekannte Musik aus London mit und zwar Acid House, einen Ableger der House-Musik. House ist eine Stilrichtung der elektronischen Tanzmusik, die wiederum die Grundlage für die spätere noch populärere Techno-Musik und Techno-Szene wurde. Die Band trat ›very crazy‹ auf, beispielsweise trug der Drummer eine schräge Fantasie-Vogel-Maske.

Der Abend

Am Abend ging das wilde Happening mit den rasenden, endzeitlich anmutenden Monster-Vehicles und dem Hightech-Schrott weiter. Während des Festivals hatten die Mutoids einen Peace Bird zusammengeschweißt, montierten ihn auf ein Schienenfahrzeug und schoben ihn auf den noch teilweise vorhandenen, alten Schienen in Richtung Ost-Berlin zur Brücke über den Landwehrkanal direkt bis vor die Mauer der Görlitzer Straße auf der anderen Seite. Es sollte ein ›Geschenk‹ an Ost-Berlin werden. Ein Grenzbeamter sprach daraufhin zur Freude der Zuschauer ins Megaphon den legendären Satz: »Ich fordere Sie auf, die provokatorischen Handlungen zu unterlassen!«.

Die Nacht

In der Nacht wurde von den Grenztruppen der Friedensvogel wieder auf West-Berliner Gebiet zurückgeschoben und sicherheitshalber alle Schienen auf Ost-Berliner Seite der Brücke demontiert; ganze drei Monate vor dem Ende der Berliner Mauer. Im schaurigen Schein von Fackeln und Scheinwerfern war die laue Sommernacht noch lange nicht beendet, denn Kreuzberger Nächte sind bekanntlich lang.

Aus den Photographien habe ich das Portfolio Ein wilder Tag in Kreuzberg (1989) mit 64 Aufnahmen zusammengestellt (Fotopapier 30×45 cm, im Passepartout 50×60 cm). Die Bilder sind auch als gedrucktes Autorenbuch (Book-on-Demand) mit 84 Seiten im Format 40×30 cm erschienen (2015). Es besteht aus den o.a. sechs Kapiteln. Eine Auswahl von 30 Photographien finden Sie auf meiner Website Lichtbilder. Drei Links mit Videos der Mutoid Waste Company und ihren Arbeiten habe ich zusammengestellt (Video 1, Video 2, Video 3).

Die Schräge Halle in der Linkskurve

Von Friedhelm Denkeler,

Im Jahr 2014 habe ich mein Portfolio Köbbinghauser Hammer abgeschlossen. Die gesamte Serie mit 186 Photographien von Gewerbegebieten, Fabrikationsgebäuden und deren Einbettung in die Berg-, Hang- und Wald-Landschaften des südlichen Westfalens sind in den Jahren 2008 bis 2014, hauptsächlich im Landschaftsgebiet Sauerland, entstanden (siehe ausführlicher mein Artikel Wenn man vor lauter Bäumen, die Fabrik nicht mehr sieht und eine Auswahl von 30 Photographien auf meiner Website LICHTBILDER). Mit der Photographie der Stimmnägel-Fabrik W. Wagner jr. GmbH in Plettenberg begann im Jahr 2008 meine Serie »Köbbinghauser Hammer« (siehe Die Stimmnägel von Plettenberg„.

Seit Jahren sind wir auf dem Weg von Berlin ins südliche Westfalen auf der Bundesstraße 229 immer wieder an einem auffallenden Fabrikgebäude an der Rönkhauser Straße 9 in Arnsberg-Müschede vorbeigekommen: Die Schräge Halle am Sophienhammer. Es handelt sich um ein architektonisch interessantes Fabrikationsgebäude der Firma Julius Cronenberg.

»Schräge Halle am Sophienhammer II«, aus dem Portfolio »Köbbinghauser Hammer«, 2014, Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Schräge Halle am Sophienhammer II«, aus dem Portfolio Köbbinghauser Hammer, 2014, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Die  Manufaktur wurde im Jahr 1711 in Gevelsberg als Sensenschmiede gegründet. 1870 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort  in Müschede. Auf dem erworbenen Gelände stand der Sophienhammer. Inzwischen ist die Fertigung von Sensen nur noch eine Randerscheinung. Heute fertigt das Unternehmen hauptsächlich Stadtmobiliar.

Die neue preisgekrönte Fertigungshalle ist mittlerweile eine Landmarke mit seiner nächtlich angestrahlten schrägen Wand; nach der Fertigstellung gab es allerdings erst einmal heftige Kritik aus der Bevölkerung ob der ›Schandmauer‹. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt und die Fachwelt lobt den Bau, der zwischen zwei Altbauten in einer großen Kurve auf die Bundesstraße zu stürzen scheint. Es ist eins der interessantesten neuen Fabrikgebäude aus meiner Serie Köbbinghauser Hammer.

Über 800 Gäste besuchen jeden Tag das JOURNAL

Von Friedhelm Denkeler,

Ein Dankeschön!

Eine erfreuliche Nachricht zum Anfang des neuen Jahres 2015: Der Trend der steigenden Besucherzahlen hat sich auch im zweiten Halbjahr 2014 verstärkt fortgesetzt. Das deutet darauf hin, dass die Gäste das Motto des Journals »Qualität ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Qualität« zu schätzen wissen, und ich möchte mich heute herzlich für das Interesse bei allen Besuchern bedanken. Im zweiten Halbjahr 2014 besuchten insgesamt 154 660 Gäste das Journal, im Mittel also 847 Besucher pro Tag, im gesamten Zeitraum (01.07.2010 bis 31.12.2014) waren es 667 480.

"Besucherzahlen Juli 2010 bis Dezember 2014″, Grafik © Friedhelm Denkeler 2015
»Besucherzahlen Juli 2010 bis Dezember 2014«, Grafik © Friedhelm Denkeler 2015

Einige Anmerkungen zur Statistikauswertung meines Providers: Diese Auswertung fasst alle Seitenaufrufe eines Besuchers, gekennzeichnet durch seine IP-Adresse und seine Browserkennung, zu einem Besuch (unique visit) zusammen. Ein Besucher wird nur gezählt, wenn er mindestens eine Page-Impression, d.h. eine vollständig geladene Seite mit dem Rückgabewert 200 oder 304, ohne Bestandteile wie Bilder und Dateien mit den Endungen .png, .jpg, jpeg, .gif, .swf, .css, .class oder .js auslöst. Liegen mehr als 30 Minuten zwischen den einzelnen Page-Impressions, so wird der Besucher mehrfach gezählt. Ein Besuch kann maximal 30 Minuten dauern.

Die Stimmnägel von Plettenberg

Von Friedhelm Denkeler,

Im Jahr 2014 habe ich mein Portfolio »Köbbinghauser Hammer« abgeschlossen. Die gesamte Serie mit 186 Photographien von Gewerbegebieten, Fabrikationsgebäuden und deren Einbettung in die Berg-, Hang- und Wald-Landschaften des südlichen Westfalens sind in den Jahren 2008 bis 2014, hauptsächlich im Landschaftsgebiet Sauerland, entstanden (siehe ausführlicher mein Artikel Wenn man vor lauter Bäumen, die Fabrik nicht mehr sieht und eine Auswahl von 30 Photographien auf meiner Website Lichtbilder). Mit der Photographie der Stimmnägel-Fabrik W. Wagner jr. GmbH in Plettenberg begann im Jahr 2008 meine Serie »Köbbinghauser Hammer«.

»Stimmnägel-Fabrik W. Wagner jr. GmbH mit der Schutzmarke 'Biene'«, aus dem Portfolio »Köbbinghauser Hammer«, 2014
»Stimmnägel-Fabrik W. Wagner jr. GmbH mit der Schutzmarke ‚Biene’«, aus dem Portfolio »Köbbinghauser Hammer«, 2014

Die Firma W. Wagner jr. GmbH ist ein Beispiel für eine größere Industrieansiedlung innerhalb der Stadtgrenzen von Plettenberg. Zum Zeitpunkt meiner Aufnahme im Jahr 2008, stand allerdings nur noch das Büro- und Verwaltungsgebäude des Unternehmens. Die eigentlichen Fertigungshallen mussten 1995 zu Gunsten des Baus von Wohn- und Seniorenhäusern weichen. Und zum Abschluss meiner Serie im Jahr 2014 war nur noch eine Baugrube vorhanden, das schöne Ensemble musste Platz für weiteren Wohnungsbau machen.

Das Unternehmen wurde 1853 in Plettenberg gegründet und begann mit der handwerklichen Fertigung von Stimmnägeln und Stiften für die Klavierindustrie zunächst am Kirchplatz und bedingt durch die Umstellung auf die industrielle Fertigung zog das Unternehmen später in das größere Areal an der Kaiserstraße. Neben der Wasserkraft durch die Else als Energiequelle, wurde eine Dampfmaschine angeschafft. Die Stimmnägel unter dem Markennamen Biene (der auf meinem Bild immer noch vorhanden war) wurden in der ganzen Welt gerne gekauft. Seit 1930 wurden auch Holzschrauben gefertigt und in den 1950er Jahren wurde der Betrieb durch eine weitere Halle für die Blechschraubenproduktion erweitert.

Wenn man vor lauter Bäumen, die Fabrik nicht mehr sieht

Von Friedhelm Denkeler,

Köbbinghauser Hammer – Photographien aus dem südlichen Westfalen

In den Jahren 2008 bis 2014 habe ich im südlichen Westfalen, hauptsächlich im Landschaftsgebiet Sauerland und hauptsächlich im Frühjahr, Sommer und Herbst auf Wanderungen Photographien von Gewerbegebieten, Fabrikationsgebäuden und deren Einbettung in die Berg-, Hang- und Wald-Landschaften der Region gemacht. Dazu gehört auch die kommunale Infrastruktur, wie Bahnanlagen, Trafohäuschen, Kläranlagen und Pumpspeicher-Becken. Zur Erschließung neuer Gewerbegebiete wird schon einmal ein größerer Eingriff in die Natur vorgenommen: Bäume werden gerodet, größere Erdbewegungen werden durchgeführt und zum Beispiel der Rammsiepenbach wurde unterirdisch verlegt.

Die Schließung von innerstädtischen Fabriken schafft hingegen Platz für neue Wohnungen, aber zum Nachteil sind die neuen Fabriken nun außerhalb der Ortschaften gelegen, in der freien Natur oder im Wald. Dies wird in vielen Photographien deutlich; manche Manufaktur-Hallen sind regelrecht im Wald versteckt und manchmal sieht man vor lauter Bäumen die Fabrik nicht mehr. Beim näheren Hinsehen entdeckt man rund um die Werke jedoch die Lagerplätze, vollgestellt mit leeren Containern, Paletten, Gitterboxen, Coil-Materialien und sonstigen Halbzeugen. Aber auch verlassene Gewerbegebiete mit ihren mit Gras überwachsenen Parkplätzen und die von der Natur zurückeroberten Lagerplätze sind natürlich lohnende Motive.

»Fensterlose Lagerhalle mit Wohngebiet«, aus dem Portfolio »Köbbinghauser Hammer«, 2014, Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Fensterlose Lagerhalle mit Wohngebiet«, aus dem Portfolio Köbbinghauser Hammer, 2014, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Oft findet man auch witzige, kuriose Motive: ein Industriebau, der zusammen mit der davorstehenden Betonmauer wie ein Hochsicherheitstrakt aussieht; eine freistehende Wellblech-Halle erinnert an Photos von Walker Evans; ein Gewerbebau sieht aus, als wenn er aus dem Schwarzwald exportiert wurde; das riesige fensterlose Gebäude der Fastenrath Befestigungstechnik, sicherlich ein Hochregallager, steht mitten im Wohngebiet (siehe Foto); der Strohballen auf dem landwirtschaftlich genutzten Feld mit der neuen Fabrikationshalle oder das Trafohäuschen mit einem hohen Lattenzaun mitten im Wald. Ein Motiv war auch der restaurierte Bahnhof Köbbinghauser Hammer der Kleinbahn, der allerdings nur noch der Museumsbahn dient.

Zum Schmunzeln sind oft auch Namen und Gestaltung der Fabriken: Press & Stanz, der gestaltete Vorplatz mit Felsbrocken der Firma Rapp, der Hollywood-Boulevard mit dem Kino im Industriegebiet oder auch die beiden Imbisse Köbbinghauser Grill. Von den Gebäuden sind die alten aus der Anfangszeit des Industriezeitalters die Schönsten: das Verwaltungsgebäude der Stimmnägel-Fabrik W. Wagner jr. GmbH in Plettenberg, das inzwischen nicht mehr existiert; die herrliche Backstein-Front der Riegel-Fabrik von 1852 der Firma Gustav Alberts in Herrscheid; der ehemalige Lokschuppen der Kleinbahn in Plettenberg-Oberstadt; die Backstein-Gebäude mit zugemauerten Fenstern in der Fabrikstraße; die dreistöckige Fabrik mit einer Rampe über die Else oder die ›weiße‹ Fabrik Prinz Verbindungselemente GmbH mit dem leeren Parkplatz im Ortsteil Holthausen von Plettenberg.

Die Wanderungen fanden meist an Tagen mit Sonnenschein statt und meistens am Wochenende, das erklärt auch die oft leeren Parkplätze. Das mit dem Sonnenschein ist nicht so einfach, denn an 4 von 7 Tagen fallen mehr oder minder starke Niederschläge in der Region. Der Ausgangspunkt der Touren war die Vier-Täler-Stadt Plettenberg im Westen des Sauerlands; viele Wanderrouten führten an den Flüssen Lenne, Oester und Else vorbei. Die ersten Fabriken und Manufakturen sind zu Beginn des Vorindustriezeitalters in der Region an den vielen Flüssen entstanden. Deshalb konnten hier mit Hilfe der Wasserkraft die Eisenhammer angetrieben werden, die Schmiedeeisen als Halbzeug und die daraus gefertigten Gebrauchsgüter, herstellten. Viele Orte hatten den Namen eines Hammerwerks in ihren Namen: Bremecker Hammer in Lüdenscheid oder mein titelgebender Köbbinghauser Hammer in Plettenberg im Ortsteil Köbbinghausen.

Die Aufnahmen sehe ich weniger als dokumentarische Photos an, sondern als Stimmungsbilder. Aber trotz alledem: ein Photo ist immer auch ein Dokument der Zeit. Das zeigt sich an meinen Photographien Im Wedding aus den Jahren 1977/78, die man heute als „stimmungsvolle Dokumentaraufnahmen“ bezeichnen kann. Sehen wir einmal, ob in 40 Jahren jemand schreibt: »Und dennoch thematisieren seine Bilder die … Historie auf eine Art, die den unwiederbringlichen Aspekt von Vergänglichkeit eindringlich vor Augen führt« [Dr. Simone Kindler zur Ausstellung »Im Wedding« 2013 im Bayer-Haus Berlin].

Portfolio Köbbinghauser Hammer, 2014, 30×45 cm, Fotopapier im Passepartout 50×60 cm. Alle Aufnahmen entstanden zwischen 2008 und 2014 im südlichen Westfalen. Die Bilder sind auch als gedrucktes Autorenbuch mit 196 Seiten im Format 20,5×27 cm erschienen (2014). Das gesamte Portfolio besteht aus 186 Photographien. Eine Auswahl von 30 Photographien finden Sie auf meiner Website Lichtbilder.

“Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.”

Von Friedhelm Denkeler,

Die Nacht der offenen Mauer in Berlin

Mit den Worten »Das tritt nach meiner Kenntnis …  ist das sofort, unverzüglich« antwortete heute vor 25 Jahren Günter Schabowski, Mitglied des Politbüros des ZK der SED, am Abend des 9. November 1989 auf die Frage eines Journalisten, ab wann die neue Reiseregelung in Kraft trete. Und es setzte eine beispiellose Nacht ein, in der West-Berlin durch die Mauer hindurch von den Ost-Berlinern gestürmt wurde und sie – wie mein Bild zeigt – entsprechend von den West-Berlinern empfangen wurde.

»9. November 1989, Berlin«, Erstes Kapitel: 23 Uhr, Grenzübergang Sonnenallee, Foto © Friedhelm Denkeler 1989
»9. November 1989, Berlin«, Erstes Kapitel: 23 Uhr, Grenzübergang Sonnenallee, Foto © Friedhelm Denkeler 1989

Den unten abgebildeten Zettel hat Schabowski von Egon Krenz am Rande der Sitzung des Zentralkomitees erhalten und auf seiner Pressekonferenz verlesen. Er enthält keinen Hinweis darauf, dass die neue Regelung erst am folgenden Tag, dem 10. November, in Kraft treten soll. Mit der Bekanntgabe dieser Pressemitteilung im Internationalen Pressezentrum in der Berliner Mohrenstraße wird das Signal zur friedlichen Überwindung der Mauer gegeben. Alle Regularien und Vorbehalte, die dieses Papier durchaus noch enthält, werden in den folgenden Stunden ignoriert. Wahrgenommen wird nur die Botschaft: Die Grenze ist offen. [Quelle: BStU]

Pressemitteilung der ADN am 9. November 1989, Quelle: BStU
Pressemitteilung der ADN am 9. November 1989, Quelle: BStU

9. November 1989 – Berlin, nun freue dich unter diesem Titel habe ich die Fotos, die ich in der Nacht vom 9. auf den 10. November am Grenzübergang Sonnenallee und am Brandenburger Tor gemacht habe, anlässlich der 20. Wiederkehr der Maueröffnung im Jahr 2009, als Portfolio und Autorenbuch neu zusammengestellt. Eine Auswahl finden Sie auf meiner Website Lichtbilder.

Die elf Kategorien im Blog JOURNAL

Von Friedhelm Denkeler,

Seit dem 1. Juli 2014 gibt es einige Weiterentwicklungen und Verbesserungen im JOURNAL (siehe Alles neu macht der Juli, aber bei gewohnter Qualität); eine betrifft die Zuordnung der Artikel zu den Kategorien, die ich heute vorstellen möchte.

»Geheime Anlage«, aus dem Portfolio »Köbbinghauser Hammer«, 2014, Foto © Friedhelm Denkeler 2010
»Geheime Anlage«, aus dem Portfolio »Köbbinghauser Hammer«, 2014, Foto © Friedhelm Denkeler 2010

Die elf Kategorien

Ausstellung(288)

In dieser Kategorie werden entsprechend des Blog-Untertitels »Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst« in erster Linie selbst besuchte Ausstellungen, hauptsächlich in Berlin, zu Photographie und Kunst besprochen oder angekündigt.

Filmbesprechung(86)

Unter dieser Kategorie diskutiere ich die selbst gesehenen aktuellen Kino-Filme, hin und wieder auch einmal einen Klassiker. Um eventuelle Copyright-Ansprüche zu umgehen, sind in der Regel alle Beiträge mit eigenen Fotos versehen.

Fotografisches Fundstück(110)

In dieser Kategorie finden Sie aktuelle Photographien, die bisher keinem Portfolio zugeordnet sind, wie Impressionen von Stadtgängen, Landausflügen, Urlaubsreisen, Stillleben, oder auch Erlebnisse aus dem Alltag.

Historisches Foto(53)

In dieser Kategorie zeige ich unregelmäßig Photographien aus meinem fotografischen Archiv. In der Regel wurden sie vor über dreißig Jahren aufgenommen.

In den Straßen von Berlin(15)

In dieser Kategorie finden Sie Aufnahmen, die nach der Wende in Berlin entstanden sind. Sie zeigen den Wandel des Stadtbildes seit dem Jahr 2000: Abriss des Palastes und neue Hotels im Osten, Bautätigkeiten im alten Westen, das Tempelhofer Feld, das seit 2008 als Flughafen ausgedient hat, Touristenströme am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie, am Hauptbahnhof und im Lustgarten in Mitte.

Neues auf meinen Websites(82)

Hier erfahren Sie hauptsächlich, was sich auf meiner Website LICHTBILDER verändert hat: einführende Artikel zu neu erstellten oder neu aufbereiteten Portfolios und deren Photographien. Diese Kategorie ist eine der Hauptaufgaben dieses Blocks. Neben neuen Portfolios stelle ich auch immer wieder ältere vor.

Rock-Archiv(66)

Im Rock-Archiv finden Sie ›ältere‹ Beiträge von Songs und ihre Interpreten zur Rock- und Pop-Geschichte. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. Diese Artikel werden nach und nach in die Kategorie »Siebzig Jahre – Siebzig Songs« einfließen.

Siebzig Jahre – Siebzig Songs(18)

Hier finden Sie Beiträge zu Songs und ihren Interpreten aus 70 Jahren Rock- und Pop-Geschichte 1946 bis 2016. Alle im Text erwähnten Songs sind als Video oder Audio auf den bekannten Musik-Portalen wie YouTube, Vimeo, etc. zu finden. Jeder Artikel ist ein Auszug aus meinem geplanten Künstlerbuch »Siebzig Jahre – Siebzig Songs«.

Sonntagsbild(165)

Der Versuch einer Definition: Was ist eigentlich ein Sonntagsbild? Ein ›schönes‹ Bild (was auch immer das nun wieder heißen mag; es ist in Farbe; es passt in keine andere Kategorie; es gehört nicht zu einer Serie von Bildern, es ist ein Einzelbild. Aber es ist kein Sonntagsbild im Sinne der Sonntagsmalerei.

Stadtverschönerung(38)

Alles fing 1986 mit den Spray-Bananen an, die der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel in Berlin verteilte und zwar nicht willkürlich, sondern mit System als besondere Auszeichnung für Galerien und Kultureinrichtungen. Kunstinsider kennen deren mittlerweile international gewordene Bedeutung.

Theorie der Photographie(11)

In dieser Kategorie finden Sie Betrachtungen zum photographischen Bild, zur Geschichte der Fotografie, zur analogen und digitalen Technik, zum Fotografischen Print und Künstlerbuch, aber auch Historisches, wie die »Kleine Geschichte der Werkstatt für Photographie«. Diese Kategorie findet sich noch im Aufbau.

Verschiedenes(24)

In dieser Kategorie erscheinen alle Artikel und Bilder, die nicht in die anderen Kategorien passen. Auch Artikel über Theaterstücke habe ich hier erst mal untergebracht.

Zitat des Monats(118)

In dieser Kategorie erscheint am ersten Tag eines Monat öfter ein bildlich umgesetzter Post mit einem Zitat. Das kann eine Photographie mit einem Spruch sein oder ein Bild, das grafisch mit dem Zitat des Monats gestaltet wurde.

Alles neu macht der Juli, aber bei gewohnter Qualität

Von Friedhelm Denkeler,

Das JOURNAL ist heute seit vier Jahren online. Über 600 Gäste besuchen inzwischen jeden Tag das »Journal«. Das Layout der Websites »JOURNAL« und »LICHTBILDER« wurde überarbeitet.

»Qualität ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Qualität«, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2002
»Qualität ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Qualität«, Foto/Grafik © Friedhelm Denkeler 2002

Vor vier Jahren, am 1. Juli 2010, ging der Blog »JOURNAL – Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst« mit oben stehendem Motto, das zugleich »Zitat des Monats Juli 2010« war (und heute ausnahmsweise noch einmal), online. In dieser Zeit war das JOURNAL vollständig werbefrei – und das wird auch so bleiben (keine nervenden Flashs, blinkenden Grafiken oder Pop-up-Fenster). Die steigenden Besucherzahlen deuten darauf hin, dass meine Gäste diese Qualität schätzen, und ich möchte mich heute herzlich für das Interesse bei Ihnen bedanken.

"Besucherzahlen Juli 2010 bis Juni 2014", Grafik © Friedhelm Denkeler 2014
Besucherzahlen Juli 2010 bis Juni 2014,
Grafik © Friedhelm Denkeler 2014

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres besuchten insgesamt 111.792  Gäste meinen Blog, das sind im Mittel 613 Besucher pro Tag. Die Zahlen entwickelten sich in den vier Jahren von ca. 76 auf jetzt aktuell 613 Besucher pro Tag (Mittelwert); im gesamten Zeitraum der vier Jahre waren es 512.820.

Jetzt ist es Zeit für einige Verbesserungen auf meinen Websiten. Die auffälligste Änderung im JOURNAL ist sicherlich das neue Logo. Es wurde von Horst Hinder (comcontor.com) entwickelt. Eine weitere Neuigkeit ist, wenn mehr als 12 Artikel auf einer Seite angezeigt werden, schaltet sich ein Pager zum Blättern für ältere und neuere Seiten/ Artikel am unteren Rand ein; wenn es oben noch weitere Seiten gibt, auch am oberen Rand.

Die meisten Änderungen liegen aber unter der Oberfläche; das Theme »Journal2« für die grafische Oberfläche ist an die aktuellen Browser angepasst, der Programm-Code ist schlanker und damit auch schneller geworden. In Blogs sind die einzelnen Posts (Artikel) in verschiedene Kategorien eingeteilt. Diese Aufteilung hat sich geändert; demnächst folgen mehr Informationen.

Auf meiner Photo-Website LICHTBILDER (vormals »Denkeler Photo«) gibt es ebenfalls einige Änderungen. Die ganze Website ist jetzt noch klarer strukturiert und an die Präsentation von Fotos angepasst worden; natürlich erhielt sie auch das neue Logo. Dazu mehr in einem weiteren Artikel.

"Logo", © Friedhelm Denkeler 2014
»Logo«, © Friedhelm Denkeler 2014