Suchergebnisse Kategorie: Neues auf meinen Websites

Hier erfahren Sie hauptsächlich, was sich auf meiner Website LICHTBILDER verändert hat: einführende Artikel zu neu erstellten oder neu aufbereiteten Portfolios und deren Photographien. Diese Kategorie ist eine der Hauptaufgaben dieses Blocks. Neben neuen Portfolios stelle ich auch immer wieder ältere vor.

Sechsunddreißig Tower

Von Friedhelm Denkeler,

Neues Portfolio auf meiner Website

aus "Sechsunddreißig Tower", Foto © Friedhelm Denkeler 2001
aus Sechsunddreißig Tower, Foto © Friedhelm Denkeler 2001

Auf meiner Website LICHTBILDER finden Sie ab sofort in einer Auswahl von 28 Fotos das Portfolio »Sechsunddreißig Tower« aus dem Jahr 2001. Die folgenden Texte und Fotos sind dem Künstlerbuch »Sechsunddreißig Tower«, 2001/2009, entnommen.

Warum Tower?

Das erste und bisher einzige Hochhaus auf Malta steht in St. Julians´s. Mit 28 Stockwerken erstreckt sich der Portomaso Business Tower rund 100 Meter in die Höhe. Von vielen Orten der Insel aus, ist er zu sehen. Auch nicht zu übersehen, und das war der Grund für ein Portfolio und ein Fotobuch.

2001 nicht gerade zur Freude der Malteser eröffnet, stößt das Gebäude bis heute auf wenig Gegenliebe. Die Glasscheiben des Towers sind dunkel. Brennendes Licht ist in der Nacht nicht zu erkennen. Er erscheint unbeleuchtet. Dach und Antennenanlagen hingegen werden rot-blau illuminiert. Zeitgleich und in der Nähe des auch Big Blue genannten Turmes entstanden Hilton-Hotel und Yachthafen.

St. Julian’s liegt im Distrikt Northern Harbour an der Nordostküste von Malta. Von einem kleinen Fischerdorf entwickelte es sich ab den 1930er Jahren durch die Ansiedlung wohlhabender Malteser zu einem wirtschaftlichen und, seit dem Aufkommen des Tourismus, auch zu einem von Inselbesuchern geschätztem Ferienort.

aus "Sechsunddreißig Tower", Foto © Friedhelm Denkeler 2001
aus Sechsunddreißig Tower, Foto © Friedhelm Denkeler 2001

Warum 36?

Die Strandpromenade zwischen St. Julian´s und dem Nachbarort Sliema wird gesäumt von durchnummerierten Sockeln, auf denen Straßenlaternen stehen.

Die Zahl 36 soll an die 36 Bilder erinnern, die ein Kleinbildfilm in der Regel aufweist. Unter Verwendung von KODAK Tri-X-400-Filmen entstanden die Fotos des Portfolios. Es waren die letzten Tri-X-Filme, die ich vor dem „digitalen Zeitalter“ benutzte.

Der KODAK Tri-X ist der wohl meistverkaufte Schwarzweißfilm der Welt. Da er für schwaches Licht und schnelle Bewegungen ausgelegt ist, weist er die klassische, feine Kornstruktur auf. Der Kleinbildfilm hat in der Fotografie mit der Erfindung der Ur-Leica durch Oskar Barnack 1913 einen festen und marktführenden Platz errungen.

aus "Sechsunddreißig Tower", Foto © Friedhelm Denkeler 2001
aus Sechsunddreißig Tower, Foto © Friedhelm Denkeler 2001

Das Kleinbildformat von 24 × 36 mm ergab sich damals aus der Verdopplung des 35 mm-Stummfilm-Kinoformats (18 × 24 mm) durch das „Querlegen“ des Films (Typ 135). Nach 1945 verbreitete sich das von Kodak eingeführte Format 135 auch in Deutschland rasch.

Auf meiner Website www.denkeler-foto.de sind 28 Bilder aus dem Fotobuch zu sehen.

KODAK Tri-X 400-Filmstreifen aus »Sechsunddreißig Tower«, Malta, Foto © Friedhelm Denkeler 2001
KODAK Tri-X 400-Filmstreifen aus »Sechsunddreißig Tower«, Malta, Foto © Friedhelm Denkeler 2001

Mittiges zur Mitte des Monats: Ein festgefressener Stuhl

Von Friedhelm Denkeler,

Aus dem Portfolio »Mittig«, Buga-Park, Potsdam, Foto © Friedhelm Denkeler 2002
Aus dem Portfolio »Mittig«, Buga-Park, Potsdam, Foto © Friedhelm Denkeler 2002

Zur Mitte des Monats mache ich heute einmal Werbung in eigener Sache. Zwischen 2002 und 2008 ist eine Reihe von Fotos entstanden, die ich 2008 zur Serie Mittig zusammengefasst habe. Die gesamte Serie besteht aus 152 Farbprints im Format 21×29 cm auf Fotopapier im Passepartout 30×40 cm. Die Bilder sind auch als gedrucktes Künstlerbuch mit 96 Seiten im Format 16 x 21 cm erschienen. Auf meiner Website LICHTBILDER ist eine Auswahl von 25 Fotos zu sehen. Den Begriff »mittig« verwenden hauptsächlich Ingenieure für zentrisch. Ein Zitat, über das sich vor allem Geisteswissenschaftler besonders freuen werden:

Wenn der Regler nicht mittig ist, muss die Prozentzahl ganz unten korrigiert werden, da sonst der Stuhl evtl. in einen Endbereich kommt und sich dort festfressen kann. [aus »Der Force Profiler«]

Fotospaziergänge »Im Wedding« aus dem Jahr 1978

Von Friedhelm Denkeler,

Neues Künstlerbuch von Friedhelm Denkeler

Zwischen Oktober 1977 und März 1978 habe ich mehrere Fotospaziergänge im Berliner Bezirk Wedding unternommen, der seit der Gebietsreform im Jahre 2001 zum Bezirk Mitte gehört. Die 159 Fotos stammen somit ausschließlich aus dem damaligen Wedding.

"Schultheiss an der Aegirstraße", aus "Im Wedding", © Friedhelm Denkeler 1977
»Schultheiss an der Aegirstraße«, aus dem Portfolio Im Wedding, © Friedhelm Denkeler 1977

Die Auswertung und Veröffentlichung der Bilder nach 32 Jahren verdeutlichte mir, dass trotz ähnlicher Sujets meines damaligen Lehrers an der Werkstatt für Photographie, der selbst im Wedding fotografierte, meine Bilder eine eigene Sprache sprechen. Sicherlich ist das Buch auch als eine verspätete Trotzreaktion auf sein ›Verbot‹, weiter im Wedding zu fotografieren, zu sehen. Um die Fotos nicht nur nacheinander zu präsentieren, habe ich eine Aufteilung in fünf Kapitel vorgenommen, die Übergänge sind aber fließend.

Das erste Kapitel trägt den unsichtbaren Titel Stadt mit einer dichten Bebauung in den Geschäfts- und Wohnstraßen. Alte Bausubstanz wechselt sich ab mit Flachbauten, die die kriegsbedingt fehlenden Eckhäuser ersetzten und in denen nunmehr neue Geschäfte und Dienstleistungen Einzug gehalten haben. Baulücken ermöglichen den Blick in Hinterhöfe. Erste türkische Läden tauchen auf und eröffnen zum Beispiel neben einer typisch deutschen Wienerwald-Filiale. Der Kohle- und Kokshändler Rudi Arlt steht für die zahlreichen mit Kachelöfen beheizbaren Wohnungen Berlins.

Unrenovierte Brandmauern stehen im Kontrast zu ersten Versuchen, die Hinterhöfe mit Hilfe von Verbundpflastersteinen wohnlicher zu gestalten. Typische Berliner Kneipennamen wie Gropius-Quelle oder Humboldt-Eck stehen für Altberliner Traditionen. Hochherrschaftliche Verwaltungs- und Gerichtsgebäude finden sich ebenso wie gut erhaltene und schöne Eckhäuser. Die Schering-Gebäude sind eng mit dem Wedding verbunden, gleichwohl wie S-Bahnhöfe, Brücken und der neue Brunnen an der Dankeskirche auf dem Weddingplatz, beide aus Beton gebaut.

Viele einzeln stehende Häuser, teilweise nur zweistöckig, prägen den zweiten Teil, der auch Pittoresken heißen könnte, wohlwissend, dass aus heutiger Sicht weniger eine Idylle, sondern eher Skurrilitäten und Grotesken gemeint sind. Remisen, Schuppen, Garagen und historische Gewerke wie Hufbeschlag und Wagenbau, ein Hundesalon, offene und verwilderte Gewerbehöfe, Schrottplätze und Altautos prägen dieses Kapitel.

»Leitern im Hinterhof«,aus dem Portfolio Im Wedding, © Friedhelm Denkeler 1978

Meine Fotos zeigen weniger eine Dokumentation des damaligen Wedding, sondern geben Stimmungen wieder. Das zeigt sich insbesondere in den Fotos des dritten Kapitels, die ausschließlich im Winter bei Schneetreiben entstanden sind. Sie geben auch Zeugnis von den ersten Graffitis, wie „Freiheit für die Agitdrucker“ oder den mit Kreide geschriebenen Hinweis an der Haustür, wann der Schornsteinfeger kommt. Die winterliche Panke, der historisch tiefe Benzinpreis von 91,9 Pfennigen und der geschlossene Laden Spandauer Volksblatt, der die endgültige Einstellung des Blattes im Jahr 1992 bereits vorweg zu nehmen scheint, sind weitere Themen im Winterkapitel.

Die Neubauten im vierten Kapitel zeigen das Sanierungsgebiet Wedding mit seinen neuen Wohnanlagen, von denen die ersten bereits Verwitterungsspuren aufweisen. Trostlose Kinderspiel- und Bolzplätze haben keine Benutzer gefunden und immer wieder stößt der Betrachter auf der einen Seite auf die Mauer mit dem Todesstreifen und auf der anderen liegt der Blick frei auf den Volkspark Humboldthain mit dem Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg und auf die von Bernau kommende und in die Spree mündende 29 Kilometer lange Panke mit den daran angrenzenden Kleingärten.

Die Fotos des letzten Kapitels sind bereits bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr entstanden. Lichte, freigeräumte Grundstücke, entkernte Häuser und Fabrikgebäude, die von Beschäftigung und Aufschwung zeugen, versuchen zu versöhnen, werden aber gestört durch das Graffito »Sender Terror« des Sendermanns, der damals auf Einkaufsstraßen und Demonstrationen verkündete, dass die Geheimdienste in jedem zweiten Haus Sender installiert hätten, die direkt in die Gehirne strahlen würden. Und immer wieder geht der Blick auf die Gebäude von Schering und deren Logo, das nun nach der Übernahme durch Bayer im Jahr 2006, endgültig getilgt wird.

Auf meiner Website LICHTBILDER sind dreißig Bilder aus dem Fotobuch zu sehen

JOURNAL – Ein neuer Photographie-Blog aus Berlin

Von Friedhelm Denkeler,

Neues JOURNAL von Friedhelm Denkeler mit aktuellen Berichten und Besprechungen zu Photographie und Kunst

Das wirksamste Element im Kunstwerk ist nicht selten das Schweigen [Susan Sontag]

Im neuen »Journal – Berichte aus Berlin zu Photographie und Kunst« finden Sie ab sofort regelmäßig Berichte zum Thema Photographie, Besprechungen von Ausstellungen zur Photographie und Kunst, sowie Ankündigungen von Ausstellungen, die demnächst eröffnet werden. Die Beiträge beziehen sich bevorzugt auf die Hauptstadt-Region, aber auf auf bundesweite Veranstaltungen. Auch die Ankündigung von Fotomessen und fotografischen Veranstaltungen sind vorgesehen. Die Vorstellung von Fotografen und Künstlern, von Filmen und Videos und dem Zitat des Monats runden diese Rubrik ab.

Friedhelm Denkeler, Berlin 1. Juli 2010

Kategorien des JORNALs

Foto © Friedhelm Denkeler 2005
Foto © Friedhelm Denkeler 2005

Im strengsten Sinne sind alle Bewusstseinsinhalte unnennbar. Selbst die einfachste Wahrnehmung ist in ihrer Totalität unbeschreibbar. Jedes Kunstwerk muss daher nicht nur als etwas Dargestelltes verstanden werden, sondern gleichzeitig als ein Versuch, das Unsagbare auszudrücken. In den größten Kunstwerken schwingst stets etwas mit, das sich nicht in Worte fassen lässt (Regeln des ›Dekors‹), etwas von dem Widerspruch zwischen dem Ausdruck und der Gegenwart des Unausdrückbaren. Stillmittel sind immer auch Methoden der Vermeidung. Das wirksamste Element im Kunstwerk ist nicht selten das Schweigen. [Susan Sontag, in »Against Interpretation«]