Suchergebnisse Kategorie: Historisches Foto

In dieser Kategorie zeige ich unregelmäßig Photographien aus meinem fotografischen Archiv. In der Regel wurden sie vor über dreißig Jahren aufgenommen.

Das Bier entscheidet – Nicht nur die Bundestagswahl, sondern auch den Tag des Bierbrunnens in Lübbecke

Von Friedhelm Denkeler,

"Lübbecke – Die Stadt des Bierbrunnens", Foto © Friedhelm Denkeler 1963
»Lübbecke – Die Stadt des Bierbrunnens«, Foto © Friedhelm Denkeler 1963

Wer sich mal wieder über die Überschrift wundert, dem sei gesagt, dass der SPD-Slogan »Das Wir Entscheidet« von den Jusos in »Das Bier Entscheidet« umgewandelt wurde. Und alljährlich findet im August auch in Lübbecke (Ost-Westfalen) ein dreitägiges Fest zu Ehren des Bieres statt – das berühmte Bierbrunnenfest.

Ob wie vor fünfzig Jahren im Sommer 1963, in dem meine Fotos vom Bierbrunnenfest entstanden sind, auch heute noch dieselbe Kapelle spielt, ist nicht festzustellen. Wir waren aber damals dabei und freuten uns ob knapper Kasse über die die Frei-Biere, die wir ergattern konnten.

1954 wurde der »Tag des Bierbrunnen« erstmals gefeiert. Brauer in ihrer Zunfttracht zapften sieben Stunden lang kostenlos Bier der Barre-Brauerei für die Besucher. In der damaligen Urkunde heißt es: »Der Stadt Lübbecke in Westfalen stiftet die Familie Barre, Lübbecke, zum ehrenden Gedenken an den Brauereibesitzer Ernst Ludwig Barre (* 1881; † 1937) einen Bierbrunnen, der am 29. August 1954 eingeweiht wird«.

Damals stand das Freibier der Barre-Brauerei im Mittelunkt des Geschehens. Mittlerweile hat es sich zu einem dreitägigen Rummel entwickelt, der Gerstensaft ist natürlich auch nicht mehr kostenlos und ich bin froh 1968 nach Berlin gegangen zu sein.

"Der Bierbrunnen am Marktplatz in Lübbecke", Foto © Friedhelm Denkeler 1963
»Der Bierbrunnen am Marktplatz in Lübbecke«, Foto © Friedhelm Denkeler 1963

Neun Tage Liebe und Frieden im Kalten Krieg

Von Friedhelm Denkeler,

X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten vom 28. Juli bis zum 5. August 1973 in Ost-Berlin

"Munteres Treiben unter der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz", Foto © Friedhelm Denkeler 1973
„Munteres Treiben unter der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz“, Foto © Friedhelm Denkeler 1973

Acht Millionen Besucher und 25.000 geladene Gäste aus 140 Ländern feierten im Sommer 1973 das Woodstock des Ostens in Ost-Berlin. Auf 95 Bühnen waren Lieder der Singeklubs zu hören; es spielten Jugendblasorchester und Beatbands.

Bis in die frühen Morgenstunden herrschte auf den Straßen und Plätzen der Stadt ein munteres Treiben. Die DDR-Führung wollte sich unter Honecker liberal und weltoffen präsentieren. Nach den Spielen war es damit bald wieder vorbei.

Die Volkspolizisten und natürlich auch die Stasi sollten sich möglichst zurückhalten, bzw. unauffällig bleiben. So nutzten die DDR-Jugendichen ihre ungewohnte Freiheit zum Austausch politischer und kultureller Meinungen mit der Jugend der Welt.

Regierungskritische Jugendliche wurden bereits vor den Spielen an der Teilnahme gehindert, wurden festgesetzt oder erhielten ein Einreiseverbot nach Ost-Berlin. Regierungsfeindliche Transparente oder Flugblätter waren natürlich nicht zu sehen und es gab – wie erwartet – keine Zwischenfälle.

Auch das DDR-Fernsehen zeigte sich international und freizügig: Um Mitternacht liefen erotische Filme aus Italien im Programm und im Jugendstudio DT64 des Radios wurden internationale Hits gespielt. Beides sahen und hörten wir natürlich auch in West-Berlin.

"Demonstration der DDR-Jugend", Foto © Friedhelm Denkeler 1973
»Demonstration der DDR-Jugend«, Foto © Friedhelm Denkeler 1973
"X. Weltfestspiele in Ost-Berlin", Foto © Friedhelm Denkeler 1973
»X. Weltfestspiele in Ost-Berlin«, Foto © Friedhelm Denkeler 1973
"Blaue Hemden", Foto © Friedhelm Denkeler 1973
»Blaue Hemden«, Foto © Friedhelm Denkeler 1973

Sibirische Kälte in Deutschland

Von Friedhelm Denkeler,

Der Bau des Riesenschneemanns im Allgäu

»Gruppenbild mit Schneemann«, Foto © Friedhelm Denkeler 1963,
»Gruppenbild mit Schneemann«, Foto © Friedhelm Denkeler 1963, aus dem Portfolio und Künstlerbuch »Erinnerungen – Ein Leben in Bildern«: »Zur Kur im Allgäu«: »Die Übungen«

Der Schnee blieb im strengen Winter 1962/1963 an einigen Orten Deutschlands extrem lange liegen. Mehr als zwei Monate am Stück war beispielsweise Berlin von Schnee bedeckt. In diesem Winter war auch die Ostsee vollständig vereist. Das passiert nur in einem extrem kalten Winter, eine Wetterlage mit Temperaturen von -15 °C über einen längeren Zeitraum ist dafür notwendig.

Die Auswirkungen des Winters konnte ich selbst Ende März/ Anfang April 1963 noch im Allgäu während eines Kuraufenthaltes in Bad Schwangau spüren. Wie mein Foto zeigt, nutzten wir den Restschnee zum Bau eines Riesen-Schneemanns. Leider konnte ich den Tauprozess nicht mehr fotografisch festhalten.

Eine Schneeburg in Ost-Westfalen

Von Friedhelm Denkeler,

Sibirische Kälte in Deutschland im Jahrhundertwinter 1962/63

»Schneeburg«, Foto © Friedhelm Denkeler 1963
»Schneeburg«, Foto © Friedhelm Denkeler 1963

Nach den eisigen Kriegswintern 1939/40 und 1941/42 sowie dem „Hungerwinter“ 1946/47 ging die kalte Jahreszeit 1962/63 nicht ohne Grund als „Jahrhundertwinter“ in die Geschichtsbücher ein. Aufgrund des harten und langen Winters waren der Rhein und der Bodensee zugefroren. Das seltene Naturschauspiel des kompletten Zufrierens des Bodensees findet statistisch nur alle 70 Jahre statt. Auch Westfalen erhielt Unmengen an Schnee, den wir zum Bau einer Schneeburg nutzten. Nicht überliefert sind die Temperaturen im Inneren unserer Burg.

Sibirische Kälte in Deutschland

Von Friedhelm Denkeler,

Der strenge Winter 1962/1963 in Westfalen

»Winteridylle in Westfalen«, Foto © Friedhelm Denkeler 1963
»Winteridylle in Westfalen«, Foto © Friedhelm Denkeler 1963

Im Winter 1962/1963 überzog eine sibirische Kälte Deutschland. Als Jugendlicher habe ich in Westfalen diesen strengen Winter erlebt und scheinbar auch genossen, zumindest ergaben sich reizvolle Motive in dieser Zeit. Für den gesamten Winter registrierten die Meteorologen in Westfalen 26 „Eistage“, das sind Tage, an denen das Thermometer auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt bleibt. Der Boden war ungewöhnlich tief gefroren und die Wasserleitung zu unserem Haus war zum Ende der Frostperiode eingefroren. Spätestens dann muss auch das Genießen zu Ende gewesen sein.